American Football & NFL Wetten – Teil 1

Strategische Grundlagen bei NFL Wetten

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Es gibt kein größeres und spektakuläreres jährliches Sportereignis als den Superbowl – dies müssen selbst Fußballfans anerkennen. Die Wettbasis hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Sportart rund um den Superbowl – American Football – und die NFL als bekannteste Football-Liga vorzustellen. Im Vordergrund stehen selbstverständlich wertvolle Informationen für den Sportwetter, der sich auf NFL Wetten einlassen möchte.

In Insgesamt fünf Artikeln werden all die Dinge beleuchtet, die für Wetten auf die NFL und American Football allgemein wissenswert sind. Dazu gehören die einzelnen Wettoptionen (Spread / Handicap Wetten), strategische Grundlagen, Analysen zum Heimvorteil und klimatischen Besonderheiten der Arenen genauso, wie psychologische Aspekte, Spielpläne, nennenswerte Regeländerungen der letzten Jahre und nicht zuletzt Besonderheiten der Playoffs und des Superbowls.

Dieser Beitrag ist Artikel 1 der Chronologie. Weitere Wetthinweise verstecken sich hinter den nachfolgenden Links:

NFL Wetten Teil 2 – Heimvorteil & klimatische Unterschiede
NFL Wetten Teil 3 – Psychologische Aspekte
NFL Wetten Teil 4 – Spielplan & Regeländerungen der letzten Jahre
NFL Wetten Teil 5 – Playoffs & Superbowl

Einleitung

Die meisten kennen American Football vom jährlich zelebrierten Superbowl, dem TV Ereignis, an welchen man selbst in Deutschland kaum mehr vorbeikommt. Die einen schauen es wegen der spektakulären Halftime-Show mit den angesagtesten Superstars der amerikanischen Musikszene, andere wegen den witzigen Werbespots mit ihrem berühmten Millionenbudget. Aber mehr und mehr Fans schauen den Superbowl wegen des Sports. Es ist das Finale der bekanntesten Liga im American Football.

Zu Recht steigt die Popularität von American Football in Deutschland, denn die Sportart hat mehr zu bieten als nur das Spektakel beim Superbowl. Auch die NFL hat den Fan auf dem europäischen Markt entdeckt. Durch regulären Saisonspiele in London (3-4x pro Saison) wird es auch dem europäischen Fan ermöglicht, dieses Spektakel hautnah zu erleben.

Aber nicht nur für den Fan eröffnen sich neue Möglichkeiten, sondern auch für die Sportwetter. Es gibt NFL Wetten in allen möglichen Varianten, wie zum Beispiel auf Over/Under, Handicap/Spread und unzählige Propositions- und Spezialwetten Angebote. Da der Sportwetten Markt für NFL Wetten in den USA, aber auch weltweit, sehr groß ist, ist auch das Angebot dementsprechend. Des Weiteren sind die NFL Wettquoten durch die große Konkurrenz für den Wetter sehr attraktiv gestaltet. Jedoch gilt es einige Besonderheiten beim Wetten auf die NFL zu beachten. Da aber die wenigstens von den Tippern mit dem Sport aufgewachsen sind, sollen nachfolgend einige dieser Besonderheiten – im Vergleich zu bekannten Sportarten wie Fußball oder Basketball – aufgezeigt werden.

Spread / Handicap Wetten

Aus dem Fußball bekannt sind die einfachen Handicap Wetten. Bei den NFL Wetten hat die Handicap Wette, welche auch unter dem Begriff „Spreadwette“ (Erklärung Spreadwette) bekannt ist, die gleiche Intension. Diese dient dazu, eine mögliche Diskrepanz in der Stärke zwischen den zwei spielenden Mannschaften auszugleichen. Somit werden zum einen die Quoten für den Favoriten attraktiver, als auch die Chance für den Underdog – mit Handicap – zu gewinnen. Des Weiteren steigt die Spannung beim mitfiebern für den Zuschauer.

Der große Unterschied beispielsweise zum Fußball (aber auch anderen Sportarten) ist, dass es im American Football unterschiedliche Möglichkeiten gibt, „Treffer“ zu erzielen und diese zudem unterschiedliche Punktwertungen erhalten. Folgende Punktwerte werden vergeben:

1 Punkt – Extra Point
2 Punkte – Safety
2 Punkte – Two Point Conversion
3 Punkte – Field Goal
6 Punkte – Touchdown

Da die erzielten Punkte meist durch die Kombination Tochdown + Extra Point oder Field Goals erzielt werden, beträgt die Differenz der Punkte mit welchem die Teams gewinnen oder verlieren relativ häufig 3, 4, 6, 7, 10 und 14. Diese Spreads sind die sogenannten „Keynumbers“. Die Wichtigkeit dieser Keynumbers wird im folgenden Abschnitt erklärt.

Keynumbers

Die oben erwähnten Keynumbers 3, 4, 6, 7, 10 und 14 machen etwa 42-45 Prozent aller Gewinnmargen der Endergebnisse der gespielten NFL Partien aus. Je nachdem welche Studie man betrachtet, gibt es Unterschiede bezüglich der Prozentzahlen, welche aber relativ gering sind. Diese Unterschiede resultieren meist nur auf der Dauer der Messung, sowie Messbeginn und Messende der Datenerhebung. Das Resultat ist aber in allen Erhebungen in etwa gleich.

Am häufigsten – mit etwa 15% – enden Spiele mit einer Differenz von exakt 3 Punkten. Dies hängt unter anderen damit zusammen, das es bei engen Partien in den letzten Minuten oder in der Verlängerung wesentlich einfacher ist ein Fieldgoal (aus einer größeren Distanz) zu erzielen, als einen Touchdown.
Danach kommt die Nummer 7. Circa 9% aller Spiele enden mit dieser Differenz, was genau einem Touchdown plus erfolgreichem Extra Point entspricht.
Darauf folgen die Nummern 10, 6, 4 und 14, welche alle jeweils zwischen etwa 4,8% und 6% liegen. Diese Zahlen resultieren aus unterschiedlichen Kombinationen der am häufigsten erzielten „Treffer“, dem Field Goal (FG) und dem Touchdown + Extra Point (TD&EP). Diese Kombinationen bestehen aus der Summe gleicher Treffer, der Summe unterschiedlicher Treffer und auch deren Differenzen.

Summe gleicher Treffer
FG + FG 3+3= 6
TD&EP + TD&EP 7+7= 14

Summe unterschiedlicher Treffer
FG + TD&EP 3+7= 10

Differenz von Treffern
TD&EP – FG 7-3= 4

Gleichermaßen Kombinationen aus diesen Ergebnissen. Hier einige (beliebige) Variationen zur besseren Veranschaulichung:

CONTENT :

American Football - typsische Punktekonstellationen

Team A Team B Differenz
17 14 3
10 6 4
14 7 7
3 10 7
10 7 3
6 9 3
14 10 7
7 21 14
10 17 7
6 0 6
13 10 3
9 3 6

„Buying the Hook“

Viele Buchmacher lassen es zu Punkte zu kaufen. „Buying Points“ (Punkte kaufen), dient dazu den Spread zu vergrößern, wenn man auf den Underdog setzt oder umgekehrt den Spread für den Favoriten zu verkleinern, ergibt aber in den wenigstens Sportarten wirklich Sinn. Zur Ausnahme gehören NFL Wetten bei Keynumbers. Dort besteht die Möglichkeit, dass man die Chancen klar verbessern kann.

Die große Bedeutung der Keynumbers wurde im vorigen Absatz beleuchtet. Wenn Spreads von den Buchmachern angeboten werden, die genau 0,5 Punkte mehr oder weniger als die Keynumbers haben, hat man die Möglichkeit auf- oder abzurunden und den halben Punkt zu kaufen. Dies wird als „buying the hock“ (den „Hacken“ kaufen) bezeichnet. Dieser halbe Punkt (Hook) kann entscheiden, ob eine Wette als Unentschieden (Push) endet und man nicht verliert oder dass die Wette, anstatt nur eines Unentschiedens (Push), gewinnt. Siehe folgende Tabelle:

Underdog

Verlorene

Wette

Buying the Hook“

Unentschieden

(Push)

Unentschieden

(Push)

Buying the Hook“

Gewonnene Wette

2,5

+0,5

3

3

+0,5

3,5

3,5

+0,5

4

4

+0,5

4,5

5,5

+0,5

6

6

+0,5

6,5

6,5

+0,5

7

7

+0,5

7,5

9,5

+0,5

10

10

+0,5

10,5

13,5

+0,5

14

14

+0,5

14,5

Favorit

Verlorene

Wette

Buying the Hook“

Unentschieden

(Push)

Unentschieden

(Push)

Buying the Hook“

Gewonnene Wette

-3,5

-0,5

-3

-3

-0,5

-2,5

-4,5

-0,5

-4

-4

-0,5

-3,5

-6,5

-0,5

-6

-6

-0,5

-5,5

-7,5

-0,5

-7

-7

-0,5

-6,5

-10,5

-0,5

-10

-10

-0,5

-9,5

-14,5

-0,5

-14

-14

-0,5

-13,5

Das Problem ist aber, dass die Buchmacher diese Information auch haben. Sie lassen sich die Punkte, die man kaufen kann, je nach „Keynumber“ dementsprechend bezahlen. Somit wird der Vorteil des Wetters gegenüber dem Buchmacher wieder minimiert.

Die normale Spread-Quote bei NFL Wetten beträgt in der Regel 1,91. Wer einen halben Punkt kauft, „zahlt“ mit der Verringerung der Quote um einige „Cents“. Ein halber Punkt kostet in der Regel 10 „Cents“. Das bedeutet, wenn man einen Spread um einen halb Punkt erhöht oder verringert, ändert sich die Quote von 1,91 auf 1,81. Somit schmälert sich folglich der daraus resultierende Gewinn um diverse Prozent. Jedoch verlangen die Buchmacher bei der Keynumber 3 oft 25 „Cents“ oder sogar noch mehr. Kauft der Sportwetter den „Hook“ von zum Beispiel 3 auf 3,5, bekommt er als Quote nur noch 1,75 oder gegebenenfalls noch weniger. Somit sollte genau überlegt werden, bei welchen Spielen es sich lohnt den „Hook“ zu kaufen.

Welche Spiele könnten sehr knapp werden und sogar in die Verlängerung gehen (die meist mit einem Fieldgoal, also 3 Punkten, entschieden wird) und bei welchen Spielen fällt der Hook nicht in das Gewicht (zum Beispiel erwarteter Blowout des Favoriten, Outright-Sieg des Underdogs etc.)? Durch die geringere Quote verändert sich der Break-Even-Point. Man muss auf Dauer eine höhere Gewinnquote haben, um dies wieder auszugleichen. Grundsätzlich ist davon abzusehen, Punkte zu kaufen. Ausnahme ist der „Hook“ bei den Keynumbers 3 und 7. Doch auch da ist darauf zu achten, dass man nicht zu viel für den halben Punkt bezahlt. Bei einem Spread von 3 sollten nicht mehr als 20 „Cents“ (1,71er Quote) und bei einem Spread von 7 nicht mehr als „10“ Cents (Quote 1,81) gezahlt werden. Es bietet sich der Vergleich der Angebote von verschieden Buchmachern an (siehe nächster Abschnitt). Allgemein gilt: Nicht einfach blind den „Hook“ kaufen, nur weil der Spread auf 3 oder 7 fällt, sondern erst nach genauer Analyse der Partie entscheiden, ob es Sinn ergibt.

Lineshopping

Es sollte den meisten Sportwettern bewusst sein, dass ein Vergleich der Quoten unterschiedlicher Wettanbieter äußerst wichtig ist, um stets die besten Konditionen für die eigenen Wetten zu erhalten (falls nicht, hier ein interessanter Artikel dazu: Quotenvergleich verschiedener Wettanbieter. Auf Wettbasis.com können sie Quoten HIER vergleichen).

Das sogenannte „Lineshopping“ ist relativ ähnlich. Dort wird nach der besten „Line“, also der Zahl, welche den „Spread“ angibt, gesucht. Genauso wie unterschiedliche Buchmacher unterschiedliche Quoten für ein Spiel anbieten, gibt es auch unterschiedliche „Lines“ für Spreadwetten. Es kann vorkommen, dass der Buchmacher A einen Spread von +- 7 anbietet und bei Buchmacher B wird die gleiche Spreadwette für +-7,5 angeboten – beide zur gleichen Quote von 1,91. Nun kommt es darauf an, ob die geplante Wette auf den Underdog oder Favoriten geht. Wer davon ausgeht, dass der Underdog die Spreadwette gewinnen wird, wählt die „Line“ bei Buchmacher B. Dort gibt es quasi den „Hook“ geschenkt. Dieser erhöht, wie im vorherigen Abschnitt erläutert, die Gewinnchancen und somit den Profit.

Ist der Tipper der Meinung, dass der Favorit die Spreadwette gewinnen wird, wird die „Line“ von Buchmacher A mit -7 gewählt. In dem nicht unwahrscheinlichen Fall, dass der Favorit mit einem Touchdown plus Extrapoint gewinnt, wird die Wette als Unentschieden (Push) gewertet und nicht als verloren. Somit wurde der Verlust durch die Wahl der richtigen Quote verhindert. Falls alle Buchmacher – die einem zur Verfügung stehen – die gleiche „Line“ anbieten, gilt es wieder nach der besten Quote zu suchen. Da die Buchmacher ungern den Spread ändern, wenn er auf einer „Keynumber“ liegt, ändern sie eher die Quoten. Da lohnt sich wieder der Vergleich. Nachdem wir aufgezeigt haben, was bei den NFL Wettquoten und Lines zu beachten ist, betrachten wir im nächsten Artikel die Besonderheiten der verschiedenen Arenen und die klimatischen Verhältnisse in den Staaten, die bei NFL Wetten eine große Rolle spielen.

NFL Wetten Teil 2 – Heimvorteil & klimatische Unterschiede

 
Eine Übersicht über alle vorgestellten Sportarten mit zahlreichen Wetthinweisen auf Wettbasis.com finden sie auf: Wetten auf unterschiedliche Sportarten – Hinweise und Wettempfehlungen