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Diego Maradona Freund Signorini: Er hat sich gerne mit Rummenigge gemessen

Philipp Stottan  27. November 2022
Diego Maradona
Diego Maradona und sein enger Vertrauter Fernando Signorini bei der WM 2010. (© IMAGO / Sportimage)

Der Todestag von Diego Armando Maradona jährt sich am 25. November 2022 bereits zum zweiten Mal. Zu Ehren des Goldjungen („El Pibe de Oro“) gibt es eine dreiteilige Wettbasis Doku über Maradona.

Zudem hat Carsten Fuss auch Maradonas engen Freund und persönlichen Fitness-Coach Fernando Signorini zum Interview gebeten. Kaum jemand kennt den physischen und psychischen Zustand Maradonas so gut wie er.

Vorab präsentiert Wettbasis bereits einige, kernige Aussagen von Signorini über Diego Maradona. Das ganze, ausführliche Gespräch wird nach der WM 2022 veröffentlicht.

 

Fernando Signorini über Diego Maradona


Video: Fitness-Coach und Freund Fernando Signorini über Diego Maradona. (© Youtube / Wettbasis)

 

Signorini über Diego Maradona: „Wollte immer die außergewöhnlichen Dinge zeigen“

Fernando Signorini war in der Blütezeit von Diego Maradona dessen Fitnesscoach. Über die langen Jahre der gemeinsamen Arbeit, wurde er auch zu einem engen Vertrauten und Freund.

Über dessen Ambitionen am Feld meinte Signorini zu Carsten Fuss: „Diego wollte immer die außergewöhnlichen Dinge auf dem Platz zeigen. Speziell gegen Gegenspieler, die ihm körperlich klar überlegen waren…“

Und nennt dafür vor allem zwei deutsche Spieler, die es dem Argentinier angetan haben und mit denen er sich messen wollte: „…wie zu der Zeit Karl-Heinz Rummenigge oder Hans-Peter Briegel zum Beispiel. Er wusste genau, in den direkten Zweikämpfen mit solchen körperlich robusten Spielern, hätte er wenig Chancen gehabt.“

Daher haben sich Diego Maradona und Fernando Signorini im Training Übungen und Arten ausgedacht, um seinen Nachteil zu einem Vorteil werden zu lassen.

 

Maradona „brauchte mehr Regenerationszeit als alle anderen“

„Also hat er sich auf Finten spezialisiert. Soll heißen: Dem Gegner etwas vormachen und dann genau das Gegenteil tun, wie wir immer gesagt haben. Er begann also zu sprinten, dann stoppte er plötzlich wieder, lief wieder zurück, er lief nach rechts, um dann doch wieder nach links abzubiegen. Wir haben genau an diesen Dingen gearbeitet“, reminisziert er.

Am Trainingsplatz setzten die beiden das so um: „Zwei kurze Sprints, aber mit maximaler Intensität, nur 6-7 Sekunden, mehr nicht und dann eine längere Erholungszeit, denn sein Körper brauchte das.“

Dafür konsultierte Diego Maradona damals sogar besondere Ärzte: „Das haben wir festgestellt, als wir bei einer Fachärztin waren in der Nähe von Neapel. Er war praktisch wie ein Kater. Er musste alles auf einen kurzen Moment konzentrieren mit der höchsten Geschwindigkeit. Danach brauchte er dann eine längere Erholungszeit als alle anderen, um wieder auf das gleiche Energielevel zu kommen.“

Womöglich hat sein Körper diese Phasen auch gebraucht, um den Lebenswandel der Hand Gottes besser zu kompensieren. Signorini fasst diesen gut zusammen: „Diego hat das Leben genauso gelebt, wie er es leben wollte..“, doch nicht nur das: „..und auch sein Tod war genauso, wie er es gewählt hat.“

 

Argentinien bei der WM 2022

 

„Woanders hätte er nicht einmal 50 Prozent gezeigt“

An Anekdoten mangelt es Fernando Signorini über Diego Maradona natürlich nicht. So zum Beispiel ein Gespräch des Fitness-Coaches mit einem Journalisten.

„Irgendwann hat mir ein Journalist des Osservatorio Romano, also der Vatikan Zeitung, gesagt: Was glaubst du, wie großartig Diego als Spieler wäre, wenn er den Kopf von Platini gehabt hätte?, so Signorini. „Daraufhin hab ich ihn nur kurz angeschaut und gesagt: Ja, dann wäre er eben nur Platini gewesen, sonst nichts!“

„Er war ja auch ein Instinktmensch durch und durch. Es gibt viele, die richtig gut kicken können, aber nur einen wie ihn.“ Maßgeblich beteiligt an dem Mythos der Legende Maradona war aber auch Neapel, sowohl als Verein, aber auch als Stadt.

Auch Signorini unterstreicht das erneut: „Diego muss Neapel dankbar sein und Neapel muss Diego dankbar sein. Das war eine perfekte Konstellation. Woanders hätte er womöglich nicht einmal 50% dessen gezeigt, was er in Neapel gezeigt hat.“

Und weiter: „Mit seinem speziellen Charakter passte er genau dort hin. Die anderen senken alle den Kopf und knicken weg, wenn die Mächtigen etwas sagen. Diego nicht, ganz im Gegenteil, dann wurde er erst richtig wild.“

Wohl auch ein Mitgrund, warum Diego Maradona zu dieser Legende geworden ist, die er bis heute für Neapel, Argentinien und den Fußball generell symbolisiert.

 

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Philipp Stottan

Philipp Stottan

Alter: 29 Nationalität: Österreich Lieblings-Wettanbieter: Bet-at-home, Bet365

Das Thema Sport und all seine Facetten begleiten Philipp seit er denken kann, zu Uni-Zeiten kamen dann auch die Sportwetten hinzu. Nach diversen Stationen im Journalismus entschied er sich dann dazu, seiner Wett-Leidenschaft auch beruflich nachzugehen. Vor allem in den Bereichen Fußball sowie US- und Kampfsport, kann man sich auf seine angesammelte Expertise verlassen.   Mehr lesen