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Marinus Bester zum Aufstiegsrennen: „HSV wird mindestens Dritter“

Karl-Heinz Fischer  9. April 2022
Marinus Bester
Marinus Bester im Interview über das Aufstiegsrennen in der 2. Liga. (© IMAGO / KBS-Picture)

Langsam biegt die 2. Liga auf die Schlussgerade ein und man stellt sich die Frage, wer denn nun am Ende den Aufstieg in die Bundesliga schafft und wer ein weiteres Jahr zweitklassig bleibt. Der 29. Spieltag hält wunderbare Partien bereit, die den Fußballfan der finalen Erkenntnis ein weiteres Stückchen näher bringen.

Eine umfassende Prognose zum aktuellen Geschehen und zum Aufstieg liefert in der Wettbasis „Beidfüßig“ Tippshow zur 2. Liga der insgesamt 20 Jahre in verschiedensten Funktionen für den HSV aktive Marinus Bester. Aber auch mit Werder Bremen verbindet ihn eine lange Geschichte.

Gleich zwei Nordderbys stehen dabei im Fokus. Der ebenfalls noch voll im Aufstiegsrennen aktive FC St. Pauli empfängt Werder Bremen und der HSV ist zu Gast bei Holstein Kiel. Wenn die Hamburger den Anschluss nicht verlieren wollen, dann müssen sie dort dringend Punkten.


Marinus Bester analysiert den 29. Spieltag der 2. Bundesliga. (© Youtube / Wettbasis)

Marinus Bester: „Bremen und Schalke steigen auf“

Herzlich willkommen, Herr Bester. Warum schafft der HSV in dieser Saison, was er die letzten Jahre nicht geschafft hat?

Marinus Bester: „Gute Frage. Ich denke mit dem Sieg gegen Aue haben sie ihre Pflichtaufgabe gelöst. Und da will ich Aue nicht schlechter machen, als sie sind. Aber es war eben auch ’nur‘ Erzgebirge Aue. Eine Mannschaft, die aller Voraussicht nach die 2. Liga verlassen wird, in Richtung 3. Liga.

Das war also einfach ein Pflichtsieg für den HSV. Das aus meiner Sicht alles entscheidende Spiel wird jetzt der Auftritt am Sonntag gegen Kiel sein.“

Gegen Kiel tut sich der HSV traditionell immer sehr schwer. Schaffen sie es dieses Mal, dort zu gewinnen? Welche Argumente sprechen dafür?

„Wenn man zurückblickt, spricht in der Tat nicht sehr viel dafür. Das war eher immer suboptimal, wie der HSV gegen Kiel abgeschnitten hat, in den letzten drei Jahren der Zweitligazugehörigkeit. Ganz klar ist, Kiel wird super-motiviert sein. Die werden alles in die Waagschale werfen, weil sie auch selber noch mit einem halben Auge nach unten schielen müssen, damit sie nicht noch in den Strudel eventuell hineinkommen. Insofern werden die alles reinhauen, was sie haben.

Beim HSV wird es so sein, dass sie natürlich ihre Qualitäten haben. Sie haben das Spielsystem von Tim Walter verordnet bekommen, was sehr laufintensiv ist, was sie aber auch sehr gut beherrschen. Aber das Interessante wird sein: ‚Wer will den Sieg mehr?‘

Gerade in den letzten fünf Spielen vor Aue hat man viele Situationen gesehen, wo man daran zweifeln musste, was ich früher ‚Wettkampf-Mentalität‘ nannte. Im Training ist alles schön und gut, da kann immer alles gelingen. Aber wichtig ist dann das Spiel und die 90 Minuten. Und da muss ich eine entsprechende Wettkampfmentalität an den Tag legen. Da muss ich auch mal schmutzig spielen.

Da muss man den Gegner dann auch über Körpersprache und andere Dinge, die zum Fußballsport dazugehören, einfach zeigen, dass sie heute keine Chance gegen uns haben. Und das habe ich in den Spielen vor Aue vermisst. Ich hoffe, dass sie das dann am Sonntag in Kiel an den Tag legen. Denn wenn sie das Spiel gewinnen, sind sie meiner Meinung nach, wieder ganz nahe am Relegationsplatz dran. Bei drei Punkten Rückstand ist dann alles drin.“

Noch eine Einschätzung zum Spitzenspiel des Wochenendes, St. Pauli gegen Werder Bremen. St. Pauli steht momentan besser da als der HSV. Sind die spielerisch so gut, dass sie gegen Bremen gewinnen?

„In der Form der Hinrunde, würde ich ein klares ‚Ja‘ sagen. Aber in der Form der Rückrunde haben sie doch auch ab und zu auf die Mütze bekommen. Das war mehr eine Berg- und Talfahrt. Mal gut gespielt, wichtige Spiele gewonnen, dann aber auch wieder eine richtige Klatsche bekommen.

Ich glaube, dass das ein hochinteressantes Spiel wird. Und natürlich traut man St. Pauli auch den Sieg gegen Bremen zu. Gleichwohl steht da aber auch Werder Bremen auf der anderen Seite. Da bin ich der Meinung, dass Werder insgesamt ein bisschen mehr zu bieten hat, als der FC St. Pauli auf seiner Seite das kann.

Gerade die Offensive mit den beiden Stürmern Ducksch und Füllkrug vorne und dahinter auch noch Bittencourt. Das ist schon eine richtige Waffe und das hebt auch Werder Bremen im Prinzip vom Rest der 2. Bundesliga ab.“

Die ultimative Frage für Marinus Bester: Wer steigt eher auf in die Bundesliga? St. Pauli oder der HSV?

„Ich denke, dass sich letztendlich beide Hamburger Vereine um den dritten Platz streiten werden. Ich glaube nicht, dass einer direkt hoch geht, dafür hat man schon zu viele unnötige Punkte liegen lassen. Besonders der HSV in den letzten Spielen vor Aue.

Am Ende denke ich, wird sich Werder Bremen durchsetzen und der FC Schalke. Die stehen auf den ersten beiden Plätzen und dann gibt es einen Zwei- oder sogar Dreikampf mit Darmstadt, dem HSV und St. Pauli bis zum letzten Spieltag um Platz 3.

Und da ich bekanntermaßen HSVer bin, drücke ich dem HSV die Daumen und gehe auch davon aus, dass sie mindestens Dritter werden und dann den Aufstieg über die Relegation schaffen.“

Interview: Carsten Fuß


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Karl-Heinz Fischer

Karl-Heinz Fischer

Alter: 36 Nationalität: Deutschland Lieblings-Wettanbieter: Sportwetten.de

Nach einem Publizistik-Studium und mehreren Jahre als Sportjournalist, wechselte Karl-Heinz in die Wett-Industrie. Dort wurde er nach mehreren Jahren von der Wettbasis abgeworben und ist seither ein wichtiges und fixes Teammitglied unserer Redaktion.

Karl-Heinz ist hauptsächlich für die Beidfüßig Expertengespräche aktiv, aber auch bei den Wettanbietervergleichen lässt er seine Expertise und Erfahrungen einfließen. Privat wettet Karl-Heinz gerne auf die deutsche Bundeliga, bevorzugt Systemwetten.   Mehr lesen