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Glasgow Rangers vs Celtic Glasgow – Wettbasis Derby Guide

Old Firm - Das Glasgower Derby

Celtic Glasgow vs. Glasgow Rangers

Der Profisport war seit jeher von großer Bedeutung für die Gesellschaft und so ist es auch in Schottland der Fall. Je nach Zeitalter, Land und Kultur erfüllte Sport die Funktion einer Repräsentativität verschiedener sozialer Strukturen und politischer Strömungen. Vor allem Stadtderbies vereinigen Elemente kultureller, sozialer und politischer Tatbestände im jeweiligen Land. Je nach Nation können aber auch religiöse Wurzeln in den Derbies vorhanden sein. Ein Derby welches für extreme Brisanz und große Rivalität steht ist das Old Firm – zu deutsch das „Alte und Beständige“. Im folgenden Artikel werden wir die Kerninformationen dieses Klassikers beleuchten.

Der Terminus Old Firm steht für das Derby zwischen den beiden schottischen Spitzenteams Glasgow Rangers und Celtic Glasgow. Diese Rivalität vereinigt nahezu alle zuvor vorgestellten potenziellen Elemente von Stadtderbies. Vor allem die religiöse Seite des Derbies darf man nicht unterschätzen, denn hier treffen Protestanten (der beheimateten Rangers Anhänger) auf Katholiken (der irischen Einwanderer und Celtics Anhänger). Kein Derby fand im europäischen Profifußball öfters statt als das Old Firm und so ist es nur logisch, dass wir im Derby Guide auch dieses brisante Match beleuchten werden. Hier geht es nicht nur um den Sport und genau das macht aus dem Old Firm eines der heißesten Duelle im Fußball Business. Gewalt, Religion, Politik und Prestige – hier ging es stets um mehr als nur um ein Kräftemessen in 90 Minuten.

 

Celtic Glasgow vs. Glasgow Rangers Geschichte

Celtic Glasgow und die Glasgow Rangers dominierten seit Beginn des schottischen Fußballbetriebes die Liga und es war über ein Jahrhundert lang ein gigantischer Zweikampf zwischen diesen beiden Traditionsvereinen. Das letzte Mal als keines der beiden Vereine Meister wurde war 1985 mit dem FC Aberdeen. Insgesamt konnten die Rangers mit 54 Meistertiteln mehr Meisterschaften feiern als jeder andere Fußballclub der Welt ligaübergreifend! Dagegen wirken die 46 Meisterschaften der Celtics schon fast mickrig.

Glasgow Rangers Logo

Die Rangers werden in Fachkreisen auch „The Gers“ bzw. „The Teddy Bears“ genannt. Gegründet wurden die Rangers 1873 von protestantischen Studenten. Damit ist man eines der ältesten Fußballvereinen der Welt. Die erste alleinige Meisterschaft erzielten die Rangers 1899, anschließend gewannen sie den Titel insgesamt viermal in Folge. Die längste Meisterschaftsserie in Folge schafften die Rangers aber just 100 Jahre danach und zwar von 1989 bis 1997, als man neunmal in Serie die schottische Meisterschaft erringen konnte. Insgesamt standen die Rangers viermal in einem Europa Pokal Endspiel. Lediglich 1972 gewann man den Europapokal der Pokalsieger. 1961 und 1967 scheiterte man im Endspiel dieses Pokals, während man 2008 im Finale des UEFA Pokals verloren hat. Wegen wirtschaftlicher Unstimmigkeiten wurde 2012 ein Insolvenzverfahren gegen den Verein beantragt. Eigentlich ging es nur um Steuernachzahlungen von lediglich 58 Millionen Euro – im Vergleich zu den Schuldenbergen anderer europäischer Spitzenvereine vergleichsweise wenig. Dennoch wurde dem Traditionsverein konsequenterweise die Lizenz entzogen. Die Fußballabteilung wurde aus der Konkursmasse herausgenommen und man konnte in der vierten schottischen Liga von Neuem beginnen. Aktuell (2016) ist man Zweitligist und wieder auf dem Weg nach oben. Die Vorherrschaft hat man aber momentan an Celtic Glasgow abgetreten.

 

 

Celtic Glasgow Logo

Die Celtics wurden 1887 von irischen Einwanderern gegründet und symbolisierten seit jeher die ärmere Bevölkerungsschicht der Stadt. Der 46fache nationale Meister ist zwar in Sachen nationale Titel hinter dem Erzrivalen, allerdings gewann man 1967 den Europapokal der Landesmeiter nach einem fulminanten 2-1 im Endspiel gegen Inter Mailand. Celtic wurde 1893 zum ersten Mal schottischer Meister. Zwischen 1966 und 1974 – also genau in der Zeit als man auch den Europapokal der Landesmeister gewann – konnte man mit neun Meisterschaften in Serie den Clubrekord aufstellen. Seit 2012 – also seit dem Zwangsabstieg der Rangers – hat man die nationale Meisterschaft viermal in Serie gewonnen und es sieht nicht so aus, als ob sich dies in absehbarer Zeit auch ändern wird.

Die Vereinsfarben der Celtics sind grün und weiß und das ist auch kein Zufall, denn es symbolisiert die Farben Irlands. Das Old Firm symbolisiert hinter diesem Hintergrund einen symbolischen Kampf um religiöse Identität, sozialer Klassenzugehörigkeit und Nationalismus, denn die protestantischen und der Königskrone orientierten Rangers stehen für die gegenteiligen Werte wie die Celtics. Das Stadtderby wurde in den Medien mehrmals aufgrund des Sektierertums kritisiert. Damit ist gemeint, dass die religiöse und nationalistische Seite des Derbies in den Matches dominieren. Fangesänge mit religiösen Inhalten und feindlichen Botschaften gehörten über die Jahrzehnte hinweg zum Standardrepertoire der Fans. Damit verbunden war stets ein immenses Gewaltpotenzial bei den Derbies.

„Wir haben ihn in erster Linie als Fußballspieler verpflichtetet. Aber auch, um die Tradition des Vereins zu brechen, keine römisch-katholischen Spieler zu holen.“

der damalige Rangers Manager David Murray)

Der Spieler Mo Johnston wurde 1988/89 der erste Spieler der Glasgow Rangers, der der katholischen Religion angehörte. Damit brach man das ungeschriebene Gesetz, dass die Rangers lediglich Spieler mit protestantischer Religion verpflichtete. Immerhin hat man diese Transferpolitik über 100 Jahre lang zuvor verfolgt. Es war eine Sensation die eine Welle des Protestes im Land entfachte. Von den Celtics Anhänger wurde Johnston als „Judas“ verschmäht und von den Rangers Fans wurde der Katholik ebenfalls nicht wirklich akzeptiert, doch dieser Transfer war einer der bedeutsamsten der Clubgeschichte, denn er brach die traurige Tradition einer religiösen Anfeindung.

 

Celtic Glasgow vs. Glasgow Rangers Fans

Die Rivalität der beiden Glasgower Vereinen hat vor allem religiöse, aber auch nationalistische Motive. Neben der Rivalität zwischen Protestanten und Katholiken existiert auch noch die Rivalität zwischen der nordirischen Union (denen die Glasgow Anhänger angehören) und der irischen Republik (welche von den Celtic Anhängern unterstützt wird). Dementsprechend befinden sich im Stadion bei den Derbies mehr irische und britische Flaggen als schottische Fahnen. Darauf basierend haben beide Fanlager teils rassistisch angelegte Songs gegen den Rivalen. Ein Beispiel hierfür wäre das Lied „The Billy Boys“ aus dem Lager der Rangers Anhänger. In jenem Lied wird besungen wie der König William of Orange seine Truppen zum Sieg über die Krieger von James dem Zweiten führt und sie in der Schlacht bis zu den Knien im Blut der Katholiken standen. Das ist nicht nur geschmacklos, sondern auch ziemlich bizarr.

Die Rivalität der Fangemeinschaften ging so weit, dass es oft nicht nur bei Gewaltexzessen blieb. Viele Fans ließen ihr Leben in der teils grausamen Welt des Old Firm. Britische Medien berichten, dass es sogar einen Zusammenhang zwischen dem Zeitpunkt des Derbies und dem Anstieg der häuslichen Gewalt in Schottland gäbe. Das muss man sich einmal vorstellen! Das erste Todesopfer im Rahmen des Derbies war 1931 sogar ein Spieler von Celtic und zwar John Tomston, welcher mit einem Rangers Angreifer kollidierte und aufgrund einer schweren Schädelverletzung sein Leben ließ. Anfang 1971 starben gar über 60 Zuschauer, als sie das Ibrox Stadion verlassen wollten und dabei eine Absperrung zusammengebrochen war und die Zuschauer begrub. Seit 2011 ist es den Fangemeinschaften nicht mehr gestattet Lieder mit beleidigenden und diffamierenden Inhalten in den Stadien von Schottland zu singen, so entschied es damals das Parlament. Zwar klingt dieser Gesetzesentwurf als Bevormundung, das Ziel allerdings war ein löbliches: es sollte die Übersteigerung der Konkurrenz und das Schüren von Hass verhindert werden.

Celtic Glasgow vs. Glasgow Rangers Stadionsituation

Die Rangers tragen ihre Heimspiele seit Beginn der Clubgeschichte im Ibrox Stadium (früher Ibrox Park) aus. Das Stadion fast knapp 51.000 Zuschauer und gilt als sehr modern. In der Geschichte der Mannschaft aber wurden teilweise bis zu 100.000 Besucher in das Stadion gelassen, was immer wieder zu großen Problemen führte. Die Celtics hingegen sind im Celtic Park beheimatet, welches immerhin mit 60.000 Plätzen eine etwas größere Fassung bietet. Ausgerechnet der  Celtic Park gehört in ganz Großbritannien zu den beliebtesten Arenen. Der Grund ist wohl die überragende Atmosphäre bei den Heimspielen der Celtics. Beim Celtic Park sind irische Flaggen und teilweise auch schottische Fahnen vorzufinden, allerdings keine Union Jacks, die ja bei den Celtic Anhängern sehr verhasst sind. Umgekehrt verhält es sich im Ibrox Stadium.

Celtic Glasgow vs. Glasgow Rangers Prägende Spieler

Prägende Spieler gab es auf beiden Seiten. Bei Celtic Glasgow ist der Rekordspieler Billy McNeill zu benennen, der zwischen 1957 und 1975 insgesamt 790 mal für die Celtics aufgelaufen ist. Der ehemalige Kapitän gilt als Clublegende und wurde schon zu seiner aktiven Zeit mit dem Spitznamen Cesar ausgestattet. Zwischen 1978 und 1983 sowie 1987 und 1991 betreute er die Celtics sogar als Coach. Eine besondere Ehre fiel dem Rekordspieler erst jetzt im Dezember 2015 zuteil, als eine Bronzestatue von ihm vor dem Celtic Park aufgestellt wurde, womit er neben Jimmy Johnstone, Jock Stein und Bruder Walfrid erst der vierte Spieler der Celtics ist, von dem eine Statue errichten wurde. Mit Neill gewannen die Celtics neun Meisterschaften und acht nationale Pokale, sowie eben den Europapokal der Landesmeister 1966/67, womit er wie kein Zweiter die Geschichte der Celtics prägte. Eine weitere Clublegende ist Paul McStay, der mit 678 Einsätzen die zweitmeisten Spiele im Trikot der Celtics absolvierte. Er spielte von 1981 bis 1997 und dürfte somit auch unseren Lesern ein Begriff sein. Der Rekordtorschütze der Mannschaft ist aber Jimmy McGrory, der zwischen 1922 und 1937 insgesamt 550 Treffer erzielte und damit bis heute noch den Torrekord in ganz Großbritannien hält. Aus der Neuzeit kennt man den Schweden Henrik Larrson, der mit 242 Toren für die Celtics in nur sieben Jahren um die Jahrtausendwende absoluter Kultspieler in Schottland wurde. Bei einer Wahl von den Fans wurde Billy McNeill zum besten Kapitän der Clubgeschichte gewählt, während Jimmy Johnstone der beste Spieler aller Zeiten wurde. Für Henrik Larrson blieb die dritte Auszeichnung und zwar der beste ausländische Spieler in der Clubgeschichte!

Auch die Glasgow Rangers haben die ein oder andere Clublegende auf Lager. John Greig konnte zwischen 1961 und 1978 mit 755 Spielen für die Rangers den bisherigen Rekord von Sandy Archibald quasi pulverisieren. Er führt die Liste vor Sandy Jardine (674 Einsätze) und Ally McCoist (581 Einsätze) an. Ally McCoist ist mit 355 Toren in den 581 Einsätzen aber definitiv der Rekordtorschütze der Vereinsgeschichte. Der Schotte spielte von 1983 bis 1998 für die Rangers und gilt als echte Ikone. Auch bei den Fans der Rangers gab es ein entsprechendes Voting, wo man John Greig zum besten Clubspieler der Geschichte wählte und Ally McCoist zum zweitbesten Spieler! Als bester Ausländer aller Zeiten wurde der Däne Brian Laudrup gewählt. Im Gegensatz zu den Celtics hatten die Rangers immer wieder auch einen ausländischen Spitzenspieler, wie beispielsweise Jörg Albertz, Giovanni van Bronckhorst, Claudio Caniggia, Paul Gascoigne und Gennaro Gatuso. Von den deutschen Spielern sind Stefan Klos und Jörg Albertz sicherlich noch bekannt.

Celtic Glasgow vs. Glasgow Rangers Rekorde

Nach insgesamt 400 Duellen führen die Rangers den direkten Vergleich mit 159 Siegen zu 96 Unentschieden zu 145 Niederlagen leicht an. Das Unentschieden ist das seltenste Ereignis gewesen und passierte unterdurchschnittlich oft. Die Celtics feierten ihren höchsten Sieg gegen den Rivalen im Oktober 1957 im Rahmen des Scottish League Cup. Damals fegte man die Rangers mit 7-1 vom Platz. In der Neuzeit konnte man sich im August 2000 mit 6-2 einst über die Rangers durchsetzen. Der höchste Rangers Sieg war ein 5-0 im Januar 1894 im Rahmen des SFL Division One Cups. In der Neuzeit konnte man just 2000 die Celtics mit 4-0 und 5-1 schlagen. Das Jahr 2000 war also ein extrem torreiches Jahr beim Old Firm.

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Celtic Glasgow vs. Glasgow Rangers Wettmöglichkeiten

Das Old Firm ist vor allem wegen seiner Härte berüchtigt. Wir haben es schon bei einigen Derbies beschrieben, dass die Gefahr von gelben und roten Karten sehr hoch ist, doch hier ist sie noch einmal auf ein ganz neues Niveau zu stellen. Alleine beim drittletzten Duell der Rivalen im Jahre 2011/12 gab es drei rote Karten. Alleine die Celtics holten sich zwei Platzverweise relativ früh ab. Die hitzig geführten Matches werden durch die verfeindeten Fanlager noch einmal angestachelt. Aus den letzten 10 direkten Duellen gab es 9 rote Karten. Das kann man sich beim Wetten auf Karten gut merken. Ansonsten ist auffällig, dass es signifikant wenige Unentschieden zwischen zwei Teams auf Augenhöhe gab. Dies bedeutet, dass es hier stets voll zur Sache geht. Ein Unentschieden ist nicht das Ziel und stellt weder den sportlichen Ansprüchen noch die verwöhnten Fans zufrieden. Hier wird immer auf Sieg gespielt und darauf sollte man auch Wetten. Zu beachten ist allerdings, dass die Rangers nach ihrem Zwangsabstieg noch jahrelang deutlich hinter den Celtics anzusiedeln sein werden. Das wird sich definitiv auch auf die Wettquoten niederschlagen und so werden die Quoten auf die Celtics in den nächsten Jahren dünn sein. Zwar sieht es so aus, als ob die Vorherrschaft nun dauerhaft an die Celtics übergegangen ist, doch Derbies haben bekanntlich ihre eigenen Gesetze und wenn die Rangers bald wieder erstklassig sein werden, wovon wir ausgehen, dann wird das Old Firm wieder seinen sportlichen Reiz haben – dieses Mal nur hoffentlich ohne der häßlichen Fratze der Gewalt!
 

Einen Überblick über alle Derby Guide-Beiträge findet ihr in unserem Artikel: Die wichtigsten Fußballderbys von A bis Z