Agit Kabayel träumt weiterhin davon, als erster deutscher Boxer seit 93 Jahren wieder Schwergewichtsweltmeister zu werden. Den Interimsgürtel der WBC hat er schon inne.
Aber wie tickt Agit Kabayel eigentlich privat? Und wie sieht sein Leben außerhalb des Rings aus?
5 Facts zum Boxer mit Herkunft, Eltern, Frau, Vermögen und Gagen sowie einem Unfall, bei dem er einen Teil seines Fingers verlor.
1. Agit Kabayels Herkunft: Woher stammt der Profiboxer?
Agit Kabayel wurde zwar im Rheinland geboren, entwickelte sich aber später zum echten Ruhrpottkind. Am 23. September 1992 kam Kabayel in Leverkusen auf die Welt.
Ende der 90-er Jahre folgte dann der Umzug aus der Bayer-Hochburg am Rhein nach Wattenscheid, dem wohl bekanntesten Stadtbezirk von Bochum.
Da Agit Kabayel den Großteil seiner Jugend damit im Ruhrpott verbrachte, bezeichnet er sich heute als Bochumer.
Trotz seiner Entwicklung zu einem der besten Schwergewichtsboxer weltweit wohnt er noch immer dort, wo er einst aufwuchs: In einem Haus mit Eltern und Familie.
„Ich bin einfach ein Junge von hier, ich hab meine Freunde hier“, erklärte der Sportler einst in einem Interview. „Der Gedanke kam mir überhaupt noch nie, dass ich von hier wegziehen will.“
Steckbrief Agit Kabayel
Leicht hatte es Agit Kabayel in seiner Kindheit nicht unbedingt, wie auch ein Gefängnisaufenthalt mit seinem Bruder wegen Körperverletzung unter Beweis stellt.
„Auf der Straße, im Ghetto im Ruhrpott, da musst du kämpfen, dich gegen den Dreck durchsetzen. Irgendwie standest du immer mit einem Bein auf dem falschen Weg.“
Erst träumt Kabayel davon, Profifußballer zu werden. Als er für Westfalia Herne spielt und keine großen Schritte vorwärts mehr macht, wird auch ihm klar: Es braucht eine Alternative.
Diese Alternative ist erst das Kickboxen, von dem er schließlich mit erst 17 Jahren zum Boxen gelangt. „Ich wollte raus aus dem Ghetto. Über das Profiboxen habe ich es geschafft, darauf bin ich stolz.“
2. Eltern von Agit Kabayel stammen aus der Türkei
Während Agit Kabayel in Deutschland geboren wurde, haben seine Eltern türkische Wurzeln. Seine Familie kommt ursprünglich aus dem kurdischen Teil der Türkei.
Aufgrund der gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der PKK flohen viele Kurden damals nach Deutschland, so auch Kabayels Eltern.
„Auch wenn bei uns Familie groß geschrieben wird, besteht mein Freundeskreis nicht nur aus der türkischen Community, ich habe auch sehr viele deutsche Freunde“, erzählt Kabayel bei der Volksstimme.
Insbesondere sein Vater wurde zu einem großen Vorbild für ihn selbst: „Er hat nie auf der faulen Haut gelegen oder auf staatliche Hilfe gewartet, sondern immer hart gearbeitet. Erst als Metallschneider im Ruhrpott, dann hat er sich als Wirt mit eigenem Restaurant selbstständig gemacht.“
Dem Rat seines Vaters folgend absolvierte Agit Kabayel erst seinen Realschulabschluss und anschließend eine Ausbildung zum Facharbeiter im Gleisbau. Einen Job in diesem Bereich nahm er allerdings nie an.
„Ich wollte es im Sport weit bringen. Um Geld zu verdienen, habe ich nebenbei lange als Türsteher gejobbt“, erklärt der Box-Star weiter.
Dank ihrer Herkunft erlebte Kabayels Familie trotz aller Integration Fremdenhass in Deutschland: „Es bewegt mich. Mich stört dabei, dass alle über einen Kamm geschoren werden. Aber es ist nun mal ein Unterschied, ob ich ein Wirtschaftsflüchtling bin, ein in Deutschland Geborener mit türkischen Wurzeln oder meine Heimat verlassen habe, weil dort Krieg herrscht.“
3. Die unbekannte Frau von Agit Kabayel
Viele Fans interessieren sich nachvollziehbarerweise auch für den Mensch hinter dem Boxer und stellen sich etwa die Frage: Hat Agit Kabayel eine Freundin oder Frau?
Zu 100 Prozent lässt sich das tatsächlich nicht bestätigen. Doch die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Agit Kabayel eine Frau hat und verheiratet ist.
Denn in einem Interview sagte er einst: „Meine Eltern, besonders meine Mutter und auch meine Frau sind sehr stolz und froh.“
Gemeinsame Bilder bei Events oder auf den sozialen Medien gibt es nicht, weshalb die Identität der Kabayel Frau ungeklärt bleibt.
Bekannt ist immerhin: Gemeinsam mit ihr bekam Agit Kabayel ein Kind. Die Tochter schaffte es auf das Instagram-Profil des sonst so privaten Boxers.
Sie kam am 1. Juli 2025 auf die Welt – für Kabayel genau das, „was noch gefehlt hat, um komplett zu reifen“.
4. Vermögen und Gage: So reich ist der Boxer
Die Geldsorgen von einst, welche die Familie Kabayel früher plagten, hat Agit mittlerweile längst überwunden. Sein Aufstieg in die Elite des Boxsports ging mit vielen finanziellen Vorteilen einher.
Verschiedenen Schätzungen zufolge liegt Agit Kabayels Vermögen mittlerweile im Bereich zwischen 3 und 5 Millionen Euro.
Den Großteil dieser Summe machen natürlich die Profikämpfe aus, die der gebürtige Leverkusener im Laufe seiner Karriere bestritt. Vor allem der Kampf im Februar 2025 gegen Zhilei Zhang war ein echter Zahltag.
Denn die Gage für das Zhang-Duell lag bei 1,2 Millionen US-Dollar. Ein Unterschied wie Tag und Nacht zu den Anfangszeiten, denn die ersten zehn Profikämpfe brachten Kabayel den eigenen Angaben zufolge keinen Cent ein.
Ohnehin war der Zhang-Kampf in Saudi-Arabien die mit Abstand lukrativste Börse für den Deutschen. Zuvor stammte seine Top-Gage aus dem Kampf gegen Derek Chisora im Jahr 2017 (300.000 US-Dollar).
Die vorherigen, sportlich bedeutsamen Kämpfe gegen Arslanbek Makhmudov und Frank Sanchez wurden mit 175.000 bzw. 150.000 US-Dollar Preisgeld belohnt.
Seit Kabayel im Januar 2025 bei Queensberry Promotions unter Vertrag steht, muss er sich vor Fights keine großen Gedanken machen. Schließlich läuft die Queensberry-DAZN-Maschinerie finanziell auf Hochtouren.
Neben seinen Einnahmen als Sportler baut sich Agit Kabayel auch durch Werbeverträge und Sponsoren sein Vermögen auf. Einer der neuesten langfristigen Partner ist die Modemarke „Champion“.
5. Finger ab: Der Unfall von Agit Kabayel im Dönerladen
Dass Agit Kabayel als Boxer erfolgreich ist, hat er seiner ungebremsten Motivation für den Sport zu verdanken. Ein Unfall in der Kindheit hätte aber fast dafür gesorgt, dass er später nie geboxt hätte.
Fünf Jahre war Agit Kabayel alt, da musste sein Finger dran glauben. Genauer gesagt die Kuppe seines linken Zeigefingers, die er seitdem nicht mehr sein Eigen nennt.
Seine Eltern hatten damals in Wattenscheid gerade einen Dönerladen eröffnet. An einem Tag, an dem besonders viel vor der Theke los ist, entscheidet sich Agit dazu, zu helfen.
„Ich bin nach hinten in den Laden an die Hackfleischmaschine gegangen. Die war immer mal wieder verstopft. Ich wollte sie dann freimachen, so wie meine Eltern es immer getan haben. Aber ich hatte vergessen, sie auszustellen, und dann war die Fingerkuppe auch schon abgetrennt“, erzählt der Boxer die Horror-Story von einst.
Kabayel wurde von seiner Mutter schnell ins Krankenhaus gebracht, doch jede Hilfe für die verlorene Fingerkuppe kam zu spät.
Als Linksausleger ist das für Kabayel im Boxen aber kein Problem, denn seine linke Hand mit 4,5 Fingern nutzt er hauptsächlich für Deckung und Jab.



