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Ronaldo exklusiv über Kylian Mbappe: „Erinnert mich an meine besten Zeiten“

Philipp Stottan  8. Januar 2023
Ronaldo
Ronaldo Nazário schwärmt von Kylian Mbappe und vergleicht ihn mit sich selbst. (© IMAGO / Pressinphoto)

Ronaldo hat fünf anstrengenden, aber ereignisreichen Wochen hinter sich gebracht. Der ehemalige brasilianische Nationalspieler hat sich viele Spiele der Weltmeisterschaft in Katar vor Ort angeschaut.

Bevor er die Reise in seiner Heimat antrat und bevor er besinnliche Weihnachten feiern wird, traf Ronaldo Nazário sich mit den Kollegen von Apostagolos zum Interview getroffen.

In dem Interview, das Wettbasis exklusiv zur Verfügung gestellt wird, zieht er seine persönliche WM-Bilanz, erzählt was ihn bei Brasilien am meisten enttäuschte und warum er Frankreichs Mega-Star Kylian Mbappé bewundert.

 

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Wettbasis: Wie fällt nun Ihr Urteil mit ein bisschen Abstand zum Abschneiden der Seleção bei dieser Weltmeisterschaft in Katar, die ja von vielen Beobachtern als Favoriten Nummer eins gesehen war?

Ronaldo: „Trotz des Aus im Viertelfinale hat Brasilien eine großartige Weltmeisterschaft bestritten. Uns hat nur ein bisschen Cleverness gefehlt nachdem wir in Führung gingen. Wir müssen lernen mit Führungen besser umzugehen, nicht unbedingt mit aller Macht versuchen den zweiten Treffer zu erzielen.

Sondern besser Zeit gewinnen, den Ball mal auch auf der Tribüne zu schießen, den Ball noch besser zirkulieren lassen, damit der Gegner nur hinterherläuft und den Glauben an die Wende immer mehr verliert, ihn einfach weit weg vom eigenen Kasten halten. Das ist das Einzige, was Brasilien vermissen lassen hat.“

 
Wird sich Neymar schnell wieder erholen können oder ist eher zu befürchten, dass er Anfang 2023 in einem Loch fallen könnte?

„Sicherlich ist er von diesem Aus sehr betrübt, auch weil er sich für dieses Turnier wahnsinnig viel vorgenommen hatte und er endlich mal Weltmeister werden wollte.

Klar ist er momentan bitter enttäuscht und er wird ein paar Wochen brauchen um sich davon zu erholen, aber ich bin fest davon überzeugt, dass er wieder aufstehen wird und noch stärker zurückkehren, weil er aus dieser lehrreichen Erfahrung viel positives mitnehmen wird.“

 
Er liebäugelt ja seine Nationalmannschaftskarriere vorzeitig zu beenden. Glauben Sie, dass er jemals zurückkehren wird?

„Gerade grübelt er, und das ist auch in Ordnung, aber er ist noch jung. Mit 31 Jahren kann er ja problemlos noch die nächste Weltmeisterschaft (2026 in den USA, Kanada und Mexiko) anpeilen. In seiner Heimat ist er gerade sehr beliebt, weil er sich toll mit seinem Nationalteam identifiziert, er gibt stets sein Maximum und er hat in den vergangenen sechs Monaten alles daran gesetzt um top fit zu dieser WM in Katar anzukommen, was ihm auch absolut gelang.

Auch die Art und Weise wie schnell er sich von seiner Knöchel-Blessur aus der ersten Partie gegen Serbien erholte, war beeindruckend. Gegen Kroatien war er Weltklasse. Er bleibt ein wichtiger Bestandteil der Selecao. Ich bin mir sicher, dass er noch stärker bei Paris Saint Germain zurück kommen wird und wieder voller Elan angreifen wird. Er will ja nämlich mit PSG die Champions League gewinnen.“

 
Ist Gabriel Martinelli der Stürmer der Zukunft in der Selecao?

„Er hat definitiv tolle Anlage, er entwickelt sich prächtig bei Arsenal und er hat auch in Katar in der Gruppenphase gezeigt was für ein Potenzial in ihm steckt. Bei der WM 2026 wird er sicherlich groß auftrumpfen.

Wir sind in Brasilien sehr gespannt auf ihn. Was mir besonders beeindruckt: Er spielt mit viel Leidenschaft und Selbstvertrauen.“

 
Nationaltrainer Tite ist nach dem WM-Aus zurückgetreten. Wen würden Sie gern als Nachfolger sehen?

„Ich habe gesehen, dass die Namen Carlo Ancelotti und Pep Guardiola immer wieder gehandelt werden, und ich weiß auch nicht, ob es stimmt, aber ein ausländischer Nationaltrainer wäre in meinen Augen kein Problem.

Ich würde es sogar begrüßen. Es wäre doch eine gute Nachricht Ancelotti oder Guardiola auf diesem Posten zu sehen.“

 
Inwiefern schmerzt die Tatsche, dass Rivale Argentinien diese Weltmeisterschaft nach diesem denkwürdigen Endspiel gewinnen konnte?

„Ich würde lügen wenn ich behaupten würde, dass ich mich auf den Triumph der Argentinier gefreut hätte. Aber ich betrachte den Fußball als Romantiker und Argentinien spielt vielleicht nicht den schönsten Fußball aber sie spielt mit einer unglaublichen Leidenschaft und Lust.

Alle Argentinier spielen und laufen zusammen und dazu haben sie halt Lionel Messi, der jederzeit den Unterschied machen kann, wie eben auch wieder bei diesem tollen Endspiel.“

 
War Messi bei dieser WM wieder der Alte?

„Messi hat viele Highlights gehabt, er hat mehrfach sein Land gerettet. Er bewegt sich sehr klug zwischen den Linien und sobald er sich in der Nähe des gegnerischen Strafraums befindet, ist er kaum aufzuhalten. Er ist verdient Weltmeister geworden.“

 
Welches Finale hätten Sie sich am liebsten gewünscht?

„Bevor das Turnier losging, hatte ich mir ein Endspiel zwischen Frankreich und Brasilien gewünscht. Das war auch meine Prognose. Brasilien ist bereits im Viertelfinale ausgeschieden, zumindest Frankreich hat meine Erwartungen erfüllt.“

 
Inwieweit haben Ihnen die Franzosen während des Turniers gefallen?

„Von Beginn an waren sie sehr präsent und sie haben gezeigt, dass sie erneut Weltmeister werden wollten. Sie waren in meinen Augen zu diesem Zeitpunkt die großen Favoriten. Die Mannschaft ist auf jeder Position stark besetzt, man konnte die zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen problemlos wettmachen, was kaum eine andere Nation gelingen würde.

Dazu verfügt die Équipe de France über eine starke Defensive, aber auch ein unglaubliches Potenzial in der Offensive. Auch das Mittelfeld wurde immer stärker und dass auch ein paar Spieler krankheitsbedingt immer wieder ausfielen, hat keineswegs den Rhythmus der Franzosen gestört. Das sagt ja alles über die Qualität dieser Mannschaft die vor einer tollen Zukunft steht.“

 
Was war für Sie der Schlüssel-Moment bei dieser WM?

„Das Viertelfinal-Spiel zwischen Frankreich und England (2-1). Die Engländer waren definitiv auf Augenhöhe, das war ungefähr wie Brasilien gegen Kroatien. Kleine Details haben diese Partien den Unterscheid ausgemacht.“

 
Welcher Spieler würden Sie vor allem bei Frankreich hervorheben?

„Natürlich Kylian Mbappé. Er hat eine ausgezeichnete Weltmeisterschaft gespielt, vom ersten Spiel bis zum Finale. Auch wenn er mal nicht getroffen hat, sei es gegen England im Viertelfinale oder gegen Marokko im Halbfinale, war er jedes Mal spielentscheidend mit klugen Vorlagen.

Und im Finale war er fantastisch mit gleich vier Treffern (inklusive im Elfmeterschießen). Technisch ist er fantastisch, er ist kaum aufzuhalten und er hätte zum besten Spieler der WM gekürt werden können, das hätte er sich reichlich verdient. Viele Stürmer bei dieser WM waren rasant schnell, aber er ist mit Abstand der Schnellste.“

 
Wie Sie früher als Spieler?

„Tatsächlich, wenn ich ihn spielen sehe, erinnert er mich an meine besten Zeiten. Er weiß genau die freien Räume auszunutzen, unberechenbar mit und ohne Ball zu sein, wie er sich in eins zu eins Situationen am besten durchsetzen kann. Er ist beeindruckend.“

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Philipp Stottan

Philipp Stottan

Alter: 29 Nationalität: Österreich Lieblings-Wettanbieter: Bet-at-home, Bet365

Das Thema Sport und all seine Facetten begleiten Philipp seit er denken kann, zu Uni-Zeiten kamen dann auch die Sportwetten hinzu. Nach diversen Stationen im Journalismus entschied er sich dann dazu, seiner Wett-Leidenschaft auch beruflich nachzugehen. Vor allem in den Bereichen Fußball sowie US- und Kampfsport, kann man sich auf seine angesammelte Expertise verlassen.   Mehr lesen