Wettquoten umrechnen und verstehen

Die Wahrscheinlichkeiten hinter den Wettquoten analysieren

/
Wett-Quoten Vergleich
Wett-Quoten Vergleich - © flipfine -

Bei Sportwetten geht es immer und zu jeder Zeit um Wettquoten. Doch worum handelt es sich dabei genau? Woher kommen die Quoten und was sagen sie aus? Tatsächlich verbergen sich dahinter nur Wahrscheinlichkeit, die Umrechnung ist kinderleicht und hilft dabei, die Quoten besser zu verstehen.

Wettquoten gibt es in verschiedenen Formen, die in Europa geläufigste ist die der Dezimalquote. Dahinter verbirgt sich im Grunde nichts anderes als eine zuvor aufgestellte Wahrscheinlichkeit, mit der das betreffende Ereignis eintreten wird. Gleichzeitig steckt darin auch der Faktor, um einen möglichen Gewinn auszurechnen. Man kann also mit einem Blick auf die Wettquoten direkt sehen, für wie wahrscheinlich der Buchmacher einen bestimmten Spielausgang sieht, womit der Tipper selbst keineswegs einverstanden sein muss. Nun liegt es am Kunden, eine eigene Quote beruhend auf Wahrscheinlichkeiten aufzubauen, um damit herauszufinden, ob sich ein Wetteinsatz lohnt.
 

Was ist der Ankereffekt und wie beeinflusst er Sportwetter?
Ankereffekt: das richtige Werten von Wettquoten – Wettbasis.com Ratgeber

 

Umrechnung von Wettquoten

In jeder Quote steckt eine Wahrscheinlichkeit. Beispielsweise 50%. Das bedeutet also, mit einer 50%-Chance gewinnt beispielsweise Mannschaft A oder auch anders gelesen: In 50% der Fälle würde Mannschaft A gewinnen. Die Zahl beruht dabei auf anderen Daten, beispielsweise den bisherigen Aufeinandertreffen beider Kontrahenten, den bisherigen Ergebnisse in der Saison, Motivation, Selbstvertrauen, Verletzungen, dem Torverhältnis, Rasenbedingungen und vielem mehr.

Mit folgender Formel lässt sich eine Wahrscheinlichkeit in eine Wettquote umrechnen:

  • Wettquote = 1 / Wahrscheinlichkeit * 100

Dementsprechend lässt sich die 50% Wahrscheinlichkeit auch als 2.00er Quote lesen. Gleichzeitig wäre das in diesem Fall auch der Faktor, mit dem der Gewinn berechnet werden könnte (Einsatz * Quote). Für jeden eingesetzten Euro gibt es im Erfolgsfall 2€ zurück.

Da in jeder Quote eine Wahrscheinlichkeit steckt, kann auch in das Gegenteil zurückgerechnet und die Wahrscheinlichkeit wieder in eine Quote umgewandelt werden. Die umgekehrte Formel lautet:

  • Wahrscheinlichkeit = 1 / Quote * 100

In diesem Fall resultiert aus der 2.00 wieder die 50% Wahrscheinlichkeit. Allerdings ist darauf zu achten, dass nicht zwangsläufig die ursprüngliche Wahrscheinlichkeit der Buchmachers aufgedeckt wird, da jener auch noch eine Marge mit in die Quoten einrechnet. Aus einer ursprünglich 50% Wahrscheinlichkeit könnte er beispielsweise die Quote 1.93 machen. Der Abschlag verhilft dem Wettanbieter zum Gewinn.

Hier geht es zu unserem Wettquoten Rechner.

Die Buchmachermarge errechnen

Wie hoch die Marge für ein Ereignis insgesamt ist, lässt sich errechnen, indem die in den Quoten implizierten Wahrscheinlichkeiten für alle Wettausgänge addiert werden. Bei der 3-Weg Wette sind das die Wahrscheinlichkeiten der Quoten für 1, X und 2.
Für ein bestimmtes Fußballspiel könnte das folgendermaßen aussehen:

  • Sieg Bayern München: 1.65
  • Unentschieden: 3.60
  • Sieg Bayer Leverkusen: 5.25

Daraus ergeben sich die drei Wahrscheinlichkeiten 60,6%, 27,7% und 19,0%. Die Addition ergibt 107,3%. Mehr als 100% sind nach Adam Riese nicht möglich. Entsprechend ist die Differenz zu 100% die Buchmachermarge, in diesem Fall liegt sie bei 7,3%. Über diese Marge kann man auch sehr gut Wettanbieter miteinander vergleichen. Es gilt: Je kleiner die Marge, umso kundenfreundlicher das Angebot.

Das Umrechnen von Wahrscheinlichkeiten in Wettquoten und umgekehrt ist kinderleicht und doch enorm wichtig bei Sportwetten. Letztendlich dreht sich alles darum. Es gilt nicht auf die höchste Wahrscheinlichkeit zu wetten, sondern auf die beste Quote im Verhältnis zu den eigens aufgestellten Wahrscheinlichkeiten (beziehungsweise daraus errechneten Quoten). Von einer Value Wette wird gesprochen, wenn die eigens errechnete Wettquote unter der des Buchmachers liegt. Diese Differenz ist der Value, da der Sportwetter davon ausgeht, dass der Buchmacher die Wahrscheinlichkeit als zu niedrig angesetzt hat und er demnach einen Vorteil besitzt.

Worauf beruhen die Wettquoten?

Wettquoten beruhen grundlegend auf Wahrscheinlichkeiten. Das ist erst einmal einleuchtend, aber worauf beruhen diese eigentlich und wo kommen sie her? Dafür ist letztendlich der Quotenersteller beziehungsweise klassisch der Buchmacher zuständig. Die Wahrscheinlichkeiten für die Ereignisse ergeben sich aus den Analysen mit verschiedenen Faktoren. Mannschaften sind selten unbeschriebene Blätter und haben eine Historie. Eine ganz einfache Herleitung von Wahrscheinlichkeiten wäre beispielsweise folgende: Zwei Mannschaften haben zehnmal am gleichen Ort gegeneinander gespielt. Mannschaft A gewann 5 Spiele, Mannschaft B 3 Spiele und zwei Spiele gingen Unentschieden aus. Daraus könnte man jetzt die Wahrscheinlichkeiten 50%, 30% und 20% bauen. Das Prinzip sollte damit klar sein, auch wenn das Beispiel der Realität nicht gerecht wird und viele andere Faktoren und Statistiken mit einfließen.
 

Vorsicht vor der durchschnittlichen Anzahl an Toren und Punkten
Welche Aussagekraft hat der Durchschnitt bei Sportwetten? – Wettbasis.com Ratgeber

 

Andere Formate neben der Dezimalquote

Dezimalquoten sind in Europa recht verbreitet, aber längst nicht die einzige Form von Quoten. Darüber hinaus gibt es noch fraktionale Quoten, die in Brüchen angegeben werden. Amerikanische Wettquoten, bei denen man direkt die Gewinne sehen kann. Hongkong Quoten, Malaysische und Indonesische sind auch dezimal dargestellt, beispielsweise aber ohne den Einsatz darin, sodass nur der reine Gewinnfaktor zu sehen ist. Letztendlich beruhen aber alle Quoten auf Wahrscheinlichkeiten und lassen sich auch in dahingehend umwandeln.

 

Eine Übersicht mit allen interessanten Informationen zu den Wettquoten, finden Sie in unserem Artikel: Rund um die Wettquote – Berechnung, Quotenvergleich, Sure Bets & Value Bets