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Ist ein Leben von Wettgewinnen wirklich lukrativ?

Warum der Beruf des Sportwetters sehr hart sein kann

Die Wettbasis versucht tagtäglich viele Aufgaben zu erfüllen. Der Leser wird mit den neusten Informationen zu den anstehenden Ereignissen aus der Welt des Sports versorgt, es gibt zahlreiche Tipps und natürlich stets die Auswahl der besten Wettquoten. Manch Ratgeber-Artikel und der Kurs „Besser Wetten in 7 Tagen“ liefern das Rüstzeug zu einer erfolgreichen Wettkarriere.

Zugleich ist es aber auch Pflicht, die weniger angenehmen Aspekte des Wettsports anzuschneiden. Aus diesem Grund lassen sich zahlreiche Artikel zum Umgang mit Spielsucht finden. In diesem Beitrag eröffnen wir eine Diskussion, die viele Sportwetter vielleicht nie zuvor bedacht haben: Ist ein Leben von Wettgewinnen wirklich attraktiv? Auf dem ersten Blick würde wohl kaum ein Tipper kritische Ansatzpunkte finden, doch verdient das Thema einen Blick hinter die Kulissen.
 

 

Der große Traum: Leben in finanzieller Freiheit

Der Wettsport kann vieles sein: Hobby, Nebenverdienst, Geldvernichtung oder der Weg zur finanziellen Freiheit. Es ist unumstritten, dass es diverse Tipper geschafft haben, mit Sportwetten echten Reichtum zu erlangen. Gleichzeitig sei erwähnt, dass die große Masse an diesem Vorhaben scheitert und nicht selten überhaupt kein Einkommen erzielt. Es gehört viel Qualität in jeglicher Hinsicht dazu. Ein hoher Kenntnisstand in einigen Sportarten, mathematische Grundfähigkeiten, Disziplin und ein ordentliches Startkapital sind Grundvoraussetzungen. Nur wenige Sportwetter traden oder wetten sich zur ersten Million und sind nach einigen Jahren frei von finanziellen Zwängen. Da die Standardbuchmacher – sogenannte Euro-Bookies – jedoch regelmäßig Erfolgsspieler limitieren, müssen dazu schon langfristige Gewinne bei asiatischen Buchmachern zu realisieren sein, was manch Nischenwetter das Genick bricht.

Der große Traum: Leben in „zeitlicher“ Unabhängigkeit

Ein weiterer gern erwähnter Wunsch ist ein Leben ohne den Zwang, am Montagmorgen gegen 7 Uhr das Haus in Richtung Arbeitsstätte verlassen zu müssen. Einfach mal ein paar Stündchen länger schlafen – lautet der fromme Wunsch, der das Lebensgefühl deutlich steigern soll. Ob dies tatsächlich so ist, wird später noch tiefer aufgegriffen. Kleiner werdende zeitliche Engpässe sind aber natürlich gern gesehen. Wer mit 2-4 Stunden Arbeit am Tag zum Teil ein Vielfaches eines normalen Arbeiters verdient, dürfte die Glücksmomente sprießen sehen. Soweit die Theorie, doch leider gibt es zahlreiche Argumente, die den vermeintlichen Traum weitaus weniger attraktiv machen. Nachfolgend wird darauf eingegangen.

Problemfaktor 1: Die Arbeitszeiten

Die große Mehrheit der professionellen Sportwetter kommt mit den oben erwähnten zwei bis vier Stunden Arbeitszeit am Tag nicht annähernd hin. Es gibt professionelle Spieler die behaupten, dass der Wettalltag noch wesentlich härter ist, als die durchschnittlich erbrachte Arbeitsleistung eines Angestellten. Doch selbst wenn aus der klassischen 40h-Woche nur noch 25-30h effektive Arbeitszeit werden, muss die Einsparung nicht automatisch als attraktiv erachtet werden. Schuld daran sind die Terminierungen von Fußballspielen und auch den Matches in anderen Sportarten. In der Regel wird genau dann gekickt, wenn der Großteil der Bevölkerung ein geruhsames Wochenende oder zumindest den Feierabend verbringt. Die Profi-Sportwetter wird daher seine viele Freizeit dann haben, wenn die Masse auf Arbeit ist, was durchaus zu Einsamkeit führen kann.

Problemfaktor 2: Negative Reden / Gerüchte

Guten Freunden kann man vertrauen, doch selbst unter denen wird es aufgrund der eigenen Lebensgewohnheiten hin und wieder unerwünschte Sprüche geben. Die harmlose und gewiss spaßig mit einem Augenzwinkern formulierte Behauptung „Du gehörst doch sicher selbst zur Wettmafia“ mag akzeptabel sein. Kritischer wird es, wenn Verwandte, Nachbarn etc. Aspekte einseitig hinterfragen und einem einreden, dass man keinen Mehrwert für die Gesellschaft leiste. Streng genommen wird bekanntlich nur Geld verteilt, aber tatsächlich kein Mehrwert geschaffen. Wer diese Behauptungen ständig hört, kann durchaus daran zerbrechen. Sportwetten als Beruf sind im Alltag gewiss nicht als gewöhnlich anerkannt.

Ein weiterer Aspekt kann aufkommender Neid von Nachbarn und Verwandten sein. Schließlich verlässt man nicht in den Morgenstunden die Wohnung, um die eigenen Brötchen zu erwirtschaften. Eine Abstempelung aufgrund von Neid und fehlender Anerkennung ist üblich.

Problemfaktor 3: Die Psyche

Die Psyche kann schon bei den Kritikpunkten der Gesellschaft leiden, doch auch der Zwang zum Gewinn beim Beruf Sportwetter kann ein großes Problem sein. Es gibt zahlreiche Berichte von semiprofessionellen und professionellen Tippern, die einen klaren Leistungsabschwung erlitten. Im Kleinen kennt dies wohl fast jeder. Wer hat sich schließlich noch nie beklagt, dass ausgerechnet die Wette daneben geht, die man vorher lautstark in einem Wettforum angepriesen hatte? Zahlreiche Paid Services werden wieder eingestampft, da die Performance weitaus schlechter aussah, als in vorherigen Testmonaten. Wenn es dann aber um den eigenen Verdienst geht, dann ist die Psyche noch viel angeschlagener. Nur wer auch ein Jahr nach der umgesetzten Neuorientierung des Berufsalltags (hin zu Sportwetten) noch immer von diesem Plan überzeugt ist, hat den Absprung wirklich gemeistert.
 

 

Problemfaktor 4: Disziplin & ein geregelter Tagesablauf

Disziplin ist stets das Horrorwort für alle Wettsportler. Manch Tipper schiebt nach einer schlechten Phase frustriert und verzweifelt einen viel zu hohen Geldbetrag neben den BIETEN-Button. Professionelle Wettsportler sollten so diszipliniert sein, dass dies bei meist deutlich höheren Bankrolls nicht passiert. Allerdings umfasst das Thema „Disziplin“ beim Wettberuf auch das Alltagsleben. Es gilt darum, den nächsten Tag stets mit der gleichen Konzentration zu beginnen, unabhängig vom Resultat des vorherigen Abends. Am Morgen sind die Spiele konzentriert zu analysieren und auch bei Erfolgssträhnen darf dem Schlendrian kein Raum gelassen werden. Wer die Konzentration nicht aufrechterhält, wird langfristig dafür bezahlen.

Problemfaktor 5: Rentenansprüche, Krankheit & Wohnungssuche

Der letzte Problemfaktor ist noch einmal von großer Bedeutung: Wer sein Geld mit Sportwetten verdient, der betreibt keine klassische Vorsorge für die Rente. Dementsprechend gilt es genug Geld anzusparen, um auch im hohen Alter ohne finanzielle Engpässe leben zu können. Da Sportwetter keinen Arbeitgeber haben, werden auch die Beiträge für die Kranken- und Pflegeversicherung deutlich höher. Der Arbeitgeberanteil muss „mitgezahlt“ werden, womit die Abgaben ungefähr auf das doppelte Niveau springen. Zusätzliche Probleme bringen tatsächliche Krankheitsphasen. Im ungünstigsten Fall fällt ein Profiwetter über Wochen oder sogar Monate aus. In der Zeit fehlen Einnahmen. Außerdem wird die Einarbeitung im schnelllebigen Wettgeschäft nach der Auszeit schwer.

Auch Umzüge sind nicht immer sorgenfrei zu bewerkstelligen. Viele Vermieter verlangen einen Arbeitsvertrag, um eine Mietwohnung beziehen zu können. Es ist nicht nur ein Gerücht, dass selbst hohe Kontoauszüge teils nicht als ausreichende Sicherheit angesehen werden und die Anmietung einer Wohnung trotz reichlich Geld auf der Bank scheitern kann.

Die Alternativlösung: Ein Halbtagsjob

In Wettforen gibt es immer wieder Erfahrungsberichte von Sportwettern, die über Jahre hinweg vom Wetten lebten und dennoch nicht wirklich zufrieden waren. Ein Halbtagsjob kann die cleverste Lösung sein: Die Kranken- und Pflegeversicherung ist keine Hürde mehr, für die Rente wird zumindest ein Teil angespart und ein geregelter Tagesablauf ist mit vier Stunden klassischer Arbeit am Morgen auch gewährleistet. Zugleich fällt der Druck aufgrund des gesicherten Einkommens und Verwandten sowie Nachbarn kann bei kritischen Fragen doch ein allseits anerkannter Job präsentiert werden. Eine Teilzeit-Arbeitsstelle löst viele Probleme, auch wenn die Zeit für den Wettalltag sinkt.
 

 

Fazit – Ist ein Leben von Wettgewinnen lukrativ?

Die Ausgangsfrage ist nicht pauschal zu beantworten, denn die Antwort steht in Abhängigkeit zum Charakter des Tippers. Wer auch in Stresssituationen und unter Druck gute Leistungen bringt, für den mag der Beruf des Sportwetters die Lösung zur finanziellen und sonstigen Freiheit sein. Undisziplinierte Menschen können aber auch in diverse Probleme schlittern, obwohl die reinen Wettleistungen ein Leben von Wettgewinnen ermöglichen würden.

Die Lösung in vielerlei Hinsicht ist eine Splittung: Ein Halbtagsjob liefert ein sicheres Einkommen und spart hohe Kranken- und Pflegezahlungen. Die Disziplin wird gefördert und Notstände (Krankheiten) sind leichter zu überwinden. Die Wettbasis empfiehlt daher Sportwettern, die mit dem Gedanken spielen, den Job zu kündigen und Vollzeit vom Wetten zu leben, zumindest vorübergehend nur den klassischen Beruf zum Teilzeitjob anzupassen oder einen anderen Teilzeitjob zu suchen. Der Einstieg zum Profiwetter wird damit deutlich erleichtert und ist möglicherweise grundsätzlich attraktiver als alle Kosten des Lebens von Wettgewinnen zu bezahlen – laut manch Profi selbst dann, wenn der Wettsport ein Vielfaches dessen abwirft, was im Halbtagsjob erwirtschaftet wird. Die Wettbasis wünscht ein gutes Händchen bei der Entscheidung, wenn Sie vor der Frage stehen, ob Sportwetten mehr als nur ein Hobby oder ein kleiner Nebenverdienst sein sollen.
 

Eine Übersicht und Informationen auf der Wettbasis, die sich mit den Thema Wettsucht und Spielmanipulation beschäftigen, finden Sie in unserem Artikel: Verantwortungsvoll Wetten – Spielsucht & Wettmanipulation