In der 3. Liga kommt es zum vielleicht vorentscheidenden Spiel um den Aufstieg, wenn der MSV Duisburg Energie Cottbus empfängt. Der VfL Osnabrück hat die besten Karten und ist im Grunde durch, dahinter ist aber noch viel möglich.
Möglich ist auch der Aufstieg von Lok Leipzig in die 3. Liga. Sollten sie die Regionalliga Nordost gewinnen, hieße der Gegner SpVgg Unterhaching – eigentlich. Die Oberbayern haben aber unlängst verkündet, trotz eingereichter Lizenzunterlagen auf die Chance für den Aufstieg zu verzichten. Für die Aufstiegswetten gibt es interessante Benefits, checkt hierfür den Wettanbieter Bonus Vergleich.
Ex-Cottbus-Torwart-Ikone und aktueller Torwarttrainer bei Lok Leipzig, Tomislav Piplica, findet zum Vorgehen von Unterhaching klare worte und hätte gerne vom DFB ein Machtwort gehört. Das Video zum Interview findet ihr im „YouTube-Channel der Wettbasis„.
Darüber hinaus drückt er Cottbus, für die Tomislav Piplica rund 250 Spiele im Tor stand, die Daumen beim Spiel in Duisburg und glaubt an Mannschaft, Fans und Trainer Pele Wollitz, mit dem er jüngst noch über Ede Geyer und die heutige Spielphilosophie gesprochen hat.
Piplica über MSV – Energie: „Cigerci, der kann immer aus dem Nichts Tore machen“
Wettbasis: Zum Aufstiegsrennen in der 3. Liga begrüße ich gleich mal eine Energie Cottbus Legende, der auch Bundesligageschichte geschrieben hat. Tomislav Piplica. Das Top-Spiel der Woche, das ist ganz klar der MSV Duisburg im Heimspiel gegen Energie Cottbus. Eine unglaubliche Brisanz, denn der MSV Duisburg liegt auf Platz vier. Einen Punkt hinter Essen und drei Punkte hinter Energie Cottbus. Also bei einem Sieg sind sie so gut wie dran, oder eben auch nicht. Aber jetzt erst mal die Frage an Sie, warum glauben Sie, dass Cottbus das Ding ziehen wird?
Tomislav Piplica: Weil Cottbus in der letzten Zeit sehr gute Spiele gemacht hat und sie auch die Spiele gewinnen, die sie vielleicht letztes Jahr nicht gewonnen haben. Zum Beispiel zuletzt in Köln gewonnen auswärts. Sehr stabile Leistung und ich denke, dass Cottbus eine Mannschaft ist, aber auch überragende Spieler hat, wie Tolcay Cigerci, der kann immer aus dem Nichts Tore machen. Da haben sie schon in den letzten Spielen bewiesen, dass sie ein Konkurrent sind für den Aufstieg.
Wettbasis: Also Sie glauben, die individuelle Klasse der Mannschaft aus Cottbus ist höher als die vom MSV Duisburg? Habe ich das richtig verstanden?
Tomislav Piplica:Ja. Ich denke, dass Cottbus sich stark als Mannschaft präsentiert und zusätzlich einen überragenden Spieler hat, der mit seiner Qualität nicht in die 3. Liga gehört. Ich denke eher 2. Liga, da kann er schon auch sehr gut mitspielen, weil er ist ein überragender Mann. Dieses gesamte Paket mit Zuschauern, mit Mannschaft und mit Trainer, die machen schon sehr gute, gute Arbeit.
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Piplica über Trainer-Vergleich: „In der Ede Geyer Zeit hat dieser Stil gepasst. Jetzt macht Pele Wollitz eine überragende Arbeit“
Wettbasis: Wenn Sie sich jetzt mal zurückerinnern, wie wäre Ede Geyer in dieses Spiel gegangen? Wie hätte er euch heiß gemacht?
Tomislav Piplica:Die Bedeutung, oder dass dich jemand motivert, wenn du ein derartiges Spitzenspiel spielst, um Geschichte zu machen, wieder 2. Liga zu spielen, das braucht keinen Trainer der einen motiviert. Es ist nur wichtig, einen kühlen Kopf zu behalten und das auf den Platz zu bringen, was man kann. Und es waren jetzt nicht nur die letzten Spiele, das ist ein Fundament was Cottbus in den letzten zwei Jahren aufgebaut hat und die machen einen richtig guten Job.
Wettbasis: Da ist natürlich jetzt auch Pele Wollitz als der Trainer gefragt, der bei Energie Cottbus tatsächlich wunderbare Arbeit leistet. Wieso funktioniert Pele Wollitz gerade in der Lausitz so gut?
Tomislav Piplica:Ich habe mich Montag mit ihm getroffen, ich war privat in Cottbus, und wir haben über die zwei verschiedenen Philosophien von Ede Geyer und ihm gesprochen. Seine Philosophie passt sehr gut zu den heutigen Spielern und mit der heutigen Situation. Klar, Ede Geyer passt nicht mehr in die neue Generation. Das ist alte Schule, die können damit nicht mehr arbeiten. Aber in der Ede Geyer Zeit hat dieser Stil gepasst. Jetzt macht Pele Wollitz eine überragende Arbeit und ich denke, dass er sehr gut kommuniziert mit den Zuschauern. Cottbus wird nicht nur mit den Spielern oder dem Kader nach Duisburg fahren. Unterstützung aus Cottbus kommt und es wird sehr, sehr laut in Duisburg.
Wettbasis: Wenn Sie sich mit ihm getroffen haben, mit Pele Wollitz, und sie schon über die unterschiedlichen Spielphilosophien geredet haben, wie ist denn konkret die Spielphilosophie von Pele Wollitz?
Tomislav Piplica:Er kann ganz anders mit jungen Spieler umgehen als Ede Geyer. Er ist schon ein sehr, sehr akribischer Trainer, er kann schon gut motivieren und klar, fachlich hat jeder Trainer seine Stärke. Aber ich denke, es ist sehr wichtig den Spielern die Kraft zu geben, die Überzeugung zu vermitteln, von dem was der Trainer da sagt und dass das dann auch auf dem Platz passiert. Alles was Pele Wollitz im Moment sagt, setzen die Spieler dann auch um. Das ist schon sehr deutlich zu sehen auf dem Platz.
Wettbasis: Erklären Sie uns doch mal dann das Charisma von Pele Wollitz.
Tomislav Piplica:Das kann man sagen. Wir sehen es auch bei Bayern München, da waren viele gute Trainer, aber da hat man es nie geschafft, die Mannschaft zu begeistern, diese gute Stimmung zu erzeugen, den Mannschaftsgeist zu formen. Aber das ist auch wichtig, nicht nur Einzelspieler, sondern es zählt der Mannschaftsgeist. Und Cottbus hat diesen Mannschaftsgeist.
Wettbasis: Es gibt ja auch eine Vorgeschichte zu diesem Spiel oder mehrere sogar. 2011 gab es ein Halbfinale im Pokal in Duisburg und da hat dann Duisburg gegen Energie Cottbus gewonnen, mit 2:1. Da war Pele Wollitz, das Kind aus dem Ruhrgebiet, erstmalig Trainer bei Energie Cottbus. Können Sie sich daran erinnern?
Tomislav Piplica:Ja, ich kann mich erinnern.
Wettbasis: Hört sich ein bisschen schmallippig an. Keine gute Erinnerung?
Tomislav Piplica:Ja, aber das ist immer so. Man muss auf das Positive gucken und bin einer, der kommt nicht gern auf das Schlechte zurück. Ich bin ein optimistischer Mann und schaue immer nach vorne. Man muss sich jetzt auf das Spiel am Sonntag konzentrieren und da alles investieren, um dieses Spiel zu gewinnen. Was war da vor zehn oder zwanzig Jahren, viele junge Fans wissen das gar nicht mehr und ich denke, das Wichtige ist, dass wir positiv bleiben.
Tomislav Piplica über Cottbus: „Mit dem Zuschauer-Potenzial gehört Cottbus in die 2. Liga“
Wettbasis: Dann sagen Sie uns aber noch mal bitte, was bedeutet es denn für Energie Cottbus hoch zu gehen? Was ist das konkret für die Region für ein Zeichen?
Tomislav Piplica:Damals als wir 2. Liga, 1. Liga gespielt haben, war das sehr wichtig für die ganze Region Cottbus, für den Ostfußball, weil wir sehen, auch Aue ist abgestiegen aus der 3. Liga, wir haben zu wenige Vereine im Profifußball. Deshalb ist es sehr wichtig, Cottbus wieder in der 2. Liga zu sehen. Wir haben da nicht so viele Konkurrenten, was den Sport betrifft und Fußball ist sehr, sehr gefragt und der Fußball hat auch die ganze Region bekannt gemacht. Die Zuschauer leben für den Aufstieg und ich denke mit der Infrastruktur, mit dem Zuschauer-Potenzial gehört Cottbus in die 2. Liga.
Wettbasis: Dann geben Sie uns doch bitte abschließend noch einen Ausflugs-Tipp oder einen kulinarischen Tipp, wenn man in Cottbus ist.
Tomislav Piplica:Da gibt es viele. Wie gesagt, Montag war ich da und da hat sich schon in Cottbus viel entwickelt. Es ist eine kleine Stadt, eine familiäre Stadt. Ich wohne ja hier in Leipzig, das ist schön, aber es ist nicht so warm wie in Cottbus. Man kann eine gute Zeit verbringen und auch die Natur genießen, Wellness mit Fußball verbinden und das ist immer ein sehr, sehr guter Ausflug nach Cottbus, in die Lausitz. Ich mag gerne mediterrane Küche, italienisch, aber wenn man da ist, kann man den Lausitzer Spargel probieren.
Tomislav Piplica über Rückzug von Unterhaching: „Haben kein Verständnis“
Wettbasis: Jetzt haben wir noch das Thema Lok Leipzig gegen Unterhaching. Ihr seid ja in der Regionalliga Nord-Ost, Sie arbeiten ja als Trainer bei Lok Leipzig und ihr solltet eigentlich im Aufstiegsspiel gegen die Spielvereinigung Unterhaching spielen. Die haben aber jetzt gesagt: Nee, wir spielen gar nicht, wir wollen gar nicht hoch. Wie ordnen Sie das ein?
Tomislav Piplica:Ja, erst mal, wir haben noch drei Spiele, fünf Punkte Vorsprung vor Jena, ich denke, dass wir es schaffen. Wir wollen das auch schaffen. Wir haben kein Verständnis, wenn am Saisonende jemand sagt, er will nicht aufsteigen. Das ist nicht fair und nicht gut für die ganze Liga. Das müssen sie von Anfang wissen, ob sie aufsteigen wollen oder nicht. Jetzt nach der Saison zu sagen, wir haben keine Lust auf die 3. Liga? Ich denke, das ist nicht fair gegenüber den anderen Vereinen und da muss dann auch der DFB mal sagen, das ist keine Spielerei, wenn eine Mannschaft ein ganzes Jahr Erster ist, dann muss man auch aufsteigen. Da gibt es keine Diskussion. Wenn man kein Geld hat, dann muss man Oberliga spielen. Da gab es damals auch Theater gegen Cottbus, kein Geld und dann sind sie damals mit Charterflug nach Cottbus gekommen. Das sind Dinge, die man ungerne akzeptiert.
Wettbasis: Okay. Vielen Dank Tomislav Piplica für das Interview.



