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Pokal/Cup

Sven Bender exklusiv zu 1860 – BVB: „Wenn Sechzig eine Chance hat, dann Freitagabend“

Münchner Drittligist trifft auf deutschen Vizemeister

Karl-Heinz Fischer  29. Juli 2022
Sven Bender 1860 - BVB Startalk
Wo einst alles begann: Sven Bender im Löwen-Trikot. (© IMAGO / WEREK)

Endlich ist es wieder so weit. Das runde Leder rollt demnächst wieder in den Fußballstadien Deutschlands, am Wochenende machen der DFB-Pokal und deutsche Supercup den Auftakt. Um mit uns vor allem den anstehenden Pokalkracher 1860 – BVB zu analysieren, haben wir zum Startalk Sven Bender eingeladen.

Einen Großteil seiner 265 Bundesligaspiele absolvierte er für den BVB, hinzu kommen sieben Länderspiele und eine Silbermedaille bei den Olympischen Spielen in Rio. Nach der aktiven Karriere kehrte Sven Bender in seine Heimat Brannenburg zurück und ist seither als Co-Trainer in der Jugendnationalmannschaft tätig.

Ausführlich haben wir uns mit Sven Bender über das Duell 1860 München gegen Borussia Dortmund gesprochen. Das komplette Interview gibt es wie gewohnt im „Wettbasis Sportwetten“ Youtube Channel unter „Beidfüßig Star Talk“ zu hören und zu sehen.


Ich freue mich, hier Sven Bender begrüßen zu können. Einer, der in der Bundesliga Geschichte geschrieben hat. Für 1860 München, für Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und natürlich auch für den TSV Brannenburg. Die Geschichte ist die: In der ersten Pokalrunde treffen jetzt zwei Vereine aufeinander, für die Sie lange gespielt haben. Das große Thema jetzt für Sie, Sie sind auch am Spielfeldrand als Experte dabei. Sportpolitisch müssen Sie jetzt natürlich korrekt antworten, aber für wen schlägt Ihr Herz noch mehr?

Sven Bender: „Das ist ganz schwierig zu beantworten, aber ich bin da in der komfortablen Situation, dass egal wer gewinnt, das Ergebnis am Ende für mich in Ordnung geht und ich mich freuen kann. Das gibt es ja auch nicht so häufig, dass das Herz eben noch für beide Seiten schlägt.“

Die Ausgangsposition ist natürlich relativ klar. Der Borussia Dortmund-Fan sagt, so viel sollte nicht passieren, bei den Sechzigern. Aber ich glaube, Sie wissen, dass genau das der falsche Ansatz sein könnte.

„Ich denke, dass das kein einfaches Spiel wird. Freitag Abend, Flutlicht im Grünwalder Stadion. Wenn Sechzig eine Chance hat im Pokal, dann dort. Das ist immer ein gefährliches Pflaster. Die Löwen haben auch einen guten Saisonstart gehabt. Ein Spiel mehr.

Von daher ist da schon der Wettbewerbscharakter da. Dortmund kommt da jetzt erst rein. Es ist ein gefährliches Spiel. Normalerweise sage ich auch, dass Dortmund, wenn sie es hoch fokussiert angehen, als Sieger vom Platz geht. Aber es gibt leichtere Aufgaben, als am Freitagabend im Grünwalder Stadion.“

Wie würden Sie das in Prozenten ausdrücken? Wie hoch ist das Potenzial einer Überraschung?

„Schwierig, das so genau festzulegen. Aber ich glaube, 1860 sollte sich dieser Chance durchaus bewusst sein, dass es immer möglich ist, auch wenn es schwer ist. Jeder kann über sich hinauswachsen. Die Chance ist relativ gering, aber sie ist da.“

1860 – BVB vor allem dank Fans gefährlich

Welche Waffen hat 1860 München, die für den BVB unangenehm sein können?

„Wie schon gesagt, den Freitagabend. Die Fans im Rücken, das ist eine ganz besondere Stimmung. Das ist ein Hexenkessel. Die Fans können ein entscheidender Faktor sein in diesem Spiel.

Sechzig sah in den Pokalspielen eigentlich immer relativ gut aus. Sie sind lange kompakt und gut gestanden. Je länger sie es schaffen, die Null zu halten, desto interessanter wird das Spiel und desto spektakulärer kann es vielleicht auch am Ende werden.“

Bei den Gästen ist Haaland nicht mehr dabei, das wissen wir ja alle. Aber auch der Nachfolger, Sebastien Haller, fällt aus. Hat Dortmund damit ein Mittelstürmer-Problem?

„Zunächst einmal wünsche ich ihm natürlich alles Gute und gute Besserung. Das ist das allerwichtigste. Die Gesundheit geht vor.

Was das sportliche betrifft, hat sich das jeder natürlich anders vorgestellt. Ob das Unruhe reinbringt, weiß ich jetzt nicht, aber es macht die Situation natürlich nicht leicher. Der Top-Stürmer ist gegangen, ein überragender Stürmer ist gekommen, der jetzt nicht zur Verfügung steht.

Sie müssen das als Team kompensieren und auffangen. Dass sie die Qualitäten haben, das weiß trotzdem jeder. Aber natürlich ändert das etwas an der Spielanlage und die Frage ist, wer kann es ersetzen. Vielleicht auch Adeyemi, ich weiß es nicht.“

Würden Sie auf Adeyemi als Mittelstürmer setzen? Ist ja eigentlich nicht seine Position.

„Ich bin zum Glück nicht der Trainer, der das entscheiden muss. Aber sie werden sich eine gute Lösung einfallen lassen.

Manchmal ist es vielleicht auch gar nicht verkehrt, einen Jungen ins kalte Wasser zu schmeißen und etwas zu versuchen, was vielleicht nicht seine bevorzugte Position ist. Aber wer weiß, vielleicht kann er auch da für eine Überraschung sorgen. Oder der Trainer hat eben eine andere Idee.“

Sie arbeiten jetzt dann als Experte neben Kathrin Müller-Hohenstein. Haben Sie schon schweißnasse Hände vor Aufregung?

„Wenn ich jetzt gerade hinfasse, hält sich das in Grenzen, aber natürlich ist das auch für mich Neuland. Trotz alledem freue ich mich darauf, gerade jetzt bei so einem Spiel 1860 – BVB.

Für mich würde es jetzt wahrscheinlich kein besseres Spiel geben, zum Einstand beim ZDF.“

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Karl-Heinz Fischer

Karl-Heinz Fischer

Alter: 37 Nationalität: Deutschland Lieblings-Wettanbieter: Sportwetten.de

Nach einem Publizistik-Studium und mehreren Jahren als Sportjournalist, wechselte Karl-Heinz in die Wett-Industrie. Dort wurde er nach mehreren Jahren von der Wettbasis abgeworben und ist seither ein wichtiges und fixes Teammitglied unserer Redaktion.

Karl-Heinz ist hauptsächlich für die Beidfüßig Expertengespräche aktiv, aber auch bei den Wettanbietervergleichen lässt er seine Expertise und Erfahrungen einfließen. Privat wettet Karl-Heinz gerne auf die deutsche Bundesliga, bevorzugt Systemwetten.   Mehr lesen