Wettbetrug & Spielmanipulation: Wie weit verbreitet ist Match fixing?

Ist Eldense nur die Spitze des Eisberges?

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Fussball Wetten Strategie
Fussball Wetten Strategie - © Bertol

Der Fußballverein CD Eldense war einst ein Club aus Spanien, der keine sonderlich hohe Aufmerksamkeit bekam. Als Drittligist trat Eldense Woche für Woche mit äußerst geringen Erfolg auf dem grünen Rasen an. Inzwischen ist die Popularität des Vereins schlagartig gestiegen – allerdings nicht auf sportlicher Ebene. Selten zuvor wurde derart offensichtlich manipuliert, wie bei Eldense. Noch seltener kann die Manipulation nachgewiesen werden.

Da das Thema Wettbetrug aktuell nicht wie üblich unter der Grasnarbe besprochen wird, sondern hoch im Kurs steht, sieht sich auch die Wettbasis in der Pflicht, die wichtigsten Informationen zusammenzutragen. Der Wunsch nach einem sportlichen Wettstreit ohne Manipulationen ist damit nicht zu realisieren, doch zumindest sollten Sportwetter die Gefahren kennen und bei Auffälligkeiten dementsprechend passend reagieren. Die nachfolgenden Zeilen verdeutlichen, dass nicht jeder zweifelhafte Spielverlauf sofort mit einem sogenannten Fixed Game in Einklang stehen muss, Wettbetrug im Profifußball und anderen Sportarten aber dennoch ein Alltagsgeschäft ist.
 

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Die historische Entwicklung des Wettbetrugs

Die Wurzel der Spielmanipulation ist leider eindeutig festzulegen: Seit es sportliche Wettkämpfe gibt, gehören auch Manipulationen zum Alltag. Ein Kapitel sind leistungssteigernde Präparate (Doping), welche die Sportler selbst einnehmen, um die eigene Leistung zu erhöhen. Manipulationen im Sinne von direkt geschobenen Spielen gibt es aber auch bis in die Kreisliga hinein. Wenn am letzten Spieltag zwingend noch ein Dreier benötigt wird, dann stehen nicht selten ein paar Kästen Bier in der Kabine des Gegners. Im Profifußball sind die Techniken – wie nachfolgend vorgestellt – viel filigraner. Kein Zweifel bleibt aber daran, dass die Möglichkeit von Sportwetten für Jedermann und die verstärkte Vermarktung des Fußballs das Kapitel des Wettbetrugs immens verstärkt hat. Im Buch „Sichere Siege“ beschreibt der Autor Declan Hill, wie bereits im vergangenen Jahrtausend selbst bei Weltmeisterschaften die Spieler nicht vor Wettbetrug-Anfragen sicher waren. In Deutschland wird oft die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 als wesentliches Sprungbrett zur gesteigerten Vermarktung des Fußballs angesehen. Damit erlebte auch die Wettbranche einen großen Aufschwung. Im Vorjahr wurden mehr als sechs Milliarden Euro mit Sportwetten in der Bundesrepublik umgesetzt. In der Statistik tauchen nur die offiziellen Zahlen auf, die Dunkelziffer wird vermutlich bei einem Vielfachen liegen, denn tausende Deutsche setzen bei Agenten in Asien die wirklich großen Beträge.

Dürfen Fußballprofis Wetten abschließen?

Es ist wohl nicht nur ein Gerücht, dass Fußballprofis nicht selten mit gewissen Süchten zu tun haben und auch manch Busfahrt zum Auswärtsspiel mit privaten Pokerrunden schneller vergeht. Es stellt sich aber die Frage, ob Profis grundsätzlich vom Wettsport ausgeschlossen sind. Die Antwort ist ein klares „Nein“, allerdings mit Einschränkungen: In Deutschland dürfen Fußballer auf Fußballspiele Geld platzieren, allerdings nicht auf Partien aus den Wettbewerben, in welchen der eigenen Verein antritt. Bundesligaspieler dürfen daher nur unterklassisch aktiv wetten.

Warum lassen sich Profisportler auf Wettbetrüger ein?

Es gibt diverse Fußballfans, welche die große Welt des Wettbetrugs nicht anerkennen wollen. Zu schmerzhaft ist der Gedanke, dass der geliebte Volkssport sich nicht nur zur einer Vermarktungsmaschinerie entwickelt, sondern zugleich auch noch im ungünstigsten [pullquote align=“right“ cite=“Oberstaatsanwalt Bachmann“]“Wir bekämpfen ein Deliktfeld der organisierten Kriminalität und machen das mit Hausdurchsuchungen, wir machen das mit Telefonüberwachung oder teilweise auch mit verdeckten Ermittlern, das sind ja Mittel, die einem Fußballverband gar nicht zur Verfügung stehen.„[/pullquote]

Fall die eigenen Helden mit halber Leistung spielen, anstatt sich für Fans & Arbeitgeber den Arsch aufzureißen. In der Regel liefern die Anhänger des runden Leders das Argument, dass Fußballspieler viel Geld verdienen und daher keineswegs darauf angewiesen sind, Moneten von zwielichtigen Personen für geschobene Spiele anzunehmen. Die Argumentation erscheint schlüssig, doch missachtet werden die ausgeklügelten Strategien der Wettmafia. Wer ein Fußballspiel manipulieren möchte, der wird kaum bei Steve Gerrard oder Totti anfragen – Personen, welche ihren Verein mit einer schier unglaublichen Leidenschaften liebten / lieben und daher kaum für Wettmanipulationen zu gewinnen gewesen wären. In der Regel werden Profispieler sehr genau beobachtet. Wurde Spieler X schon einmal in einem Casino gesehen? Ist Spieler Y möglicherweise unzufrieden mit der Entwicklung des Vereins, bei dem er unter Vertrag steht? Ist Spieler Z in einer festen Beziehung?

All jene Daten werden detailliert erforscht und ausgewertet. Der Casino-Spieler ist vielleicht leichte Beute und der fest vergebene Fußballer wird von einer weiblichen Schönheit angeflirtet oder das eigentlich im Hotel nicht arbeitende Zimmermädchen macht dem Profi schöne Augen. Wenn der Spieler nicht darauf eingeht, dann war es ein Fehlversuch ohne sonderlich großen Aufwand. Anderenfalls jedoch ist der Spieler am Haken und es beginnt ein Komplott aus Erpressung & Betrug, welches sich bis auf den grünen Rasen ausweitet.

Wie viele Spieler braucht es, um Spiele „erfolgreich“ zu manipulieren?

Diese spannende Frage beschäftigt Experten und Wettbetrug-Analysten schon seit vielen Jahren. Es ist kaum überraschend, dass sich keine allgemeingültige Antwort finden lässt. Dies liegt im Fußballsport schon daran, dass nicht jede Position auf dem Feld für eine Wettmanipulation den gleichen Wert besitzt. Ein Flügelspieler beispielsweise wird schwer den Einfluss haben, um ein Spiel ausreichend zu verschieben, während ein Torwart mehr oder weniger unauffällig bei gegnerischen Ecken unter dem Ball durchsegeln kann. Auch Stürmer und Abwehrspieler können mit ein wenig unauffälliger Arbeitsverweigerung viel bewirken. Eine besonders wichtige Aktie halten nicht selten die Schiedsrichter. Der Hoyzer-Fall sorgte vor vielen Jahren für einen großen Aufschrei, doch er allein war auch nicht in der Lage, Spiele sicher zu schieben. In Erinnerung bleibt beispielsweise ein Gastauftritt von Sachsen Leipzig beim Chemnitzer FC, welches mit dem Sieg der Messestädter aus Leipzig enden sollte. Beim relativ späten Ausgleich der Chemnitzer fand Hoyzer aber keine unauffällige Möglichkeit, dem Treffer die Anerkennung zu verwehren. Das Sachsenderby fand ein sportliches Ende und die Wettbetrüger hinter Hoyzer verloren viel Geld.

Experten im Thema Wettbetrug ließen anklingen, dass vier Spieler eines Teams ausreichen, um ein Spiel sehr sicher manipulieren zu können. Je weniger Profis involviert sind, umso größer die Gefahr eines ungewünschten Resultats. Es ist kein Geheimnis, dass auch der Tennissport sehr attraktiv für Wettbetrug ist. Der Hintergrund ist offensichtlich: Es muss nur ein einziger Sportler bestochen werden, um den gewünschten Endstand sehr sicher zu realisieren.

Wie schwer es ist, einen Wettbetrug nachzuweisen

2004 sorgte Robert Hoyzer für einen riesigen Aufschrei, als der Wettbetrug von einigen Dutzend Fußballspielen öffentlich wurde. Bis heute sind die Sapina-Brüder die Gesichter für Spielmanipulationen. Auch Eldense bestimmte über Tage die Schlagzeilen, obwohl der Drittligist aus Spanien für Deutschland nur eine sehr begrenzte Rolle spielt. Kurz gesagt: Trotz unzähliger Fußballspiele wöchentlich und vermutlich täglichen Wettmanipulationen kommt kaum ein Betrug ans Tageslicht und wenn doch, dann sind die Hintermänner kaum zu fassen. Eine kleine Anekdote zeigt, wie schwer es ist, Wettbetrüger tatsächlich hinter schwedische Gardinen zu bringen:

Wir schreiben den 29. Februar 2012. Der Ligaalltag ruht auf weiten Teilen des Planeten, denn im Wettstreit der Nationen werden die Teilnehmer der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien ermittelt. Auch die Qualifikation in Asien geht bereits in die vorentscheidende Phase. An diesem Tag kommt es in Manama im Bahrain National Stadium zum Aufeinandertreffen zwischen Bahrain und Indonesien. Die Gäste aus dem Urlaubsparadies – welche das Hinspiel knapp verloren – sind bereits sicher ausgeschieden. Bahrain braucht für das Weiterkommen einen Sieg mit mindestens neun Treffern Differenz und zugleich eine Niederlage Katars im Parallelspiel. Unter sportlichen Aspekten hätte diese Partie nie mehr ernsthaft Aufmerksamkeit erregen können. Zu gering war die Qualität Bahrains. Indonesien ist zwar im Weltfußball eine kleine Nummer, doch selbst Deutschland würde wohl im direkten Duell kaum neun Tore erzielen. Die nur 3.000 Fans im Stadion bekamen anschließend aber ein Lehrbuchbeispiel dafür, dass Wettmanipulationen kaum nachzuweisen sind. Indonesien erhielt bereits nach drei Minuten einen Platzverweis, verbunden mit dem Elfmeter zur Führung. Besonders in der zweiten Hälfte nahm der Gast normale Zweikämpfe kaum mehr an und Bahrain schraubte das Resultat bis zum unglaublichen Endstand von 10:0, der zuvor beispielsweise bei Bet365 mit Wettquoten um 501 bewertet worden war. Es ist die Ironie des Schicksals, dass ein später Ausgleichstreffer Katars zum 2:2 im Parallelspiel dennoch zum Ausscheiden führte. Unmittelbar nach der Begegnung überschlugen sich die Wettforen und es gab keinerlei Zweifel daran, soeben Zeuge eines Fixed Matches gewesen zu sein. Die Fifa nahm bezüglich der Partie sehr bald Ermittlungen auf, die einige Wochen andauerten. Anschließend wurde die Mappe mit dem Fazit geschlossen, dass kein hinreichender Manipulationsverdacht bestehe.

Im verlinkten Video ist zu sehen, wie passiv Indonesien zum Teil agierte und dass der Keeper mehr als fragwürdig auf der Linie tänzelt. Es besteht wohl kein Zweifel daran, dass an diesem Tag in Manama kein sportlicher Wettstreit stattfand, doch der Nachweis ist nicht möglich, solange die Beteiligten nicht auspacken. Immerhin ist der Wettbetrug inzwischen offiziell vom Bundestag unter Strafe gestellt, sodass direkt Beteiligten bis zu fünf Jahre Haft drohen. Die Drahtzieher im Hintergrund hingegen sind nur mit Glückstreffern hinter Schloss und Riegel zu bringen, da mit dem Handy oder Laptop an jedem Ort der Welt auf jedes bekanntere Sportereignis gesetzt werden kann. Die Hintermänner sind in der Regel nicht in dem Land anwesend, in welchen Matchfixing betrieben wird.
 

Zwischen Wettmanipulation und Fake Drop unterscheiden?
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Das lukrative Geschäft mit den Wettanbietern

Es stellt sich die Frage, warum der Wettsport im großen Rahmen nicht verboten wird, um einen faireren sportlichen Wettstreit zu ermöglichen. Matchfixing ist und bleibt ein Alltagsgeschäft, solange auf Ecken, Karten, Tore und sogar Abstöße oder Einwürfe Geld platziert werden kann. Auf absehbare Zeit wird sich daran aber nichts ändern, denn Fußballfans lieben das vermeintliche Glücksspiel. Die Umsätze steigen jährlich an. Quasi jeder Bundesligist wird von Wettanbietern gesponsert. Ein passendes Beispiel liefert ein Hallenturnier im österreichischen Bundesland Vorarlberg. Im tiefsten Westen der Alpenrepublik wird um die Jahreswende beim Budenzauber auf eher unterklassischen Niveau gekickt. Teils nehmen Drittligisten teil, doch auch wesentlich schwächere Vereine und zusammengewürfelte Teams gehen an den Start. Bet365 bietet zu diesem besseren Amateurturnier zu jedem Match Livewetten an. Die Quoten waren in der Vergangenheit teils sehr falsch, sodass diverse Tipper in kürzester Zeit viel Geld gewannen. Anstatt die Wettmöglichkeiten abzuschaffen, wurde nur sporadisch ausgesiebt: Gewinner erhielten ein Limit, die Wettquoten wurden dank der Mitarbeit einiger Experten klar verbessert und in der Halle anwesende Sportwetter vor die Tür gesetzt, sofern die Seite des Buchmachers auf dem Handy aufblinkte. Die Aufgabe des Wettgeschäfts in bestimmten Zweigen ist erst die allerletzte Notlösung, da sich enorme Summen verdienen lassen.

Der Wettskandal rund um CD Eldense

Der Wettskandal in Spanien zog weite Grenze. CD Eldense spielt keine gute Saison, doch ein 0:12 war sportlich kaum zu erklären. Vermutlich wäre aber auch der Wettbetrug in diesem Spiel nicht bewiesen worden, wenn nicht einzelne Spieler den Mund aufgemacht hätten. Einer von Ihnen ist der Angreifer Cheikh Saad, der offen erzählte: „Es wurde abgemacht, dass das Spiel zur Pause 0:8 stehen musste. Die erste Hälfte war ein Witz“ Mindestens vier Spieler sollen beteiligt gewesen sein, realistischer ist aber, dass fast jeder [pullquote align=“left“ cite=“Stürmer Saad zum manipulierten Match Barcelona II vs. Eldense“]“Es wurde abgemacht, dass das Spiel zur Pause 0:8 stehen musste. Die erste Hälfte war ein Witz„[/pullquote]

eingesetzte Akteur von der Manipulation wusste. Anders ist ein genauer Endstand oder auch Halbzeitstand nicht hochprozentig zu realisieren. Die Kicker sollen jeweils mindestens 30.000€ für die Spielmanipulation erhalten haben. Auch höhere Summen tauchen in Gerüchten auf. Manch Spieler hingegen war überrascht, nicht im Kader zu sein, obwohl die Qualität eigentlich für einen Platz in der Stammelf reicht. Dazu zählt auch Saad, der anschließend zum Trainer sagte: „Gut, dass du mich draußen gelassen hast, sonst hätte ich dir das Gesicht zerstört.“ Rund um Eldense war Saad aber anfänglich kein Heilbringer, weil er das Match Fixing in die Öffentlichkeit brachte. Stattdessen wurde er bedroht.

Die Ausmaße des Wettbetrugs

Hobbytipper schleppen in der Regel die Sorge mit sich, selbst Opfer von Wettbetrug zu werden. Wie lässt es sich noch sorgenfrei auf den Heimsieg eines Zweitligisten setzen, wenn nicht garantiert werden kann, dass der Herzensverein überhaupt als Sieger vom Platz gehen möchte und keine höheren Mächte den Fußball als Mittel zur Geldvermehrung betrachten? Die Antwort geben Statistiken, nach denen nur ein minimaler Prozentsatz aller Partien tatsächlich manipuliert wird beziehungsweise der Verdacht des Wettbetrugs auftaucht. Das Dienstleistungsunternehmen „Sportradar“ ist ein wichtiger Unterstützer im Kampf gegen den immer lukrativeren Wettbetrug. Die Firma analysiert die Einsätze bei Fußballspielen auf bestimmten Wettmärkten im [pullquote align=“right“ cite=“Ein Mitarbeiter von Sportradar“]Wir haben über 2.800 stark manipulationsverdächtige Spiele identifiziert in den verschiedenen Sportarten. Wenn wir sagen ‚manipulationsverdächtig‘, dann sind wir zu 110 Prozent von jedem einzelnen Spiel überzeugt, dass es manipuliert wurde.“[/pullquote]

Verhältnis zum Mittelwert in den jeweiligen Ligen. Auffälligkeiten werden sofort gemeldet und detaillierter betrachtet. Besonders wichtig: Nicht nur die staatlich lizenzierten Buchmacher werden von Sportradar analysiert, sondern nach Möglichkeit der vollständige Wettmarkt mit vielen unbekannten Wettanbietern und asiatischen Buchmachern. Die entscheidende Phase sind die ersten Tage nach eventuellen Auffälligkeiten. In der Regel ist nach zwei bis drei Tagen bekannt, ob ein Spiel manipuliert wurde. Andreas Krannich, ein Mitarbeiter von Sportradar, ließ Deutschlandradio Kultur wissen: Wir haben über 2.800 stark manipulationsverdächtige Spiele identifiziert in den verschiedenen Sportarten. Wenn wir sagen ‚manipulationsverdächtig‘, dann sind wir zu 110 Prozent von jedem einzelnen Spiel überzeugt, dass es manipuliert wurde.“ Die Zahl klingt enorm hoch, doch bei tausenden täglich stattfindenden Sportereignissen liegt jener über viele Jahre angesammelte Wert nur bei einem Bruchteil von einem Prozent. Sportwetter sollten sich daher nicht zu große Sorgen machen, denn die Gefahr, bei eigenen Einsätzen unter einem manipulierten Match zu leiden, ist äußerst gering. Selbst wenn die Dunkelziffer wesentlich größer ist, bleibt eine Fixed-Quote von weit unter einem Prozent.
 

Wie man mit Quotenstürzen umgehen sollte
Wettmanipulation im Profifußball – Wettbasis.com Ratgeber

 

Lassen sich Fixed Matches von fairen Partien unterscheiden?

Dennoch hinterfragen vor allem professionellere Tipper, ob Fixed Matches im Vorfeld oder zumindest während der Partie zu erkennen sind. An dieser Stelle geht es in der Regel nicht mehr darum, dem Wettbetrug auszuweichen, sondern auf den fahrenden Zug mit aufzuspringen. Wer aus Wettquoten, TV-Material oder Informationen in Wettforen die Vermutung bekommt, dass eine Partie nicht sauber abläuft, der macht sich nicht strafbar, wenn passende Wetten abgegeben werden. Erst wenn der Betrug ohne Zweifel bekannt ist, darf keine Wettplatzierung erfolgen. Ein Beispiel dafür ist der Sandwich-Vorfall des Keepers von Sutton United. Der 150kg-Koloss wusste, dass Wetten darauf abgeschlossen werden konnten, dass er während der Partie im FA Cup gegen Arsenal ein Sandwich verdrückt. Wenn er seine Freunde einweihte und jene darauf Geld platziert hätten, wäre der klare Vorwurf der Wettmanipulation erfüllt gewesen. Bloße Vermutungen sind aber nicht strafbar.

Allerdings ist es nicht leicht, Fixed Games anhand von Quotenverläufen zu erkennen. Es reicht nicht, dass die Siegquote eines Vereins innerhalb von wenigen Minuten von 2,10 auf 1,60 fällt. Interessanter ist es sicherlich, wenn im Markt für Übertore trotz fortschreitender Spielzeit auch ohne Treffer die Wettquoten für beispielsweise über 2,5 Tore erheblich sinken. Allerdings ist es schwer, zwischen Fake Drops und echten Fixed Matches zu unterscheiden. Fake Drops sind – der Name verrät es bereits – Partien mit verdächtigen Quotenverschiebungen, die anschließend aber nicht mit dem vermuteten Resultat enden. Zugleich gibt es immer wieder Partien, bei denen es innerhalb von wenigen Minuten einen Quotenverfall bei mehreren Spielausgängen gibt. Mehr zum Thema finden Sie in unserem Artikel Fixed Games verstehen können.

Fazit – Matchfixing & Wettbetrug

Oberstaatsanwalt Bachmann sagte einmal: „Wir bekämpfen ein Deliktfeld der organisierten Kriminalität und machen das mit Hausdurchsuchungen, wir machen das mit Telefonüberwachung oder teilweise auch mit verdeckten Ermittlern, das sind ja Mittel, die einem Fußballverband gar nicht zur Verfügung stehen.“ Hinzu kommen die Milliarden ausgewerteten Daten von Sportradar, welche den Verbänden zugespielt werden. Auf diese Art und Weise wird dem Wettbetrug der Kampf angesagt. Es ist dennoch weiterhin der berühmtberüchtigte Kampf gegen Windmühlen.

Die großen Wettskandale in Deutschland 2004, mit Juventus Turin vor vielen Jahren, 2009 flächendeckender in Spanien und Eldense 2017 zeigen, dass nur sehr selten den Drahtziehern oder Profis eine Tat direkt zugeordnet werden kann, obwohl laut Sportradar in diesem Zeitraum mindestens 2800 Matches kein sportliches Ende fanden. Solange das Geschäft der Sportwetten boomt, wird es auch weiterhin wöchentlich manipulierte Spiele geben.

 

Eine Übersicht und Informationen auf der Wettbasis, die sich mit den Thema Wettsucht und Spielmanipulation beschäftigen, finden Sie in unserem Artikel: Verantwortungsvoll Wetten – Spielsucht & Wettmanipulation