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3. Liga Wetten

Sascha Mölders 3. Liga Prognose: „Mein Geheimfavorit ist Rot-Weiss Essen“

Philipp Stottan  20. Juli 2022
Sascha Mölders
Sascha Mölders nimmt sich im Interview kein Blatt vor den Mund. (© IMAGO / Oryk HAIST)

Sascha Mölders ist ein 3. Liga Experte, wie es nur wenig vergleichbare gibt. Er ist Fan-Liebling, Kult-Kicker und landesweit bekannt.

Zum Start der 3. Liga haben wir mit dem 37-Jährigen ausführlich gesprochen. Von den Favoriten und Abstiegskandidaten der Liga, seine bestehende Liebe zu 1860 München, seinen Spitznamen als „Wampe von Giesing“ und warum Spaß am Fußball das Wichtigste überhaupt ist.

Das komplette Interview gibt es am Wochenende im „Wettbasis Sportwetten“ Youtube Channel unter „Beidfüßig Star Talk“ auch zu hören und zu sehen.

 

 

Sascha Mölders zur 3. Liga: „RW Essen wird die Überraschung werden“

 
Wettbasis: Die 3. Liga startet bald und wen braucht man da? Natürlich den Spieler der 3. Liga schlechthin. Hallo Sascha Mölders!

Sascha Mölders: „Servus!“

 
Wenn einer zu dem Thema etwas weiß, dann wohl Sie und das gilt auch für Rot-Weiss Essen, Sie sind ja gebürtiger Essener. Hätten Sie den Aufstieg erwartet?

„Es hat ja jetzt eine Ewigkeit gedauert, die letzten vier, fünf Jahre hat Essen ja immer um den Aufstieg gespielt und immer knapp gescheitert. Ich bin einfach glücklich, dass sie es jetzt geschafft haben.

Und wenn man sich nur die nackten Zahlen ansieht: 9.000 verkaufte Dauerkarten, der Gästeblock wird immer voll sein, die Euphorie ist da. Ich traue RW Essen auch das oberste Drittel zu, sie haben die individuelle Qualität.

Sie haben die Mannschaft über ein paar Jahre aufgebaut, also vielleicht werden sie die Überraschungsmannschaft.“

 
Sie haben auch bei Atletico Essen gespielt. War da Diego Simeone der Trainer?

„(lacht) Nein nein. Wir haben damals nur mit Freunden zusammen gespielt und da waren auch ein paar Spanier dabei und die wollten dort hin. Dort haben wir in Essen auch alles gewonnen, wie schon davor bei Vogelheim. Hat Spaß gemacht.“

 
Wir sprechen natürlich auch über die Favoriten der 3. Liga. Dazu gehören die Absteiger Dresden und Ingolstadt. Wen würden Sie noch ganz vorne sehen?

„Ich glaube Absteiger sind immer schwer einzuschätzen, gerade Dresden ist eine runderneuerte Mannschaft. Aber klar, Dresden, Aue und Ingolstadt werden dazu gehören.

Ganz klar aber natürlich auch 1860 München. Die haben sich ganz klar verstärkt, die haben eine riesige Breite im Kader und mit denen ist immer zu rechnen. Das wünsche ich mir natürlich, das ist klar.

Ansonsten wird es eine Überraschungsmannschaft geben, die haben wir jedes Jahr. Mein Geheimfavorit ist RW Essen, durch die Euphorie und die Qualität. Die Wucht und die Fans dieser Mannschaft, das ist schon außergewöhnlich. Und ich freue mich auf die Begegnungen Essen vs. 1860. Da hab ich richtig Bock drauf.

Das werden wir ja schon am 2. Spieltag sehen, wenn Essen in Duisburg spielt. Ein Derby und da werden mit Sicherheit 6.000 bis 12.000 Essener rüberfahren. Das wird ein geiles Spiel, Duisburg mag ich auch sehr.

Ich freue mich auf die 3. Liga. Saarbrücken und Mannheim, die haben sich beide auch sehr verstärkt. Gerade Mannheim mit dem neuen Trainer Neidhart, der mich hochgebracht hat. Dafür nochmal danke Christian! (lacht)

Ich glaube, dass viele Mannschaften Ansprüche stellen dieses Jahr. Saarbrücken ist auch eine sehr gute Mannschaft. Also ich glaube dieses Jahr gibt es, wie jedes Jahr eigentlich, sieben Mannschaften die Aufsteigen können.“

 
Was macht diese Liga eigentlich so faszinierend?

„Ich finde es einfach immer geil, dass man vor dem Spieltag nicht weiß wer gewinnt. Da kann wirklich jeder jeden schlagen, das macht sie so einzigartig. Das hat man beim Aufstiegsrennen die letzten Jahre ja gesehen. Wenn man dachte: So jetzt stehen die ersten Drei fest, die gehen durch. Dann gibt es plötzlich wieder zwei Niederlagen gegen Abstiegskandidaten mit denen keiner gerechnet hat.

Letztes Jahr musste sieben Mannschaften bis zum vorletzten Spieltag zittern, ob sie nach unten gehen und oben war es genauso. Das macht einfach brutal Spaß und für mich jetzt noch mehr, weil ich es von Außen sehe.“

 
Das Thema 1860 München haben Sie jetzt schon angerissen. Ihr Abgang vom Klub war etwas kompliziert, haben Sie noch Rechnungen offen?

„Nein, im Fußball ist es halt so. Irgendwann ist alles zu Ende, das ist einfach so. Ich habe sechs wunderschöne Jahre bei 1860 München verbracht und wünsche dem Verein nur das Beste.
Und wenn ich Zeit habe, werde ich mir im Stadion auch ein Spiel anschauen.

Ich kenne ja alle Leute die dort arbeiten, ich war auch zwei Jahre der Kapitän. Wenn du sechs Jahre irgendwo bist, dann kannst du gar nicht im Streit gehen.“

 
Haben Sie nochmal mit Michael Köllner gesprochen im Nachgang?

„Das ist jetzt über ein halbes Jahr her und wenn ich Michael Köllner sehe, dann werde ich ihm die Hand schütteln und mit ihm reden. Ich bin kein nachtragender Mensch, soll ja auch nicht so sein. Ich will nicht, dass in den Medien irgendwelche Aussage stehen. 1860 soll sich aufs Sportliche konzentrieren. Nächste Woche geht es los mit einem schweren Spiel in Dresden, das werde ich mir sicher ansehen und sicher beide Daumen drücken.

Da gibt es gar keinen Stress und gar keine Probleme, ich drücke 1860 die Daumen und das meine ich auch wirklich so. Wenn du Kapitän bei einer Mannschaft warst und sechs Jahre dort gespielt hast, dann kannst du nicht sagen ‚Hoffentlich verlieren die‘. Da bist du auch kein Sportsmann.“

 
Sie sind ja auch dort geblieben, als es keine Lizenz für die 3. Liga mehr gab. Was waren damals Ihre Beweggründe?

„Wir haben eine miserable Saison gespielt, samt Trainerwechsel. Haben über 30 Spieler im Kader gehabt. Es war eine schwere Saison. Ich glaube für 1860-Fans war es eine brutal schwere, anstrengende Saison. Und dann war es halt so, dass wir alle keine Verträge mehr hatten. Da wurde die zweite Mannschaft praktisch zur ersten Mannschaft, wegen dem Doppel-Abstieg und Daniel Bierofka hat mich jeden zweiten Tag angerufen: ‚Komm bleib!‘

Für mich gab es nur zwei Optionen: Entweder ich wohne weiter in München, dann bleibe ich dort weil ich den Verein ja auch mag. Oder ich gehe noch woanders hin, aber wenn du vier Kinder hast musst du genau abwägen. Wir wollten aber alle hier bleiben, also war 1860 mein erster Ansprechpartner.
Da ging es auch gar nicht um die Liga, mir war schon immer egal in welcher Liga ich spiele, ich wollte einfach Spaß haben und es muss alles zusammenpassen.

Dann haben wir uns getroffen und auch schnell geeinigt, da ging es auch nicht ums große Geld. Und wir sind zum Glück in dem Jahr wieder aufgestiegen, weil noch ein Jahr Regionalliga wäre für den Verein sehr anstrengend geworden.“

 
Sie haben mit Ihrer Karriere schon eine beeindruckende Geschichte hingelegt und Sie haben nochmal betont, dass es nicht ums Geld ging. Kann man das als Profi heutzutage überhaupt noch so machen?

„Es gibt viele Spieler die wechseln jedes oder jedes zweite Jahr den Verein, weil es ums Geld geht. Manche sehen das halt wirklich nur als Job und da würde ich auch nicht sagen, dass es falsch oder richtig ist. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Aber ich finde man muss auch was zurückgeben – und das sieht man auch an meinen Stationen: 4,5 Jahre in Augsburg, 6 Jahre bei 60 München. Ich habe gespielt, war zwar auch 3 Monate verletzt in der Hinrunde, aber für mich war klar du musst im Leben auch was zurückgeben.
Ich bin immerhin auch mit abgestiegen, ich habe mich auch verantwortlich dafür gefühlt. Dann habe ich gesagt: ‚Gut, dann versuchen wir den Aufstieg, obwohl man einen Aufstieg nicht planen kann. Versuchen den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen.‘

Und das haben wir geschafft. Drei Mal hintereinander sind wir jetzt, ist 1860, am Aufstieg in die 2. Liga gescheitert. Deswegen bin ich jetzt zuversichtlich, dass es diesmal klappt.“

 

Sascha Mölders: „1860 ist wie ein Ruhrpott-Verein“

 
Erklären Sie mal einem West- oder Ost-Deutschen die Faszination 1860 München.

„Wenn man die Vereine aus dem Ruhrgebiet nimmt: Egal ob Essen, Duisburg, Bochum, egal….außer den einen, den nehme ich nicht in den Mund…“

 
…fängt der etwas mit S an?

„(lacht) Ja genau. Jedenfalls ist 1860 München der Arbeiterverein aus München-Giesing. Das kannst du genau vergleichen mit einem Ruhrpott-Verein. Die Menschen die ins Stadion gehen, geben alles für ihren Verein. Die würden lieber nichts essen und dafür ins Stadion gehen, genau diese Ruhrpott-Mentalität. Und genau deshalb hat der Verein auch so gut zu mir gepasst.

So einfach und kurz erklärt. Obwohl sie in München liegen, sind sie wie ein Ruhrpott Verein.“

 
Auf den Punkt gebracht. Jetzt hatten Sie ja einen Signature Move, um es so zu formulieren, den Fallrückzieher. Da gibt es ja auch ein besonderes Bild – was sagen Sie dazu?

„Ich habe in meiner Karriere viele Tore erzielt, egal mit welchem Körperteil. Ich habe sogar mal mit dem Arsch ein Tor gemacht in Düsseldorf. Auch Fallrückzieher, bei mir gab es alles. Und dass ich einen Bauch habe, das wissen wir ja alle, den hab ich nicht erst seit gestern. Den habe ich ja schon fast ewig.

Als das Bild erschienen ist, war ich nicht traurig. Da haben die Medien geschrieben ‚Er ist dick‘ und dies und das. Da muss man in der heutigen Gesellschaft aufpassen, man darf nicht viel sagen. Aber wenn im Fußball einer dick ist, dann wird ein Drama daraus gemacht. Man sollte die Kirche immer im Dorf lassen. Aber ich bin für jeden Spaß zu haben und mach auch jede Gaudi mit.“

 
Das ging dann ja auch so weit, dass T-Shirts mit diesem Foto verkauft wurden und sie gesagt haben ‚Ich bin die Wampe von Giesing‘.

„Ja, das haben wir dann für uns selbst genutzt, haben eine Kollektion daraus gemacht und die lief auch echt gut, hat auch Spaß gemacht. Das sind schöne T-Shirts. (lacht)“

 

Sascha Mölders
Bild: Das legendäre Seitfallzieher-Bild von Sascha Mölders. (© IMAGO / Sven Simon)

 
Tragen Sie die heute noch?

„Ab und zu ja. Meine Kinder und meine Frau haben die auch öfter an. Die sehen einfach gut aus.“

 
Was glauben Sie war Ihr schönstes Tor ever?

„Ich habe wirklich viele Tore erzielt und das in allen Ligen. Aber wenn ich jetzt zwei Tore hervorhebe, die zwar nicht die schönsten waren, aber die emotionalsten und wohl auch wichtigsten.
Das war natürlich mit Augsburg das Siegtor gegen Bayern München, ganz klar.“

 
2014, die Serie von den Bayern beendet, die damals 53 Spiele lang ungeschlagen waren.

„Genau, das war das eine. Das Andere natürlich in den Aufstiegsspielen gegen Saarbrücken mit 60 München, der Elfmeter zum 1:2. Wir lagen 0:2 hinten und waren eigentlich tot. Von der emotionalen Geschichte waren das schon die bedeutendsten Tore für mich.“

 
Kehren wir zur 3. Liga zurück. Geheimfavoriten haben Sie schon genannt, gibt es im erweiterten Kreis noch Klubs, die aufsteigen können?

„Die Absteiger muss man immer am Schirm haben, 1860 dieses Jahr ganz klar. Saarbrücken, super Qualität im Kader, Mannheim, Osnabrück darf man auch nie aus den Augen verlieren. Die haben die Qualität drei, vier Spiele hintereinander zu gewinnen.

Das will zwar kein Vereinsverantwortlicher von Rot-Weiss Essen hören, wenn der Marcus Uhlig (Vorstandsvorsitzender) und der Jörn Novak (Sportdirektor) das hören, dann bekomme ich sicher gleich eine Whatsapp in der sie mich fragen, ob ich einen an der Zwiebel habe. Aber ich glaube Rot-Weiss Essen kann die Überraschung werden. Ich glaube es wirklich.“

 

Spieler-Stationen von Sascha Mölders

Verein Spiele Tore/Vorlagen
TSV 1860 München 211 82/51
FC Augsburg 98 20/4
Rot-Weiss Essen 55 42/1
MSV Duisburg II 49 39/-
FSV Frankfurt 49 18/9
Schwarz-Weiß Essen 38 9/-
SG Sonnenhof Großaspach 13 5/1
MSV Duisburg 12 -/-
FC Augsburg II 6 7/-
TSV Landsberg 1 -/-

 

 
Dann gehen wir an das andere Ende der Tabelle. Wer glauben Sie wird sich verabschieden müssen?

„Das ist genauso verrückt. Ich könnte dir jetzt den oder den nennen, aber am Ende kommt es wieder ganz anders. Es ist ja oft so in der 3. Liga. Ich glaube man muss schauen wie Bayreuth in die Saison hineinkommt.

Da muss man dazu sagen, die holen nur Spieler aus der Region, was vielleicht gar nicht so schlecht ist, das ist mal was anderes. Allein deshalb hätten sie es eigentlich schon verdient, dass sie es schaffen. Die haben auch viele ehemalige 60er-Spieler dabei, die mit uns aufgestiegen sind. Von daher muss ich denen die Daumen drücken.

Wenn ich mir eine Mannschaft wünschen müsste die runter geht, dann wäre es Elversberg, allein wegen dem was sie letzte Saison im vorletzten Saisonspiel gegen FSV Frankfurt gemacht haben, wo wir mit Großaspach dann runter gehen mussten, weil sie die letzte Viertelstunde nur mehr den Ball hin und her geschoben haben. Fairplay mit Füßen getreten. Ich würde nicht sagen ich wünsche es mir, aber oft bekommt man sowas zurück. Daher denke ich Elversberg könnte es treffen, allerdings haben sie auch Qualität, wird aber schwer.

Oldenburg als Aufsteiger kann ich wirklich gar nicht einschätzen aktuell. Ich weiß nur, dass der Deichmann Bruder [Leon, Anm.] dort spielt, weil der Yannick Deichmann saß in der Kabine neben mir und hat es mir öfter gesagt. (lacht)

Ich interessiere mich ja für alle Ligen, deswegen habe ich nach jedem Wochenende gefragt ob sein Bruder gewonnen hat. Von daher war ich immer im Bilde, wie Oldenburg dasteht. Ich weiß aber nicht um ihre Qualität, wir kennen sie alle von früher noch, sind ein echter Traditionsverein und deshalb schön, dass sie wieder da sind. Sie werden die 3. Liga bereichern, aber ich kann sie nicht einschätzen.
Nehmen sie viel Euphorie mit? Wie ist die Qualität des Kaders? Bei den Absteigern tu ich mir immer sehr schwer, weil da liegt man sehr oft daneben.“

 
Der MSV Duisburg hat letzte Saison gerade noch einmal die Kurve bekommen.

„Ja, da habe ich natürlich auch mitgefiebert. Vier Spieltage vor Schluss haben alle Duisburg-Fans mal kräftig den Atem angehalten, weil das sah lange überhaupt nicht gut aus. Am Ende haben wir uns aber alle gefreut, dass Duisburg drinnen geblieben ist. Ich glaube am vorletzten Spieltag haben sie den Klassenerhalt gesichert. Ich würde Duisburg und den Fans wünschen, dass sie mal eine sorgenfreie Saison haben.

Normalerweise muss ein Verein mit dieser Wucht auch um den Aufstieg spielen, das würde ich mir wünschen. Dort habe ich auch gespielt und ich habe dort auch Sympathien.“

 
Rudi Bommer hat Sie damals in der Bundesliga eingesetzt.

„Genau, das war 2007. Auch schon ein paar Jährchen her. (lacht) Damals habe ich, behaupte ich, so um die 73 Kilogramm gewogen, da war ich ein Strich in der Landschaft.

Da habe ich aber auch noch ganz anders Fußball gespielt, da war ich schnell, ein Konterspieler und konnte ins 1-gegen-1 gehen. Jetzt bin ich genau das Gegenteil. (lacht) Jetzt wiege ich so zwischen 87 und 88 Kilo.“

 

Sascha Mölders: „Lebe weiterhin meinen Traum“

 
Was machen Sie denn jetzt aktuell?

„Ich bin jetzt Spielertrainer in der Bayern-Liga beim TSV Landsberg. Das ist vergleichbar mit der Oberliga, also 5. Liga. Das macht mir sehr viel Spaß, wir haben fünf Wochen Vorbereitung hinter uns, am Samstag geht es endlich los.

Wir haben super Jungs zusammen und wie gesagt, ich mache ja immer was mir Spaß macht und da habe ich echt Lust darauf gehabt. Hinzu kommt, dass ich meine Kinder zur Schule bringen und von dort wieder abholen kann. Das konnte ich all die Jahre nicht und das freut mich sehr. So habe ich mehr Zeit mit meiner Familie, das ist richtig schön.

Nebenbei trainiere ich noch Mähring II, wo mein großer Sohn spielt, weil ich sonst ja nichts zutun habe. Fußball regiert natürlich die Welt. Ich lebe weiterhin meinen Traum, denn ich wollte immer im Fußball arbeiten und das wird auch noch die nächsten Jahre so sein.“

 
Wie müssen wir uns Sascha Mölders als Trainer vorstellen? Sie haben früher ja schon für wenig oder gar kein Geld trainiert, ist das richtig?

„Ja genau, ich habe die letzten 10, 11 Jahre diverse Mannschaften trainiert. Jugendmannschaften aber auch Landesliga und Senioren. Ich habe es eigentlich immer unentgeltlich gemacht, weil das war mir nicht wichtig. Ich wollte den Jungs helfen und in Landsberg ist das jetzt auch nicht anders.

Das stand zuletzt immer in den Medien, der große TSV Landsberg hat so viel Kohle in der Region. Aber darum ging es mir nie, ich möchte Fußball spielen und möchte dazu noch Trainer sein. Mit vernünftigen Jungs das zu machen. Das Gute ist, wenn du 16 Jahre Profi warst wie ich, dann nimmst du alles mit. Die positiven, aber auch die negativen Dinge und Eigenschaften von gewissen Trainern. Du versuchst Einiges aufzusaugen, aber du musst deinen eigenen Weg finden.

Ich habe meine eigene Philosophie von Fußball. Ich erwarte von meinen Spielern, dass sie alles geben bis der Schiedsrichter abpfeift. Ich will eine Mannschaft die Fußball spielt, die sich traut Fußball zu spielen. Die sollen nicht den Ball einfach irgendwo hin bolzen, sondern Lösungen finden. Auch wenn du als Verteidiger hinten ein 1-gegen-1 hast, will ich dass du Lösungen findest, den auch mal ausspielst.
Ich habe meinen Mannschaften immer gesagt: Wenn du alles gegeben hast, aber der Gegner besser war, dann akzeptieren wir das. Das spiegelt wider wie ich bin und wie ich Fußball gespielt habe.“

 
Das heißt als Anlagenmechaniker, die Ausbildung haben Sie ja auch, werden wir Sie nicht mehr sehen?

„Nein, aber ich muss dazu sagen, ich war sehr froh dass mein Vater mich dazu gedrängt hat – auch wenn ich das Wort nicht verwenden möchte. Man muss dazu sagen, damals wollte jeder Profi werden und es war daher aussichtslos, dass ich Profi werde nach der Schule.

Von daher war es klar, dass ich eine Ausbildung machen muss. Während der Ausbildung hatte ich auch gute Angebote und wollte abbrechen, aber mein Vater hat gesagt ‚Nein, macht erst mal die Ausbildung fertig und dann sehen wir weiter‘. Und dadurch habe ich einen ganz anderen Bezug zu Geld, weil ich weiß wie schwer es ist Geld zu verdienen.

So versuche ich auch meine Kinder zu erziehen, was sicher nicht einfach ist in der heutigen Zeit, weil unseren Kindern geht es viel besser als uns früher. Das will man natürlich auch, aber trotzdem würde ich jungen Spielern raten eine Ausbildung zu machen, verlass dich nicht darauf Profi zu werden. Es kann so schnell gehen, in zwei oder drei Jahren kann es vorbei sein, also bitte mach eine Ausbildung.“

 
Die Bundesliga verfolgen Sie logischerweise als Fußball-Freak auch. Wer wird denn deutscher Meister?

„Ich muss ja sagen, ich hab Sympathien für Borussia Dortmund und ich glaube, dass die sich sehr gut verstärkt haben. Auch wenn die Bayern das nicht zugeben wollen, aber der Süle-Transfer tat denen schon sehr weh.

Mit Schlotterbeck und ihm haben sie zwei super Innenverteidiger, Hummels haben sie auch noch.
Also mit Dortmund – gut, ich sage es jedes Jahr, ich hoffe es ja auch als Fan – ist dieses Jahr zu rechnen.

 
Sie sind ja jetzt schon lange mit Ihrer Frau zusammen und haben jetzt ein gemeinsames Sommer-Projekt.

„Wir werden im Sommerhaus der Stars teilnehmen, da bin ich gespannt.“

 
Mario Basler ist dort ja auch mit dabei.

„Genau. Der ist immer locker drauf, für jeden Spaß zu haben, man kann auch cool mit ihm reden. Aber wenn jemand was Falsches sagt, dann spricht er sie darauf an, ist ein ehrlicher Typ. Find ich geil, so bin ich auch. Daher werden wir uns gut verstehen.“

 
Das Sommerhaus steht in Bocholt, das ist nicht weit entfernt von Ihrer Heimatstadt.

„Korrekt. Meine Frau kommt vom Niederrhein, ich bin halt ein richtiger Ruhrpottler. Deswegen ist es nicht so weit weg.“

 
Haben Sie dann einen Heimvorteil?

„Das werden wir dann ja sehen. (lacht)“

 
Sind Sie James Bond Fan?

„Nein, überhaupt nicht. Ich habe keinen einzigen Film gesehen.“

 
Dann ist ‚Geschüttelt oder Gerührt‘ ja genau richtig. Wir nennen zwei Alternativen und Sie sagen, welche Sie bevorzugen.

Winter-WM oder Winter-Urlaub?

„Winter-Urlaub.“

Warsteiner oder Weizen?

„Weißbier, natürlich.“

Bergtour oder Badestrand?

„Badestrand.“

Bentley oder Bollerwagen?

„Bollerwagen. Habe ich sicher irgendwo rumstehen.“

Brötchen oder Backofen-Pizza.

„Schon eher eine Backofen-Pizza.“

Köllner oder Bierofka?

„Bierofka, wir waren in der schwersten Zeit zusammen und wir sind ja auch richtig befreundet.“

Königsklasse oder Bezirksliga?

„Bezirksliga. Am besten sogar Kreisliga. Ich schaue mir die Spiele immer an am Wochenende, wenn ich die Zeit habe. Immer. Ich schaue immer in die umliegenden Dörfer und schaue mir die unterklassigen Spiele an.“

RWE oder MSV?

„Da muss ich, leider für alle Duisburg-Fans, Rot-Weiss Essen sagen. Das ist mein Herzensverein und in Essen aufgewachsen. Aber für Duisburg habe ich auch Sympathien.“

Hat ja gar nicht weh getan.

„(lacht) Hätte aber wehtun können.“

Es hat uns sehr gefreut.

„Ich bedanke mich, hat Spaß gemacht. Und wir hören uns auf jeden Fall wieder!“

 
Interview: Carsten Fuß

 

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Philipp Stottan

Philipp Stottan

Alter: 29 Nationalität: Österreich Lieblings-Wettanbieter: Bet-at-home, Bet365

Das Thema Sport und all seine Facetten begleiten Philipp seit er denken kann, zu Uni-Zeiten kamen dann auch die Sportwetten hinzu. Nach diversen Stationen im Journalismus entschied er sich dann dazu, seiner Wett-Leidenschaft auch beruflich nachzugehen. Vor allem in den Bereichen Fußball sowie US- und Kampfsport, kann man sich auf seine angesammelte Expertise verlassen.   Mehr lesen