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Pokal/Cup

Pokal-Kracher Bayer Leverkusen vs. Stuttgart: Darum tippt Timo Hildebrand auf den VfB

Philipp Stottan  6. Februar 2024
Timo Hildebrand
Timo Hildebrand sieht Stuttgart gegen Leverkusen alles andere als chancenlos. (© IMAGO / Eibner)

2006/07 war die Saison von Timo Hildebrand als er mit dem VfB Stuttgart die deutsche Meisterschaft gewinnen konnte – und dazu maßgeblichen Beitrag leistete.

Den DFB-Pokal konnte er nicht gewinnen, weil man überraschend im Finale am 1. FC Nürnberg scheiterte. In dieser Saison, ist der VfB einem potenziellen Pokalsieg so nah wie schon lange nicht mehr.

Als Favorit gelten sie zwar nicht, immerhin geht es im Viertelfinale gegen die Mannschaft der Saison, Bayer Leverkusen. Doch im interview bei Beidfüßig betont Hildebrand, wie gut die Chancen Stuttgarts wirklich stehen.

 

 

Timo Hildebrand über Stuttgarts Ausfälle: “Es herrscht das Kollektiv”

 

Wettbasis: Der Pokal braucht Pokal-Helden und einer davon ist heute hier zu Gast. Timo Hildebrand hat den Pokal gewonnen mit Valencia in Spanien und war im Endspiel 2007 mit dem VfB Stuttgart. Hallo Herr Hildebrand.

Timo Hildebrand: “Hallo zusammen!”

 
Wie gewinnt man am besten einen Pokal? Sie waren im Halbfinale gegen Barcelona. Damals gab es zwei Spiele mit dem FC Valencia, aber Sie haben 14 Paraden gezeigt, waren tatsächlich der Mann des Spiels und dafür verantwortlich, dass damals Valencia ins Pokalfinale kam. Wie macht man das?

Hildebrand: “Ja, das Spiel hätten wir auch 5:0, oder 6:0 verlieren können. Wir haben mich aber gut warm geschossen und wir hatten auch ein bisschen Glück. Ich glaube, wir sind wirklich nur einmal vors Tor gekommen, in Barcelona, und am Ende stand dann ein 1:1 zu Buche.

Zu Hause haben wir dann 3:2 gewonnen und sind so ins Finale eingezogen. Das war natürlich sensationell, denn das Jahr war vom FC Valencia und von mir kein einfaches. Wir haben dann auch gegen den Abstieg gespielt. Aber das war natürlich ein schöner Trost, dann den Pokal am Ende der Saison in den Händen zu halten.”

 
Dann wissen Sie ja auch, welche mentalen Voraussetzungen man haben muss, um da zu gewinnen?

Hildebrand: “Ja, der Pokal, wissen wir ja alle, hat seine eigenen Gesetze. Und jetzt treffen ja, ich hätte das nie für möglich gehalten vor einem halben Jahr, mit Leverkusen und Stuttgart, zwei der besten deutschen Mannschaften im Viertelfinale schon aufeinander.

Die Mannschaft, die da weiterkommt, hat große Ambitionen, das Ding auch am Ende in die Luft zu strecken.”

 

Wer gewinnt den DFB-Pokal 2024?

 
Also Sie glauben, das ist schon das vorweggenommene Endspiel? Der VfB Stuttgart hat am Wochenende, in der Bundesliga gegen Freiburg, relativ eindeutig gewonnen. Und auch Leverkusen ist ja auf einem super Weg. Was wird dieses Spiel am Dienstagabend bringen? Wo sind die Stellschrauben, die der VfB drehen muss?

Hildebrand: “Gute Frage. Also der VfB ist generell immer besser, oder tut sich leichter, gegen Mannschaften, die einfach auch guten Fußball spielen, die mitspielen, die auch gewinnen wollen und das Spiel gestalten wollen. Das haben wir in den letzten Wochen gesehen.

Gegen Bochum zum Beispiel, haben sie sich brutal schwergetan. Eben gegen Mannschaften, die sich hinten reinstellen. Deswegen glaube ich, oder hoffe ich, auf ein offensives Feuerwerk. Natürlich riskiert niemand am Anfang zu viel und ich bin auf den Spielverlauf gespannt.

Pokal, auswärts, das wird für den VfB noch mal eine Schippe schwerer, beim Tabellenführer der Bundesliga. Das ist natürlich die härteste Nuss. Aber ich glaube, sie haben auf jeden Fall große Chancen, auch dieses Spiel für sich zu entscheiden.”

 
Und welche Personalien halten Sie für entscheidend? Also wer konkret ist der Türöffner für die Stuttgarter?

Timo Hildebrand: “Das Kollektiv. Ich glaube, es sind keine einzelnen Spieler. Natürlich ist Deniz Undav aktuell in überragender Form. Aber beim VfB herrscht die ganze Saison eigentlich schon das Kollektiv.

Wenn einer mal einen schlechteren Tag hat, fängt der Rest das auf. Nübel hat jetzt auch einen Fehler gemacht in Freiburg, muss man einfach so sagen, beim Rauskommen. Vielleicht hält er am Dienstag überragend. Also von daher glaube ich, dass die ganze Mannschaft im Kollektiv das auffangen wird.”

 
Wer ist der beste deutsche Mittelstürmer aktuell und warum?

Hildebrand: “Natürlich kann man jetzt sagen Undav, denn er hat einen überragenden Lauf. Er macht die Dinger, hat brutales Selbstvertrauen und ich glaube, das hätte er selber nie gedacht. Nach einem halben Jahr Bundesliga jetzt als aktueller Nationalspieler gehandelt zu werden.”

 

Hildebrand tippt: “VfB-Sieg nach Verlängerung”

 
Wie könnte der Spielverlauf aussehen? Wird es eher ein Abtasten? Glauben Sie an ein offensives Feuerwerk inklusive Tore, gleich von Beginn an?

Hildebrand: “Je nach Spielverlauf, wie die Mannschaften reinkommen. Aber klar, im Pokal ist es so, dass man erst mal schaut, dass man reinkommt, kein hohes Risiko geht und sich dann das Spiel auch entwickelt in der zweiten Halbzeit.

Je nachdem, wenn wer in Führung geht, muss der andere öffnen. Also ich bin eher erst mal dabei, dass die Mannschaften verhaltener anfangen.”

 
Jetzt hat sich Zagadou verletzt. Wie schwer wiegt das?

Hildebrand: “Nach anfänglichen Schwierigkeiten, als er zum VfB kam, hat er sich echt zum Stabilisator entwickelt. Deniz Undav hat auch ein super Interview gegeben, wo er sagt, Zagadou ist ein absoluter Teamleader, eine gute Figur auch in der Kabine, macht Spaß.

Man hat es auch an den ganzen Aktionen gesehen, mit Trikot in die Kamera halten etc., dass er einfach ein ganz wichtiger Teil ist von der Mannschaft. Er ist ein Hühne, ein Stabilisator hinten in der Abwehr und das kann eine Mannschaft immer seltener ersetzen.”

 
Die Tendenzen gehen ja schon eher Richtung Leverkusen. Welche Gegenargumente haben Sie zu diesem Thema?

Hildebrand: “Dass der VfB einfach überragend drauf ist. Klar, ich bin auch gespannt. Auswärts ist natürlich das schwierigste Los, was man haben kann, jetzt in Leverkusen, beim Tabellenführer.

Aber natürlich reisen die dahin, um einfach ins Halbfinale einzuziehen. Deswegen kann ich natürlich nicht mit einem Sieg von Leverkusen mitgehen.”

 

 
Das heißt, wie lautet Ihr Tipp?

Timo Hildebrand: “Dann tippe ich mal ganz frech ein 3:1 für den VfB, nach Verlängerung.”

 
Und wie muss man da reingehen? Sekt oder Selters? Also volles Rohr?

Hildebrand: “Ich glaube, erstmal mit Selters und wenn am Ende dann Champagner rauskommt, sind alle froh.”

 

Timo Hildebrand über Finale 2007: “Habe alles verdrängt”

 
Zum Thema Saarbrücken gegen Gladbach. Wen hat Saarbrücken eigentlich schon alles rausgeschmissen? Bayern 2:1, Frankfurt 2:0, Karlsruhe 2:1.

Hildebrand: “Souverän weitergekommen.”

 
Der 1. FC Saarbrücken, die schon Bayern München rausgeschmissen haben. Das schmeckt doch schon nach Pokalsieg. Was sagen Sie, gelingt Saarbrücken die Überraschung gegen Borussia Mönchengladbach?

Timo Hildebrand: “Ich würde es ihnen sowas von wünschen. Wenn man so einen Lauf hat, im Pokal so große Mannschaften raus wirft, als Drittligist, der sie ja sind, dann haben sie es verdient, ins Halbfinale zu kommen.”

 
Was macht denn Saarbrücken aus? Also klar, die haben einen Lauf, aber das muss man ja immer wieder in großen Abständen dann auch unter Beweis stellen.

Hildebrand: “Sowas geht auch wieder nur als Mannschaft. Wenn man mal wirklich in so einem Flow ist, im Pokal, dann wächst man einfach über sich hinaus.

Ich habe das auch oft erlebt im Pokal, gegen kleine Mannschaften gespielt, die einen dann auch mal in der ersten Halbzeit an die Wand spielen und man trotzdem irgendwie als Sieger vom Platz geht, obwohl man gar nicht weiß warum. Das ist einfach so im Pokal und deswegen wünsche ich ihnen einfach, dass sie jetzt auch ins Halbfinale einziehen.”

 
Sie haben ja auch Erfahrung als Finalist im Pokal. Oder haben sie das schon verdrängt?

Hildebrand: “Ja, das habe ich alles verdrängt. In der Saison haben wir dreimal gegen Nürnberg verloren. Das war auch der Wahnsinn. Und letztendlich haben wir uns in Unterzahl zweimal zurückgekämpft und dann durch einen Sonntagsschuss in der Verlängerung das 3:2 bekommen.

Wirklich keine schöne Erinnerung, ich hätte gerne das Double geholt. Aber es war natürlich sensationell, in Berlin im Finale gestanden zu sein.”

Interview: Carsten Fuß

 

 

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Philipp Stottan

Philipp Stottan

Alter: 31 Nationalität: Österreich Lieblings-Wettanbieter: Bet-at-home, Bet365

Das Thema Sport und all seine Facetten begleiten Philipp seit er denken kann, zu Uni-Zeiten kamen dann auch die Sportwetten hinzu. Nach diversen Stationen im Journalismus entschied er sich dann dazu, seiner Wett-Leidenschaft auch beruflich nachzugehen. Vor allem in den Bereichen Fußball sowie US- und Kampfsport, kann man sich auf seine angesammelte Expertise verlassen.   Mehr lesen