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Umgekehrtes Wetten bringt Verluste

Warum das Wetten gegen schwache Sportwetter nicht funktioniert

Bei Sportwetten geht es im Grunde darum, auf ein bestimmtes Ereignis zu setzen. Die Gründe dafür können vielschichtig sein. In der Regel gilt es Ausschau zu halten, wo besonders hohe Wettquoten bei guten Wahrscheinlichkeiten bestehen. Theoretisch gibt es aber auch die Möglichkeit, eine bestimmte Grundlage zu nehmen und immer dagegen zu wetten, beispielsweise gegen die Tipps einer anderen Person.

Hätte, wenn und aber – der umgekehrte Tipp

Es dürfte wohl jedem schon mal so gegangen sein, wenn nicht bei Sportwetten, dann wenigstens sonst irgendwo im Leben, dass man einen Tipp abgibt, aber genau das Gegenteil eintritt. In der Regel folgen Sprüche ala „Hätte ich doch nur auf das Gegenteil gesetzt, dann hätte es geklappt und ich bei Sportwetten einen guten Gewinn gemacht.“ Interessant daran ist die Annahme, dass sich Gewinne und Verluste vermeintlich ausgleichen. Also der Verlust auf der einen Seite ist der Gewinn auf der anderen. Doch so einfach funktioniert es nicht, denn es gibt keine Quoten am Markt, die zusammen die vollen 100% Auszahlung bei einem Spiel abbilden. Entsprechend ist das „Hätte“ eine interessante Idee, die aber nicht unbedingt zielführend sein muss.
 

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Woher kommen Verluste bei Sportwetten?

Es lohnt sich über die Frage nachzudenken, woher eigentlich Verluste stammen. Nimmt man einmal an, dass es keine Marge des Buchmachers gäbe, dann müssten sich am Ende Gewinne und Verluste ausgleichen. Ein großer Teil würde auf ein Nullsummenspiel kommen. Auf der einen Seite wären außerdem noch ein paar Gewinner, die das Gegengewicht der Verlierer wären. So würden sich Gewinne und Verluste ausgleichen. Der Markt funktioniert aber nur mit der Marge des Buchmachers, wie es nachfolgende Grafik verdeutlicht:

Buchmacher bieten Quoten nicht ohne Marge an. Die Buchmachermarge führt dazu, dass die angebotenen Quoten summiert einen höheren Wert als die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten ergeben. Unter dieser Voraussetzung gibt es also eine Verschiebung, denn es wird schwerer, Profit zu machen. Der Anteil der Gewinner senkt sich im Gegensatz zu den Wetten ohne Buchmachermarge, während auch noch einige mit dem Nullsummenspiel zu den Verlierern gehören. Auf diese Weise gleicht es sich auch aus, nur eben mit einer zusätzlichen Marge in der Rechnung.

Die Buchmachermarge und die Wahrscheinlichkeiten

Die Wahrscheinlichkeit aller möglichen Ergebnisse eines Spiels addieren sich zu 100 Prozent. Das verteilt sich beim Fussball zum Beispiel so, dass es den Sieg der einen oder anderen Mannschaft geben kann oder auch ein Unentschieden. Jede dieser drei Ausgangsmöglichkeiten hat eine gewisse Wahrscheinlichkeit, die unter anderem auf den Stärken der Mannschaft beruht. Beispielsweise gibt es eine 50% Chance für Mannschaft A zu gewinnen, 30% für Mannschaft B und 20% für ein Unentschieden. So ergeben sich die 100%. Jede einzelne Wahrscheinlichkeit kann jetzt in eine Quote umgerechnet werden. 50% wird zu 2.00. Das bedeutet, dass der Tipper für 10€ Einsatz 20€ rausbekommen würde (der Einsatz entspricht in dem Fall dem Reingewinn).

Der Buchmacher allerdings arbeitet nicht mit den realistischen oder fairen Quoten, sondern packt noch etwas auf die Wahrscheinlichkeiten mit drauf, sodass die 50% Wahrscheinlichkeit beispielsweise zur Quote 1.95 wird. Auch die anderen Quoten fallen niedriger als die fairen Wettquoten aus und der Sportwetter bekommt weniger für die gleiche Wahrscheinlichkeit. Bei 10€ Einsatz ergibt Quote 2.00 10€ Reingewinn. Bei der Quote 1.95 nur noch 9,50€, womit der Verlust unter dem Einsatz liegt und auf lange Sicht ein Verlust entsteht, sofern die Wahrscheinlichkeiten identisch gesehen werden, wie der Buchmacher sie verteilt, bevor er die Marge abschlägt. Daher können nur einige Marktteilnehmer durch Ausnutzen von Value Wetten tatsächlich Gewinne einstreichen.

Kann man erfolgreich gegen einen besonders schlechten Wetter setzen?

Auf der einen Seite gibt es also einen kleinen Teil, der durch Values Gewinn machen kann. Dem steht ein anderer Teil entgegen, der konstant mit Anti-Values verliert und so für den Ausgleich sorgt. Jetzt scheint es doch eine interessante Taktik zu sein, immer gegen die Tipps der schlechten Wetter zu setzen. Gibt es den automatischen Gewinn nach Adam Riese? Nein, so einfach ist es nicht.

Es sprechen einige Gründe dafür, dass Gegentipps zu den schlechten Wetten keinen Gewinn generieren. Zunächst einmal gehen schlechte Wetter vielleicht pleite oder einfach vom Markt, weil sie schlecht sind. In der Regel merkt ein schwacher Marktteilnehmer, dass er Verluste macht und wird nicht ewig weitermachen. Entsprechend kann sich daraus keine Taktik für die Ewigkeit herausbilden. Dazu kommt, dass man so einen Tipper auch erst einmal entdecken muss. Wer viel verliert, geht normalerweise damit nicht hausieren. Wenn man doch jemanden entdeckt, ist die Frage, ob derjenige tatsächlich konstant schlecht setzt. Denn es kann auch purer Zufall sein, dass ein paar Wetten in Serie verloren gingen. Entsprechend wäre der Gegentipp auch nur auf Zufall aufgebaut und ziemlich unbrauchbar. Zudem bleibt das Problem mit der Marge des Buchmachers.

Das Gegenteil ist ein schlechter Ratgeber

Die Frage ist nun immer noch, ob es etwas bringt, das Gegenteil eines bestimmten Tipps oder Systems zu setzen? Die Antwort lautet im Grunde ganz einfach: Nein. Der Grund dafür wurde eigentlich schon weiter oben genannt, denn die Buchmachermarge lässt es nicht zu. Es gibt zwar einen Ausgleich von Gewinnen und Verlusten, die ja irgendwoher kommen müssen. Aber den Verlusten einer größeren Anzahl von Wettenden stehen nicht allein Gewinne anderer Kunde entgegen, sondern Gewinne des Buchmachers, der nicht von Luft und Liebe alleine lebt. Auswertungen haben gezeigt, dass die Verluste schlechter Tipper in der Regel geringer ausfallen, als die Marge des Wettanbieters. Sofern dies geschieht, würde der Gegenteil-Wetter ebenfalls im Minus enden. Das Gegenteil des einen Systems für nicht zum genauen Gegenteil der Erträge oder Verluste.
 

 

Fazit – Umgekehrtes Wetten bringt Verluste

Wer die tatsächliche Gegenquote finden möchte, muss die Gegenwahrscheinlichkeit ausrechnen. Das ist also im Falle von 60% Gewinnwahrscheinlichkeit für Mannschaft A gleich 40% für Mannschaft B. Entsprechend der Quotenrechnung (1 / Wahrscheinlichkeit) kann man so die dazu gehörigen Quoten errechnen. Das Problem ist allerdings, dass man die Wahrscheinlichkeiten des anderen nicht kennt. Um die Gegenwahrscheinlichkeit zu errechnen, braucht es dessen Wahrscheinlichkeit. Diese wird ein Verlierer aber kaum veröffentlichen. Hinzu kommt, dass man daher ja auch gar nicht weiß, wie der andere zu seinen Prognosen und Wahrscheinlichkeiten kommt und man ihn deshalb umso weniger gut einschätzen kann. Vielleicht basiert dessen System ja auch auf Würfelergebnissen, womit das Gegenteil so nutzlos wäre wie ein eigener Münzwurf.

Aufgrund der doch recht hohen Marge des Buchmachers in Höhe von meist gut 5-7 Prozent, ist es in der Regel nicht möglich, mit einfachen Wetten auf das Gegenteil erfolgloser Sportwetter selbst in die Gewinnzone zu gleiten.
 
Eine Übersicht über alle Sportwetten Empfehlungen, Wetttipps und Strategien finden Sie in unserem Artikel: Wettempfehlungen, Tipps & Strategien in der Übersicht