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Bundesliga-Wetten

Michael Rummenigge: „Heute würden Lahm & Schweinsteiger weggeschickt werden“

Karl-Heinz Fischer  22. Januar 2023
Michael Rummenigge
Michael Rummenigge gewährt Einblick in die Probleme der Jugendförderung im deutschen Fußball. (© IMAGO / MIS)

Der gebürtige Lippstädter Michael Rummenigge begann seine Karriere bei den Bayern, wo er gemessen an Titeln, seine erfolgreichste Zeit hatte, wechselte dann aber zu seinem Herzensverein Borussia Dortmund, was auch mit Bruder Karl-Heinz zu einigen Reibereien führte.

Im exklusiven Interview haben wir mit ihm über aktuelle Projekte, seine Anfänge im Profifußball und den anstehenden Umbruch gesprochen, der durch die Task-Force inklusive seinem Bruder Karl-Heinz Rummenigge angestoßen werden soll.

Im Rahmen des „Beidfüßig Star Talk“ auf unserem „Wettbasis Sportwetten“ Youtube Channel konnten wir in Erfahrung bringen, woran die Nationalmannschaft im Moment krankt und was sich in der Nachwuchsförderung wieder ändern muss.

Rummenigge über Bayern vs. BVB: „Halte immer zu Dortmund“


Willkommen zu einer neuen Ausgabe unseres Star Talks und da freue ich mich jetzt wirklich ungemein, einen dreimaligen deutschen Meister und zweimaligen Pokalsieger begrüßen zu dürfen. Hallo Michael Rummenigge.

Michael Rummenigge: „Hallo, ich grüße Sie.“

Herr Rummenigge, Sie blicken zurück auf eine richtig erfolgreiche Karriere als Bundesligaspieler. Da gehen wir natürlich drauf ein, aber zunächst mal in die Aktualität. Wie sieht denn Ihr Tagesablauf aktuell aus?

„Der sieht momentan eigentlich relativ ruhig aus, weil wir ja mit unserer Fußballschule erst wieder Ende März, Anfang April starten. Da bin ich dann jedes Wochenende unterwegs und in den Sommerferien sind wir bei unserer Ferien-Fußballschule auf Sylt. Auch ansonsten habe ich relativ viel zu tun.

Das heißt, mein Büro ‚Sports und Business‘ organisiert alles Mögliche rund um Fußball. Ich habe ja noch eine Spielerberater-Firma in Berlin, mit einem Partner zusammen. Firma ‚Trendsport Rummenigge‘ kümmert sich um den Bau von Klein-Spielfeldern, Multifunktionsplätzen, Fußballplätzen, Kunstrasenplätzen und immer mehr Padel-Tennis, was zu meinem zweiten Hobby geworden ist – neben Fitness.

Fußballspielen kann ich aufgrund meines Knies nicht mehr so richtig gut, oder mache ich auch nicht mehr. Aber Padel-Tennis ist eine super Sportart, die ich mindestens einmal pro Woche spiele. Bei uns in der Halle in Münster. Und das macht mir Riesenspaß. Ansonsten habe ich ja auch durch meine drei Söhne schon zwei Enkelkinder und uns geht es gut. Wir können nicht klagen.

Padel-Tennis ist eine Sportart die boomt, oder? Ich höre das von überall. Das muss super Spaß machen.

„Das ist eine Riesensportart. Zwei gegen zwei. Eine Mischung aus Tennis und Squash. Der Ball bleibt viel länger im Spiel als beim Tennis. Es gibt unglaubliche Ballwechsel.

Wir haben an der Säbener Straße für die Spieler einen Padel-Tennis-Platz. Ich weiß gar nicht, wie viele Plätze wir in den letzten fünf, sechs Jahren schon in Deutschland oder auch im Ausland gebaut haben. Das ist die kommende Sportart, wo man in Bewegung ist.

Der Ball ist im Spiel und man braucht keine große Erfahrung als Tennisspieler, mit ein bisschen Ballgefühl lernt man das relativ schnell und dann ist unglaublich viel Bewegung im Spiel. Jürgen Klopp hat ja gesagt, das ist für ihn die zweitschönste Sportart der Welt.“

Also Jürgen Klopp ist auch damit unterwegs. Haben Sie bei ihm im Garten schon einen Platz gebaut?

„Leider haben wir den nicht gebaut. Aber er hat in Liverpool am Trainingsgelände auch ein oder zwei Plätze gebaut. Das ist so ein bisschen Ausgleichssport, wie früher, wenn die Spieler Tennis gespielt haben. Da spielen sie heute Padel-Tennis.“

Okay, klingt spannend. Sie waren fünf Jahre bei den Bayern sehr erfolgreich, auch beim BVB, wenn auch nicht ganz so. Wenn die beiden Teams aufeinandertreffen. Für wen schlägt Ihr Herz?

„Nun, ich war sieben Jahre bei Bayern, davon ein Jahr Jugend noch. Das war eine tolle Zeit. Ich war sehr jung, siebzehn bis vierundzwanzig. Mein Herz schlägt aber für Borussia.

Da hatte ich früher immer Probleme mit meinem Bruder. Aber ich wohne jetzt hier in Dortmund seit 1988, mit zwei Jahren Unterbrechung, da waren wir in Japan. Lippstadt ist auch nicht so weit weg. Ich fühle mich als Dortmunder. Wir fühlen uns sehr wohl hier in der Stadt, haben sehr, sehr viele gute Freunde gefunden in den letzten 30 Jahren.

Der Klub ist mir ans Herz gewachsen und wenn sie gegeneinander spielen, halte ich immer zu Dortmund.“

Spieler-Stationen von Michael Rummenigge:

Verein Spiele Tore/Vorlagen
FC Bayern München 205 66/22
Borussia Dortmund 193 45/25
Urawa Red Diamonds 47 17/-

Aber dann sitzen Sie nicht neben Karl-Heinz, oder? Da ist ein Puffer dazwischen.

„Da ist ein Puffer dazwischen, der sitzt ganz woanders. Sonst würden wir uns auch in die Haare kriegen. Von daher halten wir das schon ein bisschen getrennt. Und das ist auch ganz gut so.

Das war besonders schwierig in den Jahren 2010 bis 2012, wo Dortmund das Double gewonnen hat. Das hat sich dann erst wieder ausgeglichen 2013, als Bayern das Triple gewonnen hat, in Wembley, im Champions League Finale.“

Das heißt, das Dortmunder Herz ist dann doch größer. Was würden Sie sagen, war Ihr größtes Erlebnis als Profifußballer? Was hat Sie emotional am meisten mitgenommen?

„Das war die Woche 1986, Werder Bremen gegen Bayern München, kurz vor Schluss geht der Ball an den Pfosten. Wir waren in den ganzen 33 Spieltagen nie an erster Stelle der Bundesliga, nur am 34. Spieltag, durch das bessere Torverhältnis.

Weil Stuttgart Bremen schlägt, werden wir Deutscher Meister. Diese Emotionen dort im Olympiastadion, mit diesen 75.000 Leuten am Radio, auf der Bank. Wir gewinnen 6:0 gegen Gladbach. Eine Woche lang wurde nur gefeiert und wir gewinnen dann auch noch das Pokalfinale 5:2.“

Ich war zufällig da. Natürlich schon fußballinteressiert, damals aber noch nicht als Journalist, sondern eben als interessierter Beobachter. Und es war Ihr Spiel. Doppelpack. Es lief alles.

„Ja, ich hatte eine super Saison, muss ich sagen. Dank Udo Lattek auch. Wir hatten eine tolle Mannschaft damals, eine tolle, eingespielte Mannschaft, mit einem guten Schnitt von jungen und erfahrenen, älteren Spielern. Lothar Matthäus war ja schon zwei Jahre in München. Also es war eine tolle, tolle Zeit, die wir hatten und 5:2, zwei Tore selber gemacht.

Eigentlich hätte ich nach dem Spiel zur WM nach Mexiko gemusst, aber der Franz hat gesagt: ‚Du bist jetzt 22, in vier Jahren hast Du immer noch Zeit.‘ Das ist so ein bisschen ein Knackpunkt meiner Fußballkarriere, dass ich leider nie an einer WM teilgenommen habe. Das ist leider dem Umstand geschuldet, dass Deutschland in den 80er und 90er Jahren Top, Top-Spieler hatte, die noch ein bisschen besser waren als ich.“

Dann waren Sie zum Abschluss Ihrer Karriere, wie übrigens Guido Buchwald auch, der hier unser WM-Experte war, bei Urawa Red Diamonds, also in Japan. Was hat Ihnen das gebracht?

„Es war eine tolle Zeit, muss ich sagen. Wir waren mit meiner Frau und unseren beiden jüngsten Söhnen. Marco und Calvin waren in der deutschen Schule eingeschult, der Kindergarten deutsch. Mal eine ganz andere Lebenseinstellung. Es gab da noch nicht das Internet. Es fing gerade mit Mobiltelefonen an. Man musste sich von Anfang an neu zurechtfinden.

Aber dieser Aufbau der Liga mit zwölf Mannschaften, überall wo wir hinkamen waren volle Stadien. Gary Lineker bei Nagoya, Zico spielte noch in der Liga, gegen den ich gespielt habe. Das waren tolle Erlebnisse. Wir haben dort zwei Jahre wirklich tolle, tolle Dinge kennengelernt. Die Japaner, die den Deutschen nicht so ganz unähnlich sind, was Fleiß und Pünktlichkeit anbelangt. Das war eine tolle, intensive Zeit, die ich nicht missen möchte.“

Rummenigge über WM: „Wenn man in der Vorrunde ausscheidet, rollen zwangsläufig Köpfe“

Jetzt haben Sie schon das Thema Weltmeisterschaft angesprochen. Wie es ausgegangen ist, wissen wir natürlich alle. Hansi Flick bleibt weiter Trainer. Oliver Bierhoff musste gehen. Sind das für Sie die richtigen Maßnahmen?

„Ja, Oliver Bierhoff war absehbar. Ich finde, es war ein guter Schritt, auch von Olivers Seite das selber zu tun. Nachdem wir ja 2018 schon das Debakel in Russland hatten und dann bei der Europameisterschaft auch ausgeschieden sind gegen England, war es glaube ich an der Zeit, dass wir zumindest auf dieser Position mal einen Wechsel herbeiführen.

Der DFB an sich ist ja der größte Verband der Welt, der mit diesen Dingen früher nie zu tun hatte, dass wir in der Vorrunde schon ausscheiden. Da rollen natürlich zwangsläufig Köpfe. Das Problem sehe ich nicht nur bei der Nationalmannschaft, sondern hauptsächlich auch in der Nachwuchsförderung.

Wir machen seit 27 Jahren Fußballschule. Wenn ich mir anschaue, wie die Talente wegbrechen… Wir haben kein Problem bei den 5- bis 12-, 13-jährigen, aber danach kommen immer weniger Spieler nach. Die Jungs und Mädchen wenden sich anderen Sportarten zu, haben andere Interessen.

Da müssen wir ansetzen. Gerade die Talentierten in den Vereinen zu halten und nicht, wenn einer mal nicht so super drauf ist, gleich zu wechseln und sie wegzuschicken.

Besonders in den Nachwuchsleistungszentren. Ich hatte jetzt erst ein interessantes Gespräch mit Hermann Hummels, der ja damals Jugendtrainer war bei Bayern München, der Schweinsteiger hatte, der Philipp Lahm hatte.

Wenn es danach gegangen wäre, was die heute machen, dann hätte Philipp Lahm niemals so eine Karriere machen können. Der ist nicht gewachsen, aber er war immer ein super Spieler und sie haben an ihm festgehalten. Und wir wissen alle, was für eine Karriere Schweinsteiger, aber auch Philipp Lahm gemacht haben. Und da müssen wir wieder ansetzen.“

Das heißt, wenn ich Sie richtig verstehe, hätte man sie nach den heutigen Kriterien damals beide weggeschickt und hätte gesagt, sie taugen nicht?

„Die hätte man beide weggeschickt.“

Und Hermann Hummels hat gesagt: „Nee, mache ich nicht mit.“

„Das mache ich nicht mit. Es gab ja immer drei, vier Abstimmungen, die regelmäßig gemacht wurden und die mussten immer einstimmig getroffen werden. Und Hermann Hummels hat immer gesagt: ‚Die bleiben da.‘

Bei Schweinsteiger war es sicher noch was anderes, weil er natürlich ein absoluter Top-Kreativspieler war. Aber Philipp Lahm war damals ein Abwehrspieler, rechte Seite, schon defensiver Mittelfeldspieler, kein großer Spieler, aber ein unglaublicher Spieler. Weltklasse Niveau. Um so einen Spieler wären wir froh, wenn wir den bei der WM auf der rechten Seite gehabt hätten. Und den wollten einige in der Jugendakademie, damals bei Bayern, wegschicken. Das hat Herrmann Hummels verhindert.

Genauso wie Hermann Gerland den Spieler damals, weil er bei Bayern nicht in den Kader passte, mit Felix Magath beim VfB Stuttgart für ein Jahr untergebracht hat. Denn solche Spieler müssen spielen und das würde heute gar nicht mehr stattfinden, weil man gar nicht mehr die Zeit für diese Spieler aufbringen würde, um sie zu fördern und zu entwickeln.

Ich glaube, wenn man Philipp Lahm heute nach Hermann Gerland oder Hermann Hummels fragt, dann würde er sagen, das waren sicherlich die wichtigsten Trainer, die die beiden hatten. Weil sie einfach auf sie gesetzt haben. Die haben gesehen, was diese Jungs können und was daraus geworden ist, wissen wir ja.“

Das heißt aber auch, das Konzept Nachwuchsleistungszentrum ist nicht tauglich.

„Doch, das ist tauglich. Das ist sogar gut. Es wurde 2000 installiert, nach dieser verkorksten EM.“

Nach dieser wahnsinnigen EM, als Deutschland 0:3 gegen eine B-Elf Portugals verloren hat.

„Bei dem Spiel war ich und habe mich dann für Deutschland auch geschämt. Aber dann kam das Umdenken. Dann wurde Rudi Völler Nationaltrainer.

Damals gab es dann auch eine Task Force mit Karl-Heinz und vielen anderen aus dem DFB und da wurden die Nachwuchsleistungszentren ins Leben gerufen. Daraus resultierte der WM Titel 2014. Natürlich mit diesen Spielern, die damals kamen. Die Besten der Besten aus Deutschland.

Aber wir müssen wieder dahin kommen, dass wir die Kinder, sind ja noch Kinder, die Spieler, die Jugendlichen, beim Fußball halten und nicht immer nur stereotyp nach Taktik spielen lassen. Fußball ist ein ganz einfaches Spiel: Tore schießen und Tore verhindern. Das muss man wieder in die Köpfe kriegen.

Wenn ich sehe, dass 12.000 Hütchen auf dem Platz aufgebaut werden und welche Übungen dann gemacht werden… Das gehört alles dazu. Aber lasst sie Fußball spielen und das, wenn’s geht, mittlerweile auch individuell.

Wir sehen es an dem großen Problem: Wir haben keinen Mittelstürmer mehr in Deutschland. Die Letzten war, glaube ich, Mario Gomez oder Miroslav Klose. Deutschland war immer das Land der Mittelstürmer. Jetzt haben wir Niclas Füllkrug, der einzige Deutsche, den man da vorne reinstellen kann.

Da muss man sicherlich Hansi Flick den Vorwurf machen, dass er Niclas Füllkrug gegen Costa Rica, wo du Tore brauchtest, oder auch im zweiten Spiel gegen Spanien, nicht eingewechselt oder von Anfang an hat spielen lassen.

Aber ansonsten kann Hansi Flick auch nichts dafür, denn er ist darauf angewiesen, was ihm aus der Bundesliga oder aus dem internationalen Fußball an deutschen Spielern angeboten wird. Ich sehe das wirklich in der Saison, wenn wir unterwegs sind. Wir müssen wieder den Mittelstürmer haben, wir müssen wieder den Verteidiger haben, den defensiven Mittelfeldspieler und den kreativen Zehner. Das brauchen wir wieder, damit wir in den nächsten Jahren Deutschland wieder in die Weltspitze zurückzuführen.

Denn wir sind nicht mehr Weltspitze. Das haben die letzten beiden Weltmeisterschaften und Europameisterschaften gezeigt. Hansi Flick kann nur die Spieler bringen, die er auch zur Verfügung hat. Das, finde ich, macht er ganz gut.“

„Keine Probleme bei Offensivspielern“

Dann kommen wir zum Thema Europameisterschaft im eigenen Land, wie es immer so schön unterstrichen wird. Die ist in anderthalb Jahren. Welche Chancen hat denn da die deutsche Nationalmannschaft? Gar keine?

„Doch, als Heimteam hat man immer große Chancen. Man hat das ja gesehen bei der letzten Europameisterschaft in England. Man muss wieder die Verbindung herstellen zwischen Verband, Mannschaft, Team und den Fans.“

Aber wie geht das? Die Fans sind verloren.

„Die Fans sind ein bisschen verloren gegangen. Es wurden von den Medien aber auch eine große Katar-Schelte betrieben. Wenn man dann die WM spielt, dann muss man sich auf den Fußball konzentrieren, das war meine Devise. Ich habe viele Spiele gesehen, nicht alle, aber viele Spiele.

Das geht nur mit gutem Fußball und mit Siegen. Und mit einer Nahbarkeit, die wir natürlich auch verloren haben in den letzten Jahren. Das muss man auch sagen. Wir haben keine Probleme in Deutschland bei Offensivspielern, außer beim Mittelstürmer. Wir haben Gnabry, wir haben Sane, wir haben Havertz, wir haben Wirtz, wir haben Musiala.

Aber wir haben wirklich das Problem in dieser Generation, dass wir nicht die Abwehrspieler haben, die wir eigentlich bräuchten. Im Tor hatten wir ja noch nie ein Problem. Da haben wir Neuer, wenn er zurückkommt, da haben wir ter Stegen, da haben wir Trapp. Da sind wir gut aufgestellt. Aber wir haben davor, bei Innenverteidigern, rechten und linken Verteidigern, großen, großen Nachholbedarf.

Es wird schwierig, in anderthalb Jahren eine Topmannschaft aufzustellen, die diese Erwartungen erfüllt. Aber durch die Heim-EM haben wir einen großen Vorteil: Wir können die Leute wieder mitnehmen, abholen. Dafür müssen wir eine Euphorie entfachen. Da bin ich ganz optimistisch und zuversichtlich, dass Hansi Flick das auch hinkriegt.“

Wer sind die Spieler, die vorangehen werden? Ihrer Meinung nach?

„Es müsste ein Gnabry sein. Das muss ein Havertz sein. Das müssen die Spieler sein. Ich weiß nicht, ob man Thomas Müller nochmal nominieren sollte. Thomas Müller ist ja mittlerweile auch 34 oder 33, in anderthalb Jahren ist er 35, 36. Ich finde, man sollte konsequent auf einen Neuanfang setzen. Das heißt, sich auf die jungen Spieler zu konzentrieren und auffüllen mit erfahrenen Spielern, die wir natürlich in Deutschland nach wie vor haben.

Aber wie gesagt, es ist schwierig für Hansi Flick, sich Spieler zu backen, insbesondere Abwehrspieler zu backen. Da glaube ich stecken wirklich die größten Probleme des deutschen Fußballs, dass wir nicht so eine Super, Super-Abwehr haben.“

Dann kommen wir zur Task Force, die ja gegründet wurde, um etwas in Bewegung zu setzen. Ihr Bruder Karl-Heinz ist ja dabei. Fehlt Ihnen da jemand in dieser Task Force, oder ist das alles so richtig besetzt?

„Zunächst mal sind das die Leute, angefangen mit Matthias Sammer, Oliver Kahn, Aki Watzke, Neuendorf, meinem Bruder und Rudi Völler, die eine Erfahrung im Fußball haben wie kein anderer. Ich muss immer schmunzeln, wenn da gewisse Namen genannt werden. Diversität… Freunde, wir haben nicht mehr so viel Zeit, die EM ist in anderthalb Jahren.

Wir müssen jetzt erst mal einen vernünftigen Nachfolger finden für Oliver Bierhoff. Diese Position kann auch auf zwei Personen aufgeteilt werden. Mein persönlicher Favorit für den sportlichen Bereich ist Sami Khedira, den ich gar nicht persönlich kenne, aber aufgrund seines Auftretens, er hat bei der ARD während der WM auch einen guten Job gemacht hat, als Beispiel für ideal halte.

Wer dann für den administrativen Bereich zuständig ist, sprich für die U-Mannschaften, da muss man schauen. Aber ich bin mir ganz, ganz sicher, dass da eine vernünftige Lösung gefunden wird beim DFB, mit diesem Gremium, die alle auch mittragen werden, und dass alle zu einem Schulterschluss kommen werden, um dann den deutschen Fußball dahin zu führen, wo er nämlich hingehört, in die Weltspitze. Und da waren wir leider die letzten Jahre nicht zu finden.“

Das nenne ich doch mal Schlussworte nach einem anregenden und tollen Gespräch. Michael Rummenigge, vielen Dank dafür. Wer Deutscher Meister wird, die Champions League usw. haben wir schon besprochen, in unserem Bundesliga Special. Vielen Dank und viel Spaß. Bis zum nächsten Mal.

„Bis zum nächsten Mal. Danke sehr.“

Interview: Carsten Fuß


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Karl-Heinz Fischer

Karl-Heinz Fischer

Alter: 37 Nationalität: Deutschland Lieblings-Wettanbieter: Sportwetten.de

Nach einem Publizistik-Studium und mehreren Jahren als Sportjournalist, wechselte Karl-Heinz in die Wett-Industrie. Dort wurde er nach mehreren Jahren von der Wettbasis abgeworben und ist seither ein wichtiges und fixes Teammitglied unserer Redaktion.

Karl-Heinz ist hauptsächlich für die Beidfüßig Expertengespräche aktiv, aber auch bei den Wettanbietervergleichen lässt er seine Expertise und Erfahrungen einfließen. Privat wettet Karl-Heinz gerne auf die deutsche Bundesliga, bevorzugt Systemwetten.   Mehr lesen