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Wie der Verknüpfungsfehler zu falschen Annahmen führt

Das Gehirn spielt gern Streiche bei der Sportwetten Prognose

Sportwetten sind nicht der Blick in die Glaskugel, sondern basieren schlichtweg auf Wahrscheinlichkeiten. Niemand weiß mit Sicherheit, ob der Favorit gegen den Außenseiter gewinnen wird, bestenfalls ist davon mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit auszugehen. Darum dreht es sich bei den Wetten und Quoten. Doch gerade wenn es um das Einschätzen von Wahrscheinlichkeiten geht, neigen Menschen dazu, die tatsächlichen Werte zu übersehen. Da spielt der Geist gerne einen Streich.

Der Unterschied von Wahrscheinlichkeit und Plausibilität

Untersuchungen haben längst ergeben, dass Menschen sich mit tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten schwer tun. Ein Beispiel dient der Verdeutlichung, welches ähnlich wie das Linda-Problem aufgebaut ist, das in der Repräsentativitätsheuristik eine Rolle spielt. Untersucht wird in diesem Beispiel ein Match des FC Barcelona. Der Verein scheint in guter Form zu sein und hat die letzten fünfzehn Spiele in Folge gewonnen, dabei durchschnittlich drei Tore pro Spiel geschossen. Es geht nun im Pokal gegen eine unterklassige Mannschaft, die alle ihre letzten Spiele verloren hat.

Was ist wahrscheinlicher?

  1. Barcelona gewinnt das Spiel.
  2. Barcelona gewinnt das Spiel und schießt mindestens zwei Tore.

Wie die Untersuchungen von Daniel Kahneman und Amos Tversky zur Urteilentscheidungsregel gezeigt haben, neigen Menschen in so einem Fall zur zweiten Antwort. Es wäre also wahrscheinlicher, dass Barcelona gewinnt und zwei Tore schießt. Die Annahme dahinter: Barcelona ist enorm stark, schießt viele Tore und spielt gegen eine sehr schwache Mannschaft. Tatsächlich ist aber die erste Option wahrscheinlicher, woran auch keine Form der Welt etwas ändern kann.

 

Warum garantiert ist, dass die Wahrscheinlichkeit im ersten Fall höher liegt? Das liegt schlichtweg daran, dass die erste Option auch in der zweiten Option mit drin steckt. Im zweiten Fall müssen zwei Dinge erfüllt werden, entsprechend kann die Wahrscheinlichkeit beim zweiten Fall nicht größer sein.
Interessant ist aber, warum viele Menschen auf Option 2 setzen würden: Es liegt an der Verwechslung von Plausibilität und Wahrscheinlichkeit. Natürlich scheint es plausibel, dass Barcelona das Spiel gewinnt und auch mehrere Tore schießt, aber deshalb ist die Wahrscheinlichkeit nicht höher. Diesen Fehler kann man immer wieder antreffen.

Das Beispiel und andere zeigen, dass beim Einschätzen von Wahrscheinlichkeiten nicht dem Bauchgefühl oder der Intution zu trauen ist. Durch einfache Veränderungen der Wettbedingungen denkt das Gehirn schnell anders, obwohl die Wahrscheinlichkeiten sich nicht verbessern. Obiges Beispiel lässt sich tatsächlich in der ein oder anderen Form bei Spezialwetten antreffen, bei denen es dann nicht nur um eine Bedingung geht, sondern mehrere erfüllt werden müssen. Dazu kommt, dass dort hohe Buchmachermargen dafür sorgen, dass die Quoten geringer als fair ausfallen.
 

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Das Beispiel Scorecast Wetten

Bei den Spezialwetten sind es vor allem die Scorecast-Wetten, bei denen der Verknüpfungsfehler auftreten kann. Dabei handelt es sich um Wetten, bei denen ein Ergebnis-Tipp gleichzeitig mit einem Torschützen kombiniert wird. Beispielsweise: Mannschaft A gewinnt 2:1, Spieler B schießt das erste Tor. Die Wette kann nur gewonnen werden, wenn beide Ereignisse treffen. Es funktioniert also wie eine Kombiwette.

Hier kann der Verknüpfungsfehler passieren, wenn auch nicht zwangsläufig. Relativ deutlich ist natürlich, dass im Grunde die Chance, dass nur eine der beiden Bedingungen erfüllt wird, höher ist, als dass tatsächlich beide stimmen. Der Vorteil für den Buchmacher ergibt sich aber schon in einem kleinen Detail. Wenn nun Spieler B ein sehr bekannter Stürmer ist, der in dieser Saison schon sehr oft getroffen hat, dann spricht das natürlich einige an. Der Name löst sozusagen die Idee aus, dass die Wahrscheinlichkeit für ein Tor des Spielers sehr hoch ist. Wenn nun die Quote entsprechend für die Scorecast-Wette höher ist als bei den beiden einzelnen Bedingungen und der Name des Stürmers stimmt, wird es sicherlich einige geben, die sofort setzen und die vermeintliche Chance nutzen wollen. Damit zahlt sich der Vorteil des Buchmachers bereits aus.

Das Gehirn mag Geschichten

Wie es schon im Begriff Verknüpfungsfehler drin steckt, neigt das Gehirn dazu, dass es Dinge miteinander verknüpft. Dabei müssen diese Dinge aber gar nicht zwangsläufig real sein oder am Ende ein wahres Bild abgeben. Verknüpfungen dienen dem Gedächtnis dazu, sich Dinge besser einzuprägen. Entsprechend springt es auch darauf an, wenn es einen bestimmten Namen liest. Wenn es einen bekannten Namen in einer Mannschaftsaufstellung liest, von der es sonst keinen Namen kennt, traut es ihm prinzipiell mehr zu, ohne eigentlich nähere Informationen über die anderen Spieler zu haben. Wenn es um Spezialwetten geht, können solche Gedanken schädlich sein. Sobald der Gedanke im Kopf ist, kann er manchmal hartnäckig dort bleiben und daher schreibt das Gehirn / Gedächtnis den Bedingungen eine höhere Wahrscheinlichkeit zu.

Was tun gegen den Verknüpfungsfehler?

Vollständig ist niemand vor dem Verknüpfungsfehler sicher, da jener im Grunde einen normalen Vorgang im Gehirn zeigt, der auch auf Gewöhnung basiert. Wenn es dann konkret an die Sportwetten geht, sollte man sich an einige Vorgaben halten, um möglichst selten in die Falle zu tappen. Vor allem lohnt es sich, bei einfachen Wetten zu bleiben, also keine extravaganten Scorecasts-Wetten oder andere Kombis zu spielen. Je einfacher eine Wette ist, desto weniger anfällig wird sie für Fehler sein. Man spielt also Zwei- und 3-Weg-Wetten, Handicaps oder auch Over/Unter Wetten. Ein zusätzlicher Vorteil ist, dass dort in der Regel die Buchmachermarge höher ausfällt.
 

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Fazit – Verknüpfungsfehler eliminieren

Es geht gar nicht darum, vollständig die Intuition zu verbannen, denn es gibt auch Faktoren, die im Grunde nicht vorherzusagen sind. Aber letztendlich sind Wahrscheinlichkeiten einfach nur die nackten Ergebnisse von Statistiken. Es wird aus der Basis von Erfahrungswerten auf die Zukunft geschlossen. Je mehr Daten man sammelt und diese relevant in Verbindung bringt, desto höher sind die Chancen, der echten Wahrscheinlichkeit näher zu kommen. Natürlich bedeutet Wahrscheinlichkeit niemals, dass es auch wirklich so kommen muss. Wer mit statistischen Modellen arbeitet und darauf die Wahrscheinlichkeiten aufbaut, kann wesentlich stärker Fehlerquellen wie den Verknüpfungsfehler ausschließen.

 

Eine Übersicht mit allen interessanten Informationen zu den Wettquoten, finden Sie in unserem Artikel: Rund um die Wettquote – Berechnung, Quotenvergleich, Sure Bets & Value Bets