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WM 2026 News

Guido Buchwald rechnet mit neuen WM Regeln der FIFA ab: „Schiedsrichter wie ein Straßenmusiker, der gleichzeitig Mundharmonika und noch drei andere Instrumente bedienen muss“

Steffen Peters  3. Juni 2026
WM Regeln 2026 Schiedsrichter Kritik Buchwald Lauth
Wie überfordert sind die Schiedsrichter um Felix Zwayer mit den neuen WM Regeln? (© Konrad Swierad/Alamy Live News)

Zur Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika kommen wie bei großen Turnieren üblich wieder einige neue Regeln zum Einsatz. Insbesondere die Schiedsrichter dürfen sich über viele neue Aufgaben in der Spielleitung „freuen“.

Unsere Wettbasis WM-Experten Guido Buchwald und Benny Lauth sind von vielen Neuerungen beim Turnier nicht überzeugt und kritisieren die neuen WM Regeln der FIFA scharf.

Video: Unsere Wettbasis-Experten diskutieren über neue WM Regeln und ihre Turnierfavoriten.

Neue WM Regeln: Trinkpausen, Platzverweise und Sekunden-Countdowns

Insgesamt acht neue Regeln und Anpassungen gelten zur WM 2026 erstmals in dieser Form auf der Weltbühne. Die FIFA hat mit den Regelhütern einige Details ausgearbeitet, die zur Verbesserung der Spiele führen sollen.

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  • Verordnete Trinkpausen für TV-Werbung: In der 22. und 67. Minute werden feste Trinkpausen eingelegt. Diese finden auch dann statt, wenn das Wetter gar nicht heiß ist, um zusätzliche TV-Werbung ausspielen zu können.
  • Hand vor dem Mund bedeutet Rot: Wenn sich ein Spieler bei einer Diskussion mit einem Gegenspieler die Hand vor den Mund hält, gibt es die Rote Karte. Damit sollen rassistische Beleidigungen unterbunden werden.
  • Platzverweis bei Schiedsrichter-Kritik: Verlässt ein Spieler eigenmächtig das Spielfeld, um sich abseits mit dem Schiedsrichter anzulegen, zieht dies einen direkten Platzverweis nach sich.
  • Streichung Gelber Karten nach der Vorrunde: Alle Gelben Karten werden nach der Gruppenphase gelöscht. Dadurch soll verhindert werden, dass Spieler in den K.-o.-Runden wegen einer Gelbsperre pausieren müssen.
  • 5-Sekunden-Countdown bei Standards: Für Einwürfe, Ecken und Abstöße gilt ein Zeitlimit von fünf Sekunden, das vom Schiedsrichter per Handzeichen angezeigt wird. Wird das Limit überschritten, folgt eine Bestrafung wegen Zeitspiels.
  • Strenge 10-Sekunden-Regel bei Auswechslungen: Ein ausgewechselter Spieler hat maximal zehn Sekunden Zeit, um das Spielfeld an der nächstgelegenen Linie zu verlassen. Schafft er das nicht, darf der eingewechselte Spieler erst mit einer Minute Verzögerung den Platz betreten.
  • Zwangspause nach Verletzungsbehandlung: Wird ein Spieler auf dem Feld behandelt und muss runter, greift eine Ein-Minuten-Sperre. Er muss 60 Sekunden lang draußen warten, während das Spiel bereits weiterläuft. Wichtige Ausnahme: Erhält der foulende Gegenspieler für die Aktion eine Gelbe oder Rote Karte, entfällt diese Minute Wartezeit.
  • Erweiterte Befugnisse für den VAR: Der Videoschiedsrichter darf nun deutlich mehr Situationen überprüfen. Dazu gehören die Kontrolle von zweiten Gelben Karten (Gelb-Rot) sowie falsch gegebene Eckstöße.

 

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Ex-Profis Buchwald und Lauth kritisieren neue WM Regeln: „Schiedsrichter haben ohnehin schon genug Probleme“

Während sich die berufenen WM Schiedsrichter strikt an die neuen Regeln halten müssen, sind Spieler und Experten bislang keine großen Fans vieler der Änderungen. Weltmeister und Wettbasis WM-Experte Guido Buchwald erwartet eine vollständige Überladung des Schiedsrichters.

„Ich sage es euch, wie es ist: Der Schiedsrichter wird durch diese ganzen neuen Vorgaben komplett überfrachtet. Der Mann auf dem Platz wirkt doch bald wie ein Straßenmusiker, der gleichzeitig die Mundharmonika blasen und noch drei andere Instrumente bedienen muss“, schießt Buchwald gegen FIFA und IFAB.

Auch der Zeitpunkt der Anpassungen erschließt sich der deutschen Fußballlegende nicht.

„Zudem stellt sich mir die grundlegende Frage, warum man solche massiven Regelumstellungen ausgerechnet beim wichtigsten Fußballturnier der Welt einführt. So etwas teste ich doch im Vorfeld erst einmal in den Vereinen, in der zweiten Liga oder im Jugendbereich. Dort kann man in Ruhe analysieren, wie es funktioniert, was den Spielfluss hindert und wie man es optimieren kann, anstatt bei einer Weltmeisterschaft sofort ‚All-In‘ zu gehen.“

Mit Benny Lauth ist auch ein zweiter Wettbasis-Experte nicht angetan von den veränderten Regeln: „Grundsätzlich bin ich immer dafür, das Spiel so weit wie möglich so zu belassen, wie es traditionell ist.“

Schon jetzt zeigt sich immer wieder die Überforderung der Schiedsrichter im Ligabetrieb. Lauth zweifelt daher am Nutzen der Änderungen: „Ich glaube, die Unparteiischen haben ohnehin schon genug Probleme, ein Spiel vernünftig und souverän zu leiten. Jetzt bürdet man ihnen noch mehr Aufgaben auf, und sie müssen auf noch mehr Nebensächlichkeiten gleichzeitig achten.“

 

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Nettospielzeit? Lauth gehen „ewige zehn Minuten Nachspielzeit massiv auf den Geist“

Trotz der deutlichen Kritik des Ex-Nationalspielers zugunsten der Schiedsrichter sieht Lauth auch nicht in allen neuen WM 2026 Regeln einen Nachteil.

„Wir bewegen uns durch diese Maßnahmen immer weiter in Richtung einer Nettospielzeit, um das bewusste Zeitspiel zu verringern. Diese ewigen zehn Minuten Nachspielzeit gehen mir persönlich nämlich massiv auf den Geist.“

„Die erzwungenen Trinkpausen zur Platzierung von TV-Werbung sind das eine, aber man sollte im Fußball ernsthaft darüber nachdenken, irgendwann die echte Nettospielzeit einzuführen“, so Lauth. „Das wäre zwar ein riesiger Schritt für den Sport, aber letztendlich wohl die sinnvollste Lösung, um die Diskussionen um das Zeitspiel komplett zu beenden.“

Dennoch seien „viele dieser neuen Regeln einfach nicht bis zum Ende durchdacht worden. Die Grundidee hinter der Ein-Minuten-Sperre nach einer Verletzung finde ich zwar gut, weil gerade gegen Spielende ständig Akteure am Boden liegen bleiben, obwohl überhaupt nichts passiert ist.“

„Wenn die Spieler wissen, dass sie danach zwingend für eine Minute das Feld verlassen müssen, überlegen sie sich das theatralische Hinlegen zweimal. Aber die Kehrseite ist eben die: Wenn ich einen Gegenspieler ordentlich umgrätsche, muss der danach zur Strafe eine Minute lang draußen zuschauen und sein Team spielt in Unterzahl. Das ist im Ansatz gut gedacht, aber in der Praxis eben nicht konsequent zu Ende gedacht.“

Inwieweit sich die Regeländerungen dann tatsächlich auf die WM Spiele auswirken, wird ab dem 11. Juni 2026 klar. Dann steigt das WM Eröffnungsspiel Mexiko – Südafrika in der mexikanischen Hauptstadt – mit Buchwald und Lauth als gebannten Zuschauern.

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Steffen Peters

Steffen Peters

Alter: 33 Nationalität: Deutschland Lieblings-Wettanbieter: Bwin

Schon seit mehr als einem Jahrzehnt begleitet Steffen journalistisch die verschiedensten Sportarten. Seine größte Expertise besitzt er im Fußball, Eishockey, Motorsport und Handball. Bei der Wettbasis ist er vor allem im News-Bereich tätig und analysiert bereits seit 2010 WM Wetten.

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