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American Football & NFL Wetten – Teil 4

NFL Spielplan & Regeländerungen der letzten Jahre

Es gibt kein größeres jährliches Sportereignis als den Superbowl – dies müssen selbst Fußballfans anerkennen. Die Wettbasis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Sportart rund um den Superbowl – American Football – und die NFL als bekannteste Football-Liga vorzustellen. Im Vordergrund stehen selbstverständlich wertvolle Informationen für den Sportwetter, der sich auf NFL Wetten einlassen möchte.

Inhaltsverzeichnis

In Insgesamt fünf Artikeln werden all die Dinge beleuchtet, die für Wetten auf die NFL und American Football allgemein wissenswert sind. Dazu gehören die einzelnen Wettoptionen (Spread / Handicap Wetten), strategische Grundlagen, Analysen zum Heimvorteil und klimatischen Besonderheiten der Arenen genauso, wie psychologische Aspekte, Spielpläne, nennenswerte Regeländerungen der letzten Jahre und nicht zuletzt Besonderheiten der Playoffs und des Superbowls.

Dieser Beitrag ist Artikel 4 der Chronologie. Weitere Wetthinweise und Informationen zur NFL verstecken sich hinter den nachfolgenden Links:

NFL Wetten Teil 1 – Strategische Grundlagen
NFL Wetten Teil 2 – Heimvorteil & klimatische Unterschiede
NFL Wetten Teil 3 – Psychologische Aspekte
NFL Wetten Teil 5 – Playoffs & Superbowl

Im Fokus dieses Artikels stehen zwei Hauptthemen: Einerseits geht es um den Spielplan, der in dem flächenmäßig riesigen Land von gehobener Bedeutung ist. Zudem werden die wichtigsten Regeländerungen der letzten Jahre analysiert.

Spielplan

In Deutschland beklagen sich Fußballvereine manchmal bereits, wenn zwei oder drei Auswärtsspiele am Stück über 400 bis 500 Kilometer entfernt ausgetragen werden müssen. In den Staaten hingegen gibt es sogar diverse verschiedene Zeitzonen und es werden tausende Meilen zurückgelegt. Dementsprechend gravierend sind die Auswirkungen des Spielplans.

Zeitzonen

In den USA haben Auswärtsspiele eine ganz andere Dimension als beispielsweise in der Bundesliga. Die Distanzen zwischen den Stadien sind wesentlich größer und beinhalten oft sogar einen Zeitzonenwechsel. Nach der Rückkehr aus dem Urlaub ist man oft völlig gerädert. Dies liegt an dem sogenannten Jetlag. Dieser tritt auch bei den Spielern ein. Ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus kann zur Verminderung der geistigen, sowie körperlichen Leistungsfähigkeit führen. Je nach Sensibilität für den Jetlag kann sich dieser auf die Spieler und deren Leistung auf dem Spielfeld negativ auswirken. Somit gilt es einen Blick auf den Spielplan der Teams zu werfen und zu entscheiden, inwieweit sich die Reise zum Auswärtsspiel positiv oder negativ auf das Team auswirkt, welches für potentielle Wetten in das Auge gefasst wurde.

Short week vs bye week

In der NFL gibt es in der Saison 17 Spielwochen. Die meisten Partien finden sonntags statt. Ausnahmen sind die „Thursday night“ und „Monday night“-Spiele. Eine „short week“, also eine verkürzte Woche, tritt dann für die Mannschaft auf, wenn sie am Montagabend ein Spiel hatte und am nächsten Sonntag erneut spielen muss. Somit fehlt ein Tag. Noch gravierender ist es, wenn das Team nach einem Sonntagsspiel direkt am nächsten Donnerstag zum nächsten Match (eventuell sogar auswärts) auflaufen muss. Da Football ein sehr körperbetonter Sport ist, welcher die Spieler an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit bringt, kann jeder Tag zur Regeneration einen Vorteil bringen. Aber die fehlende Zeit ist nicht nur ein Nachteil bei der körperlichen Leistung der Spieler, die Zeit fehlt auch bei der taktischen Vorbereitung auf den nächsten Gegner. Dies sind zwei schwerwiegende Nachteile für eine Mannschaft, die eine „short week“ hat.

Im Gegensatz dazu gibt es die sogenannte „bye week“, sprich: spielfreie Woche beziehungsweise ein spielfreies Wochenende. Somit kann die Pause bis zu zwei Wochen lang sein. Jedes Team hat in der Saison ein spielfreies Wochenende. Dieses wird zur Erholung und Vorbereitung auf die nächsten Spiele genutzt. Die  „bye week“ ist das Gegenteil zur „short week“. Es ist keine Garantie, dass Teams, welche aus der „bye week“ kommen gewinnen und Teams welche eine „short week“ hatten verlieren. Aber die Vor- und Nachteile sind nicht von der Hand zu weisen und sollten definitiv in die Wettentscheidung miteinbezogen werden.

Auswirkungen von Regelveränderungen

Von Saison zu Saison werden in der NFL immer wieder neue Regeln hinzugefügt oder verändert. Einige werden vom Zuschauer kaum bemerkt, da sie auf den ersten Blick keinen großen Einfluss haben. Andere hingegen verändern das Spielgeschehen grundlegend. Somit sollte sich der Wettinteressent damit eindringlich befassen. Im Folgenden sind einige Regeländerungen, die Einfluss auf das Spiel und somit auch Wetten in der jüngsten Zeit hatten.

Ballbesitzregelung in der Verlängerung (2012)

In 2012 wurde eine gravierende Regeländerung für die Verlängerung (OT) verabschiedet (für die komplette Saison, von 2010-2012 galt dies nur für die Playoffs). Ab sofort führt ein Field Goal nicht zum Sieg, sondern einem Ballbesitzwechsel. Zuvor wurde der Ballbesitz nach dem „Kopf oder Zahl“-Prinzip entschieden. Das Team, welches den Ball hatte, musste sich nur noch in Fieldgoal-Distanz vorkämpfen und konnte das Spiel mit einem erfolgreichen Fieldgoal- Kick für sich entscheiden. Durch die neue Regel muss das Team in Ballbesitz entweder einen Touchdown erzielen oder das andere Team kommt in Ballbesitz.

Das Spiel wird nicht mehr allein durch den Münzwurf entschieden, sondern beide Teams haben die Chance das Spiel selber zu entscheiden. Dies erhöht die Chance, dass wenn man auf das bessere Team gesetzt hat, die Wette am Ende erfolgreich ist. Somit wurde für die Teams und auch den Sportwetter ein gravierender Glücksfaktor eliminiert.

Vergrößerung der „Extra-Punkt“-Distanz (2015)

Für die Saison 2015 wurde der Kick nach dem Touchdown für den Extra-Punkt an die 15-Yard Linie gelegt. Davor war der Extra-Punkt an der 2-Yard Linie durchgeführt worden. Damit soll der Extra-Punkt erschwert und ein größerer Anreiz für die Two-Point Conversion geschaffen werden. Der Extra-Punkt hatte eine Erfolgsquote von 98-99% (seit dem Jahr 2000), während die Two-Point Conversion bei gerade einmal 50% lag. Deswegen wurde diese auch nur in Einzelfällen, zum Beispiel gegen Ende eines Spiels, wenn man zwei Punkte in Rückstand lag, benutzt.

In der Saison 2015 fiel die Erfolgsquote des Extra-Punkts auf 94,2 %. Von 1217 Kicks wurden 1146 getroffen. Das sind 71 nicht verwandelte Fieldgoal Kicks. In der Vorsaison wurden von 1230 Kicks nur 8 nicht verwandelt. Dies ist ein signifikanter Anstieg. Die nichtgetroffenen Extra-Punkte waren bis dato nicht relevant bei der Spielentscheidung. Wo sich die fehlenden Punkte jedoch bemerkbar machen, ist bei den Spreads/Handicaps, als auch bei den Over/Under-Lines. Dort ist in Zukunft zu analysieren, ob diese Regeländerung eine große Veränderung in den Keynumbers (was sich wiederum auf die Rentabilität des „Hooks“ auswirken würde) auslöst oder ob es sich relativieren wird. Wer aber mit einem System wettet, dass nur auf den bisherigen Zahlen basiert, sollte eventuell erst einmal abwarten oder zumindest Vorsicht walten lassen.

Regeländerungen für Spielersicherheit

In den letzten Jahren wurden die Regeln bezüglich Spielersicherheit extrem verschärft. Anbei einige Beispiele:

2010
+ “Spearing” Arme anliegend, Helm voraus einen wehrlosen Spieler tackeln
2013
+ “Hitting” mit der Spitze des Helms
+ Späte “Hits” auf einen Haufen (Ansammlung von Spielern am Boden)
+ Das Weiterspielen inklusive Kontakt nachdem ein Spielzug abgepfiffen wurde
+ Das Greifen in die Gesichtsmaske
2014
+ Trikot ziehen wird automatisches “defensive holding”
+ Expanded clipping= illegaler Block in den Rücken des Gegners unterhalb der Hüfte
2016
+ “Chop blocks”
+ “Horse collar”- Regel
+ Tiefschläge / Hits gegen Quarterbacks

Dies ist vor allem aus Sicht der Spieler eine positive Entwicklung, aber auch die Zuschauer und Sportwetter sind dankbar, wenn die Leistungsträger geschützt werden und nicht verletzungsbedingt an der Seitenlinie sitzen. Aber haben diese Regeländerungen tiefere Auswirkungen auf NFL Wetten?

Viele Regeln verstärken die Sicherheit von Quarterbacks, Receivern und Runningbacks. Dies wird vor allem durch die Einschränkung der Verteidiger erreicht. Es wird für sie schwieriger die Angreifer zu verteidigen und so Punkte zu verhindern ohne gravierende (Raum)Strafen zu bekommen. Somit steigt nicht nur die Zahl der Punkte, sondern auch der „passing yards“ und der „rushing yards“ der einzelnen Spieler. Es lässt sich sagen, dass Regelveränderungen einen großen Einfluss auf das Spielgeschehen haben können und es somit von großer Bedeutung für den Tipper ist, diese genau zu analysieren und in seine Entscheidung zur Wettauswahl oder Strategie miteinzubeziehen.

Allgemein

Im Folgenden sollen noch Aspekte angesprochen werden, welche ebenfalls wichtig sind, um zu entscheiden, auf welches Team gewettet wird.

„Hot“ und „Cold“ Teams

Die Aufteilung in „Hot“ Teams und „Cold“- Teams kann auch auf andere Teamsportarten angewendet werden, trifft aber sehr oft im Football zu. Ein Team ist „Hot“, wenn alles rund läuft. Die Spieler haben Selbstvertrauen, Vertrauen in ihre Mitspieler, setzen um was der Trainer vorgibt und gewinnen. Da Siege Spaß machen und die Laune heben, trägt dies ebenfalls zu einer guten Stimmung bei, woher der Spruch kommt: „Wenn’s läuft, dann läuft’s“. So verhält es sich auf dem Spielfeld.

Umgekehrt sind Krisenverein sogenannte „Cold“ Teams. Es kann an vielen Faktoren liegen, warum eine Mannschaft im Moment nicht gut spielt. Unstimmigkeiten zwischen Mannschaft und Coach, schlechte Stimmung unter den Spielern und vieles mehr. Dies alles überträgt sich auf die Leistung und Spielweise der Mannschaft. Das führt zu Fehlern auf dem Feld (Touchdown-Pässe, welche normalerweise einfach zu fangen sind, werden fallen gelassen, Quarterback werfen ungewohnt viele Interceptions, etc.), was wiederum zu Niederlagen führt. Mehrere Niederlagen in Folge schlagen ebenfalls auf die Stimmung und frustrieren die Spieler weiter. Ein Teufelskreis.

Die Chance, dass es bei einem „Hot“ Team weiter gut läuft und bei einem „Cold“ Team weiter schlecht, ist relativ groß. Deswegen sollte man vorsichtig sein, wenn auf ein „Cold“ Team Wetten geplant sind. Zudem gilt es nicht nach der „Mannschaft XY ist fällig für einen Sieg / eine Niederlage!“- Methode vorzugehen. Denn oft tritt das Gegenteil ein und „Hot“ Teams legen lange Siegesserien hin und „Cold“ Teams verlieren Spiel für Spiel.

Tempo

Welche Geschwindigkeit wird in einem Spiel vorgelegt, welches auf dem Wettradar auftaucht? Dies ist eine wichtige Frage, deren Antwort meist die Analyse vorangegangener Partien liefert. Ist der Stil eher schwerfällig oder schnell und flink? Teams haben mit einer sogenannten „Up-Tempo Offense“ einige Vorteile. Durch kurze oder gar keine „Huddles“ und schnelles Aufstellen der Offensive Line fällt es der Defensive Line schwerer auf die Formationen zu reagieren. Dadurch können „Missmatches“ bei Spielern (Beispiel: junger Defender gegen erfahren Receiver oder größerer, schnellerer Spieler wird von physisch unterlegenem Spieler verteidigt) von der Offense ausgenutzt werden. Des Weiteren kann das hohe Tempo zu Konditionsproblemen des Gegners führen. Wenn dieser das Tempo nicht gewohnt ist, kann der Ausdauermangel der Unterschied zwischen Sieg und Niederlage sein.

Für die Over/Under NFL Wetten hat das Tempo keine signifikante Auswirkung, dafür jedoch die prozentuale Anzahl an Lauf- und Passspielzügen.

Matchup

Ein häufiger Fehler, der beim Wetten begangen wird, ist anzunehmen, dass ein Team, welches ein anderes bezwungen hat, automatisch den Verlierer der bezwungenen Mannschaft auch besiegt. Sprich:

Mannschaft A besiegt Mannschaft B, Erkenntnis: A > B
Mannschaft B hat Mannschaft C besiegt, Erkenntnis: B > C

Schlussfolgerung:

Mannschaft A wird Mannschaft C besiegen, A > C
Mannschaft A > Mannschaft B > Mannschaft C

In der Realität ist dies aber oft nicht der Fall, beziehungsweise eine differenziertere Betrachtungsweise notwendig. Wie sieht das Matchup zwischen den zwei Teams im expliziten Fall aus? Hat die Mannschaft Probleme mit dem Tempo der anderen Mannschaften? Kann sie der starken Offensive standhalten?
In der NFL kann die Offensive in „Rushing“ und „Throwing“ eingeteilt werden. Also werden die Raumgewinne durch das Rennen mit dem Football („Rushing“) oder durch Passen und Fangen erreicht. Ebenso kann die Defensive unterteilt werden, wie gut sie gegen diese Arten der Raumgewinnung verteidigt. Dafür liegen sehr viele statistische Daten zur Verfügung, welche man sich zu nutzen machen kann.

Es kann durchaus sein, das ein Team sehr gut gegen eine „Rushing“ Offensive verteidigt, aber sehr schlecht ist bei der Verteidigung der „Throwing“ Offensive und umgekehrt. Mannschaft C hat zwar gegen Mannschaft B verloren, da Mannschaft B eine starke „Rushing“ Offensive hatte und die „Rushing“ Verteidigung von C sehr schlecht ist. Aber Mannschaft C gewinnt gegen Mannschaft A, da Mannschaft A überhaupt nicht mit der „Throwing“ Offensive von Mannschaft C zurechtkommt. Aus diesem Grund sollte immer untersucht werden, wo die Offensiven und Defensiven der jeweiligen Mannschaft ihre Schwächen und Stärken haben und wie diese in Korrelation stehen.

Im letzten Teil der NFL Serie geht es um das Herzstück der Sportart: Die Postseason und den Superbowl:

NFL Wetten Teil 5 – Playoffs & Superbowl

 
Eine Übersicht über alle vorgestellten Sportarten mit zahlreichen Wetthinweisen auf Wettbasis.com finden sie auf: Wetten auf unterschiedliche Sportarten – Hinweise und Wettempfehlungen