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Schneiden Bundesligateams nach Europapokalwochen schlechter ab?

Führt die Doppelbelastung in der Bundesliga zu schwachen Leistungen?

Die Freunde der Klubs über die Europacup-Qualifikation am Ende einer Saison ist im Regelfall gigantisch groß, das Geschrei der jeweiligen Verantwortlichen über die anschließende Doppelbelastung in der folgenden Spielzeit jedoch ebenfalls. Schnell dient eine Teilnahme am Europapokal als Ausrede für einen schwachen Saisonstart oder das Verpassen der gesteckten Ziele.

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Doch oftmals hatten die Teams im Jahr zuvor einfach „überperformt“ oder wussten schlichtweg Göttin Fortuna häufig an der eigenen Seite. Die Wettbasis ist der Frage nachgegangen, ob Bundesligisten nach Europapokalwochen schlechter abschneiden als in Wochen ohne Doppelbelastung.

Inhaltsverzeichnis

Dazu wurden die Bundesliga-Ergebnisse der vergangenen drei Spielzeiten (2018/19, 2018/17, 2017/16) tiefgreifend analysiert und ausgewertet. Köln stieg 2018 als Europa League-Klub in die 2. Bundesliga ab. Ein Jahr zuvor wäre dies auch fast Mainz 05 passiert. Zuletzt legte die Eintracht aus Frankfurt eine grandiose Saison auf dem internationalen Parkett hin und verpasste gleichzeitig die Teilnahme an der Champions League für 2019/20.

Ist der Europapokal also Freude und Unglück zugleich? Wäre Köln ohne Europa League nicht abgestiegen und hätte die Eintracht die Königsklasse erreicht? Verlieren Bundesligateams nach Europapokalwochen tatsächlich öfter? Wahrheit oder Mär? Die Wettbasis geht der Sache mit dieser Analyse auf den Grund.

Für die vergangene Saison 2018/19 wurde zudem die Performance der Bundesliga-Vereine mit den Europacup-Teilnehmern der anderen vier Top-Ligen in England, Spanien, Italien und Frankreich gegenübergestellt. Für die Analyse wurden nur die Ligaresultate im unmittelbaren Anschluss an einen Auftritt in Europa herangezogen. Hatte ein Team spielfrei oder war im nationalen Pokal im Einsatz, wurde das Match nicht mit erfasst.
 

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Verlieren Bundesligisten oft nach Europapokalwochen? Test & Überblick

In der abgelaufenen Bundesliga-Saison 2018/19 waren die sieben Europapokal-Teilnehmer Bayern München, Borussia Dortmund, Eintracht Frankfurt, TSG 1899 Hoffenheim, RasenBallsport Leipzig, Bayer Leverkusen und Schalke 04 in 60 Partien nach Europapokalspielen in der Bundesliga gefordert. Insgesamt fuhren diese Teams 99 Punkte ein, was einem Schnitt von 1,65 Zählern pro Partie entspricht. In den gesamten 238 Bundesliga-Partien der 2018/19er Spielzeit gingen 416 Punkte auf das Konto dieser sieben Klubs (1,75 im Schnitt). Nimmt man jedoch einzig die Partien, in denen die Europapokal-Teilnehmer in europacupfreien Wochen in der Bundesliga aktiv waren, ergibt sich ein durchschnittlicher Punktewert von 1,78 (178 Spiele – 317 Punkte).

Daher lässt sich festhalten, dass die Bundesliga-Klubs in Summe ohne Europapokal-Einsätze erfolgreicher punkteten. Blickt man auf die Vereine im Einzelnen, trifft dies auf sechs der sieben Klubs zu. Einzig Champions League-Teilnehmer Borussia Dortmund holte nach Europapokal-Wochen durchschnittlich mehr Punkte (2,25 Zähler), als in den Wochen ohne europäischen Flair (2,23). Rekordmeister Bayern (2,31 Punkte ohne Europapokal | 2,25 Punkte mit Europacup), Schalke (0,75 | 1,04), Hoffenheim (1,13 | 1,50), Leverkusen (1,38 | 1,81), Frankfurt (1,57 | 1,60) und Leipzig (1,86 | 1,96) punkteten ohne europäische Doppelbelastung besser.

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Aufgefallen ist bei der Auswertung, dass speziell die Teams, die über keine regelmäßige Europapokal-Erfahrung verfügen, im Frühjahr mit der Belastung in Europa und Bundesliga mehr Probleme haben, als noch in der Gruppenphase. Exemplarisch steht dafür Eintracht Frankfurt. Als die Adler dem großen Traum vom Endspiel und einem möglichen Titel immer näher kamen, wurden in der Bundesliga Federn gelassen. Während Frankfurt direkt nach den ersten zehn Europa League-Partien nur einmal verlor (6-3-1), gab es nach den Europa League-Spielen ab dem Viertelfinale drei Pleiten und ein Remis in der Bundesliga. Ein Erklärungsansatz ist sicherlich, dass die Partien in der Gruppenphase einfacher sind als in der Knock-out-Runde und der Traum in Hessen die volle Konzentration erforderte. Die mentale Belastung stieg, speziell für europäisch unerfahrene Mannschaften. Zudem sind die Anstrengungen einer Saison sicherlich im April deutlicher zu spüren als beispielsweise im Dezember.

In der Europapokal-Saison 2016/17 verhielt es sich ähnlich wie in der vergangenen Spielzeit. Die sechs Bundesligaklubs Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen, 1. FSV Mainz 05, Borussia Mönchengladbach und Schalke 04 fuhren nach Einsätzen in Europa im Schnitt insgesamt weniger Punkte ein, als in Wochen ohne internationale Verpflichtungen. Jedoch ist der Unterschied minimal (1,51 zu 1,54).

Über die komplette Saison erzielten die sechs Europacup-Teilnehmer durchschnittlich 1,53 Punkte pro Partie. Bis auf Schalke 04 punkteten zudem alle Vereine erfolgreicher in den freien Wochen. Die schlechte Spielzeit und das Verpassen des internationalen Geschäfts kann der Knappe damit also nicht begründen. Schalke fuhr nach Europa League-Einsätzen im Durchschnitt 1,75 Zähler ein und kam in der europafreien Zeit nur auf einen Zähler pro Partie. Für Schalke waren die Europapokalauftritte fast schon eine Befreiung, die neues Selbstvertrauen lieferte.

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Grundsätzlich ist es schwer ein Pauschalurteil zu fällen, denn die Saison 2017/18 wiederlegt die These ein wenig, dass Bundesligisten nach Europapokalwochen seltener punkten. Zwar holten Bayern München, Hertha BSC, Borussia Dortmund, TSG 1899 Hoffenheim, 1. FC Köln und RasenBallsport Leipzig in Europa in 54 Spielen 81 Punkte (1,50 im Schnitt) und damit 0,04 Zähler weniger, als in freien Wochen (1,54 Punkte/Schnitt). Jedoch punkteten mit Dortmund (0,26), Leipzig (0,03) und Berlin (0,08) drei der sechs Mannschaften nach einer Europapokal-Woche im Ligaalltag durchschnittlich erfolgreicher als andersherum. Grundsätzlich lässt sich aber festhalten, dass in den drei zurückliegenden Spielzeiten, die für diese Auswertung berücksichtigt wurden, 74 Prozent der 19 Europapokalteilnehmer (14 Teams) in der Bundesliga nach Europapokal-Wochen schlechter abschnitten, als in Wochen, in denen der Rahmenterminkalender keine Begegnungen in Champions League und Europa League vorsah.

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Wie erfolgreich sind die Klubs aus Premier League, La Liga, Serie A und Ligue 1 nach Europapokal-Partien auf nationaler Ebene?

Um die Zahlen der Bundesliga richtig einordnen zu können, haben wir für die Saison 2018/19 auch die Leistungsdaten der Europapokal-Teilnehmer aus den Top-Nationen England (Premier League), Spanien (La Liga), Italien (Serie A) und Frankreich (Ligue 1) unter die Lupe genommen. Am erfolgreichsten nach Europapokal-Wochen im Ligaalltag war in der abgelaufenen Spielzeit 2018/19 die italienische Serie A. Angeführt von Serienmeister Juventus Turin (2,40 Punkte/Schnitt) mit Superstar Cristiano Ronaldo erreichten die sieben Europacup-Teilnehmer im Schnitt 2,04 Liga-Punkte nach Europapokal-Auftritten. Die deutsche Bundesliga belegt im direkten Vergleich der Top-5-Länder in Europa nur Platz 4 mit 1,65 Zählern im Schnitt. Einzig die sechs Klubs der französischen Ligue 1 schnitten mit 1,42 Zähler noch schlechter ab. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefert sich die englische Premier League (Rang 3 – 1,85) und die spanische La Liga (Rang 2 – 1,88). Natürlich lässt jene Wertung am ehesten Schlüsse darauf zu, wie ausgeglichen eine Liga ist.

Insgesamt holten sowohl die Serie A-Klubs, als auch spanischen Europapokal-Teilnehmer in Wochen mit Champions League/  Europa League mehr Punkte als in Wochen ohne Europacupeinsatz. In Spanien beträgt die Differenz 0,29 Punkte (1,59 zu 1,88). Die Serie A-Teams holten 0,20 Zähler im Schnitt weniger als in Europapokal-Wochen (1,84 zu 2,04). Die Ligue 1 (1,58 zu 1,45), Bundesliga (1,78 zu 1,65) und Premier League (1,96 zu 1,85) fuhren hingegen in Ruhe-Wochen mehr Zähler ein.

Damit ist die Premier League die Liga mit den meisten Punkten in Wochen ohne Europapokal. Die Bundesliga belegt Rang 3, noch deutlich vor Italien und Frankreich. Die Premier League-Klubs waren auch über die komplette Saison in allen Ligaspielen die Nation mit den meisten Punkten im Schnitt (1,95). Die Bundesliga belegte auch in diesem Ranking mit 1,75 Zähler/Schnitt Platz 3. Italien (1,88 | Rang 2), Spanien (1,67 | Rang 4) und Frankreich (1,55 | Rang 5) folgen auf den anderen Plätzen.

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Erwähnenswert ist, dass in allen fünf Ländern Rücksicht auf die Europa League-Teilnehmer genommen wurde. Da der Spieltermin immer donnerstags war, mussten die jeweiligen Klubs frühestens am Sonntag wieder ran – in Ausnahmenfällen sogar erst am Montag. In Sachen direkter Duelle zwischen Europacup-Teilnehmern im Zeitraum der Gruppenphase in beiden Wettbewerben, bildet Italien das Schlusslicht mit nur vier Begegnungen. Die meisten direkten Matches wurden in Frankreich ausgetragen (acht), gefolgt von Deutschland, Spanien (beide mit sieben) und England (fünf). Die direkten Duelle wirken sich natürlich unmittelbar auf die Punkteausbeute der Ligen aus, da es beispielsweise mehr Punkte an einem Spieltag für die betreffenden Europacup-Teilnehmer gibt, wenn Juventus gegen Bologna spielt und Neapel in Cagliari ran muss, als wie wenn sich Juve und Napoli im direkt Duell gegenüberstehen.
 

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Wie entscheidend ist der Heimvorteil nach Europapokalspielen in der Bundesliga?

Als Ende Juni 2019 der Spielplan für die neue Saison veröffentlicht wurde, echauffierte sich Borussia Dortmunds Manager Michael Zorc fürchterlich, da seine Jungs bis Dezember 2019 nach Champions League-Partien fast ausnahmslos auswärts ran müssen: „Jedes Mal nach einem kräftezehrenden Champions-League-Spiel – ob nun daheim oder noch extremer auswärts – in der Bundesliga auswärts antreten zu müssen, das ist absolut suboptimal. Das weiß jeder, der sich mit der Thematik Belastungssteuerung auskennt“. Anführen muss man dabei zudem, dass die Borussia vergangene Saison nach den Königsklassen-Gruppenspielen fünfmal zuhause antreten durfte. Erzrivale Schalke 04 oder Serienmeister Bayern München traf es dabei deutlich härter, denn für beide sah der Spielplan von sechs Partien fünf in der Fremde vor. Doch sind die Leistungen der Bundesliga-Klubs nach Europapokalspielen in der Fremde wirklich schlechter?

Generell ist die Sorge Zorcs, auswärts nach Europapokal-Spielen weniger zu punkten als zu Hause, berechtigt. 2018/19 fuhren die sieben Teams 63 Prozent der Bundesliga-Zähler in Europapokal-Wochen zuhause ein (18-8-8), während in der Fremde nur 37 der 99 Liga-Punkte geholt wurden (9-10-7). 2017/18 hält sich die Punkteausbeute dagegen die Waage, was jedoch nicht zuletzt an den schwachen Leistungen des späteren Absteigers Köln lag. Die Domstädter konnten trotz der fünf Heimspiele, die nach Europapokal-Auftritten folgten, keinen Sieg einfahren (0-1-4). Die elf Euro-Starter gewannen nur elf der 27 Heim-Matches, während in der Fremde zehn Siege bei ebenfalls 27 Auftritten gelangen.
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51 Prozent der Bundesliga-Punkte wurden zuhause eingefahren (41 | 11-8-8), 49 Prozent in der Fremde (40 | 10-10-7). 2016/17 ist hingegen wieder ein klarer Beleg für die These von BVB-Manager Zorc. Insgesamt sammelten die sechs deutschen Europapokal-Teilnehmer in Europapokal-Wochen anschließend in der Bundesliga 86 Punkte. 72 Prozent (62 Punkte) davon wurden vor den heimischen Fans eingefahren (19-5-5). In der Fremde glückten hingegen nur sechs Siege (6-6-16).

In den zurückliegenden drei Spielzeiten erzielten Bundesliga-Klubs nach Europapokal-Wochen 62 Prozent der Punkte zuhause (165 Zähler in 90 Spielen). In der Fremde gab es hingegen nur 38 Prozent der insgesamt 266 Zähler in Bundesligaspielen nach Europapokal-Wochen zu bejubeln (101 in 81 Partien).

Eine Übersicht über alle Sportwetten Empfehlungen, Wetttipps und Strategien finden Sie in unserem Artikel: Wettempfehlungen, Tipps & Strategien in der Übersicht