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Wie ausgeglichen ist die Bundesliga?

Die Ausgeglichenheit einer Liga hilft bei der Prognose

Immer wieder wird von der Ausgeglichenheit in Fußball-Ligen gesprochen. Was ist damit gemeint und ist die deutsche Bundesliga tatsächlich sehr ausgeglichen im Vergleich zu anderen Topligen? Welche Rückschlüsse lassen sich dadurch auf Sportwetten schließen? All jenen Fragen geht es in diesem Artikel auf die Spur.

Wer von einer ausgeglichenen Liga spricht, meint damit, dass das Gefälle zwischen den starken und den schwachen Teams nicht zu groß ist und potenziell die Chance höher ist, dass ein schwaches Team eine starke Mannschaft schlägt, als es in anderen unausgeglichenen Ligen der Fall ist. Das ist in Sachen Sportwetten durchaus ein Aspekt, dem Beachtung zu schenken ist, wenn es um Favoriten- und Außenseiterquoten geht. Ein wichtiger Faktor dabei ist die Standardabweichung, über die sich herausfinden lässt, wie weit die Teams im Schnitt von den Durchschnittswerten entfernt liegen.
 

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Die Ausgeglichenheit der Bundesliga

Wer sich fragt, was eigentlich ausgeglichen ist oder auch nicht, braucht einen passenden statistischen Analyseausgangswert. Beim Fußball in einer Saison bieten sich beispielsweise die Punkte an. Theoretisch können auch Siege, Niederlagen und Unentschieden herhalten, ebenso Tore. Im folgenden geht es um die Punkte. Als Beispiel wird die Abschlusstabelle der Saison 2015/16 genutzt.

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Quelle: Wikipedia

Der Durchschnitt aller Punkte

Im ersten Schritt wird die durchschnittliche Punktezahl aller Bundesliga-Mannschaften gesucht. Das funktioniert ganz einfach, indem alle gesammelten Punkte zusammengezählt und durch die Anzahl der spielenden Mannschaften geteilt werden. Insgesamt wurden 847 Punkte geholt. Maximal wären übrigens 918 Punkte möglich, wenn in einer Saison jedes Spiel einen Sieger gefunden hätte. Es ergibt sich folgender Durchschnitt:

  • 847 Punkte / 18 Mannschaften = 47,05 Punkte im Durchschnitt

Die Varianz der Mannschaften

Als nächstes geht es um die Varianz. Damit ist gemeint, wie weit die einzelnen Mannschaften von der durchschnittlichen Punktzahl entfernt liegen. Dazu wird der durchschnittliche Punktwert vom Ergebnis abgezogen.

  • Bayern München – 88 – 47,05 = 40,95
  • Borussia Dortmund – 78 – 47,05 = 30,95
  • Bayer 04 Leverkusen – 60 – 47,05 = 12,95
  • Bor. Mönchengladbach – 55 – 47,05 = 7,95
  • FC Schalke 04 – 52 – 47,05 = 4,95
  • 1. FSV Mainz 05 – 50 – 47,05 = 2,95
  • Hertha BSC – 50 – 47,05 = 2,95
  • VfL Wolfsburg – 45 – 47,05 = -2,05
  • 1. FC Köln – 43 – 47,05 = -4,05
  • Hamburger SV – 41 – 47,05 = -6,05
  • FC Ingolstadt 04 – 40 – 47,05 = -7,05
  • FC Augsburg – 38 – 47,05 = -9,05
  • Werder Bremen – 38 – 47,05 = -9,05
  • SV Darmstadt 98 – 38 – 47,05 = -9,05
  • TSG Hoffenheim – 37 – 47,05 = -10,05
  • Eintracht Frankfurt – 36 – 47,05 = -11,05
  • VfB Stuttgart – 33 – 47,05 = -14,05
  • Hannover 96 – 25 – 47,05 = -22,05

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Schon jetzt lässt sich deutlich sehen, welche Teams sozusagen über- und welche unterdurchschnittlich viele Punkte in der Saison geholt haben. Da es aber um die Abweichung zum Durchschnitt geht, können jetzt noch die Zahlen der Teams quadriert werden. Das führt dazu, dass Unterschiede noch deutlicher werden und es keine negativen Zahlen mehr gibt.
Das kann man jetzt für alle Mannschaften machen und daraus dann wieder den Durchschnitt errechnen. Die durchschnittliche Varianz dieser Saison, also wie weit die Teams durchschnittlich vom Mittelwert entfernt waren, liegt bei 231,50.

Die Standardabweichung der Saison

Jetzt gilt es noch einmal den Schritt zurückzugehen und diese durchschnittliche Varianz in die Punkte umzurechnen. Dazu wird aus der Varianz die Quadratwurzel gezogen:

  • Wurzel (231,50) = 15,22

Im Durchschnitt liegen also die Mannschaften dieser Saison 2015/16 genau 15,22 Punkte vom Mittelwert entfernt. Je niedriger der Wert ist, desto ausgeglichener ist auch die Liga, zumindest gemessen an den Punkten. Hätten alle Mannschaften die gleiche Punktzahl geholt, würde der Wert bei 0 liegen.

Die Entwicklung in der Bundesliga

Die Frage ist nun natürlich nicht nur, wie ausgeglichen die Bundesliga in einer Saison war. Die letzte Saison dürfte immer etwas mehr Gewichtung verdienen. Dennoch lohnt es sich auch, einen Blick auf die letzten Jahre zu werfen, um möglicherweise auch daraus einen Durchschnitt zu bilden. Ein ganz klares Bild zeigt sich dabei nicht. Lagen die Standardabweichungen zwar in den Jahren von 2011 bis 2014 bei 12.55, 15.15, 16.04 und 17.37, so ist sie in 2016 mit 15.22 wieder gesunken.
 

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Fazit – Die Bundesliga ist nicht sonderlich ausgeglichen

Angeblich ist die Bundesliga ausgeglichener als andere Auslandsligen. Der Vergleich mit England oder Spanien ist aber nicht ohne weiteres möglich. Der Grund ist ganz einfach, dass in diesen Ligen 20 Teams spielen und damit natürlich auch durchschnittlich mehr Punkte geholt werden. Über einen Koeffizienten kann man das aber angleichen, um doch Vergleichswerte zu generieren. Dafür wird die Standardabweichung durch den Punkteschnitt geteilt. Das Ergebnis ist ein Wert zwischen 0 und 1. Je niedriger der ist, desto ausgeglichener ist die Liga in diesem Fall bezogen auf die Punkte. Für die Bundesliga-Saison 2015/16 liegt der Variationskoeffizient bei 0.33.

Jetzt besteht ein Wert, mit dem alle Ligen miteinander zu vergleichen sind. Interessant ist der Vergleich zur Premier League aus England oder La Liga in Spanien. Es lassen sich die Variationskoeffizienten für jede Saison ausrechnen. Auch daraus lässt sich ein Schnitt bilden. Hier anhand der zehn Spielzeiten von 2005 bis 2014:

  • Bundesliga: 0.305
  • Premier League: 0.351
  • Primera Division: 0.304
  • Serie A: 0.311
  • Ligue 1: 0.259

Wenn man diese Werte und deren einzelne Werte für die Jahre betrachtet, lässt sich durchaus erkennen, dass der jeweilige Koeffizient ansteigt, was zuweilen an einzelnen starken Teams liegt, die viel investierten und reichlich Punkte holten. Dennoch ergibt sich ein Bild, welches die Bundesliga als durchschnittlich in dieser Hinsicht entlarvt und keinesfalls im Übermaß ausgeglichener als andere Ligen.
 
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