Wir erhalten eine Provision von den hier angeführten Buchmachern. 18+ | AGB gelten

WM 2022 News

Senegal-Keeper Édouard Mendy im Wettbasis-Interview: „Sadio Mané ist nicht zu ersetzen“

Philipp Stottan  21. November 2022
Edouard Mendy Interview
Senegals WM-Torhüter Edouard Mendy im Interview mit der Wettbasis. (© IMAGO / Shengolpixs)

Zum ersten Mal in seiner Karriere wird Édouard Mendy bei der WM 2022 in Katar an einer Weltmeisterschaft teilnehmen.

Der 30-jährige Schlussmann von Senegal und Chelsea hatte keine einfache erste Saison-Hälfte bei den Blues, aber nun freut er sich besonders auf dieses Welt-Ereignis.

Im Interview mit „Wettbasis“ spricht Edouard Mendy über seine WM-Ziele, den Helden-Status von Sadio Mané in seiner Heimat, sowie über die Bedeutung vom Fußball in Afrika.

 

Der komplette WM 2022 Spielplan

 

Edouard Mendy: „Mane vergleichbar mit Lionel Messi“

 
Wettbasis: Monsieur Mendy, wie groß ist die Vorfreude auf diese Weltmeisterschaft in Katar?

Edouard Mendy: „Natürlich riesig. Für unser Land bedeutet diese WM etwas großartiges. Das ganze Land wird uns verfolgen und die Daumen drücken. Ich bin sehr aufgeregt. Wir sollten alle zusammen dieses Abenteuer jederzeit genießen und auskosten.“

Ist Senegal verrückt nach Fußball?

„Oh ja, definitiv! Allein wenn ich mir die ganzen Bilder von unserem Triumph beim Afrika-Cup im Januar noch einmal anschaue, dann bekomme ich sofort pure Gänsehaut.

Es waren reine, magischen Momente. Solche Bilder wollen wir erneut in diesem Winter erleben und dadurch unserem Volk viel Freude bereiten.“

Mit welchen Ambitionen fliegt Senegal nach Doha?

„Wir sind besonders hungrig und haben einiges vor. In das Achtelfinale einzuziehen sollte schon das Mindestziel sein. Danach ist sicherlich einiges möglich.“

Wie schätzen Sie Ihre Gruppe mit den Niederlanden, Ecuador und Gastgeber Katar ein?

„Auf dem ersten Blick könnten wir meinen, dass wir relativ Losglück gehabt haben. Aber es wird trotzdem keine leichte Aufgabe. Gleich gegen die Niederlande zu starten wird keineswegs eine angenehme Aufgabe. Das Oranje-Team gehört in meinen Augen zu dem erweiterten Favoriten-Kreis.

Gegen den Gastgeber ist es nie einfach sich zu behaupten. Außerdem kennen wir kaum irgendetwas über das Niveau dieser Mannschaft und auch die Spieler sind uns nicht wirklich bekannt.

Ecuador ist eine physisch starke Elf, die wir keineswegs unterschätzen werden. Nichtsdestotrotz werden wir alles in der Waagschale werfen um ins Achtelfinale einzuziehen. Das Potenzial haben wir ohnehin.“

Wie schwer wiegt der Ausfall von Sadio Mané, der aufgrund einer Knie-Verletzung nicht dabei sein kann?

„Als ich von der Verletzung von Sadio erfahren habe, war ich ein paar Minuten geschockt. Er ist unser bester Spieler, unser Leader. Ohne ihn sind wir wohl vielleicht spielerisch betrachtet etwa unberechenbarer, trotzdem schwächer. Er ist einfach nicht zu ersetzen.“

Sollte er doch noch in der KO-Runde angreifen können, könnte man dann von einer Art Befreiung sprechen? [Zum Zeitpunkt des Interviews war der Ausfall noch nicht fix, Anm.]

„Klar. Das wäre ein Riesen-Ding. Allein schon, dass er bei uns im Kader ist, wird uns helfen und Flügeln verleihen.“

Welches Image genießt Sadio Mane in Senegal?

„Er ist das große Idol. Es ist sicherlich vergleichbar mit Lionel Messi in Argentinien oder Neymar in Brasilien oder Cristiano Ronaldo in Portugal. Jeder liegt ihm zu Füßen. Er hat so viel für das ganze Land geschafft, allein seine großen Erfolge in seinen sechs Jahren beim FC Liverpool. Er ist ein nationaler Star, ein wahrer Held.

Und seine Großzügigkeit ist grenzenlos. Mané ist sehr investiert in Wohltätigkeitszwecke. Er hat zuletzt von France Football den Socrates-Preis erhalten, der für sein soziales Engagement geehrt wurde. Er hat ein großes Herz, er ist stets bescheiden und auch sehr klug. Ein charismatischer Leader. Er ist sogar in anderen afrikanischen Ländern wie Ghana, Nigeria oder Kamerun wahnsinnig beliebt. Das sagt doch alles.“

 

Senegals WM Gruppe A

 

Was bedeutet der Afrika Cup für Sie persönlich?

„Dieser Titel mit dem Senegal Anfang des Jahres beim Afrika-Cup war der bisherige schönste Moment in meiner Laufbahn. Er hat mein Leben verändert.

Es war das erste Mal, dass Senegal diesen Wettbewerb gewinnen konnte, nachdem wir ja mehrere Endspiele fast jedes Mal in einer dramatischen Art und Weise verloren hatten. Wir hatten eine große Verantwortung gegenüber unseren Landsleuten. Nun sind wir stolz diesen Triumph geholt zu haben. Die WM kann kommen.“

Sie haben mit Chelsea unter Thomas Tuchel die Champions League gewonnen. Ist der Titel beim Afrika-Cup noch wertvoller als der in der Königsklasse Ihrer Meinung nach?

„Für mich schon tatsächlich, auch wenn man darüber sicherlich streiten könnte (lacht).
Um ehrlich zu sein, habe ich beim Triumph beim AFCON zehn Mal mehr Gänsehaut gespürt als in Porto im Mai 2021. Das ist Fakt.

Womöglich hat auch die Covid-Situation eine Rolle gespielt, denn in der Champions League waren damals keine Fans erlaubt und wir durften mit unseren Anhängern in den Straßen von London nicht mal feiern.“

Welche Favoriten sehen Sie in Katar?

„Brasilien schätze ich in diesem Jahr sehr stark ein, auch weil Neymar bei Paris Saint Germain in einer herausragenden Verfassung ist und er in dieser Form sein Nationalteam zum größten Triumph führen kann.

Außerdem ist die brasilianische Nationalmannschaft sicherlich besonders hungrig, weil die letzten Turniere wenig erfolgreich abgelaufen sind.“

Auf welche Gegner freuen Sie sich besonders bei der WM?

„Bereits in der Gruppenphase haben wir unter anderem mit den Niederlanden zu tun, die über Weltklasse Spieler verfügen wie etwa Frenkie De Jong, Virgil van Dijk oder Memphis Depay.

Sollten wir tatsächlich in die KO-Phase einziehen, würde ich mich auf Begegnungen gegen die Allerbesten der Welt freuen, egal ob Neymar mit Brasilien, Lionel Messi mit Argentinien oder die englische Nationalmannschaft, wo einige meine Vereinskollegen spielen.“


 

Was war bisher Ihre größte Enttäuschung seit Sie Profi sind?

„Da muss ich erneut vom Afrika-Cup sprechen, nämlich die 2019-er Edition, als wir im Finale Algerien unterlagen. Ich war nicht bei 100%, weil ich mir einen Finger gebrochen hatte.

Es war ehrlicherweise schwer sich von dieser Niederlage zu erholen. Nichtsdestotrotz konnten wir neue Energie schöpfen und schließlich 2022 unseren Traum erfüllen.“

Gehen Sie davon aus, dass Sie mit einer erfolgreichen Weltmeisterschaft und herausragenden Leistungen Ihren Stammplatz bei Chelsea zurückerobern können?

„Ich bin in Katar um vor allem mein Land zu repräsentieren und alles in die Waagschale zu werfen, damit wir ein erfolgreiches Turnier spielen. Was anschließend bei den Blues ablaufen wird, werden wir sehen.

Die Saison ist noch sehr lang. Zuletzt bekam ich ja wieder ein paar Spiele. Eines steht fest: Ich werde weiterhin Vollgas geben mit der Hoffnung wieder mehr Spielanteile zu erhalten.“

Was bleibt besonders in Erinnerung bei Ihrer Chelsea-Zeit mit Thomas Tuchel als Trainer?

„Ich werde Thomas Tuchel immer sehr positiv in Erinnerung haben. Mit ihm war die Zeit bei den Blues mega geil. Er hat für seine Spieler stets das Maximum gegeben und das Maximum angestrebt. Er konnte sich zu 1000% mit seiner Aufgabe identifizieren.

Er war stets geradeaus, ehrlich und loyal zu seinen Spielern. Mir hat die Zeit unter ihm wahnsinnig viel Spaß bereitet. Er kam mit seinen eigenen Ideen, seine eigene Spiel-Philosophie und sofort hat es zu unserem Kader gepasst. Nur vier Monate nachdem er Frank Lampard beerbte, hat Chelsea die Champions League gewonnen. Das war sensationell.“

Edouard Mendy Interview: Alexis Menuge

 

Passend zu diesem Thema:

Philipp Stottan

Philipp Stottan

Alter: 29 Nationalität: Österreich Lieblings-Wettanbieter: Bet-at-home, Bet365

Das Thema Sport und all seine Facetten begleiten Philipp seit er denken kann, zu Uni-Zeiten kamen dann auch die Sportwetten hinzu. Nach diversen Stationen im Journalismus entschied er sich dann dazu, seiner Wett-Leidenschaft auch beruflich nachzugehen. Vor allem in den Bereichen Fußball sowie US- und Kampfsport, kann man sich auf seine angesammelte Expertise verlassen.   Mehr lesen