Enthält kommerzielle Inhalte

Wettsucht in Deutschland

Wie viele Tipper sind spielsüchtig?

Es gibt Themen, über die spricht niemand gern: Beim Sportwetten wird gern mit hohen Gewinne geprahlt, doch Verluste ungern zugegeben. Noch viel schlimmer ist es jedoch, wenn es nicht nur um Verluste geht, sondern langsam aber sicher eine Sucht aufsteigt. Dieser Artikel behandelt das Thema Spielsucht – eine identisch anerkannte Krankheit im Vergleich zur Alkoholsucht.

Sucht ist ein Thema das immer wieder gerne mit Sportwetten in Zusammenhang gebracht wird. Die staatliche Monopolsstellung im derzeitigen Glücksspielstaatsvetrag beispielsweise, ist in erster Linie durch eine bessere Kontrolle der Wettsucht begründet. Ein weiterer bedeutender Grund liegt in der Vorbeugung der Wettmanipulation.

Aber zunächst widmen wir uns der aktuell in Diskussion stehenden Wettsucht-Problematik. Der Europäische Gerichtshof hat in seinem Urteil im September letzten Jahres deutlich gemacht, dass die Wettsucht allein und die derzeitige Handhabe dieses Themas durch die staatlichen Glücksspielanbieter nicht ausreichen, um hiermit eine Monopolstellung zu begründen und Gesetzte wie die Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit außer Kraft zu setzen.

Werfen wir erst einmal einen Blick auf die Zahlen, um einen Eindruck zu bekommen, wie hoch die Wettsucht in Deutschland aktuell überhaupt ist:

– 93% sehen Wetten lediglich als Freizeitbeschäftigung
– 6% zeigen ein problematisches Nachfrageverhalten
– 1% sind patholgische (krankhafte) Spieler

Demnach handelt es sich zwar durchaus um ein relevantes Thema, welches nicht vernachlässigt werden sollte. Ob dies allerdings ausreicht, um die aktuellen staatlichen Maßnahmen zu begründen, bleibt fraglich.
 

Wettsucht – wenn soziale Kontakte eine immer kleinere Rolle spielen
Wann sie beim Wetten eine Pause einlegen sollten – Wettbasis.com Ratgeber

 
In Anlehnung an einen Vortrag von Professor Dr. Heino Stöver, wollen wir die „Wettsucht“ etwas genauer beleuchten:

Laut Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird Spielsucht, worunter auch Wettsucht fallen würde, unter dem Kapitel „Abnorme Gewohnheiten der Impulskontrolle“ geführt und nicht als Abhängigkeitserkrankung eingestuft. Lediglich pathologisches Glücksspiel ist als eigenes Störungsbild anerkannt. Es herrscht allerdings keine Einigkeit darüber, ob pathologisches Glücksspiel wirklich Sucht, oder vielmehr eine Zwangsstörung ist. Wetten kann zwar problematische und existenziell bedrohliche Ausmaße annehmen, es bleibt aber die Frage, ob Wetten nicht vielmehr im Rahmen anderer gewohnheitsmäßiger Verhaltensweisen verstanden werden sollte, die potenziell auch Schäden mit sich bringen können.

Als nur auf den ersten Blick etwas abstruses Beispiel, dient hier das Motoradfahren, das von einigen Menschen ebenfalls sehr intensiv betrieben wird. Bei ein paar Wenigen führt es dazu, dass das soziale Umfeld vernachlässigt und erhebliche Gefahren für die eigene Gesundheit eingegangen werden. Das Wort „Motorradsucht“ suchen Sie im allgemeinen Sprachgebrauch allerdings vergeblich. Sicherlich ließen sich noch einige weitere Tätigkeiten finden, die von uns tagtäglich suchtähnlich betrieben werden und uns sowohl gesundheitlich, als auch finanziell gefährden.

Wo fängt also die Sucht an und wo hören Interesse, Leidenschaft und Hobby auf?
Birgt das Sportwetten wirklich eine so hohe Suchtgefahr, dass der Staat hier eingreifen muss oder handelt es sich einfach nur um eine Freizeitbeschäftigung, die Gefahren mit sich bringt wie wir sie in vielen anderen Bereichen unseres Lebens ebenfalls finden? Ganz zu schweigen vom Nikotin und Alkoholkonsum der in Deutschland erlaubt ist und erwiesenermaßen ein höheres Suchtpotenzial besitzt als das Sportwetten.

Dies soll sicherlich nicht als Grund dazu dienen, dass die Spielsucht im Zuge der Neuordnung des Sportwetten-Marktes zu verharmlosen ist, allerdings zu einer richtigen Einordnung führen.

 

Eine Übersicht und Informationen auf der Wettbasis, die sich mit den Thema Wettsucht und Spielmanipulation beschäftigen, finden Sie in unserem Artikel: Verantwortungsvoll Wetten – Spielsucht & Wettmanipulation