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Wie verändert sich der Marktwert der Spieler durch Corona?

So haben sich die Marktwerte der Spieler verändert

Ufuk Kaya   6. März 2021
Marktwert Untersuchung Spieler und Bundesliga Deutschland
Wie entwickeln sich die Marktpreise von Mbappe, Neymar und den Superstars durch die Auswirkungen von Corona? © GEPA pictures

Über die Jahre hinweg entwickelte sich die Fußballbranche stetig weiter, insbesondere aus wirtschaftlicher Sicht. So hatte beispielsweise die Bundesliga den Umsatz in knapp zehn Jahren mehr als verdreifacht. Höhere Zuschauerzahlen, Sponsoren- und Mediengelder wirkten sich unmittelbar auch auf den Preis von Spielern aus.

Noch vor knapp über einem Jahr befand sich die Branche auf einem Allzeithoch, ehe in der Folge der laufenden Pandemie alles stillgelegt wurde. Schon im Vorfeld war abzusehen, dass die Entscheidung der verschiedenen Fußballverbände – und natürlich auch der Politik – unmittelbare Auswirkungen auf Vereine und Spieler haben wird. Letztere nehmen wir uns nun genauer unter die Lupe und werfen dabei einen Blick auf die Marktwertveränderung.

Inhaltsverzeichnis

Einige Ligen führten sogar Gehaltsobergrenzen nach der Corona-Krise ein, dementsprechend war es abzusehen, dass sich auch die Marktwerte der Spieler daraufhin anpassen werden. Auch in den Spitzenligen Europas machten sich die Folgen der Pandemie bemerkbar. Dabei blieb auch die Bundesliga von den Marktwertveränderungen der Spieler nicht unverschont.

Wie hat sich der Marktwert der Spieler in europäischen Topligen verändert?

Noch vor wenigen Jahren wechselte Neymar für eine Rekordablösesumme von 222 Millionen Euro zum Scheich-Klub PSG. Damit war der Brasilianer in der Saison 2017/18 der teuerste Transfer aller Zeiten, dicht gefolgt von seinem Teamkollegen Kylian Mbappé, der nur eine Saison später vom AS Monaco für 145 Millionen Euro in die französische Hauptstadt wechselte.

Die drei teuersten Transfers aller Zeiten

SpielerVonZuTransferfenster (Jahr)Ablösesumme (in Mio €)
Neymar
Barcelona LogoPSG LogoSommer 2017222,00
Kylian Mbappé
Monaco LogoPSG LogoSommer 2018145,00
Philippe Coutinho
Liverpool LogoBarcelona LogoWinter 2018145,00

 

Wird bedacht, was für finanzielle Einbußen die Vereine im Laufe der Pandemie hinnehmen mussten, scheinen Transfersummen in der Höhe in den nächsten Jahren eher unrealistisch zu sein. Immerhin wurde der Marktwert der Spieler in Folge der Corona-Krise runtergeschraubt – so zumindest die Studie von „KPMG“ und die aktuellen Marktwerte aus „Transfermarkt.de“.

Weltweit ging der Marktwert der Spieler im Laufe der Saison 2019/20 um fast 20 Prozent zurück. Laut der internationalen Studie vom „CIES“, dem internationalen Zentrum für Sportstudien in der Schweiz, wurde während der „Corona“-Saison sogar ein Marktverlust von mehr als ein Drittel prognostiziert, dementsprechend kam die Fußballbranche noch glimpflich davon.

Marktwertveränderung nur eine Momentaufnahme?

Laut Transfermarkt.de mussten internationale Stars wie Neymar, Mbappé, Ronaldo und Messi einen großen Marktwertverlust hinnehmen. Vor allem der argentinische Star hatte dabei ein sattes Minus, was unter anderem aber auch auf den auslaufenden Vertrag beim FC Barcelona zurückzuführen ist. Im Dezember 2019 war Messi – laut Transfermarkt.de – noch 140 Millionen Euro wert, mittlerweile beträgt der Marktwert „nur“ noch 80 Millionen Euro.

Bei einigen internationalen Stars, insbesondere den aufstrebenden Youngsters, gab es aber auch eine positive Marktwertveränderung. So auch BVB-Stürmer Erling Haaland, der seinen Marktwert seit Dezember 2019 von 45 Millionen Euro auf 110 Millionen Euro hochschraubte. Zu verdanken war die Marktwertsteigerung vom Norweger unter anderem der starken Leistung im vergangenen Jahr.

Logo Schon gewusst?

  • Im Sommer 2021 ist ein Wechsel von Erling Haaland wohl nicht auszuschließen. Mannschaften wie Real Madrid, Manchester United und auch Chelsea London zeigen bereits großes Interesse an einer Verpflichtung des Youngsters.

In der nachfolgenden Tabelle gibt es einen kleinen Überblick darüber, wie sich der Marktwert der zehn teuersten Spieler weltweit seit Dezember 2019 (vor der Corona-Krise) bis Februar 2021 veränderte. Dabei sind die entnommenen Werte von Transfermarkt.de, die ungefähr auch den Werten von KPMG entsprechen.

Marktwertveränderungen bei den zehn teuersten Spielern weltweit

SpielerVereinMarktwert vor Corona (Dez/19)Aktueller MarktwertMW-Veränderung in Prozent
Kylian Mbappé
PSG200,00 Mio. €180,00 Mio. €-10,0 %
Neymar
PSG160,00 Mio. €128,00 Mio. €-20,0 %
Sadio Mané
Liverpool150,00 Mio. €120,00 Mio. €-20,0 %
Mohamed Salah
Liverpool150,00 Mio. €120,00 Mio. €-20,0 %
Harry Kane
Tottenham150,00 Mio. €120,00 Mio. €-20,0 %
Kevin de Bruyne
Man. City150,00 Mio. €120,00 Mio. €-20,0 %
Erling Haaland
BVB45,00 Mio. €110,00 Mio. €+144,0 %
Trent Alexander-Arnold
Liverpool110,00 Mio. €110,00 Mio. €+0,0 %
Raheem Sterling
Man. City160,00 Mio. €110,00 Mio. €-31,0 %
Joao Felix
Atl. Madrid100,00 Mio. €100,00 Mio. €+0,0 %

Marktwertveränderungen entnommen von Transfermarkt.de (Stand: 14. Februar 2020)

Welche Faktoren spielen bei der Bestimmung des Marktwerts eine Rolle?

Wie zuvor schon erwähnt, ist es beim argentinischen Offensivstar Lionel Messi durchaus nachvollziehbar, dass die Marktwertveränderung höher ausgefallen ist, als bei Spielern wie Mbappé oder auch Ex-Teamkollege Neymar. Der Vertrag von Messi läuft nämlich schon zum Saisonende aus, zudem ist der Argentinier mit 33 Jahren nicht mehr der jüngste Fußballer auf dem Rasen.

Nachfolgend gibt es die verschiedenen Faktoren, die unter anderem bei der Bestimmung des Marktwerts mitwirken. Dabei unterscheiden sich die Kriterien bei „CIES“, „KPMG“ und „Transfermarkt.de“ nur marginal.

Faktoren bei der Bestimmung des Marktwerts
  • Alter des Spielers, Vertragsdauer, Leistung, Karriere, Verein (Liga)

 

Welche Mannschaften hatten den größten Marktwertverlust durch Corona?

In den europäischen Spitzenligen bekamen fast alle Mannschaften einen globalen Marktwert-Cut – insbesondere bei „Transfermarkt.de“. Geschäftsführer Matthias Seidel hatte die Entscheidung unter anderem mit den schwerwiegenden finanziellen Folgen für die Vereine begründet. Größere Transfersummen sind nach Aussagen von Seidel in Zukunft eher unwahrscheinlich.

„Die Krise hat schon jetzt weitreichende finanzielle Folgen für die Vereine. Das wird sich auch bei den künftigen Transfersummen zeigen, die einen großen Einfluss auf unsere Marktwerte haben.“

Matthias Seidel (Geschäftsführer Transfermarkt.de)

In der Bundesliga wurden die Mannschaften im Laufe der Corona-Krise um knapp 18 Prozent im Schnitt abgewertet. Der Gesamt-Marktwert vom Rekordmeister aus München wurde von „Transfermarkt.de“ zwischenzeitlich auf 756 Millionen Euro gestellt – insgesamt ein Verlust von 179,7 Millionen Euro. Laut Seidel war die Abwertung vom FCB unter anderem zu begründen mit der Altersstruktur.

Im Laufe des Jahres hat sich der Marktwert der Bundesligisten wieder stabilisiert. Wie die nachfolgende Tabelle zeigt, gibt es daher auch positive Veränderungen im Hinblick auf den Stichtag im Dezember 2019. Zudem investierten erwartungsgemäß die Aufsteiger aus der 2. Bundesliga einiges in den Kader, weshalb die positive MW-Veränderung nicht überbewertet werden sollte.

Gesamt-Marktveränderungen der Bundesligateams seit Dezember 2019

VereinMW vor Corona
Aktueller WertMW-Veränderung in Prozent
FC Bayern München
883,65 Mio. €829,00 Mio. €-6,2 %
Dortmund
640,50 Mio. €592,95 Mio. €-7,4 %
RB Leipzig
544,40 Mio. €558,78 Mio. €+2,6 %
Leverkusen
415,25 Mio. €396,30 Mio. €-4,6 %
Gladbach
270,50 Mio. €346,45 Mio. €+28,1 %
Hoffenheim
234,80 Mio. €228,30 Mio. €-2,8 %
Hertha BSC
222,70 Mio. €224,70 Mio. €+0,9 %
Wolfsburg
233,45 Mio. €221,05 Mio. €-5,3 %
Frankfurt
216,05 Mio. €204,90 Mio. €-5,2 %
Stuttgart
79,05 Mio. €151,00 Mio. €+91,0 %
Freiburg
135,00 Mio. €127,58 Mio. €-5,5 %
Schalke
208,03 Mio. €117,60 Mio. €-43,5 %
Köln
97,90 Mio. €106,50 Mio. €+8,8 %
Augsburg
139,25 Mio. €101,10 Mio. €-27,4 %
Werder Bremen
171,85 Mio. €98,20 Mio. €-42,9 %
Mainz
152,45 Mio. €87,95 Mio. €-42,3 %
Union Berlin
36,00 Mio. €76,20 Mio. €+111,7 %
Arminia Bielefeld
20,45 Mio. €50,75 Mio. €+148,2 %

Marktwertveränderungen entnommen von Transfermarkt.de (Stand: 14. Februar 2020)

Sind Megatransfers in Zukunft eher unrealistisch?

Es ist noch nicht abzusehen, wie sich die Fußballbranche von der Coronapandemie erholt. Jedoch ist schon im Vorfeld der nächsten Saison klar, dass Megatransfers im Bereich der 100-Millionen-Marke eher utopisch sind. Unter den aktuellen Umständen ist es nämlich eher unwahrscheinlich, dass Mannschaften in den europäischen Topligen so viel Geld in die Hand nehmen.

Ohnehin hat sich das Transferverhalten der Klubs in den besten fünf europäischen Ligen verglichen mit den Jahren zuvor enorm verändert. In Spanien gab es knapp 70% weniger Transferausgaben im Vergleich zum Drei-Jahres-Durchschnitt, in Deutschland waren es hingegen knapp 51% weniger Transferausgaben.


Screenshot vom KPMG Football Benchmark Twitter-Account (am 14.02.2021, 20:06 Uhr)

So lautet zumindest auch das Zwischenfazit nach dem Wintertransferfenster, wo der Transfer von Sebastien Haller von West Ham United zu Ajax Amsterdam mitunter einer der teuersten Winterneuzugänge in Europa war. Im Sommer zuvor war hingegen Kai Havertz mit einer Ablösesumme in Höhe von 80 Millionen Euro der teuerste Transfer in der Spielzeit 2020/21.

Die zehn teuersten Transfers in der Saison 2020/21

SpielerVonZuTransferfensterAblösesumme (in Mio. €)
Kai Havertz
LeverkusenChelseaSommer 202080,00
Arthur
BarcelonaJuventusSommer 202072,00
Victor Osimhen
LilleNeapelSommer 202070,00
Ruben Dias
Benfica LissabonManchester CitySommer 202068,00
Miralem Pjanic
JuventusBarcelonaSommer 202060,00
Timo Werner
RB LeipzigChelseaSommer 202053,00
Ben Chilwell
Leicester CityChelseaSommer 202050,20
Mauro Icardi
Inter MailandPSGSommer 202050,00
Thomas Partey
Atl. MadridArsenalSommer 202050,00
Nathan Aké
BournemouthManchester CitySommer 202045,30