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Paul Parker über Man City – Man United: „Kann nur einen Sieger geben“

United unter Rangnick wirklich im Aufschwung?

Karl-Heinz Fischer  6. März 2022
Manchester City - Manchester United
Paul Parker (li.) und Andi Brehme im Zweikampf 1990. (© IMAGO / Colorsport)

Pünktlich zu Manchester City – Manchester United haben wir mit Paul Parker einen echten United-Experten zum Gespräch getroffen. Im Interview konnten wir einige Antworten zu den unterschiedlichen Ausgangslagen der Teams und dem Aufschwung unter dem neuen „Red Devils“ Trainer Ralf Rangnick stellen.

Im letzte Derby hatte ManUnited keine Chance gegen die Skyblues und verloren verdient mit 0:2. Nach dieser Niederlage spendeten die Zuschauer höhnischen Applaus in Richtung Ole Gunnar Solskjaer und besiegelten damit seinen Abschied.

Seit dieser Zeit konnte der neue Trainer die Mannschaft stabilisieren und auf einen CL-Platz führen, unumstritten ist der ehemalige Leipziger trotzdem nicht. Die Gründe dafür, einen Prognose für das Derby und die vielleicht doch wieder spannende Meisterfrage besprechen wir mit unserem Stargast.

Videoaufnahmen des Interviews sind – wie viele andere aufregende Expertengespräche – übrigens auch im „Wettbasis Sportwetten“ Youtube Channel zu finden.


Beidfüßig International mit Ex-ManUnited-Verteidiger Paul Parker. (© Youtube / Wettbasis)

Vor Manchester City – Manchester United: „Spielen nicht attraktiv“

Seit seiner Ankunft in Manchester hat Ralf Rangnick das Team wieder zurück auf einen Champions League Platz geführt. Seine Statistiken sind herausragend. Wie ist es zu erklären, dass er trotzdem von vielen Seiten einiges an Kritik einstecken muss? War es die richtige Entscheidung der „Red Devils“ ihn zu engagieren?

Paul Parker: „Zuerst möchte ich sagen, dass der Club dringend eine Veränderung nötig hatte. Ole (Solskjaer) war verfolgt, auch wenn er den Club von Herzen liebte. Die Fans standen lange zu ihm, weil sie wussten, was er für United geleistet hatte. Niemand wollte ihn fallen lassen, wegen ein paar Spielern, die ihre Aufgaben nicht erfüllten.

Wenn man sich jetzt die Statistiken ansieht, auf ein Stück Papier blickt, mit dem sich so viel ausdrücken lässt, denkt man: ‚Wow, absolut unglaublich.‘ Aber das Problem mit Statistiken ist, es spiegelt niemals die einzelnen Personen wieder. Wenn man sich aber wie ich viele Manchester United Spiele angesehen hat, dann wusste man als Spieler immer, was von einem erwartet wird. Das ganze Team wusste, was für ein Spiel erwartet wird.

Das ist dasselbe wie bei Bayern München. Sie sind keine Mannschaft, die auf dem Platz steht, nur um das Spiel zu gewinnen. Es gibt eine Einstellung, eine DNA, die unveränderlich mit dem Club und seiner Vergangenheit verschmolzen ist. Diese Gene werden von Spieler zu Spieler weitergegeben. Ich kann mich erinnern, Bayern in den 70er und 80er Jahren spielen gesehen zu haben. Die Art und Weise zu spielen kann man auch heute noch in München erkennen.

Bei Liverpool ist die Situation ganz ähnlich. Das was in Livepool gespielt wird, ist auch das, was die Fans erwarten. Man City schreibt einen ganz neue, jüngere Geschichte, wir können sie nicht vergleichen. United spielte immer mit viel Einsatz, Kontern, Improvisation und Kreativität. So erfolgreich Rangnick auch bei den Statistiken sein mag, seine Mannschaft spielt nicht attraktiv. Sie spielen minimalistisch.

An der Spitze gibt es zwei großartige Teams, danach kann jeder jeden schlagen. Das ist die Premier League. So sieht es auch in allen großen europäischen Ligen aus. Dahin hat sich der Fußball entwickelt. Ich denke nicht, dass mir jemand widersprechen wird, wenn ich sage, dass Man City und Liverpool mit Abstand die besten Teams der Liga sind.

Chelsea hat gezeigt, dass sie eine gute Mannscht haben, aber sie sind in dieser Saison nicht stabil genug. Kein anderes Team ist auch nur in der Nähe der drei. Ansonsten kann jeder jeden schlagen. Tottenham kann man überhaupt nicht einschätzen. Liverpool hätte zwanzig Tore machen können im letzten Spiel gegen die Spurs.

Rangnick weiß, dass wenn jemand in 35 Jahren auf United zurückschaut, wird er die Statistiken lesen. Niemand wird mehr darüber nachdenken, wie die Spiele gewonnen wurden, sondern der Tabellenplatz sagt aus, ob sie einen guten Job gemacht haben.“

Leistungsdaten von Paul Parker

Verein Spiele Tore/Vorlagen
Manchester United 131 2/-
Queens Park Rangers 28 -/-
FC Fulham 4 -/-
FC Chelsea 4 -/-
Derby County 4 -/-

Welches Spiel erwarten Sie im Derby Manchester City – Manchester United kommenden Sonntag? Hat United eine Chance, City tatsächlich zu besiegen?

„Ich möchte ganz ehrlich sein. Stellt man die Frage, ob United das Spiel gewinnen kann, dann schauen viele Leute zurück und sagen: ‚Ole (Solskjaer) hat City geschlagen‘ (7. März ’21). Er hat es irgendwie geschafft, seine Mannschaft darauf vorzubereiten.

Für Rangnick wird es dadurch noch schwieriger. Es sind die gleichen Spieler, aber schafft er es, die Mentalität, die Disziplin der einzelnen Spieler herauszukitzeln? Damit er gewinnen kann, muss etwas magischen passieren, eine Einzelleistung. Als Team haben Sie im Augenblick nicht die Durchschlagskraft. City wird unglaublich viel Ballbesitz haben, wie man weiß. United will den Ball im Grunde auch gar nicht.

Wenn Sie den Ball aber dann erobern, sind sie so weit weg vom gegnerischen Tor. Ronaldo ist für solche Strecken nicht mehr so gut zu gebrauchen, wie er es früher war. Wie fit er auch sein mag, aber das funktioniert nicht mehr so, wie vor 15 Jahren. Er kann sich auf dieser Distanz nicht mit einem 20- oder 25-Jährigen messen. Auch im Eins-gegen-Eins auf engem Raum hat er den Antritt nicht mehr.

Wenn sie aber in oder um den Strafraum kommen, vielleicht mit Freistößen oder Ecken, dann gibt es Hoffnung. Ich glaube also, dass es bei Manchester City – Manchester United nur einen Sieger geben kann.

Zuletzt hat Man City gegen Tottenham verloren und sich auch gegen Everton lange sehr schwer getan, die eigentlich sogar einen Elfmeter hätten bekommen müssen. Da gab es sogar eine Entschuldigung der Schiedsrichter zum Ausbleiben des Elfmeterpfiffes.

Sie hätte aber das Spiel nie gewinnen dürfen, wenn man auf die Statistiken schaut. Ihr Torhüter verhinderte, dass sie mit fünf oder sechs Toren untergingen. Wird der Elfer aber gepfiffen, dann zählt die Statistik nichts mehr und sie führen 1:0. Aber ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass Manchester United wirklich dieses Spiel gewinnen wird. Sie werden viel Glück brauchen, wenn sie etwas erreichen wollen.

Paul Parker: „FC Liverpool ist zu abhängig von den Stürmern“

Wenn wir uns das Titelrennen anschauen, das ja wieder spannend geworden ist, wer ist Ihr Favorit und warum?

Ich tippe weiterhin auf City. Sie haben im Spiel gegen Liverpool den Vorteil, dass sie zu Hause spielen. Sie haben so viel Erfahrung damit den Titel in der Premier League zu gewinnen. City spielt so stabil und lässt sich auch von äußeren Umständen und einer aufgeheizten Stimmung von Seiten der Fans nicht aus der Ruhe bringen.

Liverpool hingegen kann man durchaus in Schwierigkeiten bringen. Mit Alexander-Arnold haben sie eine Schwachstelle in der Abwehr. Wenn er gegen Phil Foden spielen muss, dann wird er massive Probleme bekommen. Manche wollten aus City Weihnachten schon den Meister machen, aber das rächt sich jetzt auch ein bisschen. Sie merken, dass sie wieder dafür arbeiten müssen, an der Spitze zu stehen.

Manchester City hat das insgesamt bessere Team auf allen Positionen, die höhere individuelle Klasse, darum wird City Meister. Liverpool verlässt sich noch immer zu sehr auf ihre zwei Stürmer Jota und Salah. Ohne respektlos sein zu wollen, aber sie sind unglaublich abhängig von diesen beiden Spielern. City hat einfach auf allen Positionen die Nase vorne, wenn es darum geht, welche Spieler zur Verfügung stehen.

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Karl-Heinz Fischer

Karl-Heinz Fischer

Alter: 36 Nationalität: Deutschland Lieblings-Wettanbieter: Sportwetten.de

Nach einem Publizistik-Studium und mehreren Jahren als Sportjournalist, wechselte Karl-Heinz in die Wett-Industrie. Dort wurde er nach mehreren Jahren von der Wettbasis abgeworben und ist seither ein wichtiges und fixes Teammitglied unserer Redaktion.

Karl-Heinz ist hauptsächlich für die Beidfüßig Expertengespräche aktiv, aber auch bei den Wettanbietervergleichen lässt er seine Expertise und Erfahrungen einfließen. Privat wettet Karl-Heinz gerne auf die deutsche Bundesliga, bevorzugt Systemwetten.   Mehr lesen