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WM 2022 News

Arsene Wenger exklusiv bei Wettbasis: „Sehe Deutschland nur als Außenseiter“

Philipp Stottan  27. November 2022
Arsene Wenger
Arsene Wenger ist überzeugt, in Katar eine tolle WM zu sehen. (© IMAGO / Eibner)

Als FIFA-Direktor für Globale Fußballförderung ist Arsene Wenger gefühlt 24 Stunden am Tag unter Dauerstress. Zur WM 2022 in Katar ist das natürlich nicht anders.

Doch trotz seinen 73 Jahren ist der Elsässer nach wie vor mit viel Elan und Leidenschaft in der Fußball-Welt unterwegs. Exklusiv für Wettbasis nahm sich der ehemalige Trainer des FC Arsenal dennoch Zeit, um über seine Erwartungen bei dieser Weltmeisterschaft zu vermitteln.

Arsene Wenger spricht über die Baustellen seiner Nation Frankreich, was er von England und Deutschland hält welche Nationen er ganz vorne sieht und äußert seine positive Meinung zur Winter-Weltmeisterschaft.

 

Der komplette WM 2022 Spielplan

Hinweis: Das Interview mit Arsene Wenger wurde geführt, bevor der Ausfall von Karim Benzema bestätigt wurde!

Wenger analysiert Frankreich also noch mit dem Stürmer im Equipe-Kader.

 

Arsene Wenger: Frankreich-Offensive „das Beste, was der Fußball zu bieten hat“

 
Wettbasis: Monsieur Wenger, von welchen Nationen sind Sie kurz vor diesem WM- Start besonders begeistert von den Sie während des Turniers nun viel erwarten?

Arsene Wenger: „Mein Favorit Nummer eins heißt Frankreich. Nicht, weil ich gebürtiger Franzose bin, sondern weil diese Equipe Tricolore über die beste Offensive verfügt.

Wenn Didier Deschamps gelingt, auch für die nötige Stabilität in der Defensive zu sorgen, dann wird der amtierende Weltmeister durchaus große Chancen haben seinen Titel erfolgreich zu verteidigen.“

Obwohl Deschamps viele Baustellen, zwischen Ausfälle (Pogba, Kanté, Kimpembe, Nkunku, Maignan), angeschlagene Spieler (Benzema, Varane) und den Fluch des Titelverteidigers (die letzten Drei schieden jeweils in der Vorrunde aus), bleiben Sie also optimistisch für Frankreich?

„Wenn man der amtierende Weltmeister ist, besteht die größte Gefahr darin, gar keine Sorgen zu haben. Die Mannschaften, die locker das Turnier angehen und nicht genug auf ihre Aufgabe fokussiert sind, bekommen so gut wie immer eine böse Überraschung und sie bleiben nicht lang im Rennen.

Ich bewerte es ehrlich gesagt sogar als gute Nachricht, dass die französische Nationalmannschaft Baustellen hat. Dadurch hat sie einiges erneuern müssen und ich gehe nun fest davon aus, dass es sich nur positiv auf das Auftreten in Doha austragen kann, weil dadurch die Elf von Didier Deschamps noch fokussierter sein wird.“

 

Frankreich bei der WM 2022

 

Wird das Sturm-Duo aus Karim Benzema und Kylian Mbappé das Beste, was diese WM zu bieten haben wird? [siehe Hinweis oben, Anm.]

„Das ist gut möglich. Es handelt sich um ein Traum-Paar. Vor dem gegnerischen Tor sind beide Spieler eiskalt und wahnsinnig effizient. Außerdem sind sie extrem elegant am Ball, sie haben gar keine Schwächen und prägen das moderne Spiel wie keine anderen Spieler.

Beide sind spontan, intelligent und haben auch eine Portion Katzenhaftigkeit in sich. Sie sind irgendwie vergleichbar mit einem schönen Bild bei einer Ausstellung, das sehr teuer ist.“

Welche Teams sehen Sie noch in der Favoritenrolle?

„In den vergangenen 12-15 Monaten hat die brasilianische Nationalmannschaft den besten Eindruck hinterlassen. Eine sehr erfahrene Mannschaft mit einem Leader wie Neymar, der seit einem halben Jahr in fantastischer Verfassung ist. Auch mit Argentinien wird sicherlich zu rechnen sein. Lionel Messi wird alles daran setzen diesen Fluch zu brechen und endlich Weltmeister werden.“

Trauen Sie England den ganz großen Wurf zu?

„Das Potenzial hat England zweifelsohne, um weit zu kommen. Bei den vergangenen Turnieren stand die Elf von Gareth Southgate stets unter den letzten Vier. Das ist sicherlich kein Zufall.

Mit Jude Bellingham, Phil Foden, Mason Mount, Bukayo Saka, Marcus Rashford, und so weiter hat England viele junge Talente in seinen Reihen. Dazu sehe ich noch Spanien, das man nie abschreiben sollte, weil technisch enorm viel Potenzial in diesem Team steckt, insbesondere durch das Duo im defensiven Mittelfeld mit Pedri und Gavi.“

Zählen Sie Deutschland nicht zu den heißesten Anwärtern auf den Pokal?

„Dieses Mal nicht. Ich sehe die Deutschen zusammen mit den Niederlanden, Belgien und Dänemark als Außenseiter. Bei den vergangenen zwei Turnieren enttäuschte die DFB-Elf.

Sie braucht noch ein bisschen Zeit um wieder ganz oben mitzuspielen, aber spätestens bei der EM 2024 zu Hause wird sie mit Sicherheit wieder zu den größten Favoriten gehören.“

 

Deutschlands Weg ins WM Finale

 

Können Sie erklären, warum die letzten vier Weltmeister allesamt aus Europa kommen. Ist die Dominanz dermaßen arg auf den Rest der Welt?

„Es ist eine klare Tendenz, dass der beste Fußball in Europa gespielt wird. Zum Beispiel hat Brasilien seit 2002 keine einzige Partie mehr in einer KO-Runde für sich entscheiden können. Zuletzt habe ich Fußball in 205 Ländern unter die Lupe genommen.

Fest steht: Die 20 besten Fußball-Nationen sind diejenigen, die das beste Erziehungsmodell haben. Dabei haben wir einen enormen Zusammenhang zwischen die Ergebnissen der ersten Mannschaft und die Qualität der Erziehung. Dabei sind die Europäer die Nummer eins.“

In den vergangenen Monaten waren Sie regelmäßig in Katar. Ist dieses Land bereit für diese WM?

„Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eine schöne WM erleben werden. Bei der Infrastruktur ist alles vorbereitet. Die einzige Frage betrifft die Anzahl der Menschen, die in Doha gleichzeitig sein werden, aber wir sind guter Dinge, dass das ganze Prozedere reibungslos ablaufen wird.

In einer Zeit wo extrem viel Anspannung auf dieser Welt herrscht, begrüße ich umso mehr, dass wir alle 32 Teilnehmer in derselben Stadt einen Monat lang haben. Frieden und Toleranz müssen in den nächsten vier Wochen ausgelebt werden, weil es die gesamte Welt mehr denn je nötig hat.“

Gehen Sie davon aus, dass diese WM spielerisch interessant wird?

„Ja, da bin ich sehr optimistisch und zwar aus zweierlei Gründen: Erstens, weil diese WM mitten in der Saison und die Spieler maximal 20 Pflichtspiele wettbewerbsübergreifend in den Beinen haben. Dazu kommt die Tatsache, dass sie von einem Spiel zum anderen kaum Reisestrapazen haben werden. Zwei Stunden nach Abpfiff sind sie wieder auf ihren Zimmern.“

Sie begrüßen also diese WM im Winter?

„Zwar haben die teilnehmenden Nationen kaum Vorbereitung, das sehe ich aber nicht unbedingt als Nachteil. Auch wenn die Spieler zuletzt mit ihren jeweiligen Vereinen alle drei Tage ran mussten, werden sie nicht kraftlos und mit müden Beinen in das Turnier starten.“

Werden wir Artisten auf den Rasen sehen?

„Selbstverständlich. Fußball ist und bleibt eine Sportart, wo die Technik eine eminent wichtige Rolle einnimmt.

Die Teams, die nur aus Kampf und Teamgeist bestehen und kaum auf Technik setzen, werden keinesfalls überzeugen können.“

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Philipp Stottan

Philipp Stottan

Alter: 29 Nationalität: Österreich Lieblings-Wettanbieter: Bet-at-home, Bet365

Das Thema Sport und all seine Facetten begleiten Philipp seit er denken kann, zu Uni-Zeiten kamen dann auch die Sportwetten hinzu. Nach diversen Stationen im Journalismus entschied er sich dann dazu, seiner Wett-Leidenschaft auch beruflich nachzugehen. Vor allem in den Bereichen Fußball sowie US- und Kampfsport, kann man sich auf seine angesammelte Expertise verlassen.   Mehr lesen