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Wie werde ich zum Wettprofi? Die wichtigsten Grundlagen für erfolgreiche Sportwetten

Mit Sportwetten zu einem finanziell sorglosen Leben?

Jeder der sich schon einmal mit dem Thema Sportwetten auseinandersetzte, stellte sich bestimmt schon diese Frage. Wäre es nicht wunderbar, jeden Tag Fußball zu schauen und sich Fachmagazine durchzulesen? Wer würde nicht all dies tun, nur um dies auch noch als seinen Job deklarieren zu dürfen. Doch wie realistisch ist der Gedankengang? Kann man mit Sportwetten reich werden? Ist es möglich, den Lebensunterhalt von der eigenen Wohnung aus mit dem geliebten Hobby zu verdienen?

Immer wieder gibt es jemanden, der jemanden kennt, der seinen Lebensunterhalt mit Sportwetten bestreiten soll. Dieser Ratgeber wird mit ein paar Mythen aufräumen und einen Weg aufzeigen, wie all dies Realität werden könnte, mit der Betonung auf dem Wort „könnte“.

Mit Sportwetten beginnen – Anfängerfehler vermeiden

Am Anfang sollte stets der Spaß im Vordergrund stehen. Neben dem Spaß hilft auch eine Prise Interesse an Wahrscheinlichkeiten und einer logischen Denkweise. Und da bekanntlich jeder Anfang schwer ist, sollte das Hobby gerade zu Beginn, mit einem überschaubaren Kapital angegangen werden. Ziel ist es, zu schauen, ob einem die Materie liegt. Denn was wäre schlimmer, als mit einem großen Wetteinsatz alle Hoffnungen gleich zu Beginn begraben zu müssen.

Exkurs: Anfängerfehler vermeiden

Die Anfangsphase sollte genutzt werden, um mit kleinen Beträgen herauszufinden, in welchem Bereich die größten Erfolgschancen liegen könnten. Einige interessieren sich sehr für Fußball, während andere erste Erfahrungen bisher beim Tennis sammeln konnten. Es ist stets von Vorteil, wenn ein grundlegendes Verständnis für eine spezielle Sportart bereits vorhanden ist. Selbst Fußball oder Tennis auf Vereinsebene gespielt zu haben, erhöht die Chancen, auch beim Sportwetten in diesem Bereich erfolgreich zu werden. Sollte dies nicht der Fall sein, gibt es dennoch Wege, sich diese Kenntnisse anzueignen. Ein reges Interesse verbunden mit intensiver Recherche sollte auch für Einsteiger in eine fremde Sportart zielführend sein.

Wenn erste Kenntnisse vorhanden sind, kann das Startkapital bei einem seriösen Buchmacher eingezahlt werden. Abgegebene Wetten sollte nur die Schlussfolgerung einer genauen Analyse sein. Einen Tipp zu platzieren, nur weil ein Team favorisiert ist, reicht nicht aus. Die Auszahlung, also die Quote, muss stets in einem guten Verhältnis zur wahren Wahrscheinlichkeit stehen. Wie man eine ordentliche Analyse angeht und wie wichtig diese ist, wird später im Abschnitt „Die perfekte Analyse“ erklärt.

Wichtig ist, sich diese eigenen Gedanken zur Analyse in einem Journal festzuhalten. Wenn der Hauptgrund für die Wettabgabe zum Beispiel war, dass Team A in den letzten sechs Spielen in Folge nicht gewonnen hat, dann sollte dieser Gedankengang schriftlich festgehalten werden.

Hierzu ein kleines Beispiel:

„Team A hat die letzten sechs Spiele in Folge nicht gewonnen. Zusätzlich fehlt Stammspieler X. Die Quote von 2,0 bedeutet, dass in mehr als 50% der Fälle gewonnen werden muss. Das scheint realistisch.“

Wenn diese Gedankengänge in einem Journal festgehalten werden, hat dies verschiedene Vorteile. Zum einen erkennt der Wetter, bei welchen Quoten er besonders erfolgreich war. Zum Beispiel schätzen manche Sportwetter kleinere Quoten besser ein, als Tipps mit großen Underdogs. Oder das Journal belegt, dass Wetten überproportional dann verloren gegangen sind, wenn Trends oder Serien mit in die Überlegungen einbezogen wurden.

Exkurs: Dokumentation des eigenen Wettverhaltens

All diese Facetten helfen, seine Gedanken vor einem Spiel nach und nach zu verfeinern. So könnte zum Beispiel das Journal dabei helfen, zu erkennen, dass entweder die Form gar keine so große Rolle spielt oder die Art der Messung eventuell anders angegangen werden muss. Wiederholt man diese Prozesse immer und immer wieder, dürfte sich schon nach kurzer Zeit ein aussagekräftiges Bild ergeben. Wenn erste Erfolge sichtbar sind, ist dies ein gutes Zeichen dafür, die Grundprinzipien des Sportwettens verstanden zu haben.

Doch bevor der nächste Sprung gewagt werden kann und das Kapital auf mehrere Buchmacher verteilt wird, sollte stets das wichtigste Prinzip des Sportwettens verstanden werden. Und das ist die Wettquote.

Quotenänderungen verstehen und ausnutzen
Bewegungen am Wettmarkt verstehen!

 

Sportwetten Quoten und Quotenlegung der Wettanbieter verstehen lernen

Eine Wettquote von 1,5 für Team A bedeutet, dass diese Wette in 67% der Fälle gewonnen werden muss. Der Rechenweg hierzu lautet: 1 / 1,5 * 100 = 67 (Formel: 1  /Quote * 100 = Wahrscheinlichkeit in Prozent). Es ist essentiell diese Denkweise zu verstehen. Es reicht nicht zu behaupten, dass Team A besser ist. Um den Wetteinsatz zu rechtfertigen, muss Team A sogar in mindestens 68% der Fälle gewinnen. Da es jedoch nur einen Gewinner geben kann, wird das Ergebnis bei einer Einheit Einsatz entweder +0,5 sein (1,5 Auszahlung minus 1,0 Einsatz) oder -1,0 (Verlust des Einsatzes). Ob die Wette profitabel war oder nicht, ist im Nachhinein sehr schwer zu bewerten.

Und gerade für solche Fälle hilft das erwähnte Journal. Hier kann überprüft werden, ob solche Wetten oft genug gewonnen wurden. Wenn mehr als zwei Drittel dieser Art von Wetten gewonnen werden, kann man sie als Gesamtheit betrachten und ist nicht länger auf dieses eine Spiel angewiesen. Neben dem Verständnis darüber, wie oft eine Wette gewonnen werden muss, ist es auch unabdingbar, zu verstehen, wie denn der Buchmacher die Lage einschätzt. Ein Beispiel soll dies näher erläutern:

Es handelt sich um eine Wette mit nur zwei möglichen Wettausgängen. Entweder gewinnt Team A oder Team B. Unentschieden werden ausgeblendet (üblich beispielsweise beim Tennis). Wenn der Buchmacher für beide Teams je eine Quote von 1,9 ansetzt, bedeutet dies, dass er von einer Wahrscheinlichkeit von 50% ausgeht, dass entweder Team A oder Team B gewinnt.

Der erste Gedanke vieler Wettanfänger wäre vermutlich gewesen, dass der Buchmacher je eine 53%ige Chance in Betracht zieht (1/1,9). Doch rein mathematisch ist dies natürlich nicht möglich. Dies ergäbe in Summe 106%.

Um beim Sportwetten erfolgreich zu sein, geht es um drei Dinge. Erstens muss verstanden werden, wie der Buchmacher die Lage vor einem Spiel einschätzt. Zweitens muss der Sportwetter hierzu eine fundierte bessere Einschätzung haben und drittens, muss er zusätzlich die Marge des Buchmachers schlagen.

Hierfür geht man wie folgt vor:

1. Schritt : Die Einschätzung des Buchmachers vor dem Spiel verstehen. Wenn er auf beiden Seiten eine 1,9 anbietet, ist der richtige Rechenweg:

Team A = (1/1,9) + Team B = (1/1,9) = 0,526 + 0,526 = 1,052

Team A (0,526 /1,052) = 50%

Team B (0,526/1,052) = 50%

Der Buchmacher sieht also eine 50:50-Chance. Dies war auch sehr leicht daran zu erkennen, dass er beiden Mannschaften die identische Quote zuteilte.

2. Schritt: Der Sportwetter muss zu einer fundierten besseren Einschätzung gelangen. Er müsste demnach durch seine Analyse feststellen, dass eine der beiden Mannschaften besser ist. Die Einschätzung ist natürlich subjektiv und muss nicht zwingend von anderen Tippern geteilt werden.

3. Schritt: Er muss die Marge des Buchmachers schlagen. Es reicht nun nicht, die Gewissheit zu haben, dass Team A besser ist. Es muss mindestens eine 53% Chance bestehen, dass besagtes Team gewinnt. 52% genügen nicht, da die Wettquoten trotz der 50/50-Einschätzung des Wettanbieters mathematisch gesehen eine 52,6%-ige Wahrscheinlichkeit implizieren.

Exkurs: Wettquoten in Wahrscheinlichkeiten umrechnen

Zusammenfassend gilt:

Der Buchmacher gibt eine Meinung vor (1. Schritt), der Sportwetter muss eine andere (bessere) Meinung haben (2. Schritt) und er muss sogar eine viel bessere Meinung haben, da die Marge des Buchmachers zusätzlich geschlagen werden muss (3. Schritt).

Und genau aus diesem Grund ist es so wichtig, über mehrere Accounts bei diversen Buchmachern zu verfügen, um stets die besten Wettquoten abgreifen zu können. Dies erleichtert gerade den unter Drittens genannten Aspekt.

[top5bookmakers]

Doch bevor dieses Thema behandelt wird, sollte noch ein weiterer wichtiger Faktor verstanden werden. Über mehrere Accounts zu verfügen ist wie erwähnt essentiell. Doch viel wichtiger ist auch zu verstehen, welche zwei Arten von Buchmachern es gibt. Da wären zum einen die europäischen Buchmacher und zum anderen die asiatischen Pendants. Die europäischen Buchmacher gelten weithin als sogenannte Soft Bookies. Unter einem Soft Bookie versteht man, dass die Quoten dieses Buchmachers eher selten der realen Wahrscheinlichkeit entsprechen.

Bildlich gesprochen schwappt das Geld aus Asien nach Europa. In Asien werden viel größere Summen als in Europa gewettet. Größere Geldsummen führen, ähnlich wie an der Börse, zu sehr genauen Werten. Demzufolge ändern sich zuerst die Quoten in Asien, bis sie dann leicht verspätet in Europa eintreffen.

So kann es vorkommen, dass für den selben Spielausgang bei asiatischen Buchmachern derzeit eine Quote von 1,9 angeboten wird, während in Europa noch eine 2,1 zu Buche steht. Nach der Theorie des effizienten Marktes ist durch den größeren Geldfluss die Quote in Asien genauer. Daher hätte die 2,1er Quote aus Europa zum derzeitigen Zeitpunkt Value. Ein Sportwettenprofi muss diese Situation erkennen und ausnutzen.

Was ist die Poisson-Verteilung und wie hilft sie beim Wetten?
Die Poisson-Verteilung bei Sportwetten nutzen! – Wettbasis.com Ratgeber

 

Wettquoten vergleichen und Bestquoten spielen

Und hiermit schließt sich der Kreis, um zu erkennen, wie wichtig es ist, über mehrere Accounts zu verfügen. Wie am Beispiel weiter oben unschwer zu erkennen war, bewegt sich ein Wettprofi stets im Prozentbereich. Der Buchmacher gab eine 50% Chance heraus, der Wetter aber muss in 53% der Fälle gewinnen. Diese kleinen Nuancen entscheiden am Ende über Sieg oder Niederlage und darüber, ob der Weg zum Wettprofi gelingt oder nicht?

Dazu ein interessantes Beispiel:

Der asiatische Buchmacher Pinnacle, welcher den Ruf genießt, über sehr akkurate Quoten zu verfügen, bietet Quoten von 1,9 (Team A) und 1,9 (Team B) auf dem Wettmarkt an. Pinnacle sagt damit aus, dass die Chance für jedes Team bei 50% liegt.

Der Wettprofi benötigt nun also eine Quote, die es rechtfertigt, auf dieses Ereignis zu wetten. Bei einer 50%igen Wahrscheinlichkeit, wäre eine Quote von 2,0 oder höher dementsprechend gewinnbringend. Der Rechenweg lautet (1/0,5 = 2,0). Je mehr Accounts ein angehender Profi besitzt, umso höher ist die Chance, dass eine Quote jenseits der 2,0 entdeckt wird. Selbst wenn keine Referenzen aus den asiatischen Quoten gezogen werden, ist es von enormer Bedeutung stets die bestmögliche Quote zu erwischen. Wenn anstatt einer möglichen 2,0 nur eine 1,9 mitgenommen wird, ist es am Ende des Jahres schier unmöglich, im Plus zu landen. Berücksichtigt man zudem den Effekt des Zinses-Zins, kostet dieser kleine Unterschied auf Dauer ein halbes Vermögen.

Dieses Konzept ist natürlich nicht neu, aber wurde in Amerika unter dem Namen „Line Shopping“ bekannt. Früh erkannten die Handicapper, dass es sich durchaus lohnt, von Glücksspielladen zu Glücksspielladen zu fahren, um die verschiedenen Spreads oder Moneylines miteinander zu vergleichen.

Ein einfacher Rechenweg verdeutlicht, wie wichtig es ist, die bestmögliche Quote zu bekommen:

Wenn 1.000 Wetten à 10 € pro Jahr bei einer Quote von 2,0 getätigt werden, dann werden 10.000,- € investiert, um 20.000,- € zu gewinnen.

Wenn 1.000 Wetten à 10 € pro Jahr bei einer Quote von 1,90 getätigt werden, dann werden 10.000,- € investiert, um 19.000,- € zu gewinnen.

Das sind ganze 1.000,- €. Es versteht sich von selbst, dass es sehr schwierig wird, bei Einsätzen von 10,- € je Wette 1.000,- € zusätzlich zu gewinnen.

Bevor nun der Aspekt der Analyse in den Vordergrund rückt, wird an dieser Stelle kurz darauf hingewiesen, dass es einen ganz einfachen Tipp gibt, wie die eigene Bankroll gerade zu Beginn schnell anwachsen kann, um den nächsten Weg Richtung Wettprofi gehen zu können.

Das Konzept nennt sich Bonus Hunting / Whoring. Auch dieser Terminus stammt ursprünglich, wie nicht schwer zu erkennen, aus dem Amerikanischen. Im Prinzip soll versucht werden, soviel Buchmacher Bonusprogramme wie irgend möglich zu nutzen. Wer dies clever anstellt, kann seine Bankroll sehr schnell vervielfachen und verfügt automatisch über mehrere Accounts bei diversen Buchmachern, um die bestmöglichen Quoten abzugreifen. Allerdings sollten Gewinne aus Bonusangeboten in den ersten Monaten nur zum Aufbau der eigenen Bankroll dienen. Über diese Gewinne lassen sich keine Schlüsse in der Hinsicht ziehen, dass die gleichen Gewinne auch in der Zukunft eingefahren werden.

Eine gutes zusätzliches Tool, um stets die besten Wettquoten zu finden, ist der Wettbasis Quotenvergleich.

Welche Rolle die Varianz bei Übertor-Wetten spielt
Over und Under Wetten für Fortgeschrittene

 

Die perfekte Analyse: Wie eine Sportwetten Analyse aufgebaut sein muss

Der wichtigste Aspekt wenn es um das Thema Sportwetten geht, ist natürlich die korrekte Analyse eines Spiels. Denn was nützt die beste Quote, wenn die Analyse nicht stimmt? Wenn es um die Analyse geht, sollte an vorderster Stelle natürlich die Kompetenz stehen. Vielleicht konnte das erwähnte Journal schon etwas zu Tage bringen, was darauf hindeutet, auf welche Sportart ein besonderes Augenmerk gelegt werden könnte.

Gerade in Randsportarten, wie zum Beispiel eSports, Kampfsportarten etc., sind die sowohl asiatischen als auch europäischen Buchmacher teilweise überfordert. In Märkten mit geringen Einsätzen werden oft nicht die besten Quotenmacher eingesetzt, so dass Wettquoten teilweise einen sehr hohen Value haben können. Eine Spezialisierung auf Randsportarten macht eine Analyse daher um ein Vielfaches leichter.

Wenn es um die Hauptsportarten geht, ist die Analyse entsprechend schwerer. Höchste Priorität, bevor sich mit einer Wette auseinandergesetzt wird, ist, sich eine eigene Quote zu errechnen. Fast jeder Sportwettenprofi geht so vor. Denn wer sich zuerst die Quoten anschaut und dann seine individuellen Überlegungen tätigt, kann nicht mehr objektiv handeln. Daher ist es wichtig, bevor man einen Blick auf die Quoten wirft, sich zuerst ein Blatt Papier und einen Bleistift zu nehmen und selbst zu überlegen. Anschließend wird die vollbrachte Arbeit mit den von den Buchmachern angebotenen Quoten verglichen. Wichtig ist jetzt, dass nicht gleich wie wild drauf los gewettet wird. Nur weil eine Abweichung entdeckt wurde, heißt dies noch lange nicht, dass der Buchmacher daneben liegen. Gerade die asiatischen Buchmacher verfügen über sehr genaue Wettquoten. Das heißt, dass sich ein weiterer Blick nur dann lohnt, wenn die Differenz auffällig groß ist.

Die erste Frage, die sich jeder Sportwetter stellen sollte, ist, warum der Unterschied so groß ist. Was sieht der Buchmacher was der Tipper nicht sieht oder was sieht er, was der Buchmacher nicht sieht.

Hier eine kleine Auflistung von Dingen, die der Buchmacher eventuell nicht sieht, die jeder Wettprofi aber in Betracht gezogen haben sollte. Dies könnte für eine Valuebet sprechen:

  • Buchmacher arbeiten mit sogenannten Powerratings. Sie vergeben jedem Team eine gewisse Punktzahl und justieren noch ein wenig je nach Heimvorteil, verletzten Spielern etc. nach. Aber im Grunde läuft es auf die Powerratings hinaus. Diese, und das ist in Profikreisen bekannt, werden eher langsam angepasst.

Entsprechend gilt: Wenn ein Team tatsächlich schlechter ist, als es momentan allgemein angenommen wird, entstehen wunderbare Valuebets.

Hierzu drei Beispiele:

Während der Weltmeisterschaft 2018 in Russland hatte Deutschland in der Gruppenphase konstant niedrige Quoten. Ein geübtes Auge hätte schnell erkennen können, dass die deutsche Nationalmannschaft tatsächlich schlecht spielt. Es war kein wirkliches Pech dabei. Sie spielten einfach schlecht. Doch die Buchmacher passen Ihre Powerratings nur sehr langsam an. Dies ist der Grund, warum Deutschland selbst gegen Schweden und Südkorea enorm kleine Quoten hatte. Ein Experte auf diesem Gebiet hätte diese Kluft erkannt und zugeschlagen.

Das zweite Beispiel ist Borussia Dortmund in der Saison 2014/15. Nach ein paar Spieltagen war für einen Experten schnell klar, dass der BVB nicht die Klasse besitzt, welche die Buchmacher voraussagten. Dortmund war selbst auf Platz 18 stehend, in jeder Partie fast immer der Favorit. Auch hier lebte Dortmund sehr lange von guten Ratings und Erfolgen aus den Vorjahren. Wetten gegen Dortmund waren spätestens zur Mitte der Hinrunde eine wahre Goldgrube.

Das dritte Beispiel ist der 1. FC Köln aus der Saison 2017/18. Im Vorjahr erreichten die Geißböcke noch die Euro League. Dementsprechend baute man sich ein gutes Rating auf. In der Saison 2017/18 aber verließ unter anderem Stürmerstar Modeste den Verein. Zudem gingen die ersten Partien allesamt verloren.  Hinzu kam die Dreifachbelastung aufgrund der Europa League. Spätestens hier hätte ein Wettprofi erkannt, dass der 1. FC Köln aus dieser Saison nicht mit dem aus der Vorsaison zu vergleichen ist. Aber auch da passten die Buchmacher ihre Ratings nur sehr zögerlich an. Somit wären Wetten gegen Köln in der Anfangsphase der Saison sehr oft gewinnbringend gewesen.

Exkurs: Freundschaftsspiele richtig analysieren

Das Gegenteil hierzu ist jedoch auch möglich. Wenn ein Wettprofi zu spät oder zu früh seine Meinung über ein Team ändert, läuft er Gefahr eine Menge Geld zu verlieren.  Nur weil ein Team zweimal in Folge verliert, heißt dies nicht, dass es tatsächlich schlechter ist als angedacht. Nur weil es zweimal einen Favoriten schlägt, ist es nicht wirklich besser. Ein Sportwettenprofi muss erkennen, wann ein Team tatsächlich schlechter oder besser als sein Ruf ist. Dies muss mit Fakten untermauert werden. Ein reines Bauchgefühl reicht nicht aus.

  • Ein zweiter Fehler den Buchmacher gerne machen, ist die Automatisierung ihrer Quotenanpassung. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Übertragung einer 1X2-Quote in eine Handicap Quote. Buchmacher tendieren dazu, keine Unterschiede bei den einzelnen Spielweisen zu machen.

Hierzu ein Beispiel: Eine Quote von 1,6 im 1X2-Bereich ist fast immer gleichgestellt mit einer 2,0 im asiatischen Handicap (-1.0). Die Spielweise die zum Beispiel ein Trainer vorgibt, wird in den meisten Fällen vollkommen außer Acht gelassen. Der Buchmacher berechnet zuerst die 1X2-Quote und ein Algorithmus spuckt hierzu die passende Quote für das Handicap aus.

Warum Außenseiterquoten häufiger einen Value besitzen
Geringe vs. hohe Wettquoten – was ist besser?

Ein Sportwettenprofi kann sich jedoch darauf spezialisieren, individuelle Trainer oder Vereine zu studieren. So kommt es zum Beispiel vor, dass Mannschaften ein 1:0 eher verwalten, während andere direkt auf das 2:0 gehen. Bei Mannschaften mit erstgenannter Philosophie sind Wetten gegen das Ahc -1.0 sehr profitabel, da ein 2:0 eher unwahrscheinlich ist.

– Ein weiteres Beispiel sind die Overs und Unders. Diese werden von den Buchmachern aufgrund vergangener Ergebnisse berechnet. Torschussstatistiken, Chancen und erzielte Tore sind hier die Grundlage für die Berechnung der jeweiligen Quoten. Auch dies unterliegt mehr oder minder einem automatisierten Prozess auf Grundlage genannter Statistiken. Gegnerspezifische Anpassungen werden oft nicht genügend betrachtet.

Ein Sportwettenprofi sollte sich also stets darauf konzentrieren, was die Ambitionen für einen gewissen Trainer in einem speziellen Spiel sind.

Hierzu ein Beispiel: Jürgen Klopps Liverpool FC spielte in der Champions League Saison 2017/18 in der K.O.-Phase gegen den FC Porto. Auswärts gewann Liverpool das Hinspiel mit 5:0. Das passt in das Gesamtbild von Jürgen Klopps Spielweise. Doch Sportwettenprofis müssen stets up to date sein. Zeitungen und Interviews zu verfolgen, ist ein elementarer Bestandteil. Jeder der dies tut, wusste, dass Jürgen Klopp sich oft über die zu hohe Belastung beschwert. Daher war es nur logisch, dass er gegen Porto im Rückspiel nicht mit voller Intensität spielen ließ. Die Buchmacher justierten dies vermutlich, jedoch nicht in ausreichendem Maße. Die Quote für ein Over 2,5 war im Rückspiel wie zu erwarten sehr klein. Das Spiel endete 0:0. Dass dieses Spiel torärmer ausfallen würde als die Ratings es ingesamt voraussagten, war offensichtlich. Doch Achtung!: Andere Sportwettenprofis wissen dies auch. Von daher sollte jeder ambitionierte Wetter so früh wie möglich einsteigen, bevor die Quote zu weit sinkt und der Value dahin ist.

Das Fazit aus diesen beiden Aspekten sollte für angehende Sportwetter sein, sich stets darüber zu informieren, auf welcher Grundlage der Buchmacher seine Quoten herausgibt, um dann diese Automatismen auszunutzen. Wichtig ist es jedoch auch, nicht die gleichen Fehler zu begehen. Daher folgt hier eine Auflistung von Aspekten, die Sportwettenprofis nicht mit in ihre Überlegungen aufnehmen sollten, da die Buchmacher diese bereits mit einkalkuliert haben.

  • – Absolute Stärke eines Teams. Sollten die letzten Ergebnisse beider duellierenden Teams nicht überraschend verlaufen sein, sind die Einschätzungen der Buchmacher in der Regel sehr akkurat.

Folgende negative Denkweise ist daher zu vermeiden:

„Die Quoten der Buchmacher sagen, dass es ein 50:50-Spiel wird. Meiner Recherche nach ist aber Team B besser, daher wette ich auf Team B. Der Buchmacher hat Unrecht.“ Sollten beide Teams in der näheren Vergangenheit nicht sonderlich aufgefallen sein, weder positiv noch negativ, ist diese Einschätzung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit falsch.

Richtig ist folgende Denkweise:

„Team B hat seit der Umstellung auf ein 4-2-3-1 nicht mehr verloren. Sogar gegen einen klaren Favoriten haben sie sich ein 1:1 erkämpft. Die Buchmacher haben vermutlich noch nicht vollkommen auf diese neue Spielweise und Stärke reagiert. Team B ist wohl besser als noch vor ein paar Spieltagen. Die Ratings der Buchmacher haben sich noch nicht vollkommen angepasst. Also setze ich auf Team B.“

  • Neben der absoluten Stärke sollten auch unbedeutende Serien außer Acht gelassen werden. Die Kunst des Sportwettens ist es, zwischen klaren Serien & Trends und vollkommenen Chaos- & Zufallsereignissen zu unterscheiden. Dies ist ein schwieriger Spagat. Wenn kein klarer Grund hinter einer Serie zu erkennen ist, dann ist es vermutlich auch keine. Es handelt sich wohl um einen reinen Zufall und sollte daher nicht berücksichtigt werden.
  • Der Ausfall von Schlüsselspielern wird gerade bei Topmannschaften überbewertet. Zum einen reagieren die Buchmacher auf diese Ausfälle in der Tat (anders als bei anderen automatisierten Prozessen) und zweitens steigert sich die Performance der anderen Spieler meistens so sehr, dass der Ausfall abgefangen werden kann. Im Gegenteil, oft fallen die Quoten dermaßen hoch aus, dass sogar eine Wette auf das Team ohne den Topstar Value bietet.
  • Müde Beine sind oft ein sehr spezielles Thema. Die Buchmacher justieren ihre Quoten danach, ob eine Mannschaft zum Beispiel eine englische Woche hinter sich hat oder nicht. Daher sollte dies kein Argument für oder gegen eine Wette sein. Doch da auch diese Abzüge in der Wettquote automatisiert passieren, lohnt sich ein Blick auf das individuelle Team. Manche verkraften es mehr als andere. Gerade Teams mit einem kleinen Kader spüren die Doppelbelastung sehr. Daher ist der Quotenanstieg nach einer englischen Woche bei solchen meist zu gering und eine Wette auf den frischen Gegner kann in Betracht gezogen werden.

Bankroll- und Moneymanagement für Sportwetten optimieren

Neben einer fundierten Analyse ist das Thema Moneymanagement von höchster Priorität, wenn man den Weg zum Sportwettenprofi schaffen will. Wer sich an ein gutes Moneymanagement hält, wird zwangsläufig niemals Pleite gehen. Die Idee dahinter ist, immer nur einen gewissen Prozentsatz der Bankroll zu setzen. Wird eine Wette verloren, ist der nächste Einsatz dementsprechend kleiner als der vorherige. Somit ist es rein theoretisch nicht möglich, die gesamte Bankroll zu verlieren.

Ein zusätzlicher Grund, warum stets ein gewisser Prozentsatz der Bankroll gesetzt werden sollte, ist der Zinses-Zins-Effekt. Im Gewinnfall fällt der nächste Wetteinsatz höher aus als der vorherige. Somit wird auf Dauer schneller mehr Geld gewonnen. Voraussetzung ist natürlich, dass die abgegebenen Wetten einen positiven Erwartungswert haben. Das einzige Problem, welches angehende Sportwettenprofis zu oft haben, ist die fehlende mentale Stärke, längere Verlustphasen zu überstehen. Selbst Profis haben mitunter mehrere Monate am Stück, in welchen Sie keine Gewinne verbuchen können.

Exkurs: Downswings überwinden – Frustwetten vermeiden

Hier ist natürlich das genannte Einsatzsystem sehr hilfreich, da die Wetteinsätze in solch schlechten Phasen immer kleiner werden. Je früher sich ein jeder darüber bewusst wird, dass diese Phasen zwangsläufig kommen werden, umso besser werden diese verkraftet. Solange am Ende des Jahres ein (ausreichend großes) Plus steht, ist alles in Ordnung. Ein Profi kümmert sich nicht um das einzelne Spiel, er sieht das große Ganze.

Aber wieviel sollte eigentlich ein Wetteinsatz pro Wette sein? In der Regel setzen Profis durchschnittlich 2% ihrer Bankroll. Es gibt auch Einsatzsysteme, die je nach Qualität des Tipps einen höheren Prozentsatz erlauben. Egal welches System angewandt wird, wichtig ist, sich an die Regeln zu halten und niemals zu versuchen, Verluste mit großen Wetteinsätzen wieder auszugleichen.

Exkurs: Moneymanagement / Kelly-System

 

Wie überwindet man Downswings beim Sportwetten?
Der richtige Umgang mit Wettverlusten

 

Kann man mit Sportwetten reich werden oder zumindest seinen Lebensunterhalt finanzieren?

Es gibt nur sehr wenige Leute, die damit wirklich richtig reich geworden sind. Bob Voulgaris und Billy Walters sind wohl zwei der berühmtesten Beispiele aus Amerika. Mit Sicherheit gibt es noch viel mehr Menschen, die mit Sportwetten ihren Lebensunterhalt verdienen, doch wahren Reichtum erlangen nur die besten und wohl auch die glücklichsten Sportwetter. Glück nicht in dem Sinne, dass der Ball vom Innenpfosten in das Tor geht, sondern, dass man auf Strategien stieß, die langfristigen Erfolg versprachen.

Es gehört eine Menge Selbstdisziplin dazu, gutes Moneymanagement und stete Fortbildung in allen Bereichen. Man muss immer up to date sein und natürlich muss auch die Anzahl der Wetten stimmen. Nur wer viele Einsätze tätigt, kann auch den geringen Prozentvorsprung gegenüber den Buchmachern voll zur Entfaltung kommen lassen.

Exkurs: In 20 Schritten zum Millionär?

Das wahre Wunderwerk des Sportwettens ist wohl der Zinses-Zins-Effekt. Der Beleg hierfür ist der Joseph-Pfennig. Es handelt sich hierbei, um eine sehr stark vereinfachte Veranschaulichung, was mit dem eigenen Kapital passiert, wenn man stets den Zinses-Zins für sich arbeiten lässt. Nichts anderes macht ein Wettprofi mit seiner Bankroll. Nach einer gewonnenen Wette fällt der nächste Einsatz leicht höher aus. Somit ist der Gewinn bei der nächsten Wette größer, als wenn der exakt selbe Einsatz noch einmal getätigt werden würde.

Der Joseph-Pfennig besagt, dass wenn Joseph für seinen Sohn Jesus vor 2.000 Jahren einen einzigen Cent (sollte es den Euro denn schon damals gegeben haben) zu 5% angelegt hätte (5% ist ein üblicher ROI für gute Sportwetter), wäre dieser Cent heute 295 Milliarden (295.000.000.000) Weltkugeln aus purem Gold wert. Dieses exponentielle Wachstum dient lediglich der Veranschaulichung. Ein rasanter Anstieg der Bankroll ist möglich, wenn diszipliniert auf viele gute Valuebets bei einem akkuraten Moneymanagement gesetzt wird.

Unter dem Strich bleibt jedoch festzuhalten, dass die meisten Sportwetter diesen enormen Erfolg wohl nicht in diesem Ausmaße einfahren werden. Ein Bob Voulgaris oder ein Billy Walters sind wahre Superstars in der Welt des Handicappens. Nicht ganz zu Unrecht, gibt es doch nicht all zu viele Namen auf dieser Liste. Es sollte das Ziel für die meisten Sportbegeisterten sein, ein gutes Nebeneinkommen zu generieren. Ein sicheres Festgehalt schützt zudem, um irrationalen Entscheidungen vorzubeugen.

Wettbasis Zusammenfassung: Wie werde ich zum Wettprofi?

Nachfolgend möchte die Wettbasis allen Lesern eine kleine Checkliste mit wichtigen Grundregeln auf dem Weg zum Wettprofi zur Verfügung stellen.

  • Klein anfangen. Es sollte zuerst bei einem Buchmacher ein wenig „Spielgeld“ eingezahlt werden. Gerade soviel, dass es nicht schmerzt, wenn es verloren geht.
  • Austesten welche Sport- und Wettarten erfolgsversprechend sein könnten.
  • Zu jeder Wette ein Journal führen. Aus welchen Gründen wurde jenes Spiel ausgewählt?
  • Permanentes Auswerten des Journals und nach Verbesserungsmöglichkeiten suchen.
  • Versuchen, so viele Bonusprogramme wie möglich abzuarbeiten, um die Bankroll stetig anwachsen zu lassen.
  • Das Prinzip der Quoten verstehen. Was sagt der Buchmacher?
  • Versuchen, stets die besten Quoten zu erwischen. Sollten asiatische Buchmacher eine wesentlich kleinere Quote anbieten als die vom aktuellen europäischen Buchmacher, spricht dies sehr wahrscheinlich für eine Valuebet, die mitgenommen werden sollte.
  • Im Laufe der Zeit so viel Accounts wie möglich anlegen, um stets die beste Quote zu erwischen.
  • Stets einen gewissen Prozentsatz der Bankroll setzen, um den Zinses-Zins-Effekt zu nutzen.
  • Mental stark bleiben, wenn der Downswing unweigerlich eintrifft.
  • Bei jeder Wette unbedingt eine ausführliche Analyse in den Vordergrund stellen. Idealerweise auf einzelne Sportarten oder Ligen spezialisieren.
  • Automatismen der Buchmacher ausnutzen.
  • Zufallsereignisse nicht überbewerten. Ist kein Grund für die Serie erkennbar, ist es vermutlich auch keine Serie.
  • Zeitverzug der internen Ratings der Buchmacher ausnutzen
  • Wenn Value erkannt wird, sollte schnell zugeschlagen werden, bevor andere Profis die Quote durch hohe Einsätze zu weit senken.
  • Die jeweiligen Trainer und deren Philosophie verinnerlichen und verstehen.

 

Wenn all diese Ratschläge beherzigt werden, sollte der Weg zum Sportwettenprofi nicht ganz so steinig sein.

Eine Übersicht über alle interessanten Informationen rund um den langfristigen Wetterfolg, finden Sie in unserem Artikel: Langfristig Erfolgreich Wetten – Bankrollmanagement, Estimations und Co.