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Buchmachermargen: Die Mathematik dahinter bei Sportwetten

Was verdient der Wettanbieter?

Wer sich mit Sportwetten etwas näher beschäftigt, wird sicherlich schon mal über den Begriff der Buchmachermarge gestolpert sein. Doch worum handelt es sich dabei eigentlich und inwiefern betrifft es den Kunden? Etwas Mathematik wird benötigt, um der Buchmachermarge auf den Zahn zu fühlen.

Was bedeutet Buchmachermarge?

Die Buchmachermarge ist der Gewinn des Buchmachers bei einer passenden Verteilung der Wetteinsätze auf einem Markt. Da die Marge auch in den Quoten mit drinsteckt, ist es letztendlich auch ein garantierter Gewinn, den der Wettanbieter als Vorteil hat. Garantiert bedeutet in diesem Fall, dass der Buchmacher gewinnt, egal wie ein Event letztendlich ausgeht, sofern die Einsätze nicht zu einseitig verteilt sind.

Ein kurzes Beispiel dient der Erklärung: Ein Spiel kann mit Heim- oder Auswärtssieg enden (beispielsweise im Tennis). Einer wettet auf Heimsieg, ein anderer auf Auswärtssieg. Für beide Ergebnisse gibt es die Quote 1.80. Jetzt gewinnt einer die Wette, der andere nicht. Es wird zweimal Einsatz gezahlt, einmal aber nur Gewinn ausgezahlt. Die Differenz aus Einzahlung und Auszahlung ist die Buchmachermarge.
 

Wie rechnet man Wettquoten um?
Wettquoten in Wahrscheinlichkeiten umrechnen

 

Berechnung der Buchmachermarge

Die Buchmachermarge lässt sich über die Summe aller in den Wettquoten implizierten Wahrscheinlichkeiten berechnen. Dazu gilt es zunächst die Wettquoten in Wahrscheinlichkeiten umzurechnen:

  • Wahrscheinlichkeit = 1 / Wettquote

Diese Formel gilt es für jede Quote anzuwenden, also bei Dreiwegwetten beispielsweise auf 1, X und 2. Für das obige Beispiel erhält man damit eine gesamte Wahrscheinlichkeit von:

  • 111,1% = 1.111 = 1 / 1.80 + 1 / 1.80

Das bedeutet, dass die Buchmachermarge bei 11,1% in diesem Beispiel liegen würde, da 100% die tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten sind. Im Umkehrschluss lässt sich die Auszahlungsquote errechnen. Das ist der prozentuale Wert, der von allen Einsätzen der Kunden vom Buchmacher wieder ausgeschüttet wird.

  • 90.0 = 0.900 = 1 / 1.111

Ein Auszahlungsschlüssel von 90 Prozent – wie im Beispiel – ist sehr schwach. Bei den meisten Wettanbietern kommt man auf Auszahlungsquoten von rund 94-95%, was aber auch von den Wettbewerben und Events abhängt.

Auswirkungen der Buchmachermarge bei Sportwetten

Ein Spiel hat 100% Ausgangsmöglichkeiten. Durch die Buchmachermarge wird also noch etwas draufgepackt, damit der Wettanbieter Gewinn machen kann. Für Wettsportler bedeutet dass, dass sie versuchen die vom Buchmacher aufgestellten Quoten und dahinter liegenden Wahrscheinlichkeiten zu analysieren und zu bewerten, indem eigene „faire“ Quoten prognostiziert werden. Die Marge kann man sich auch als Verhältnis zwischen den beiden Quoten vorstellen, da ja eine von beiden am Ende greifen wird. Fällt nun eine Marge sehr niedrig aus, lässt sich bei dem Wettanbieter leichter ein Value finden.


Value bedeutet, dass die in den Quoten implizierten Wahrscheinlichkeiten des Buchmachers unter den tatsächlichen liegen und damit ein Valuebereich entsteht, den es auszunutzen gilt. Bei manchen Spielen kann es aber auch sein, dass der Buchmacher absichtlich an den tatsächlichen Wahrscheinlichkeiten vorbei aufstellt, um damit gewisse Verluste zu minimieren oder auf das vermutete Tippverhalten des Kunden zu reagieren. Das kann der Fall bei deutlichen Favoritensiegen sein, wenn beispielsweise Barcelona oder Bayern München auflaufen.

Zu einem festen Profit setzen

Bei Sportwetten gibt es viele verschiedene Systeme, um Einsätze zu bestimmen. Viele wetten mit festen Beträgen, doch es gibt auch die Möglichkeit auf einen festen Profit zu wetten. Das bedeutet, dass der Einsatz an die Wettquote angepasst wird, um am Ende in allen Fällen denselben Gewinn herauszubekommen. Der Vorteil der festen Profite ist, abgesehen von der klaren Struktur, dass das Risikopotenzial überschaubarer bleibt. Bei niedrigen Quoten gibt es zwar höhere Einsätze, aber mit der Höhe der Quote sinkt auch der Einsatz. So gleichen sich die Wahrscheinlichkeiten und der Einsatz an, was eine elegante Zwischenlösung von Risiko und Chancen ist.
 

Warum Wettanbieter auf fast jedem Markt Gewinne generieren
Wettet man wirklich gegen den Buchmacher? – Wettbasis.com Ratgeber

 

Wie kann man zu einem festen Profit wetten?

Es ist natürlich an sich leichter, immer denselben Betrag als Einsatz zu wählen. Für denselben Gewinn ist minimale Rechenarbeit notwendig. Die Wettquoten sind entscheidend, denn daran passt sich der Einsatz an. Die Formel zur Einsatzberechnung lautet:

  • Einsatz = Zielgewinn / (Wettquote – 1)

Wenn man jetzt 50€ als Zielgewinn angibt, ergeben sich folgende Einsätze bei unterschiedlichen Quoten:

  • 50€ / (1.50 – 1) = 100,00€
  • 50€ / (2.12 – 1) = 44,64€
  • 50€ / (4.75 – 1) = 13,33€

Es wird deutlich, dass die 50€ als Gewinn immer gleich bleiben, obwohl sich die Wettquoten verändern. Je höher eine Wettquote ausfällt, desto niedriger wird der entsprechende Einsatz. Höhere Einsätze gibt es bei niedrigen Quoten, allerdings ist da auch die Wahrscheinlichkeit für eine erfolgreiche Wette größer.

 

Eine Übersicht über alle interessanten Informationen rund um den langfristigen Wetterfolg, finden Sie in unserem Artikel: Langfristig Erfolgreich Wetten – Bankrollmanagement, Estimations und Co.