Seine erfolgreichste Zeit erlebte Michael Henke als Co-Trainer von Ottmar Hitzfeld. In diese Ära beim BVB und Bayern München fallen unter anderem sieben deutsche Meisterschaften, drei DFB-Pokalsiege und zwei Champions-League-Titel. Aktuell steht der 68-Jährige als Assistent bei Grashopper Zürich unter Vertrag.
Im „Wettbasis“-Interview spricht Michael Henke über die Playoff-Chancen von Dortmund und Leverkusen, die Titelchancen der deutschen Mannschaften insgesamt und konkret über die nächsten Aufgaben in der Champions League. Für die Spiele am Dienstag und Mittwoch gibt es übrigens wieder Top-Boosts und spannende Quoten und auch die passende Freebet Übersicht für einen risikofreien Tipp.
Mit seiner großen Erfahrung blickt Michael Henke auch auf die Situation bei Real Madrid, wo für ihn der Trainer „die absolute Schlüsselposition“ ist, der „die Kabine in den Griff kriegen“ müsse. Bei den Bayern sei hingegen mit einem Harry Kane in Überform sowieso alles möglich.
Henke vor BVB – Atalanta: Champions-League-Sieg für Dortmund? „Warum nicht?“
Wettbasis: Borussia Dortmund gegen Atalanta Bergamo – welchen Gast könnte man da besser wählen als den ehemaligen Co-Trainer von Ottmar Hitzfeld, Michael Henke. Zweimal die Champions League gewonnen und ich erinnere mich, im Mai 1997 haben wir uns in Bergamo getroffen, denn Juventus Turin hat vor dem Endspiel, das ihr 3:1 gewonnen habt, gegen Bergamo gespielt.
Michael Henke: Ja, richtig, ich kann mich auch sogar noch ganz gut dran erinnern, obwohl es schon so lange her ist und ich glaube, das war ja auch wichtig für unser Spiel in München, dass Juventus in Bergamo die italienische Meisterschaft klar gemacht hat, ziemlich souverän dann Meister geworden ist und deshalb uns, die Dortmunder, die noch ein unbeschriebenes Blatt waren in Europa, ein bisschen unterschätzt haben.
Wir gehen gleich mit goldenen Zeiten hinein. Sie sind zweimal Champions-League-Sieger geworden, also Sie wissen wovon Sie reden. Jetzt spielt Borussia Dortmund gegen Atalanta Bergamo zu Hause. Wie war Ihre erste Reaktion?
Michael Henke: Machbare Aufgabe! Ich meine, bei dem hochkarätigen Feld, was sich da entweder schon qualifiziert hat oder in den Playoffs ist, sind ja fast alles nur europäische Spitzenmannschaften. Aber da würde ich sagen, ist Bergamo eine der Mannschaften, die erst mal auf den ersten Blick als machbar erscheint. Dem BVB traue ich sowieso alles zu, weil er im Moment einen sehr stabilen Eindruck macht.
Sie trauen dem BVB alles zu? Also auch einen Champions-League-Sieg?
Michael Henke: Warum nicht? Aber so weit sind wir natürlich noch nicht. Aber ich glaube, gerade Niko Kovac weiß, dass man Step-by-Step in so einem Wettbewerb weitergehen muss. Da liegt jetzt sicherlich volle Konzentration erst mal auf den Playoffs. Dann geht es weiter. Aber grundsätzlich traue ich dem BVB sehr viel zu.
Henke über Dortmunds Chancen: „Gute Voraussetzungen, um möglichst weit zu kommen“
Mit welchen Argumenten? Was ist gerade das, was den BVB so stark macht?
Michael Henke: Sie spielen sehr ergebnisorientiert, was einfach dann auch in K.o.-Spielen sehr wichtig ist. Du brauchst zwei gute Spiele, du musst eventuell ein gutes Ergebnis aus dem ersten Spiel mitnehmen, ohne dass du unbedingt hoch gewinnen musst. Ich glaube, das hat die Mannschaft sehr verinnerlicht. Das hat man auch in den Bundesligaspielen gesehen. Sie hat eine defensive Stabilität erlangt, selbst jetzt mal ohne Nico Schlotterbeck hinten zu Null gespielt. Das alles sind gute Voraussetzungen, um in der Champions League dann auch Schritt für Schritt, von Spiel zu Spiel, von Runde zu Runde möglichst weit zu kommen.
Atalanta Bergamo hat am Wochenende 2:0 bei Lazio Rom gewonnen. Bei den Italienern fehlt allerdings Charles de Ketelaere, ein ganz wichtiger Mann. Ademola Lookman wurde abgegeben an Atletico Madrid. Also sind das schon zwei Key-Player, die fehlen. Wie würden Sie gegen Atalanta agieren?
Michael Henke: Der Schwerpunkt muss auch da sein, in der Defensive gut zu stehen, um nicht überrascht zu werden durch ein schnelles Umschaltspiel, was Atalanta auch beherrscht. Es versteht sich von selber, dass die Italiener auch über eine gute Defensive verfügen und da darf man nicht den Fehler machen, dass man sich totspielt, in der Offensive viel Ballbesitz hat, aber uneffektiv ist und dann in mögliche Konter oder Umschaltsituationen von Bergamo reinläuft. Deshalb würde ich auch darauf setzen, dass ich eine gute Ordnung habe und dann zum richtigen Zeitpunkt auch meine Tore mache.
Wann ist der richtige Zeitpunkt? Gleich zu Beginn?
Michael Henke: Das ist natürlich das Ideal, aber das ist nicht das Muss. Das hört sich vielleicht komisch an, aber lieber nach 30 Minuten 0:0 als 0:1 hinten. Aber das heißt, es ist nicht so wichtig, wann die Tore fallen. Klar muss ich das Heimspiel gewinnen, um eine gute Ausgangsposition zu haben, aber ich muss nicht nach zehn Minuten schon 1:0 führen. Deshalb geht es für mich über eine gute Ordnung. Es wird auch vielleicht ein Abnutzungsspiel, wo ich aber dann als Borussia Dortmund mit Heimvorteil das bessere Ende für mich habe.
Ihre Verbindungen zum BVB sind natürlich nach wie vor eng. Nico Schlotterbeck ist eine Personalie, die schon seit Monaten diskutiert wird. Wo würden Sie die Schmerzgrenze setzen, finanziell und verhandlungstechnisch?
Michael Henke: Schwer zu sagen. Für mich fängt halt alles hinten an. Ich sage immer, man darf kein Problem haben auf der Torwartposition. Man darf kein Problem haben auf mindestens einer Innenverteidiger-Position. Die Dortmunder haben jetzt gerade mit Schlotterbeck einen Führungsspieler dort hinten entwickelt, der unheimlich wichtig ist. Deshalb glaube ich, ist die Schmerzgrenze sehr hoch. Sie lassen ihn sicherlich nicht leicht gehen und werden alles versuchen, um ihn zu behalten und ich glaube, das ist auch wichtig.
Henke vor Benfica gegen Real: „Habe nicht den Eindruck, dass Real als Mannschaft hundertprozentig funktioniert“
Dann sind wir beim Spiel Benfica Lissabon gegen Real Madrid. Was für eine Nummer! Erst einmal ist Real Madrid noch in die Playoffs abgerutscht, das ist schon eine Überraschung. Jetzt spielen die Spanier gegen Jose Mourinho. Also eine Nummer, die man so wirklich nur im Fußball erlebt. Herr Henke, ist Real Madrid für Sie nach wie vor einer der ganz großen Favoriten auf den Titel?
Michael Henke: Nein, weil Real Madrid hat als Mannschaft Defizite. Ich habe einfach nicht den Eindruck, dass sie als Mannschaft hundertprozentig funktionieren. Das zeigen auch die ganzen Turbulenzen in dieser Saison. Das ist einfach wichtig. Das hat auch das letzte Spiel gegen Benfica gezeigt, was alles möglich ist, auch was gegen Real Madrid möglich ist. Also für mich ist Real nicht der absolute Topfavorit.
Wir erinnern uns noch an diese turbulente Nummer. Jose Mourinho, ein Trainer, der nun wirklich mit allen Weih-Wassern gewaschen ist. Was glauben Sie, wie geht er es gegen Real an?
Michael Henke: Er wird natürlich die Energie aus diesem letzten Spiel mitnehmen und daran appellieren, dass alles möglich ist und dass sich Benfica nicht verstecken braucht. Okay, die Aufgabe ist nicht einfach, weil man zwei gute Spiele braucht, aber ich glaube, er wird natürlich wieder auf seine Defensive setzen. Er wird versuchen, Real zu ärgern, immer wieder anzustechen, vielleicht zwischendurch mal versuchen, schon frühzeitig ein Tor zu machen. Warum nicht? Aber ansonsten wird er sich voll auf die Defensive konzentrieren. Also im Grunde wird er sein bewährtes Konzept auch in diesem Spiel versuchen umzusetzen.
Schickt er den Keeper jetzt im Training ans Kopfballpendel?
Michael Henke: (lacht) Auch da kann ich mir vorstellen, dass er solche Dinge auch thematisiert. Jose Mourinho ist ein Pragmatiker, der immer wieder auch die Dinge genau analysiert, um weiterzukommen, mit dem einzelnen Spieler weiterzukommen. Ob jetzt in der Situation das Kopfballtraining am Pendel viel nützt auf die Schnelle, das bezweifle ich allerdings.
Sie haben angesprochen, dass bei Real Madrid die Harmonie im Team natürlich nicht optimal ist. Als Trainer, was würden Sie machen? Ich meine, das sind alles Selbstdarsteller, Vinicius Jr. allen voran, dann Kylian Mbappe. Welche Maßnahmen würden Sie als Trainer ergreifen?
Michael Henke: Sie haben es richtig gesagt, der Trainer ist da jetzt die absolute Schlüsselposition. Er muss die Kabine in den Griff kriegen, was scheinbar nicht so der Fall ist in jeder Situation. Da gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten. Er muss vor allen Dingen mit den Topspielern kommunizieren. Er muss versuchen, diese auf seine Seite zu bringen. Er muss versuchen, über einzelne Stützen der Mannschaft, über die Führungsspieler, Zugang zur Kabine zu kriegen bzw. auf die Führungsspieler einwirken, dass diese die Kabine im Griff haben. Dass wirklich dann, wenn es rausgeht, beim Anpfiff, alle an einem Strang ziehen und ihre Eitelkeiten beiseite lassen. Das ist nicht einfach, aber ich glaube, das ist der Ansatz, den man beherzigen muss.
Würden Sie mit Strafen operieren?
Michael Henke: Ach, ich glaube, das ist nicht mehr ganz zeitgemäß. Ich weiß auch gar nicht, wie hoch man da Strafen ansetzen will, da muss man ja Millionen-Strafen verhängen, um den Spielern weh zu tun. Das heißt, mit normalen Strafen, die vielleicht üblich sind, tut man diesen Spielern mit ihren Gehältern nicht weh. Also das muss ich schon ein bisschen cleverer machen. Sicherlich ist es eine Möglichkeit damit zu drohen, auch einen Führungsspieler mal auf die Bank zu setzen, wenn das nicht funktioniert, das tut dann mehr weh, als eine Strafe. Es gibt schon einen Katalog an Möglichkeiten, die jeder Trainer für sich entscheiden und dann anwenden muss.
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Henke über Leverkusen gegen Olympiakos: „Traue ihnen zu, diese Aufgabe zu bewältigen“
Das Spiel am Mittwoch ist natürlich Olympiakos Piräus gegen Bayer Leverkusen. Für Bayer Leverkusen sollte das doch machbar sein. Warum?
Michael Henke: Weil sie im Moment dabei sind, sich wieder zu stabilisieren. Sie haben jetzt ein bisschen schwierige Zeiten hinter sich, auch in der Liga nicht so souverän gewirkt. Sie sind aber gerade dabei, sich wieder zu stabilisieren. Sie haben, wenn ich das richtig verfolgt habe, ihre Erfahrung mit Olympiakos gemacht und in Piräus mit 0:2 verloren. Auch das ist meistens dann gar nicht so schlecht, wenn man so ein Negativerlebnis hatte, um daraus die richtigen Schlüsse zu ziehen, richtig zu analysieren und dann entsprechend gezielt neu in die Aufgabe reinzugehen. Mit ihren fußballerischen Fähigkeiten traue ich Leverkusen auf jeden Fall zu, diese Aufgabe zu bewältigen. Auch wenn bekanntermaßen gerade in Griechenland eine sehr heiße Stimmung vorherrscht.
Bayer Leverkusen ist ein extrem junges Team. Ist das ein Nachteil, oder würden Sie sagen, mit der Unbekümmertheit kann man durchaus weit kommen?
Michael Henke: Ich glaube schon, dass dann auch Erfahrung eine große Rolle spielt, desto weiter man in der Champions League kommt. Auf der anderen Seite beobachtet man das bei vielen Spitzenmannschaften, dass sie zumindest vereinzelt sehr junge, sehr gute und talentierte Spieler in ihren Reihen haben. Ich glaube, Bayer Leverkusen geht diesen Weg auch schon seit einiger Zeit. Die Spieler sind zwar jung, aber haben trotzdem schon einige Spiele auf höherem Niveau hinter sich, so dass man das kompensieren kann. Aber grundsätzlich ist Erfahrung in der Champions League, je weiter man kommt, nicht so unwichtig.
Michael Henke über Bayerns Chancen: „Wenn man einen Harry Kane in seinen Reihen hat, dann ist alles möglich“
Herr Henke, Sie sind ja auch mit den Bayern Champions League-Sieger geworden. Auch wenn sie jetzt nicht dabei sind in den Playoffs – wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie mindestens ins Finale kommen?
Michael Henke: Sehr hoch! Man hat zwar bei den Bayern gesehen, bei den Gruppenspielen in der Champions League, dass sich da schnell auch viel ändern kann, das hat man auch bei Real Madrid gesehen, aber so eine Champions-League-Runde zu spielen und nur eine Niederlage gegen den Tabellenführer Arsenal zu haben, das sagt schon vieles aus. Hinzu kommt die Souveränität der Bayern in der Liga. Also denen ist wirklich alles zuzutrauen. Vor allen Dingen, wenn man einen Harry Kane in seinen Reihen hat, der für mich der beste Einkauf der Bayern der letzten Jahrzehnte ist, dann ist alles möglich und gerade Kane wäre es auch zu gönnen, mal so einen riesigen Titel zu gewinnen.
Sagen Sie uns das mal in Prozenten. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass die Bayern die Champions League gewinnen?
Michael Henke: Das Gute an den Bayern ist und das zeichnet auch Trainer Vincent Kompany aus, dass er so eine Frage nie beantworten würde. Er würde sagen, wir müssen die nächste Runde überstehen und schauen von Spiel zu Spiel. Genau das strahlt er immer aus. Auch wenn man sich hier in München die Medien anschaut, wozu sich Kompany äußert und wozu nicht. Deshalb halte ich es auch wie der Trainer, die Aufgaben Schritt für Schritt zu erledigen. Es besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie weit kommen und auch eine große Chance, dass sie ins Endspiel kommen.
Das ist doch schon mal eine Aussage. Wie sehen Sie das beim BVB? Wie nah ist Dortmund dran?
Michael Henke: Der BVB hat natürlich nicht die Qualität von Bayern München. Das muss man natürlich ganz klar sehen. Vielleicht entwickeln die Borussen diese noch, aber die haben sie einfach momentan nicht, auch von ihrem Kader her nicht. Da gilt es noch mehr von Aufgabe zu Aufgabe zu schauen. Ich glaube, wenn sie die Playoffs gegen Atalanta Bergamo jetzt gut überstehen, dann ist auch auf jeden Fall eine Wahrscheinlichkeit da, bis ins Halbfinale vorzustoßen. Wenn man das schafft, dann ist sowieso alles möglich.
Und bei Bayer Leverkusen? Wie sind da die Einschätzungen von Ihnen?
Michael Henke: Ich glaube, dass die Leverkusener jetzt auf jeden Fall die Aufgabe Olympiakos meistern. Dann kommt es auf die nächste Runde an und ich glaube, sie werden Probleme haben, ganz nach oben zu kommen – auch wegen der angesprochenen mangelnden Erfahrung der sehr jungen Mannschaft, die neu zusammengestellt wurde und dann einen neuen Trainer gekriegt hat. Also das würde mich wundern, wenn sie insgesamt so gefestigt sind, dass sie nachher, wenn noch schwierigere Aufgaben kommen, dann dem auch noch standhalten können. Also Bayer sehe ich aus deutscher Sicht ganz klar, von der Wahrscheinlichkeit her, hinter Bayern und Dortmund.
Vielen Dank Michael Henke, das war wirklich ein grandioser Besuch hier bei uns. Danke für Ihre Einschätzung.



