Enthält kommerzielle Inhalte

Boxen

Aleksandar Rakic: Vom Wiener Fußballplatz auf den UFC-Thron?

Bei UFC 259 folgte der nächste Schritt

Philipp Stottan   6. März 2021
UFC 259 Rakic
Aleksandar Rakic möchte die UFC im Sturm erobern. (© IMAGO / Bildbyran)

Österreichs MMA-Hoffnung Aleksandar Rakic hat bei UFC 259 in der Nacht von 6. auf 7. März nach seiner ersten Titelchance im Halbschwergewicht gegriffen.

Als Nummer vier in der Division gerankt, traf der Österreicher auf Thiago Santos, die Nummer 2 dieser Gewichtsklasse. Mit dem Punktsieg hat sich Rakic nun wieder ein Stück nach oben gearbeitet.

Ganz am Ziel ist er aber noch lange nicht. Champion, das will auch Rakic werden, aber nicht irgendeiner. Ein langer Weg der ihm bevor steht, aber einen ebenso langen Weg hat er bereits hinter sich.

 

Aleksandar Rakic: Vom Wiener Fußballplatz in die Ultimate Fighting Championship

Begonnen hat der am 6. Februar 1992 in Wien-Ottakring geborene Aleksandar Rakic, wie so viele Kinder in ihrer Jugend, mit Fußball. Doch das lastete ihn nicht genug aus, eine andere Sportart musste her: das Kickboxen.

Noch während er das Probetraining bei der Kickbox-Schule in der Nähe seines Wohnortes absolviert, hatte sein Vater bereits einen einjährigen Vertrag abgeschlossen, wie Rakic derstandard.at kürzlich verriet. Ein Jahr später, im Alter von 14, hatte er bereits seinen ersten Kampf. Trotz erfolgreicher Karriere (u.a. Wiener Landesmeister) wurde ihm der Sport zu langweilig.

Auftritt Mixed Martial Arts. Mit 19 Jahren absolvierte er bereits seinen ersten Kampf, den er aber durch Aufgabe verlor. Es sollte für eine längere Zeit seine letzte Niederlage bleiben. Seine nächsten acht Kämpfe entschied Aleksandar Rakic für sich und konnte sich somit für höhere Aufgaben empfehlen.

 

Video: Der Aufstieg von Aleksandar Rakic in der UFC (Quelle: YouTube / UFC)

 

UFC-Debüt 2017: Rakic ist im MMA-Spitzensport angekommen

Sein Debüt in der UFC feierte Rakic am 2. September 2017 gegen den Veteran Francimar Barroso, das er per Decision für sich entscheiden konnte. Es folgten drei Siege en suite, eher der Österreicher erstmals seit acht Jahren wieder als Verlierer aus dem Oktagon steigen musste.

Und das überaus kontrovers, denn nach drei Runden im Kampf mit dem Schweizer Volkan Oezdemir entschied die Jury per Split-Decision gegen Rakic, obwohl dieser den Fight über weite Strecken dominierte.

Doch Aleksandar Rakic steckte nicht auf und durfte bei seinem nächsten Kampf, dem ersten in den USA, auch erstmals als Headliner fungieren. Sein Gegner war mit Anthony Smith auch ein respektierter Fighter im Halbschwergewicht, der zwei Kämpfe zuvor noch im Titelfight an Jon Jones scheiterte.

Rakic dominierte Smith über die vollen drei Runden, weshalb die Jury diesmal zurecht den Kampf an den heute 29-Jährigen gab. Belohnung war Rang vier in der Division und ein weiterer Schritt in Richtung Titelkampf.

200% bis 100€ + 5€ Gratiswette
  • 18+
  • AGB gelten

 

Karriere durchgeplant: Aleksandar Rakic will hoch hinaus

Diesen Titelkampf hat „Rocket“ Rakic auch fest im Blick. Generell hat der Wiener mit serbischen Wurzeln seinen Karriereweg bereits fest im Blick. Erster Schritt: Champion im Halbschwergewicht werden. Bei guten Leistungen könnte dieser Kampf noch 2021 ins Haus stehen.

Doch Rakic will nicht nur diesen Titel (plus erfolgreiche Verteidigung), sondern auch den Titel im Schwergewicht – ein Double-Champ (von Conor McGregor, dem ersten Champion dieser Art, auch „Champ-Champ“ genannt). Bislang haben das nur fünf KämpferInnen geschafft.

Aber auch hier ist noch nicht Schluss.

Denn Aleksandar Rakic möchte nach seiner UFC-Karriere auch noch Profi-Boxkämpfe absolvieren. Boxen ist „seine erste Liebe“ im Kampfsport, wie er gegenüber derstandard.at meinte und daher möchte er dorthin noch einmal zurückkehren. Auch eine eigene Kampfstätte nach der aktiven Karriere fasst der Österreicher ins Visier.

Am Weg dahin ist für Rakic zudem eines wichtig, nämlich MMA im deutschsprachigen Raum größer zu machen. „Die UFC braucht einen Repräsentant, wie zum Beispiel mich, der die UFC nach Österreich bringt und den Leuten zeigt, was das für ein cooler Sport das ist“, sagte Rakic kürzlich in einem Video-Interview auf derstandard.at.

 

UFC 259: Alle Kämpfe & Wettquoten

 

UFC 259: Rakic muss gegen Thiago Santos ran

Für die langfristig-erfolgreiche Zukunft braucht es aber viele kleine Schritte, den ersten geht Rakic (13-2) am 7. März gegen die Nummer zwei der Division Thiago Santos. Der 37-jährige Brasilianer hält bei 21 Siegen und acht Niederlagen, bringt also einiges an Erfahrung mit.

Dennoch galt Rakic bei den Buchmachern als Favorit für diesen Kampf. Wie der Wiener selbst sagt, ist er „in seiner Prime“ und hat bereits gegen Fighter gekämpft, die in den jeweiligen Bereichen besser waren als Santos.

Er nimmt seinen Gegner aber nicht auf die leichte Schulter, immerhin haben sich die beiden 2018 bereits gemeinsam in Florida auf einem Kampf vorbereitet und kennen ihre Stärken und Schwächen daher genau.

Am Ende hat sich Rakic gegen Santos in drei Runden nach Punkten durchgesetzt.

Trotz zwei schwerer Knieverletzungen, nach denen er mit dem MMA bereits abschließen wollte, ist Rakic nun am besten Weg in die Spitze.

Dank seiner vier Trainer (jeweils einen für Boxen, Jiu Jitsu, Ringen und Kondition) sowie seiner Familie – seit 2020 inklusive seinem Sohn – hat es Aleksandar Rakic bis hierhin geschafft. Und wer weiß wie weit er noch kommen kann.

 

Passend zu diesem Thema: