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Eric Wynalda Bundesliga-Prognose: „Bochum bleibt erstklassig, Stuttgart schafft es nicht“

Karl-Heinz Fischer  14. August 2022
Eric Wynalda
Ex-Bochumer Eric Wynalda glaubt an den Klassenerhalt. (© IMAGO / ZUMA Wire)

Der gebürtige Kalifornier Eric Wynalda hinterließ seine Fuß(ball)spuren zu großen Teilen in den USA, unter anderem mit 34 Toren in 106 Länderspielen. Aber auch in Deutschland hatte der Stürmer eine gute Zeit, erst in Saarbrücken und dann beim VfL Bochum.

Als er als erster in den USA geborener Fußballer zu einem deutschen Profiverein wechselte, ebnete er auch den Weg für weitere Spieler. Mit dem VfL und Saarbrücken spielte Eric Wynalda Bundesliga, zudem drei Weltmeisterschaften und wurde in die beste Elf der Copa America 1995 berufen.

Im exklusiven Interview haben wir mit ihm über seine Anfänge in Deutschland, die Ambitionen von Kaiserslautern und Saarbrücken, sowie über den Klassenerhalt des VfL Bochum gesprochen. Außerdem erhielten wir interessante Tipps für die anstehenden Partien in den deutschen Fußball-Ligen.


Heute freue wir uns über den ersten US-Amerikaner, der in der Bundesliga gespielt hat 1992. Eric Wynalda, der uns aus Las Vegas zugeschaltet ist. Wissen Sie noch, wann wir uns das erste Mal gesehen haben? Das war 1990 in der Vorbereitung der Weltmeisterschaft, als Sie mit der Nationalmannschaft in Österreich waren. Da habe ich Sie interviewt.

Eric Wynalda: „Oh mein Gott, ehrlich? Wir waren da in der Vorbereitung, stimmt. Ich glaube wir haben 2:1 verloren gegen Österreich, wir waren nicht so gut. Aber es war eine sehr coole Mannschaft, das kann man es sagen.“

Bis 2008 waren Sie Rekordtorschütze in den USA, oder?

„Ja, aber nicht lange. Dann kamen Landon Donovan und Clint Dempsey, dann war das vorbei. Aber natürlich war das eine besondere Zeit, für mein Land zu spielen. Ich habe in drei WMs gespielt, die letzte in Frankreich war zwar nicht so gut, aber es war eine gute Zeit für mich.“

Was machen Sie aktuell in den USA?

„2019 bin ich Trainer geworden, hier in Las Vegas. Aber mit der Pandemie änderte sich alles, ich bin aber trotzdem hier geblieben. Heute beispielsweise war ein schöner Tag, die Kinder gingen zur Schule, dann war ich Golfspielen, dann die Kinder wieder abgeholt und dann mit meinem 13-jährigen Sohn zum Training, Essen und die Kinder schlafen schon. Ein schöner Tag.“

Wir haben es eingangs erwähnt: Sie waren der erste US-Amerikaner in der Bundesliga. Wer hat Sie damals gekauft und warum?

Peter Neururer. Er hatte ein Spiel mit Schalke in Miami, dort haben wir uns kennengelernt. Er fragte mich, ob ich nicht Lust hätte zu Schalke zu kommen. Ich sagte aber Nein, ich wollte erste Liga spielen. Dann ging er zu Saarbrücken, die sind dann aufgestiegen und er fragte erneut. Dann sagte ich Ja.

Es war eine gute Zeit für mich, ich war in guter Form, wir sind dann auch mit Saarbrücken sehr gut gestartet, ich konnte auch ein paar Tore machen. Ein bisschen Wehmut verbinde ich aber auch mit Saarbrücken, denn wir sind am Ende abgestiegen. Was aber absolut nichts mit dem Trainer zu tun hatte.

Wir hatten sehr viel Verletzungspech. Wolfram Wuttke, der ein Super-Fußballer war, konnte nicht mehr. Mit seinem Außenrist, es war eine Freude mit ihm zu spielen. Wir hatten wirklich Pech. Den größten Fehler den Saarbrücken gemacht hat, war, dass sie nicht versucht haben Peter Neururer zu behalten.

Er war ein Super-Trainer und wenn er geblieben wäre, hätten wir eine Chance gehabt wieder aufzusteigen. Aber ich bin immer noch in Kontakt mit ihm. Er ist wirklich lustig und ein Super-Typ. Aber das war der Grund, warum ich nach Deutschland gegangen bin.“

Spieler-Stationen von Eric Wynalda:

Verein Spiele Tore/Vorlagen
1. FC Saarbrücken 73 29/2
San Jose Earthquakes 62 21/25
VfL Bochum 31 2/3
Chicago Fire FC 26 11/5
Miami Fusion 14 3/2
New England Revolution 11 1/-

Kannten Sie damals Deutschland? Wussten Sie, wo Sie hingehen?

„Ja natürlich. Ich kannte auch die Stadt. Es war sehr emotional für mich, weil ich zwei Jahre vorher schon einmal dort war. Saarbrücken wird für mich immer die zweite Heimat sein. Auch wenn es fußballerisch keine schöne Zeit war, war es für mich persönlich eine tolle Zeit. Es gibt dort auch heute noch eine Menge Freunde.

Später werde ich auch das Spiel anschauen gegen Dortmund II und ich drücke die Daumen, dass sie gewinnen.“

Was glauben Sie, wie stehen die Chancen, dass sie aufsteigen und warum?

„Das ist immer eine schwere Sache. Sie sind gut gestartet, die ersten zwei Spiele gewonnen, aber es ist immer schwierig. Wenn man darüber spricht, was es bedeutet, in der 2. Liga zu spielen, dann ist das etwas anderes als in der 3. Liga.

Ich hoffe sie schaffen es, denn normalerweise muss Saarbrücken mindestens 2. Liga spielen. Es ist traurig, sie in der 3. Liga zu sehen.“

Was denken Sie braucht es, damit sie aufsteigen?

„Es gibt viele Dinge. Zuerst müssen sie den richtigen Trainer haben. Lukas Kwasniok war ein guter Trainer, aber er ist jetzt bei Paderborn. Wenn man aufsteigen möchte, dann kommt das auch viel über die Stimmung. Wir haben das zuletzt gesehen bei Kaiserslautern, was sie geschafft haben mit dieser Stimmung.

Das trifft auch auf Saarbrücken zu. Sie müssten die Stimmung haben, dass sie wirklich daran glauben, dass sie aufsteigen können.“

Dann sprechen wir jetzt über die 2. Bundesliga. Sie haben es angesprochen, der 1. FC Kaiserslautern ist für Sie ein großes Thema. Was ist dieser Verein für Sie in der 2. Liga.

„Ich habe mir das erste Spiel gegen Hannover angesehen. Terrence Boyd spielt ja auch noch da. Man sieht, dass das eine echte Mannschaft ist. Thomas Hengen hat in der 3. Liga so eine starke Mannschaft aufgebaut. Wir haben uns kennengelernt, er ist ein cleverer Typ.

Ich war gespannt wie sie in der 2. Liga klarkommen, aber jeder kennt die Geschichte mit Dirk Schuster, es wurde eine Veränderung vorgenommen und sie sind sehr gut gestartet. Die Stimmung im Club ist super. Es war traurig in den letzten vier Jahren, auch finanziell. Aber jetzt sind sie zurück.

Die Stadt kenne ich auch gut, denn Saarbrücken ist nicht weit weg und es gab viele Amerikaner, die dort stationiert sind. Es wird ein besonderes Jahr für Kaiserslautern.“

Eric Wynalda: „HSV und Kaiserslautern steigen auf“

Sie glauben also auch an die roten Teufel? Wir hatten auch schon Willi Landgraf im Startalk, der auch sagte, dass Kaiserslautern die Überraschungsmannschaft sein wird und dass sie aufsteigen.

„Man kann sagen eine ‚Überraschung‘, aber eigentlich ist es keine. Zu meiner Zeit war Kaiserslautern Meister. Ein Traditionsclub, mit 40.000 Zuschauern im Stadion und der guten Stimmung. In der 2. Liga muss man aber auch ein gutes Team haben, damit meine ich nicht nur die Spieler. Dazu zählen auch Hengen und Schuster und der ganze Staff.

Die Wahl zugunsten von Thomas Hengen, war eine umstrittene Entscheidung. Sie haben eine gute Mannschaft und sind in der Relegation gegen Dresden aufgestiegen. Wenn man aber die Gründe sucht, warum Dirk Schuster eingestellt wurde, dann ist es der, dass er schon die Erfahrung hat, aufzusteigen. Mit Darmstadt.

Das ist für mich ganz wichtig, den richtigen Trainer zu haben. Wenn ich ehrlich bin, dann bin ich kein Fan von Dirk Schuster, er hat bei Karlsruhe gespielt unter Winni Schäfer. Aber er ist ein bisschen bekloppt, oder bescheuert [lacht], aber das ist okay. Aber er ist wahrscheinlich der richtige Mann für Kaiserslautern.

Wenn alles passt, haben sie einen guten Trainer, eine gute Stimmung und dann ist alles möglich. Es gehört auch ein bisschen Glück dazu, das muss man auch sagen. Aber für mich sieht das insgesamt und auch für die Zukunft sehr gut aus. Sie kommen wieder in die 1. Liga.“

Warum sagen Sie „bekloppt“, was haben Sie da erlebt?

(lacht) Man sieht das, oder? Ich habe gegen ihn gespielt, ich kenne ihn auf dem Platz. Bescheuert ist das falsche Wort. Ich habe das auch erlebt, mit Neururer in Saarbrücken oder in Bochum bei Toppmöller. Er ist ein Trainer, der eine Super-Verbindung zu seinen Spielern hat.

Ich würde gerne für ihn spielen. Dirk Schuster ist einer, bei dem man immer das Gefühl hat, er weiß genau was er tut. Er hat verstanden wie man Spiele in der 2. Liga gewinnt. Er hat das mit Darmstadt geschafft, von der 3. in die Bundesliga aufzusteigen.

Für die Bundesliga war die Mannschaft dann nicht gut genug, aber das ist uninteressant. Ganz wichtig ist es, jetzt ein Ziel zu erreichen, den Aufstieg in die Bundesliga. Ich bin kein Fan, aber er ist der richtige Mann für Kaiserslautern.“

Kaiserslautern spielt gegen Paderborn. Gegen Lukas Kwasniok, den Sie schon erwähnt haben. Was werden sie schaffen?

„Viele Tore. Paderborn hat fünf Tore in der 2. Halbzeit gegen Karlsruhe gemacht. Dann war das Spiel gegen Hannover, wo man meint, die wären ein Kandidat für die erste Liga. Aber Paderborn ist sehr offensiv. Daher sage ich 2:2, auf jeden Fall Unentschieden.“

Wer ist ihrer Meinung nach ein weiterer Kandidat für den Aufstieg?

„Am Anfang habe ich gedacht, dass Hannover ein Kandidat wäre, aber jetzt nicht mehr. Bei Bielefeld und Fürth ist wahrscheinlich die Enttäuschung so groß. Die ganze Mannschaft steht unter Druck. Sie haben keine gute Leistung gezeigt.

Eigentlich müsste man meinen Fürth oder Arminia, aber im Moment überhaupt nicht. Beim HSV haben wir letztes Jahr alle gedacht sie schaffen es. Es war aber mit Schalke und Bremen zu schwer.

HSV wird aber wieder dabei sein. Sie hatten ein bisschen Glück im Spiel gegen Braunschweig. Es hätte 3:0 für Braunschweig stehen können, nach der ersten Halbzeit, aber Glatzel macht zwei Tore und man sagt, dass das ein gutes Auswärtsspiel war. Es war Glück, aber das braucht man auf jeden Fall auch in der 2. Liga.

HSV und Kaiserslautern spielen, meiner Meinung nach, nächstes Jahr Bundesliga.“

Der HSV spielt an diesem Spieltag gegen Arminia Bielefeld. Natürlich eine extrem brisante Konstellation. Bielefeld hat unter dem neuen Trainer Uli Forte alle drei Spiele bisher verloren und jetzt gegen den HSV. Was ist Ihr Tipp?

„1:0 HSV. Heuer Fernandes ist ein guter Torwart, er hat die ersten Spiele sehr gut gehalten und sie spielen auch etwas defensiver. Die Arminia ist irgendwie nervös geworden. Es ist so ganz schwer zu spielen. In Saarbrücken habe ich das selber erlebt.

In den ersten Spielen ist das so schwer, weil die Enttäuschung so groß. Man merkt das bei der Arminia. Das dauert noch ein bisschen. Die Liga zu halten wird sogar schwer, wenn man so eine so große Enttäuschung verarbeiten muss.

Vielleicht geht das in ein paar Wochen besser. Aber mein Tipp: Hamburg 1, Bielefeld 0.“

An der Tabellenspitze haben wir ein Überraschungsteam, Jahn Regensburg. Sie spielen gegen Hannover. Was ist mit denen los?

„Das ist eine Super-Geschichte. Der Trainer, Mersad Selimbegovic. Was für ein Typ. Es ist ganz wichtig, so einen Trainer zu haben. 2006 kam er zum Club und blieb immer da, bis er Trainer geworden ist. Er hat eine gute Mannschaft aufgebaut.

Auch der Torwart, Dejan Stojanovic, ist für mich der beste Torwart der Liga. War bei Middlesbrough glaube ich, spricht aber deutsch und ist ein wirklich guter Torwart. Sie haben die Qualität, 2. Liga zu spielen. Sie haben einige gute Fußballer und sie können in der 2. Liga Erfolg haben.

Sie sind natürlich eine Überraschung. Aber auch hier sieht man wie wichtig es ist, einen guten Trainer zu haben. Und der ist super.“

Steigt der Jahn auf?

„Das ist die Frage, ob das so weitergeht. Sie haben bisher kein Gegentor bekommen. Es wäre schon eine tolle Sache, aber es ist schwer zu sagen. Ich hoffe, dass sie kein Verletzungspech haben. Oft ist es so, dass wenn man so gut startet, dass sich das auf die Einstellung auswirkt. Aber fragen Sie mich das nochmal im Dezember.“

Und wie geht das Spiel gegen Hannover aus?

„Wie ich schon sagte, ist es wichtig, den richtigen Trainer zu haben. Stefan Leitl ist es für mich nicht. Aus meiner Sicht ist er zu ernst. Es macht keinen Spaß. Ich sehe, dass die Mannschaft nicht gut drauf ist und es keinen Spaß macht unter ihm Fußball zu spielen.

Ich denke, Regensburg gewinnt wieder. 1:0 oder wahrscheinlich 2:0. Hannover ist nicht gut genug, sie müssen besser werden.“

„Bochum hält die Klasse, Stuttgart steigt ab“

Jetzt reden wir noch über Bochum, ihren zweiten Verein in der Bundesliga. Wie sehen Sie den Verein heute?

„Letztes Jahr war viel Drama. Ich denke aber nicht, dass sie dieses Jahr absteigen. Ich kenne den Trainer Thomas Reis, er kann eine Mannschaft motivieren und er ist ein exzellenter Trainer. Es wird natürlich schwer, weil auch Schalke aufgestiegen ist.

Ein paar Spiele haben Sie in der letzten Minute gedreht, sie hatten schon Spiele die sie knapp gewonnen haben. Hätten sie das nicht, wäre es eine andere Situation gewesen. Aber der VfL wird bis zum Ende kämpfen und sie haben den richtigen Mann auf der Bank.

Ich bin immer noch in Kontakt mit Ilja Kaenzig und er ist gut drauf und glaubt, dass die Mannschaft drin bleiben wird. Dieser Meinung bin ich auch.“

Woher kennen Sie Thomas Reis?

„Wir haben zusammen gespielt. Mit Toppmöller sind wir gemeinsam abgestiegen. Er hat damals die ganze Mannschaft durchgewechselt und unter anderem Thomas Reis gebracht. Er war Linksverteidiger und als er zu uns gekommen ist, war er ein guter Fußballer und ein netter Kerl.

Aber aus meiner Sicht hat er die Mentalität von Bochum angenommen. Er bleibt immer ruhig, er verbreitet keine Panik, was auch sehr wichtig ist. In der Bundesliga ist er ein seltener Typ. Für mich, ein guter Trainer.“

Wie spielt der VfL gegen Hoffenheim am Wochenende?

„Gegen Hoffenheim denke ich vielleicht gewinnen Sie, aber eher 1:1. Aber das wäre okay. Es gibt viele andere Spiele, die sie gewinnen können.“

Dann sagen Sie uns noch wer absteigt, wenn Sie überzeugt sind, dass Bochum in der Liga bleibt.

„Oh, das ist eine schwere Frage. Stuttgart. Letztes Jahr war es schon so eng, auch wenn sie einen US-Trainer haben. Ich glaube, sie schaffen es dieses Jahr nicht. Die anderen zwei Teams sind so schwer zu sagen.

Letztes Jahr war es einfach mit Fürth und Bielefeld. Aber dieses Jahr ist es fast unmöglich, das zu beantworten.“

Herr Wynalda, viele Grüße nach Las Vegas. Es hat uns sehr gefreut und hoffentlich bald wieder.

„Ich danke auch. Ciao.“

Interview: Carsten Fuß


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Karl-Heinz Fischer

Karl-Heinz Fischer

Alter: 37 Nationalität: Deutschland Lieblings-Wettanbieter: Sportwetten.de

Nach einem Publizistik-Studium und mehreren Jahren als Sportjournalist, wechselte Karl-Heinz in die Wett-Industrie. Dort wurde er nach mehreren Jahren von der Wettbasis abgeworben und ist seither ein wichtiges und fixes Teammitglied unserer Redaktion.

Karl-Heinz ist hauptsächlich für die Beidfüßig Expertengespräche aktiv, aber auch bei den Wettanbietervergleichen lässt er seine Expertise und Erfahrungen einfließen. Privat wettet Karl-Heinz gerne auf die deutsche Bundesliga, bevorzugt Systemwetten.   Mehr lesen