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Champions League

Champions League Reform 2024: So wird der neue Modus aussehen

Ligasystem mit 10 Vorrundenspielen in der Champions League

Philipp Stottan
Champions League Reform 2024 mit UEFA-Präsident Aleksander Ceferin
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hat an den CL-Reformplänen entscheidenden Anteil. (© imago images / Poolfoto UCL)

Die große Champions League Reform 2024, welche bereits seit geraumer Zeit herumgeistert, wurde offiziell beschlossen. Mitten im großen Kampf rund um die angekündigte „European Super League“, prescht die UEFA mit ihren Plänen voran.

Die Neuerungen in Europas wichtigstem Vereinswettbewerb werden vor allem die Gruppenphase betreffen, erweitern das Teilnehmerfeld und sichern die Klubs der großen Nationen ab.

Wir haben uns angesehen: Wie wird der Modus künftig aussehen? Wer sind die Teilnehmer? Und wie lautet die Kritik an der CL Reform? Alle Antworten bekommt ihr hier.

 

Zu den Champions League Tipps

 

Wie wird die Champions League Reform 2024 aussehen?

Die Erneuerung der Champions League ist für die UEFA und ihren Präsidenten Aleksander Ceferin beinahe unausweichlich.

Immerhin ist es ein notwendiger Schritt um die gefürchtete „Super League“, welche nun bereits angekündigt wird, abzuwenden. Wenig überraschend profitieren die großen Vereine Europas daher von der CL Reform 2024.

Immerhin sollen jene Klubs der European Club Associaton (FC Liverpool, Manchester City, Manchester United, FC Arsenal, FC Chelsea, Tottenham Hotspurs, FC Barcelona, Real Madrid, Atletico Madrid, Juventus Turin, Inter Mailand, AC Mailand) von ihrer „Super League“ abgebracht und bei der Stange gehalten werden.

Der Champions League Modus wird ab der Saison 2024/25 näher an ein Liga-System heranrücken. Genauer gesagt wird die Königsklasse dann im sogenannten „Schweizer Modell“ auftreten.

 

Champions League Modus 2024: Das ist das „Schweizer Modell“

Doch was ist das „Schweizer Modell“? Statt acht Vorrundengruppen mit jeweils vier Klubs, wird es künftig ein Ligasystem geben.

In diesem werden sämtliche 36 Teams wie in der Bundesliga nach Punkten bzw. Torverhältnis geführt. Doch statt jeden gegen jeden in Hin- und Rückspiel antreten zu lassen, soll jeder Klub zehn Partien (5 Heim- & 5 Auswärtsspiele) bestreiten. Die Gegner sollen vorab aus vier Setztöpfen (nach Klubkoeffizient eingeteilt) gelost werden.

Nach zehn Spieltagen qualifizieren sich die besten 8 Mannschaften der Vorrunde für das Achtelfinale, die Plätze 9 bis 24 erspielen sich in einem Playoff die restlichen ach Plätze.

Ab dann soll der Champions League Modus wie gehabt weitergeführt werden. Wobei die Gegner im Achtelfinale nach dem Prinzip der „Copa Libertadores“ entschieden werden könnten, also der 1. gegen den 16., der 2. gegen den 15. und so weiter.

 

Champions League Reform: Das Wichtigste in Kürze

  • Statt durch Vorrundengruppen werden die Teilnehmer am Achtelfinale durch eine Ligatabelle bestimmt.
  • Jeder teilnehmende Klub trifft in der Vorrunde auf zehn andere Vereine.
  • Die besten 16 Teams qualifizieren sich für die K.o.-Phase.
  • Die UEFA verspricht sich durch die Champions League Reform mehr Topspiele in der Gruppenphase.
  • Die Anzahl der Spiele wird von 125 auf 225 Partien pro Saison steigen.

 

UEFA Champions League Reform: Wird es mehr Spiele geben?

Die Antwort ist ein ganz klares Ja. Im aktuellen Champions League Modus gibt es ab der Gruppenphase 125 Partien, nach der CL Reform 2024 wären es dann ganze 100 mehr – also 225 Spiele.

Der jeweilige Sieger der Königsklasse muss also 17, statt den bisherigen 13 Partien absolvieren. Der nötige Raum hierfür soll in den bislang spielfreien Monaten Dezember und Januar gefunden werden.

Grundsätzlich soll es mehr Spiele zwischen den europäischen Topteams geben, die zu einer spannenderen Gruppenphase führen sollen. In den letzten Jahren konnten sich Topklubs oft schon vorzeitig nach dem 5. Spieltag in Sicherheit wiegen.

 

Wer bekommt die zusätzlichen Plätze der Champions League?

Wenig überraschend profitieren vor allem die große Nationen bei der Reform der Champions League. Es werden derzeit 19 der 36 Plätze(!) an Mannschaften der fünf großen Nationen gehen.

Ziemlich sicher wird Frankreich bzw. die Ligue 1 als Fünfter in der 5-Jahres-Wertung einen dritten Fixplatz erhalten. Ein weiteres Ticket wird über den „Champions Path“ in der Qualifikation hinzukommen.

Und die zwei verbliebenen Plätze? Wie von der ECA ursprünglich verlangt, werden zwei Fixplätze via der UEFA-5-Jahres-Wertung ermittelt.

Die zwei am höchsten platzierten Klubs, welche sich regulär über ihre Liga nicht direkt für die Königsklasse qualifiziert haben – jedoch zumindest für CL-Quali, Europa League oder Conference League – bekommen diese zwei Tickets.

Der AC Milan oder der FC Arsenal hätten sich so zum Beispiel in den letzten Jahren dennoch qualifiziert, obwohl sie über die Liga gescheitert sind.

 

Video: Die Highlights zum Champions League Finale 2020. (Quelle: Youtube / DAZN)

 

Wer profitiert von den Neuerungen in der Königsklasse?

Vor allem die Topteams profitieren von der geplanten Champions League Reform. Dadurch, dass die 16 Mannschaften mit den meisten Punkten weiterkommen, sind große Überraschungen noch eher ausgeschlossen als ohnehin schon.

Wenn zum Beispiel wie in der aktuellen Saison drei starke Mannschaften in einer Gruppe sind – Paris SG, RB Leipzig und Manchester United – so können diese in Zukunft allesamt das Achtelfinale erreichen.

Zudem – und das ist im Fußball meist ohnehin das ausschlaggebende Argument – würde die Champions League Reform 2024 mehr Geld einbringen. Mehr Spiele bedeuten mehr Einnahmen. „Durch die CL Reform 2024 werden sich neue Einnahmepotenziale auftun“, meinte Bayern-Vorstand Oliver Kahn zum kicker.

Dank der größeren Anzahl an Gruppenspielen dürften ebenfalls alle Klubs sowie die UEFA selbst in Bezug auf Medienerlöse profitieren. Neue TV-Verträge dürften diese veränderten Rahmenbedingungen ebenfalls repräsentieren.

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Wie lautet die Kritik an der Champions League Reform?

An Kritik und Gegenstimmen mangelt es wenig überraschend nicht. Die European Leagues fürchten weitere Bevorzugungen für die namhaften Klubs, was die kleineren Vereine benachteiligen würde.

Die Fans und Fan-Vereinigungen schlagen in eine ähnliche Kerbe und fürchten, die Champions League verkommt zu einer geschlossenen Gesellschaft der elitären Klubs.

Berechtigterweise, immerhin ist die CL Reform 2024 ein Entgegenkommen der UEFA an jene Klubs, welche die Superliga gründen möchten. Aus diesem Grund fürchten Experten auch eine größer werdende finanzielle Kluft, weil eben jenen Klubs ein größerer Teil des Geld-Kuchens garantiert werden könnte.

Zudem fördert die UEFA Champions League Reform einen weiteren Fehler im System des Fußballs: Schon jetzt gibt es viel zu viele Spiele in einer Saison. Fans sind teilweise übersättigt und vor allem sind Profis überspielt.

Diese haben daher vermehrt mit Verletzungen zu kämpfen und Vereine sind dazu genötigt, immer öfter in Partien auf B-Mannschaften zurück zu greifen. Was Fans, welche teilweise horrende Summen auf sich nehmen um ein Spiel zu besuchen, verweigert ihre Stars hautnah zu erleben.

 

Champions League vs. European Super League: Wie geht es weiter?

Welches System sich nun durchsetzt, kann derzeit nicht gesagt werden. Bluffen die Klubs der ECA mit ihrer Einführung der „European Super League“ nur, um mehr Geld aus der UEFA bei ihrer CL Reform 2024 raus zu quetschen?

Oder wollen sie ihr System tatsächlich einführen und die Königsklasse damit obsolet machen? Die UEFA hat unisono mit den Länder Verbänden (DFL, FA usw.) bereits gedroht, Vereine und auch Spieler der Super League aus allen UEFA und FIFA Wettbewerben auszuschließen.

Die ESL droht hingegen indirekt, das große Geld aus den anderen Wettbewerben abzusaugen. Der Protest gegen dieses Unterfangen ist aber groß, Fans, Spieler und Vereine gehen bereits auf die Barrikaden.

Ein Ende im Kampf der zwei Parteien ist derzeit nicht in Sicht. Bislang haben beide ihr Programm vorgestellt und scheinen dieses durchdrücken zu wollen.

 

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