Enthält kommerzielle Inhalte

Bundesliga-Wetten

Daniel Baier über Max Kruse: „Wir verlangen nach diesen Typen“

Karl-Heinz Fischer  1. September 2022
Daniel Baier Startalk
Daniel Baier spricht mit uns über aktuelle Themen der Bundesliga vor dem 5. Spieltag. (© IMAGO / ULMER Pressebildagentur)

Der gebürtige Kölner Daniel Baier erlebte seine besten Zeiten als Fußballer in Bayern. Die ersten Schritte im Profibereich machte er bei 1860 München. Von dort aus ging es für den 6-er über Wolfsburg nach Augsburg, wo über 250 Spiele in der Vita stehen.

Trotz eines noch laufenden Vertrages wurde dieser im Juli 2020 in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst und Daniel Baier beendete seine aktive Karriere im Herbst desselben Jahres. In seiner Saison bei den Wölfen wurde Baier trotz Leihe Deutscher Meister. Mit den Fuggerstädtern feierte er zudem den Aufstieg in die 1. Bundesliga.

Im exklusiven Interview haben wir mit ihm über seine Tätigkeit beim VfL Wolfsburg, seine Anfänge und die Ambitionen von 1860, die Zeit in Augsburg und die Winter-WM gesprochen. Bei einer kurzen Runde „Geschüttelt oder Gerührt“ konnten wir unserem Stargast im Rahmen unseres „Beidfüßig Star Talk“ auf dem „Wettbasis Sportwetten“ Youtube Channel dann noch etwas auf den Zahn fühlen.

Der Experten-Tipp zu Augsburg, Union und Wolfsburg

Zum heutigen Star Talk begrüßen wir Daniel Baier, von allen nur „Dani“ genannt, der eine Bundesliga Legende ist, das darf man in dem Zusammenhang schon sagen. Denn sehr lange dabei, speziell für den FC Augsburg. Hallo Dani.

Daniel Baier: „Ich grüße Sie, ich freue mich, da zu sein.“

Wir starten gleich mit der Partie Augsburg gegen Hertha, was am 5. Spieltag bereits ein Abstiegskracher ist. Wie muss man da reingehen?

Daniel Baier: „Tja, wie muss man da reingehen? Ich finde es schon interessant, oder auch witzig, dass man nach vier Spielen schon von ‚richtungsweisenden Spielen‘ spricht. Wenn letzte Woche Bayern gewinnt, dann sind sie schon durch und Meister. Genau so ist es jetzt auch kein Abstiegskracher.

Es sind Mannschaften, die wissen, dass sie wahrscheinlich unten mit dabei sind, die nicht gut in die Saison gestartet sind. Von daher ist es ein sehr wichtiges Spiel für beide Mannschaften, aber deshalb wird sich an der Herangehensweise der letzten Wochen nichts ändern.

Für beide ist es aber ein wichtiges Spiel, wo man bei der Hertha auf jeden Fall schauen wird, dass man die ersten drei Punkte auf dem Konto hat. Augsburg möchte auf der anderen Seite den ersten Heimsieg feiern.“

Gegen den vermeintlich stärksten Gegner, Leverkusen, hat Augsburg gewonnen. Woran liegt das und wie schätzen Sie den Saisonstart ein?

„Gegen Leverkusen waren sie der klare Außenseiter. Sie haben noch nie in Leverkusen, oder generell gegen Leverkusen gewinnen können. Ich selbst habe das oft genug versucht, aber nie geschafft. Daher war der Druck auf der anderen Seite.

Ehrlicherweise muss man sagen, dass man das Spiel zum Schluss sehr glücklich gewonnen hat, denn Leverkusen hatte viele hochkarätige Chancen. Sie haben sie nicht genutzt und Augsburg hat eiskalt zugeschlagen.

In den anderen Spielen mussten sie mehr das Spiel selber machen und das liegt ihnen aktuell nicht so sehr. Deshalb bin ich gespannt, wie es am Wochenende aussehen wird, denn Augsburg tut sich schwer das Spiel zu machen.

Mit dem neuen Trainer haben sie aber einen, der das angehen will, der auch mehr Ballbesitz haben will. Das muss aber erst einmal reifen und ich bin gespannt, wann das die ersten Früchte trägt.“

Sprechen wir über Union Berlin gegen Bayern München. Warum ist das jetzt auf einmal ein Spitzenspiel?

„Weil es, auch für mich überraschend, Union Berlin seit drei Jahren überragend macht. Ich weiß nicht, was die da unter der Woche im Training machen, oder ob Urs Fischer irgendwelche Kräfte hat.

Aber er hat ein Team zusammengebastelt, wo jeder weiß, was er für den anderen tun muss. Und das bringen sie Woche für Woche auf den Platz. Das ist echt beeindruckend.

Auch, dass man immer wieder Spieler dazu holt, aus einer 2. Liga, aus einer unbekannten Liga, die nur wenig andere Mannschaften auf dem Schirm hatten. Mein bestes Beispiel ist Rani Khedira, der in Augsburg nicht mehr, in Anführungsstrichen ‚gewollt‘ wurde. Der dann bei Union absoluter Führungsspieler ist und das Woche für Woche überragend macht.“

Da ist etwas zusammengewachsen und es macht wirklich Freude, den Jungs zuzuschauen. Ohnehin bin ich Fan der Alten Försterei, mit ihren Fans. Es ist unglaublich dort zu spielen und macht sehr viel Spaß. Auch wenn es ein altes Stadion ist, nicht zu vergleichen mit den neuen, modernen Arenen, macht es viel Freude Union Berlin da zuzuschauen.

Über Bayern München brauchen wir nicht reden, das ist die beste Mannschaft, die wir in Deutschland haben.“

Mit dem VfL Wolfsburg sind Sie Deutscher Meister geworden. Dementsprechend noch ein paar Fragen zu den Wölfen: Zum Saisonstart rumpelt es da auch ein bisschen. Gegner am 5. Spieltag ist der 1. FC Köln, platzt da der Knoten?

„All jene, die für Wolfsburg die Daumen drücken, hoffen das natürlich. Natürlich wird auch das wieder ein schweres Spiel, wie jedes Spiel in der 1. Bundesliga.

Man hatte jetzt am Anfang zu Hause mit Werder Bremen und Schalke zwei Aufsteiger, da rennt man den Punkten jetzt hinterher. Man wusste, dass es keine typischen Aufsteiger sind, sondern Traditionsmannschaften. Gerade Bremen hat es in der Saison sehr gut gemacht.

Mit Köln kommt die nächste Mannschaft, die sehr unangenehm zu spielen ist und die sehr viele Fans mit ins Stadion bringen wird. Natürlich muss es aber der Anspruch des VfL Wolfsburg sein, solche Heimspiele zu gewinnen.

Zuletzt haben sie das nicht geschafft, deshalb liegt viel Druck auf diesem Spieltag. Aber jede Mannschaft hat jede Woche Druck in der Bundesliga, und das ist auch gut so. Das muss so sein. Aber es wird jetzt Zeit für den VfL Wolfsburg, die ersten drei Punkte einzufahren. Das ist ganz klar.

Zu dieser Mannschaft gehört natürlich auch Max Kruse, der immer wieder kontrovers diskutiert wird. Wie sehen Sie das?

„Nun, wir verlangen alle diese ‚Typen‘. Das ist ja ganz klar. Max ist jemand, der seine Meinung sagt, was ich überragend finde. Jemand, der eine überragende Qualität auf dem Platz hat.

Wenn man aber so einen Spieler hat, gibt es wiederum andere Leute, die das kritisieren. Deswegen ist das immer ein zweiseitiges Schwert. Einerseits verlangen wir immer solche ‚Typen‘, wenn aber dann jemand seine Meinung sagt, dann passt es auch wiederum vielen Leuten nicht.

Es ist wichtig, was der Verein will, was der Trainer von ihm fordert. Wenn das alles im Rahmen ist und der Spieler am Wochenende, und unter der Woche, seine Leistung bringt, das zeigt, was der Trainer von ihm verlangt, dann finde ich das alles in Ordnung. Das sollte beurteilt werden, die Leistung auf dem Platz.

Max hat bisher nicht so viel gespielt, letztes Wochenende zum ersten Mal von Anfang an. Das muss beurteilt werden und alles andere ist irgendwo auch eine private Geschichte.

Er weiß natürlich, dass ihm das auch um die Ohren fliegen kann, dass da viele Leute genau hinschauen und er sich dadurch auch angreifbar macht. Aber er ist ein Typ, der das wegstecken kann und den das auch wenig interessiert.

Von daher finde ich das in Ordnung und wichtig ist, wie gesagt, die Leistung am Wochenende.“

Und die Diskussion um sein Übergewicht?

„Das gehört ja genau dazu. Ein Fußballer, oder Sportler generell, muss schauen, dass er in einer Top-Verfassung ist. So dass er in der Bundesliga körperlich und mental so performen kann, damit er in Topform ist. Und wenn Max meint, er ist in Topform und trainiert genug, dann muss am Ende am Wochenende der Trainer entscheiden, ob das reicht oder nicht.

Ob er dann Übergewicht hat, oder nicht, können alle anderen beurteilen. Wenn er aber seine Leistung bringt, ist das in Ordnung.

Die Frage ist: Ist er gerade in Top-Form? Und wenn er jetzt erst das erste Mal von Anfang an gespielt hat, dann ist er das anscheinend nicht und das ist alles worum es geht, finde ich, als Außenstehender.


Star Talk mit Daniel Baier

Sie sind nach wie vor in Augsburg. Das weiß ich. Was machen Sie sonst so in Ihrem Leben?

„Ja, ich bin in Augsburg. Wir leben hier mit der Familie. Ich habe zwei Töchter, die fühlen sich hier wohl. Die gehen zur Schule. Meine Frau und ich lieben die Stadt genauso. Und ich bin seit Juli im Scouting vom VfL Wolfsburg.

Davor war ich beim FC Augsburg. Es sind super Erfahrungen, da mal ein bisschen reinzuschnuppern, mal eine andere Seite vom Fußball kennenzulernen, die Jungs jetzt mal zu beurteilen, anzuschauen und darüber zu reden. Sehr, sehr interessant. Und wie gesagt, ich habe das Glück, jetzt hier die Region Süddeutschland, Österreich, Schweiz mehr oder weniger abzudecken, so dass ich auch in Augsburg weiterhin leben kann.“

Wunderbar. Ihr Profi-Debüt haben Sie für 1860 München gegeben. Wie sind Ihre Erinnerungen daran?

„Ja, in dem Stadion, das hinter Ihnen ist. Wenn ich es richtig sehe, ist es das Olympiastadion in München. Ich war damals ja eingewechselt worden. Ich glaube sogar für Benny Lauth, meinen Kumpel und ehemaliger Nationalmannschaftsspieler.“

Spieler-Stationen von Daniel Baier:

Verein Spiele Tore/Vorlagen
TSV 1860 München 116 3/24
VfL Wolfsburg 18 -/-
FC Augsburg 355 8/25

Wie hat das reingepasst? Musste auf Defensive umgestellt werden.

„Ja, genau. Das war dann so die letzten Minuten, da durfte ich es noch über die Zeit retten. Der Benny hatte es wahrscheinlich schon entschieden gehabt und ich durfte es dann noch irgendwie über die Zeit retten.“

Oder verbaseln, das müssen wir jetzt noch mal nachschauen.

„Nee, ich glaube, da ist nicht mehr groß was passiert. Von daher erinnert man sich natürlich gerne dran. Ist was ganz Besonderes und aber schon lange, lange her.“

Wie ist denn Ihre Verbindung noch zum Club?

Zu 1860 ehrlich gesagt wenig. War da ja drei Jahre in der Jugend und dann vier Jahre in der Bundesliga. Wir sind ja gleich im ersten Jahr leider abgestiegen und dann haben wir es zwei, drei Jahre versucht, direkt wieder hochzukommen. War knapp, aber wir haben es nie wirklich geschafft. Einmal wurden wir, glaube ich, Vierter.

Von daher ist es ja so, dass ich sage: Mein Jugendverein und auch der erste Verein wo ich Profi geworden bin. Aber ich kenne da wirklich auch gar keinen mehr. Günther Gorenzel ist zwar jetzt da der sportliche Leiter, der war dann damals mein Co-Trainer, aber ansonsten, außer dem Zeugwart, glaube ich, gibt es da keinen mehr, den ich kenne.“

Jetzt stehen die Löwen, um das kurz abzuschließen, in der dritten Liga an der Tabellenspitze. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die aufsteigen?

„Ist halt noch sehr, sehr früh in der Saison. Und ich weiß, die Euphorie ist riesig. Wenn du vier Spiele in Folge gewinnst, dann bist du schon für jeden Fan aufgestiegen. Ist ganz klar. Ich hoffe einfach, dass Sie das richtig einordnen können, dass Sie da die Ruhe auch bewahren. Es ist einfach eine sehr, sehr lange Saison, wo viel passieren kann.

Sie haben es letztes Jahr genauso gesehen und da war es nur umgekehrt. Da sind sie zum Schluss noch mal rangekommen, glaube ich. Ich würde dem Verein wünschen, dass Ruhe drin ist in der Führungsetage, dass die Fans da mit in eine Richtung gehen und dass sie einfach so lange wie möglich da eine gute Rolle spielen.

Man sieht jetzt auch an Kaiserslautern, solche Vereine gehören mindestens in die zweite Liga. Mit den Fans und mit der Historie wird sich, glaube ich, jeder Fußballfan auch wünschen, dass die Löwen da irgendwo wieder zurückkommen in die zweite oder Erste Bundesliga.“

Am Wochenende spielen die gegen den MSV Duisburg, wie wird es da ausgehen?

„Ja, ich hab’s gesehen und auch überlegt, es mir anzuschauen.“

Ich bin da. Ich werde da sein.

„Vielleicht sieht man sich dann dort. Ja, ich glaube, dass die Löwen so heimstark sind. Deswegen werden sie jetzt nach dem ersten Unentschieden am Wochenende gegen Viktoria Köln das Heimspiel für sich entscheiden und weitermarschieren.“

Okay, das war jetzt übrigens die falsche Antwort. Ich bin nämlich MSV Duisburg Fan. Aber gut, ich lasse das mal so durchgehen.

„Die Streifen weiß und blau, ja auch ein Traditionsverein, da habe ich schon oft gespielt, in der zweiten und auch in der Bundesliga. Habe die Doku gesehen. Auch schwere Zeiten für so einen Traditionsverein. Ganz klar.“

Wir hatten nur schwere Zeiten. Also vom Glück geküsst, das geht anders. Aber macht nichts. Sie kennen das selbst.

„Ja, absolut.“

Daniel Baier als Wolfsburg-Scout: „Ein Unterschied, ob man auf dem Platz steht, oder auf der Tribüne sitzt.“

Jetzt sind Sie beim VfL Wolfsburg, wie Sie gesagt haben, Scout. Wie muss man sich den Alltag da vorstellen?

„Jetzt fangen dann auch die Champions League Spiele und Youth League Spiele an. Man ist eigentlich viel unterwegs, gerade am Wochenende. Unter der Woche, arbeitet man die Geschichten auf, schaut auch Videos und schreibt seine Berichte. Und am Wochenende, wenn dann die Spiele sind, ist man auf der Autobahn oder on Tour und versucht so viele Spiele wie möglich einfach abzudecken und zu schauen.

Macht wirklich Spaß, auch gerade mal wieder viele U19, U17 Spiele anzuschauen. Da erinnert man sich an seine eigene Zeit zurück, wie alles angefangen hat. Man hat damals als Spieler auch nie so auf dem Schirm gehabt, dass da wirklich jedes Spiel, auch irgendwelche Scouts auf der Tribüne sitzen.

Man hat sich über irgendwelche Verhaltensweisen auch keine Gedanken gemacht. Darauf schaut man ja jetzt auch und das ist dann schon ein Unterschied, wenn man dann auf dem Platz steht oder oben auf der Tribüne sitzt.“

Jetzt ist der VfL Wolfsburg, für den Sie ja arbeiten, nicht dafür bekannt, dass er viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs rekrutiert, für die erste Mannschaft? Soll das mit Daniel Baier anders werden oder mit welchen Maßgaben sind Sie jetzt unterwegs? Klar, als Scout haben Sie jetzt keine Aufgaben im Jugendbereich. Aber es gibt natürlich auch finanzielle Vorgaben dabei.

„Das soll schon ein Ziel sein, dann auch gerade junge Top-Talente zu sehen, zu erkennen und die vielleicht für den VfL Wolfsburg zu gewinnen, um ihnen auch einen Weg aufzuzeigen, was wir mit den Jungs vorhaben. Natürlich ist das von jeder Mannschaft, von jedem Team das Ziel, dass irgendwelche jungen Spieler da aus der Akademie kommen.

Aber das ist natürlich auch immer schwer, weil einfach der Druck auch groß ist. Jetzt gerade am Anfang der Saison. Wer lässt dann gleich einen 17-, 18-jährigen von Anfang an spielen oder in der Bundesliga spielen, wenn man weiß, am Wochenende müssen wir das Spiel gewinnen.

Das ist halt immer auch eine Philosophie eines Vereins und ein Spagat, den auch ein Trainer hinkriegen muss. Aber das ist schon ein Ziel, gerade vom VfL Wolfsburg auch, junge Spieler an den Verein zu binden, die wir wieder in der Bundesliga sehen.“

Jetzt erinnere ich mich, dass Sie nach Ihrem Karriereende angekündigt haben, auch Richtung Trainer zu gehen. Wie ist da der aktuelle Stand? Trainerscheine schon gemacht oder noch in der Ausbildung?

„Ehrlich gesagt wollte ich meinen Trainerschein machen, wollte mich auch, oder habe versucht, mich anzumelden. Aber das war wirklich kompliziert, gerade in der Corona-Zeit, wo ich das angegangen bin. Es gab dann auch nur eine bestimmte Anzahl von Plätzen. Und da ich einfach die Trainerscheine machen wollte, nur für mich, rein interessehalber, aber mir nicht vorstellen kann, an vorderster Front zu stehen und Trainer zu werden, habe ich das jetzt erst mal hinten angestellt.

Also ich möchte das auf jeden Fall noch machen, die Scheine, obwohl ich mir nicht persönlich vorstellen kann, dass ich mal ein Trainer werde. Co-Trainer vielleicht, aber jetzt nicht an vorderster Front. Aber rein interessehalber möchte ich auf jeden Fall so viel Einblick in den Fußball bekommen und da natürlich auch dann die Trainerscheine oder ‚das Trainersein‘ an sich mal genauer anschauen.“

Bei Augsburg waren Sie tatsächlich ja auch eine Ikone. Gab es zu dieser Zeit schon mal Angebote von anderen Vereinen, wo Sie gezuckt haben?

„Also zu meiner aktiven Zeit, ja. Gerade zu unserer Euro-League Saison, wo wir zwei sehr, sehr gute Jahre hatten. Das waren auch mit meine besten Jahre. Da gab es schon die eine oder andere Anfrage. Auch wo ich sage: Eigentlich müsste man sich das mal anhören, weil du dann auch wirklich in der Champions League spielen kannst.“

Wir hören so gerne Namen, Daniel Baier, die wir hören so gerne Namen.

„Das habe ich in meiner Karriere, glaube ich, immer gut gemacht, dass ich darüber nicht gesprochen habe. Es bringt mir nichts, das bringt den anderen Vereinen nichts. Die haben dann auch andere Pläne und andere Spieler dann vielleicht auf dem Zettel, wenn jemand anders absagt.

Ich glaube, es ist auch kein guter Stil, auch jetzt im Nachhinein nicht. Sich dann hinzustellen und zu sagen, ich hätte aber da und da gehen können. Das bringt mir jetzt in meiner Karriere auch nichts. Wichtig war für mich, dass es anerkannt worden ist, auch von solchen Vereinen, dass man eine gute Arbeit gerade leistet, dass es Interesse gibt.

Aber ich muss auch ehrlich sagen, es war relativ schnell klar, mit meiner Family, mit meinen Beratern, dass ich da jetzt nicht irgendwie näher darauf eingehen muss. Weil ich mich einfach in Augsburg so wohlfühle, so verbunden gefühlt habe, dass ich happy bin, wie es gelaufen ist und dass ich meine Karriere dann im Endeffekt in Augsburg auch beendet habe.“

Über DFB-Chancen in Katar: „Die Konkurrenz ist groß, aber ich traue unserer Mannschaft sehr, sehr viel zu“

Jetzt beginnt in wenigen Monaten die WM in Katar. Wie sehen Sie die Chancen der Deutschen Mannschaft?

„Eigentlich sehe ich sie sehr, sehr gut. Ich glaube, gerade mit Hansi Flick haben wir einen neuen Trainer bekommen, der da neue Aufbruchstimmung erzeugt hat, der da gerade auch mit viel Selbstvertrauen an diese Sache herangeht.

Was er bei Bayern München geleistet hat und gewonnen hat, ist natürlich außergewöhnlich. Und von daher kann ich mir vorstellen, dass wir wirklich um den Titel mitspielen werden. Und natürlich auch alleine von der Qualität, die wir in Deutschland haben, ist es sensationell.

Aber in so einem Turnier, da liegt es dann auch irgendwo an Kleinigkeiten, wenn man in K.O.-Spiele geht. Von daher ist die Konkurrenz groß. Aber ich traue unserer Mannschaft, gerade mit Hansi Flick sehr, sehr viel zu.“

Wunderbar. Ich bedanke mich für dieses tolle Gespräch, Dani Baier und viel Erfolg und viel Spaß weiterhin in Augsburg und wo immer Sie unterwegs sind.
„Danke Ihnen, hat mich gefreut. Alles Gute und Grüße nach München.“

„Geschüttelt oder Gerührt“ mit Daniel Baier

Dani noch mal schnell zu Ihnen und zu unserem Spiel. Welchen James Bond finden Sie am besten?

„Also ich muss jetzt zu meiner Schande sagen, ich schaue die James-Bond-Filme, aber ich bin jetzt da kein Fan und könnte Ihnen natürlich irgendeinen Titel sagen. Aber es wär gelogen, wenn ich sage, dass das mein Lieblings-James Bond wäre.

Aber Sie kennen den Spruch von James Bond: geschüttelt oder gerührt?

„Den Martini. Den kenne ich ja.“

Den Martini kennen Sie und das machen wir auch ganz gerne mit unseren Gästen. Deshalb fangen wir gleich damit an: Kölsch oder Weizen.

„Kölsch.“

Helene Fischer oder David Guetta?

„Helene Fischer war meine Kleine, die ist jetzt auch gerade Helene Fischer Fan. Von daher nehme ich die Helene.“

Weinzierl oder Magath?

„Auch schwer. Als aktiver Spieler hätte ich sicher Weinzierl gesagt, weil die Zeit da leichter war und schöner war. Im Nachhinein habe ich Felix Magath viel zu verdanken und bin froh, dass ich ihn gehabt habe. Weinzierl aber, weil ich mit ihm auch den größten Schritt persönlich gemacht habe. Und deswegen gehe ich mit Markus.“

Okay, Meisterfeier mit Wolfsburg oder Wiesn in Aschaffenburg.

„Da ich bei der Meisterfeier in Wolfsburg in Augsburg war, weil ich da ausgeliehen war, würde ich natürlich die Wiesen in Aschaffenburg sagen. Auch da gibt es keine richtige Wiesn. Da gibt es ein Volksfest mit einem Zelt.“

Aber das kennen Sie.

„Das kenne ich, aber nicht mit Tracht und so, wie man es vielleicht auf irgendwelchen Volksfesten und natürlich von der richtigen Wiesen kennt. Also von daher würde ich mich für die Meisterfeier in Wolfsburg entscheiden, auch wenn ich nicht da war an dem Tag.“

Winter Grillen zur WM oder Strandurlaub im Süden.

„Strandurlaub im Süden.“

Das war’s schon. Danie Baier nochmal vielen Dank und auf bald. Hat gar nicht wehgetan, oder?

„Nein, überhaupt nicht. Ja gerne.“

Interview: Carsten Fuß


Passend zu diesem Artikel:

Karl-Heinz Fischer

Karl-Heinz Fischer

Alter: 37 Nationalität: Deutschland Lieblings-Wettanbieter: Sportwetten.de

Nach einem Publizistik-Studium und mehreren Jahren als Sportjournalist, wechselte Karl-Heinz in die Wett-Industrie. Dort wurde er nach mehreren Jahren von der Wettbasis abgeworben und ist seither ein wichtiges und fixes Teammitglied unserer Redaktion.

Karl-Heinz ist hauptsächlich für die Beidfüßig Expertengespräche aktiv, aber auch bei den Wettanbietervergleichen lässt er seine Expertise und Erfahrungen einfließen. Privat wettet Karl-Heinz gerne auf die deutsche Bundesliga, bevorzugt Systemwetten.   Mehr lesen