Wir erhalten eine Provision von den hier angeführten Buchmachern. 18+ | AGB gelten

Bundesliga-Wetten

Michael Rummenigge Bundesliga Vorschau: „Champions League für BVB wird schwierig“

Karl-Heinz Fischer  22. Januar 2023
Michael Rummenigge
Michael Rummenigges Herz schlägt immer noch für den BVB. (© IMAGO / Eibner)

Der ehemalige Mittelfeldspieler Michael Rummenigge hat in über 300 Bundesligaspielen erst für die Roten und dann für Schwarz-Gelb gespielt. Und obwohl sein Bruder bei den Bayern bis zum Vorstandsvorsitzenden aufstieg, schlägt sein Herz auch heute noch für die Borussia.

Im exklusiven Interview haben wir mit dem dreifachen deutschen Meister und Pokalsieger über die anstehende Fortsetzung der Bundesliga gesprochen. Gibt es einen Überraschungs-Meister, wer steigt ab, erreicht der BVB die Champions-League, startet Leverkusen in der Rückrunde endlich durch?

Im Rahmen des „Beidfüßig Star Talk“ auf unserem „Wettbasis Sportwetten“ Youtube Channel haben über die Zukunft von Nationalmannschaft und Jugendförderung gesprochen. Jetzt liegt der Fokus voll auf der Bundesliga.

Michael Rummenigge über Leipzig vs. Bayern: „Wird ein richtungsweisendes Spiel“

Die Fortsetzung der Bundesliga steht an und wir wollen uns einstimmen auf das, was da kommt. Und zwar mit einem sehr prominenten Gast: Michael Rummenigge.

Michael Rummenigge: „Hallo, guten Tag.“

Wir schauen gleich mal auf die Tabelle, wie es denn ausschaut, vor dem Spieltag am 20. Januar. Die Bayern führen, aber gleich dahinter kommt Freiburg. Leipzig ist dabei. Frankfurt ist dabei. Also wir haben einige Teams, mit denen man vorne nicht gerechnet hatte. Und wir haben vor allen Dingen auch Borussia Dortmund erst auf Platz sechs, mit neun Punkten Rückstand. Damit sind wir dann gleich beim Thema Meisterschaftskampf. Herr Rummenigge, wer hat für Sie da die Nase vorn und warum?

„Turnusmäßig, nachdem man zehnmal Deutscher Meister geworden ist, die Bayern. Es ist ja klar, wer da jetzt an der Spitze steht. Sie hatten am Anfang Riesenprobleme, in die Saison zu starten. Das hat sich mittlerweile gelegt, von daher sind die Bayern immer absoluter Favorit Deutscher Meister zu werden.

Sie spielen gleich am Freitag das Duell Bayern München gegen Red Bull Leipzig (sic!) und das wird schon eine Standortbestimmung sein, wo der Weg hingeht, in welche Richtung die Tabelle geht. Auch wo Leipzig aufschlagen wird am Ende der Saison. Ich glaube, das wird ein richtungsweisendes Spiel werden.“

Sehen Sie denn einen Herausforderer? Sind die Leipziger diejenigen, die die Bayern am meisten gefährden können?

„Dass die Bayern wieder deutlich Deutscher Meister werden, das sehe ich schon. Aber ich sehe momentan keinen direkten Konkurrenten. Wenn man sieht, dass Freiburg auf Platz zwei steht, dann ist das, wie soll man es ausdrücken, schon ein bisschen ein Abbild der Bundesliga.

Um nicht die Leistungen schmälern zu wollen, von Freiburg oder von Christian Streich, aber ich glaube, dass die Topmannschaften, Leipzig, Wolfsburg, Leverkusen, Dortmund, alle das noch nicht abgerufen haben, was sie eigentlich können und was an Qualität in ihren Mannschaften steckt. Darum sind auch solche Mannschaften wie Freiburg da oben.

Ich lasse mal Frankfurt ein bisschen außen vor, weil sie sich gut verstärkt haben. Sie haben mit Götze einen guten Mann geholt, mit Kolo Muani haben sie einen super Stürmer dazu geholt, den keiner auf dem Zettel hatte. Von daher ist es interessant, dass Frankfurt mit da oben steht. Das ist aber auch der guten Besetzung geschuldet.

Aber Freiburg auf Platz zwei, das werden sich nicht halten können. Wenn die Mannschaft letztendlich in der Europa League spielt, haben sie schon viel gewonnen. Aber ich glaube nicht, dass irgendeiner dem FC Bayern da oben Paroli bieten kann. Es hängt natürlich auch stark von einer Frage ab. Die Bayern haben unglaublich viele Verletzte, mit Manuel Neuer Schienbeinbruch, Hernandez Kreuzbandriss, Mazraoui Herzprobleme.

Die Bayern haben einige Baustellen, trotzdem sind die Bayern nie zu unterschätzen, weil sie immer wieder Topspieler haben. Dann holen sie halt mal eben Danny Blind aus Amsterdam, der dann die Abwehr verstärkt. Es wird eng, aber es wird dann am Ende wieder Bayern München Deutscher Meister.“

Jetzt müssen wir das dann noch mal kurz vertiefen. Die Bayern, immer ein großes Thema. Müssen die noch mehr zukaufen? Also in der Defensive ist ja nun wirklich extrem viel weggebrochen.

„Ja, es ist unglaublich viel weggebrochen, sie haben aber auch ein paar Neuzugänge. De Ligt hat noch nicht die Form, die er in Amsterdam hatte, bevor er zu Juventus ging. Pavard hat, bis auf das erste Spiel, bei der WM nicht gespielt. Wenn man sich das anschaut, also die Bayern haben einige Baustellen. Die Bayern sind in der Abwehr ein bisschen anfällig, nach den Ausfällen.

Und sie haben natürlich ihr großes Plus in der Rückrunde jetzt nicht dabei: Den besten Torwart der Welt, auch wenn er das bei der WM nicht immer so ausgestrahlt hat. Den zu ersetzen, ist unglaublich schwierig.

Selbst wenn sie noch einen Yann Sommer bekommen sollten. Guter Torwart, super Torwart, aber er kann einfach diese Klasse eines Manuel Neuer nicht ersetzen. Ein Ulreich auch nicht, der das in ein paar Spielen zwischendurch mal machen kann. Aber auf Dauer kannst du so einen Torwart nicht ersetzen.“

Michael Rummenigge: „BVB hat zum ersten Mal keine Verletzungen“

Herr Rummenigge, was die Champions League Plätze betrifft, sind Sie eindeutig positioniert. Sie sagen, die Dortmunder werden auf jeden Fall die Champions League erreichen?

„Nun, das ist schwierig. Sie sind jetzt Sechster geworden. Die letzten beiden Spiele, die Sie gemacht haben, 4:2 in Gladbach verloren, in Wolfsburg verloren. Das hat schon ein bisschen Unruhe in Dortmund reingebracht, das muss man deutlich sagen.

Die Fähigkeiten von Terzic wurden auch ein bisschen infrage gestellt. Die Mannschaft ist in sich nicht homogen. Es gibt immer wieder Ausrutscher. Fünf Saisonniederlagen hat man schon in dieser Saison, in 15 Spielen. Das ist eigentlich unglaublich. Damit kann man eigentlich gar nicht Deutscher Meister werden.

Aber für Dortmund geht es letztendlich nicht darum, Deutscher Meister zu werden, sondern jetzt noch die Champions League zu erreichen. Bedeutet Minimum Platz vier. Das hat Edin Terzic schon mal geschafft, als Aushilfstrainer in zehn Spielen. Das hat er super gemacht, muss man sagen. Aber jetzt haben wir neue Voraussetzungen. Die Mannschaft hat keinen einzigen Verletzten mehr.

Auch Sebastien Haller ist wieder zurück. Auf ihn kann man natürlich nicht sofort setzen, das dauert noch ein bisschen. Er hatte im November seine letzte Chemotherapie, aber die Mannschaft hat zum ersten Mal keinerlei Verletzungen. Das ist wichtig, auch im Hinblick darauf, in der Abwehr gut zu stehen. Ich bin gespannt, wie die Mannschaft aus der verordneten Winterpause der WM herauskommt.

Sie sind gerade in der Vorbereitung in Marbella. Das ist ja das Wintertrainingslager, wo sie sich vorbereiten. Wenn Sie jetzt im ersten Spiel zu Hause Augsburg schlagen, dann müssen Sie nach Mainz und dann müssen sie zum ersten Rückrundenspiel nach Leverkusen. Diese drei Spiele sehe ich so ein bisschen als richtungsweisend, auch für den weiteren Weg in der Bundesligatabelle. Dann kommt der DFB-Pokal und dann kommt Chelsea.

Aber sie müssen Vierter werden, wenn man nicht Vierter wird in der Bundesliga haben sie ein Riesenproblem finanziell und man hat ein Riesen-Imageproblem. Borussia Dortmund hat den zweitbesten Kader in der Liga, mit Leipzig, da kann man drüber streiten. Bayern hat den besten Kader, aber Dortmund verfügt, auch mit der Fanbasis, über eine gewachsene Struktur.

Wenn das nicht passiert, dass man Vierter wird, dann hat man ein großes Problem. Dann muss man wahrscheinlich, unter allen Umständen, Bellingham im Sommer verkaufen. Erreicht man die Champions League, hat man einen gewissen Sockel. Dann kann man darüber nachdenken, den Spieler vielleicht noch mal zu halten. Aber ich gehe davon aus, dass Jude Bellingham dann, wenn Borussia Dortmund die Champions League nicht erreicht, auf jeden Fall verkauft wird.“

Jetzt kommen wir zu zwei speziellen und konkreten Personalien beim BVB. Reus verlängern oder ziehen lassen? Ist das vielleicht die beste Lösung?

„Marco Reus ist einer der wichtigsten Spieler, die Borussia Dortmund hat. Wenn er fit war, was ja nicht immer der Fall war. Er hatte ja wieder so eine ominöse Bänderverletzung, die ihn auch die WM gekostet hat. Das ist sehr schade für den Spieler, nachdem er 2014 schon wegen einer Verletzung verpasst hat.

Reus ist nach wie vor einer der besten Spieler der Bundesliga, wenn er fit ist. Er kann entscheidende Tore machen, hat unglaublich oft das 1:0, das 2:0 oder das 2:1 gemacht. Er ist 33 Jahre alt und sein Vertrag läuft aus. Man muss erst mal einen Spieler mit dieser Qualität bekommen. Bei so einem Spieler würde ich immer als Vereinsführung darüber nachdenken, Jahr für Jahr zu schauen und über Jahresverträge zu sprechen.“

Rummenigge über Moukoko: „Etwas Dankbarkeit in die Waagschale werfen“

Wenn er ein Angebot hat, so wie es geschrieben steht, über 20 Millionen bei Al Nassr. Dann sagt er bei einem leistungsbezogenen Vertrag beim BVB: „Naja, muss ich mir das antun?“

„Aber dann ist die Karriere beendet. Bei Ronaldo ist sie auch beendet. Ich bin nach Japan gegangen, da war für mich die Karriere auch beendet. Die saudische Liga hat ungefähr so einen Stellenwert wie die Liga in Vietnam. Entschuldigung, dass ich das mal so brutal ausdrücke. Aber dann ist es für dich als Fußballer vorbei auf professionellem Terrain.

Ich würde Marco Reus raten, noch ein oder zwei Jahre bei Borussia Dortmund zu spielen. Über das Gehalt kann man streiten. Es wird ja kolportiert, dass er 12 Millionen brutto verdient bei Borussia, was ja auch nicht schlecht ist. Da muss er ein bisschen Abstriche machen, weil Borussia leistungsorientierte Verträge machen will.

Aber vielleicht will er auch zum Abschluss seiner Karriere einfach nur nochmal richtig Geld verdienen, dann muss er nach Saudi-Arabien gehen. Nach wie vor ist er einer der wichtigsten Spieler, die Borussia Dortmund hat. Und dann muss man darüber nachdenken, hält man so einen Spieler oder nicht. Einen Spieler auf diesem Niveau zu bekommen, kostet unheimlich viel Geld.“

Wie sieht es aus bei Moukoko? Was soll er tun?

„Moukoko ist 18 Jahre alt, das dürfen wir alle nicht vergessen. Er hat mit sechzehn debütiert in Dortmund. Ich finde, er hat Borussia Dortmund sehr viel zu verdanken. Sie haben ihn damals unter großem Risiko als 11-Jährigen von St. Pauli geholt. Solche Transfers gibt es normal gar nicht. Aber sie haben das gemacht damals. Er ist ein guter Spieler, er ist jetzt auf einem vernünftigen, guten Weg.

Ich kenne seine Berater nicht, ich kenne sein Umfeld nicht, sein Elternhaus, kenne ich alles nicht. Spielt auch nicht die große Rolle. Ich glaube, es würde dem Spieler sehr gut zu Gesicht stehen, wenn er ein bisschen Dankbarkeit in die Waagschale wirft. Wenn er noch zwei, drei, vier Jahre bei Borussia Dortmund bleibt. Er ist ja kein fertiger Spieler.

Es wird über Angebote aus England kolportiert, aus Spanien. Das ist das übliche Geschacher. Aber das, was Borussia Dortmund geboten hat, angeblich 6 Millionen, davon drei garantiert und drei auf Jahresleistungsbasis plus 10 Millionen Handgeld. Mit 18 Jahren.

Weiß ich nicht, das waren damals andere Zeiten bei uns, aber wenn ich mir diese Zahlen so angucke, dann wird mir ein bisschen schwindelig. Da kann man eigentlich nur dankbar sein, so was zu machen und ich glaube, er ist bei Edin Terzic auch gut aufgehoben. Und in Dortmund auch.

Die Leute mögen ihn, von daher sehe ich keine Veranlassung, warum Moukoko nicht mehr in Dortmund spielen sollte. Es sei denn, er hat Flausen im Kopf, die ihm Berater eingesetzt haben, um an das ganz, ganz große Geld zu kommen. Denn eines ist klar: Wenn ein Spieler ablösefrei ist, wie jetzt, dann gerät natürlich sehr viel in Bewegung.“

Spieler-Stationen von Michael Rummenigge:

Verein Spiele Tore/Vorlagen
FC Bayern München 205 66/22
Borussia Dortmund 193 45/25
Urawa Red Diamonds 47 17/-

Glauben Sie an Leverkusen und dass die nochmal vorne mitmischen?

„Unglaublich schwierig. Florian Wirtz komm jetzt zurück nach Kreuzbandriss, zehn Monate Verletzungspause. Die ersten Bilder, die ich gesehen haben, waren sehr vielversprechend. Schade, dass so ein Spieler nicht bei der WM dabei ist. Aber der ist auch erst 18 Jahre alt.

Der könnte noch mal so einen Impuls geben. Ich bin gespannt auf Leverkusens Trainer [Xabi Alonso, Anm.]. Die Euphorie war ja anfangs sehr groß, nach einem Sieg gegen Schalke und dann kam die Ernüchterung. Eine Truppe mit ein bisschen Wundertüten-Charakter kann man sagen. Wo man nicht weiß, woran man ist, die an einem Tag Schalke schlagen und am nächsten Tag wieder verlieren.

Die brauchen Stabilität, vor allen Dingen in der Abwehr. Aber es ist möglich, wenn sie eine Serie haben, dass sie, ich weiß nicht, ob es für die Champions League reicht, vielleicht Europa League spielen. Ich sehe die Positionierung so: Bayern eins, Leipzig, Dortmund zwei, dann Frankfurt. Wäre zu wünschen, auch den Frankfurtern gegenüber. Die machen einen Super-Job und auch was Mario Götze da seit seiner Rückkehr aus Holland abliefert, ist aller Ehren wert.“

Jetzt müssen wir aber auch über Nichtleistungen sprechen, das heißt über Teams, die in akuter Abstiegsgefahr sind. Wir müssen dann da gleich auch Richtung Schalke gehen, denn Schalke steht an letzter Position. Bochum ist auch hinten drin. Wird es in der nächsten Saison keine Revierderbys geben?

„Ich freue mich immer auf die Derbys, weil es tolle Spiele sind. Es waren zu meiner Zeit schon immer tolle Spiele. Ich habe allerdings die Befürchtung, dass Schalke nach einem Jahr der Zugehörigkeit auch wieder absteigen wird.

Wenn ich mir die Mannschaft so anschaue und den Punkteabstand oder was sie bis jetzt gewonnen haben oder nicht gewonnen haben. Damit kann man die Klasse normalerweise nicht halten.

Ich habe mir mal die Mühe gemacht, mir den Kader mal anzuschauen. Ich kenne nur noch Terodde und Yoshida, der bei ihnen spielt, der bei der WM dabei war. Ansonsten muss ich überlegen, wer das überhaupt ist? Auch die Neuzugänge, die Sie da auf dem Zettel haben. Ich habe da große Befürchtungen, dass Schalke wieder absteigt.

Schade für die Liga, schade für Borussia, weil es immer tolle Duelle sind, aber mit dieser Quote schaffst du die Bundesliga nicht. Und dann habe ich eine große Befürchtung. Sie haben es ja unglaublich geschafft, nach einem Jahr 2. Liga, direkt aufzusteigen. War auch eine Mammutleistung. Aber ich glaube, wenn Sie jetzt absteigen, dauert es ein bisschen länger, bis sie wieder hochkommen.“

Weil Sie sagen, die Substanz ist dann weg, oder warum glauben Sie das?

„Absolut. Es fehlen finanzielle Rücklagen. 200 Millionen € Schulden. Die werden dann abgeladen auf das neue Präsidium, auf Knäbel. Rouven Schröder ist zurückgetreten, sie haben einen neuen Trainer geholt. Bei Schalke ist immer was los.

Es wird viel Zuversicht ausgestrahlt, aber der Star ist der Trainer zurzeit, Reis, der von Bochum kam. Ich habe da meine Befürchtungen. Es wäre schade für die Liga und ich glaube aber trotzdem, dass Schalke absteigt.“

Von sechs Testspielen haben sie fünf verloren in der Vorbereitung. Das ist auch vielleicht noch mal ein Hinweis auf das, was Schalke gerade leisten kann. Wen sehen Sie sonst noch? Kommt der VfL Bochum mit Trainer Letsch nochmal raus aus der Misere?

„Sie sind ja miserabel gestartet, mit fünf Niederlagen. Da ist man eigentlich schon mausetot. Ich kenne auch den Trainer nicht, aber der macht einen ganz guten Eindruck, was ich da alles so höre. Bochum ist ja nicht so weit von Dortmund entfernt.

Sie haben auch nicht die großen Namen an Spielern dort. Das ist in Bochum auch überhaupt nicht möglich. Sie haben noch weniger wirtschaftliche Möglichkeiten als Schalke.

Aber was Sie daraus machen, ist schon erstaunlich. Ich glaube, dass Bochum zumindest in die Relegation kommt und dass Hertha dieses Jahr große Probleme bekommt. Da bin ich mir fast sicher, dass die Hertha, die die letzten Jahre immer unten war und auch in der Relegation war, ganz tief unten drinstecken wird und die vielleicht gar nicht damit rechnen, dass sie absteigen könnten.“

Bleibt noch der Torschützenkönig. Sie haben selbst einige tolle Tore erzielt. Wer ist für Sie der aussichtsreichste Kandidat?

„Nkunku hat eine Superperformance hingelegt, sich dann aber leider verletzt zur Weltmeisterschaft.“

Der hat zwölf Tore auf dem Konto, aber ist nach wie vor nicht fit. Er wird auch nicht beim Spitzenspiel nach der Winterpause dabei sein.

„Aber er ist oben und der hat eine unglaublich gute Entwicklung hingelegt beim Kader der Franzosen. Leider verletzt. Je länger man verletzt ist, umso länger kann man natürlich keine Tore machen. Das ist das große Problem. Aber er wäre eigentlich prädestiniert dafür, Torschützenkönig zu werden. Man muss schauen, wann er wieder fit wird.

Füllkrug, der mit zehn Toren knapp dahinter liegt, traue ich das jetzt nicht zu. Denn Werder Bremen wird traditionell auch ein bisschen als Abstiegskandidat gehandelt, muss man sagen. Daher wird er da unten nicht so viele Tore schießen, wie das ein Champions League Aspirant machen wird wie Leipzig oder wie Dortmund, Bayern oder Frankfurt.

Es wird ein enges Rennen um die Torjägerkanone und wer dann am Ende vorne liegt, ist schwierig. Wenn Lewandowski noch bei Bayern wäre, würde ich sagen, der wird’s.“

Bei dieser Wette konnte man nichts falsch machen. Ja.

„Da konnte man nichts falsch machen. Aber jetzt ist es schwierig zu sagen, wer da am Ende oben steht. Wer sind denn die nächsten Verfolger?“

Wir haben Nkunku mit 12 Toren vorne, dahinter direkt Thuram mit zehn Toren, Füllkrug mit zehn Toren und dann kommt schon ein Jamal Musiala mit neun Toren.

„Ja, Musiala hatte bei der WM ein bisschen Pech. Ich glaube, er ist derjenige, mit den meisten Latten- und Pfostenschüssen.“

„Musiala ist der Lichtblick der Bundesliga“

Der hat Minimum zehnmal aufs Tor geschossen und dann noch diese zwei Aluminium-Treffer. Das war so wie bei einer Ketchupflasche. Wenn die mal aufgegangen wäre, dann wäre es wahrscheinlich auch zu mehreren Toren gekommen.

„Musiala ist ja der Lichtblick der Bundesliga. Das muss man eindeutig sagen, wenn man ihn bei der WM hat spielen sehen. Unter diesen Voraussetzungen, die wir da als deutsche Mannschaft abgeliefert haben, war das ja wirklich ein Lichtblick. Wir haben gute Spieler, wenn dann auch Wirtz jetzt wieder kommt. Dann haben wir Havertz noch, in der Offensive haben wir nicht das Problem.

Wir haben das Problem in der Defensive, dass dort nicht die Spieler zur Verfügung stehen, die wir als Deutsche Nationen gewohnt waren. Deutschland stand immer in der Abwehr top. Nach vorne haben wir kein Problem.

Es könnte sein, dass mal ein Mittelfeldspieler mit Drang nach vorne, der aber auch unglaublich viel nach hinten macht, vielleicht mal Torschützenkönig wird. Ich kann da keinen absoluten Favoriten benennen, das ist unglaublich schwierig.“

Vielen Dank an Michael Rummenigge, mit dem wir auch einen Star Talk gemacht haben.

„Sehr gerne, vielen Dank.“

Interview: Carsten Fuß


Passend zu diesem Artikel:

Karl-Heinz Fischer

Karl-Heinz Fischer

Alter: 37 Nationalität: Deutschland Lieblings-Wettanbieter: Sportwetten.de

Nach einem Publizistik-Studium und mehreren Jahren als Sportjournalist, wechselte Karl-Heinz in die Wett-Industrie. Dort wurde er nach mehreren Jahren von der Wettbasis abgeworben und ist seither ein wichtiges und fixes Teammitglied unserer Redaktion.

Karl-Heinz ist hauptsächlich für die Beidfüßig Expertengespräche aktiv, aber auch bei den Wettanbietervergleichen lässt er seine Expertise und Erfahrungen einfließen. Privat wettet Karl-Heinz gerne auf die deutsche Bundesliga, bevorzugt Systemwetten.   Mehr lesen