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WM 2026 News

Manuel Neuer, fehlende Alternativen, Leroy Sané: Diese Probleme sehen die Wettbasis-Experten im deutschen WM Kader

Steffen Peters  4. Juni 2026
Deutscher WM Kader 2026: Probleme, Neuer & Sané
Leroy Sané wäre laut Wettbasis-Experten zur WM 2026 lieber daheim geblieben. (© Powerpics)

Der deutsche WM Kader von Bundestrainer Julian Nagelsmann ist seit der Nominierung und mit den Testspielen gegen Finnland und die USA Gesprächsthema Nummer 1. Wer sollte in der Startelf stehen, welche Spieler hätten lieber gar nicht nominiert werden sollen?

Wir haben unsere Wettbasis WM-Experten Peter Neururer, Guido Buchwald und Benny Lauth zu ihrer Meinung zum DFB-Kader befragt. Wie gewohnt meinungsstark gibt es Diskussionen zu Manuel Neuers Comeback, Leroy Sanés fehlender Form und fehlenden Abwehr-Alternativen.

Video: Unsere Wettbasis-Experten diskutieren über neue WM Regeln und ihre Turnierfavoriten.

 

Deutscher WM Kader mit Manuel Neuer verändert: „Für das Binnenklima und den Teamspirit nicht förderlich“

Die mit Sicherheit größte Überraschung im deutschen Fußball WM Team, die am Ende keine mehr war, ist das Comeback von Torhüter Manuel Neuer. Statt dem ursprünglich eingeplanten Oliver Baumann steht nun wieder der Routinier im Tor der DFB-Elf.

Benny Lauth kann die Entscheidung grundsätzlich nachvollziehen: „Für mich ist Manuel Neuer nach wie vor der beste Torwart, den wir haben, weshalb er völlig zu Recht im Kader steht.“

Dennoch stellt auch er eine Frage, bei der viele Fans hängenbleiben: „Warum hat man das nicht schon vor ein paar Monaten klar entschieden? Damals war er auch schon der Beste und die Diskussionen liefen bereits. Man wusste genau, woran man ist. Entweder ein Spieler ist zurückgetreten und spielt nicht mehr, oder er ist eben der beste Mann und man nimmt ihn von Anfang an mit.“

Guido Buchwald sorgt sich um das Innere des Teams: „Für das Binnenklima und den Teamspirit war dieses ganze Theater im Vorfeld absolut nicht förderlich, das steht völlig außer Frage. Sportlich bin ich zwar ebenfalls der Meinung, dass Manuel Neuer unser bester Torhüter ist. Wenn er sich voll auf ein Turnier fokussiert, verkörpert er absolute Weltklasse und gehört nach wie vor zu den Besten der Welt.“

„Aber die Kommunikation im Vorfeld war einfach schlecht“, kritisiert der Weltmeister von 1990 den DFB. „Man hätte das viel früher, klarer und unkomplizierter regeln müssen. Die Devise hätte lauten müssen: Wenn er fit ist, reist er als Nummer eins mit; wenn nicht, haben wir mit Oliver Baumann einen hervorragenden ersten Torwart. So aber hat uns das gesamte Hickhack nur geschadet.“

Peter Neururer geht einen Schritt weiter und nennt den Umgang mit Baumann „eine absolute Unsportlichkeit und Unflätigkeit. Baumann hat in allen Qualifikationsspielen im Tor gestanden und hervorragende Leistungen gezeigt. Wenn ich an Baumanns Stelle gewesen wäre, hätte ich mich auf der Stelle verabschiedet. Ich hätte gesagt: ‚Meine Herren, holt euch eure Ehrengäste am Kölner Hauptbahnhof ab, ich mache mit meinen 35 Jahren ab jetzt Urlaub mit meiner Familie. Aber so etwas lasse ich mit mir nicht machen!'“

„Hier zeigt sich das grundlegende Problem von Julian Nagelsmann: Er mag taktische Fähigkeiten besitzen, aber ein Trainer braucht eine klare Linie und eine verlässliche Planung“, schießt Neururer gegen seinen Trainerkollegen. „Ich habe das Gefühl, er hat überhaupt keinen Plan. Er tritt seine eigenen Prinzipien mit Füßen. Das einst so groß ausgerufene Leistungsprinzip wurde komplett über den Haufen geworfen.“

 

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Fragwürdige Entscheidungen in der DFB-Abwehr: „Chabot oder Bisseck hätten deutlich besser gepasst als Anton oder Rüdiger“

Diskussionen gibt es auch vor dem Torhüter, wo Julian Nagelsmann sich dazu entschied, die Mission WM-Titelgewinn mit fünf Innenverteidigern, aber nur drei Außenverteidigern anzugehen. Hinter Kapitän Joshua Kimmich gibt es keine gelernte Alternative als Rechtsverteidiger.

Warum, fragen sich viele. Auch unsere WM-Experten haben kaum Verständnis für die Entscheidung.

„Dass wir gleich fünf gelernte Innenverteidiger mitschleppen, ist für mich absolut nicht nachvollziehbar“, kritisiert Lauth. „Weder für die Trainingsarbeit noch für die Spiele selbst braucht man so viele Akteure auf dieser Position. Wenn man im Spielverlauf wechselt, bringt man doch ohnehin meistens frische Offensivkräfte.“

„Zudem verstehe ich nicht, warum man Yann Aurel Bisseck zu Hause lässt. Wenn ein deutscher Profi bei Inter Mailand regelmäßig spielt und dort keine reine Reservistenrolle einnimmt, dann kann er nicht so schlecht sein. Genau diese solide Rolle hätte er beim DFB-Team perfekt ausfüllen können – ich hätte ihn definitiv anstelle von Antonio Rüdiger oder Waldemar Anton mitgenommen. Schließlich haben wir auf der rechten Außenbahn überhaupt keine echten Alternativen, falls Joshua Kimmich etwas zustößt“, so Lauth weiter.

Neururer stimmt seinem Kollegen zu: „Spieler wie Jeff Chabot oder Yann Aurel Bisseck hätten deutlich besser in diese Mannschaftsformation gepasst als ein Waldemar Anton oder ein Antonio Rüdiger.“

„Das Kernproblem auf dieser Position ist doch folgendes: Wir haben heute keine großen Verteidiger mehr, sondern nur noch lange. Im Gegensatz zu früheren Zeiten beschränken sich fast alle unsere Innenverteidiger nicht mehr auf das Wesentliche – nämlich das Gewinnen von Defensivzweikämpfen“, zweifelt die Trainerlegende an der Nominierung.

„Und wenn die interne Alternativlösung für die rechte Abwehrseite tatsächlich Pascal Groß heißen soll, dann gute Nacht. Auf dieser Position kann der Junge niemals spielen – weder vom Zweikampfverhalten her noch vom Tempo. Damit tut man ihm absolut keinen Gefallen. Ich frage mich ernsthaft, warum man Groß unter diesen Voraussetzungen überhaupt in den Kader berufen hat.“

Buchwald spricht sich derweil für Mathias Ginter aus: „Ich persönlich hätte ihn unheimlich gerne im Kader gesehen. Er hat eine großartige Saison in Freiburg gespielt, agiert absolut solide sowie zuverlässig und ist ein Spieler, den man immer reinwerfen kann. Er wäre ein echter Stabilisator für unsere Defensive gewesen.“

 

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Ex-Stürmer Lauth findet: „Undav ist der beste deutsche Stürmer und muss auf der Neun spielen“

Während in der Defensive also viele Spieler Thema sind, die nicht im deutschen WM Kader 2026 stehen, fehlen im Angriff ohnehin echte Alternativen. Das gilt vor allem dann, wenn es um die Rolle als echter Neuner geht.

Der ehemalige Nationalstürmer Benny Lauth sieht hier nur eine Option: „Hinter Deniz Undav wird es im Sturmzentrum verdammt dünn. Undav hat 19 Saisontore erzielt, er ist der beste deutsche Stürmer und muss auf der Neun spielen, weil wir auf dieser Position schlichtweg Tore brauchen.“

„Dahinter ist die Nominierung von Maximilian Beier berechtigt, weil er ein völlig anderer, extrem schneller Spielertyp ist. Aber viel mehr echte Optionen haben wir im Zentrum nicht. Gleichzeitig mitschleppen müssen wir dafür Leroy Sané, der seit Monaten im Verein überhaupt nicht mehr überzeugt.“

„Bei Sané verlässt man sich nur noch auf die Hoffnung und die Erinnerung an seine Top-Spiele aus der fernen Vergangenheit“, kann Lauth die Nominierung nicht nachvollziehen. „Das erinnert mich stark an die Ära von Jogi Löw, der damals bei Lukas Podolski und Co. auch den Moment verpasst hat, rechtzeitig loszulassen. Ich befürchte, dass diese Personalie noch für massive Unruhe sorgen wird, wenn Sané beim Turnier plötzlich nur sehr wenig Spielzeit bekommt.“

„Ich hätte stattdessen viel lieber das aktuelle Momentum genutzt und Chris Führich mitgenommen, der in den letzten Wochen richtig aufgedreht hat“, hat er auch gleich eine Alternative für die offensive Außenbahn parat.

Neururer pflichtet Lauth bei: „Wir haben schlichtweg keinen klassischen, fitten Neuner von internationalem Format im Kader. Die einzige echte offensive Lebensversicherung, die wir im Zentrum besitzen, ist Deniz Undav. Was dieser Junge in den letzten Monaten geleistet hat, ist schlichtweg großartig; alle Statistiken sprechen einzig und allein für ihn.“

„Gleichzeitig nominieren wir einen Leroy Sané durch, obwohl er seine Form komplett verloren hat und dem Leistungsprinzip im Weg steht“, beschreibt er seine Gefühlswelt zum DFB-Team.

Buchwald hätte wie Lauth ebenfalls auf einen VfB-Profi gesetzt: „Im Angriff hätte Chris Führich für mich zwingend in diesen Kader gehört. Nach seinen gezeigten Leistungen im letzten halben Jahr ist er ein Spieler, der mit seinem enormen Tempo permanent Dynamik ins Spiel bringt. Sobald Führich den Ball hat und ins Eins-gegen-eins geht, herrscht beim Gegner Alarmbereitschaft. Er hat diesen Impact in den letzten Monaten im Verein Woche für Woche bewiesen.“

Natürlich darf auch hier eine abschließende Meinung zu Leroy Sané nicht fehlen: „Was Sané betrifft, kann ich die Skepsis vollkommen verstehen. Wenn wir im flachen Kombinationsspiel agieren, können Wandspieler wie Undav oder auch Kai Havertz den Ball hervorragend prallen lassen, um Räume zu öffnen. Dafür braucht man aber eben die nötigen Außenbahnspieler mit Tiefgang.“

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Steffen Peters

Steffen Peters

Alter: 33 Nationalität: Deutschland Lieblings-Wettanbieter: Bwin

Schon seit mehr als einem Jahrzehnt begleitet Steffen journalistisch die verschiedensten Sportarten. Seine größte Expertise besitzt er im Fußball, Eishockey, Motorsport und Handball. Bei der Wettbasis ist er vor allem im News-Bereich tätig und analysiert bereits seit 2010 WM Wetten.

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