Wettmanipulation – Maßnahmen und Prävention

Early Warning System der Fifa und mehr

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Wettmanipulation
Wettmanipulation © twobee - Fotolia.

Das Thema Wettmanipulation wird als eines der Hauptrisiken des Sportwettens angesehen. Die Sportwetten sind mittlerweile in unserer Gesellschaft etabliert und zu einem festen Bestandteil dieser geworden. Wie in allen Bereichen von wirtschaftlichem Interesse, gibt es auch hier einige Wenige die mit unlauteren Mitteln versuchen einen finanziellen Vorteil zu erlangen. Insbesondere der durch die Medien ins Rampenlicht gerückte Fall um Robert Hoyzer hat das Thema der Wettmanipulation publik gemacht. Es steht außer Frage, dass die Gesellschaft alles dafür tun muss, die Integrität des Sports zu wahren. Insbesondere die Wettanbieter und die großen Sportverbände stehen in der Pflicht.

Schauen wir uns zunächst an, wie die Wettanbieter aktuell gegen Wettmanipulation vorgehen und welche präventiven Maßnahmen getroffen werden. In Zusammenarbeit der DFL, des DFB und den Wettanbietern wurde als Reaktion auf den Hoyzer Fall mit der „Wettradar“ ein Frühwarnsystem geschaffen, das alle gelisteten Spiele aus dem Wettangebot der beteiligten Wettanbieter miteinander vergleicht und Auffälligkeiten meldet. So erhalten sowohl die Wettanbieter als auch die Sportverbände die Möglichkeit, auf mögliche Wettmanipulationen frühzeitig zu reagieren.

Ein weiteres Frühwarnsystem ist das Early Warning System (EWS) der FIFA. Hier werden, wie bei Wettradar, weltweit Partien in Zusammenarbeit mit über 400 Wettanbietern aufgezeichnet und überprüft. Angezeigte Unregelmäßigkeiten eines Frühwarnsystems alleine können natürlich niemals als Beweis für ein manipuliertes Spiel geltend gemacht werden. Sie dienen lediglich als Hinweis um auffällige Fälle einer näheren Betrachtung zu unterziehen.

Der Weltmarkt der Sportwetten schrieb bereits 2010 einen Umsatz von ca. 350 Mrd. Dollar im Jahr – Tendenz steigend! Etwa $140 Mrd davon stammen aus dem Schwarzmarkt und können derzeit noch nicht offiziell überwacht werden. Den größten Schwarzmarktanteil finden wir in China, hier werden alleine geschätzte 90 Mrd. Dollar in Hinterzimmern und illegalen Wettbüros umgesetzt.
 

Wie manipulierte Spiele den Fußball zerstören!
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Neben dem Frühwarnsystem bietet die enge Zusammenarbeit mit den Wettanbietern eine weitere Möglichkeit effektiv gegen Wettmanipulation vorzugehen und konkreten Hinweisen der Anbieter unverzüglich nachzugehen. Darüber hinaus hat das EWS ein Informationsnetzwerk gesponnen, um mit Hilfe von Insider-Informationen Wettbetrügern auf die Schliche zu kommen. Hindernisse dieser eher unkonventionellen Ermittlungen stellen in erster Linie absichtliche Falschinformationen und die Verlässlichkeit von Informanten dar.

Beobachtet werden vor allem Spiele der FIFA, aber auch ausgewählte nationale Liegen. Hierdurch wird zwar ein Großteil der Sportereignisse, die von einem Wettanbieter angeboten werden überwacht, allerdings gibt es immer noch Bereiche in denen das Monitoringsystem noch nicht lückenlos arbeitet. Hier wäre beispielsweise der Schwarzmarkt, der noch völlig unreguliert ist, zu nennen, außerdem die bereits erwähnten Fehlinformationen und das Ausbleiben wichtiger Informationen. Darüber hinaus gibt es auch Spielabsprachen die nicht darauf abzielen Wettgewinne zu erwirtschaften.

Es besteht also weiterhin Optimierungsbedarf und folgende Verbesserungen wären wünschenswert, um das aktuelle Frühwarnsystem weiter zu verbessern:

– komplette Transparenz der Wettanbieter gegenüber Monitoring-Systemen und Sportverbänden
– International einheitliche Regelungen, die die Zusammenarbeit zwischen Wettanbietern und Sportverbänden festlegen
– Kooperation zwischen nationalen und internationalen Frühwarnsystemen und nationalen Regulierungs- und Strafverfolgungsbehörden
– Einheitliche Bestimmungen einzelner Länder für die Teilnahme an Wettereignissen von Betroffenen und offiziellen Personen
– Erziehungs- und Präventivprogramme zur Informationsverbreitung und Aufklärung über die Wettmanipulationsthematik

 

Trotz nicht wegdiskutierbaren Problemen im Bereich der Spielmanipulation, ist es wichtig sich bewusst zu machen, das hiervon nur ein minimaler Teil des Sportwettmarktes betroffen ist und über 99,9% aller Sportereignisse ohne Manipulationsverdacht stattfinden.

Die Härte des Urteils im Fall von Ante Sapina dient wohl in erster Linie der Abschreckung von Nachahmungstätern. Einen ausführlichen Bericht über das aktuelle Urteil finden Sie hier. Eine weitere Möglichkeit Manipulation einzuschränken wäre ein staatlich reguliertes Wettangebot, wie es zurzeit in Italien sehr erfolgreich praktiziert wird. Es bleibt abzuwarten, welche Maßnahmen hier zukünftig getroffen werden und ob es im Rahmen der Neuordnung des deutschen Sportwettmarktes auch zu weiteren Verbesserungen im Kampf gegen Wettmanipulation kommen wird.

 

Eine Übersicht über alle bisherigen Entwicklungen rund um die Neuordnung der Glücksspielmarktes in Deutschland und die Sportwetten Lizenzvergabe finden Sie in unserem Artikel:  Sportwetten Lizenzvergabe in Deutschland – Aktuelle News und Entwicklungen.

 

Eine Übersicht und Informationen auf der Wettbasis, die sich mit den Thema Wettsucht und Spielmanipulation beschäftigen, finden Sie in unserem Artikel: Verantwortungsvoll Wetten – Spielsucht & Wettmanipulation