Der FK Bodo/Glimt ist eines der erstaunlichsten Phänomene im europäischen Fußballs. In dieser Saison mischt der Klub aus der nordnorwegischen Fischerstadt die Champions League ordentlich auf. Das bekamen auch Schwergewichte wie Manchester City, Atletico Madrid und Vorjahresfinalist Inter Mailand bereits zu spüren.
Aber wer ist dieser Klub Bodo/Glimt eigentlich, der zum Favoritschreck der Königsklasse wurde?
5 Facts zu Bodo/Glimt: Was bedeutet der Name „Glimt“, welche Champions League-Rekorde hält das Team, warum gibt es eine Zahnbürste im Fanblock und was macht ein ehemaliger Kampfjet-Pilot im Trainerteam?
Champions League Wettquoten zu Bodö/Glimt
| Name | Quote | Anbieter |
|---|---|---|
| Bodo/Glimt kommt ins CL-Viertelfinale | 1.22 | |
| Bodo/Glimt kommt ins CL-Finale | 15.0 | |
| Bodo/Glimt wird Champions League Sieger | 30.0 |
Wettquoten Stand: 17.3.2026, 9:00 Uhr. 18+ | AGB beachten.
1. Der gelbe Blitz aus dem Fischerdorf: Woher kommt der Fußballverein Bodo Glimt?
Bodø ist eine Kleinstadt im Norden Norwegens mit einer Einwohnerzahl von knapp unter 50.000 und liegt rund 80 Kilometer nördlich des Polarkreises. Bis in die Hauptstadt Oslo sind es 1200 Kilometer oder 16 Autostunden. Manche Tage im Winter haben weniger als eine Stunde Licht.
Der Klub wurde 1916 „Fotballklubben Glimt“ gegründet. „Glimt“, bedeutet „Blitz“ auf norwegisch. Der Name wurde aber nicht etwa wegen der knallgelben Vereinsfarben ausgesucht. Nein, er sollte Schnelligkeit und Energie ausstrahlen.
Die Bodo/Glimt Fans sind bekannt für ein kurioses Symbol: Die Zahnbürste. Seit den 1970er-Jahren tragen sie riesige gelbe Zahnbürsten ins Stadion. Dieses ungewöhnliche Maskottchen ist zu einem Markenzeichen des Klubs geworden.
Norwegens größte Zahnpflegefirma erfuhr von der Nummer und stattete die Fans fortan mit den gelben Bürsten aus. Früher sollen sie Gastmannschaften vor dem Match sogar als Geschenk vom jeweiligen Bodö-Kapitän überreicht worden sein.
Steckbrief Bodö/Glimt: Ort, Stadion & Gründung
Das Bodo/Glimt Stadion
Das Stadion, das einfach „Aspmyra-Stadion“ heißt gibt es seit 1966 fasst mittlerweile an die 7.400 Zuschauer. Beim Neubau hatte die Anlage nur 2.500 Plätze für Zuschauer. In der Zwischenzeit wurde das Bodo Glimt Stadion vier Mal erweitert und modernisiert.
Mickrig im Vergleich zu den europäischen Topklubs ist auch die Vereinszentrale, die nur aus rund 20 Personen besteht.
2. Bodo/Glimt Historie: Serienmeister durch Kampfjet-Pilot
Der größte sportliche Aufstieg begann erst vor wenigen Jahren. Erst 2017 stieg Bodø/Glimt in die erste norwegische Liga auf. Danach ging es rasant nach oben – es folgte die erfolgreichste Phase der Klubgeschichte.
Im ersten Jahr als Aufsteiger etablierte sich Bodo/Glimt im Tabellenmittelfeld. Im zweiten Jahr wurden sie Zweiter, ehe sie 2020 die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte feierten. Weitere folgten 2021, 2023, 2024 und zuletzt 2025. Nur 2022 ging der Titel in diesem Zeitraum nicht in die Fischerstadt, sondern an Molde- während Bodo/Glimt auf Rang 2 landete.
Damit war Bodo/Glimt seit 2019 immer in den Top-2 der norwegischen Eliteserien, wie die Liga offiziell heißt.
Der Wandel vom Fahrstuhlklub zum Serienmeister hat auch zu einem großen Teil mit „Mental Coach“ Bjørn Mannsverk zu tun. Mannsverk ist ein ehemaliger norwegische Air-Force-Pilot, der nach eigenen Aussagen nur sehr wenig Ahnung vom Fußball hat. Aber die Spieler mental zu Höchstleistungen bringt.
Unter anderem soll er dem aktuellen Kapitän Ulrik Saltnes dazu verholfen haben, seine mental bedingten Bauchschmerzen vor wichtigen Spielen zu heilen.
Mannsverk hat der Mannschaft, die mittlerweile fast komplett aus Norwegern besteht, eine Mentalität verpasst, die man auf dem Platz sehen kann.
3. Bodo/Glimt Erfolge: Historisch in der Champions League
Nach den nationalen Erfolgen folgte für Bodo/Glimt auch der internationale Durchbruch auf europäischer Bühne. Erstmals in der Saison 2021/22 mit dem Viertelfinale in der Conference League.
In der Spielzeit 2024/25 schlug der „Blitz“ dann in der Europa League ein: Die „Gelbe Horde“ zeigte sich nach Siegen über Porto, Galatasaray und Lazio erstmals als Favoritenschreck schaffte es bis ins Halbfinale. Damit war Bodo/Glimt der erste norwegische Verein, der es in das das Semifinale eines europäischen Wettbewerbs erreichte.
Wer gedacht hatte, für die Kicker vom Polarkreis wäre damit der Zenit erreicht, irrte – denn auch in der Champions League sorgte Bodo/Glimt für große Überraschungen! Zum einen statistisch: Bodö/Glimt ist der nördlichste Verein, der jemals in der Champions League-Hauptrunde gespielt hat. Danach folgten sportliche Sensationen.
Am 7. Spieltag der Ligaphase siegte Bodo/Glimt zu Hause gegen Manchester City mit 3:1 – es war der erste CL-Sieg für den Klub. Kurz darauf, am nächsten Spieltag, gab es mit einem 2:1 bei Atletico Madrid gleich die nächste Sensation!
Und damit ging es auch in den Playoffs weiter: Hier wurde Inter Mailand ausgeschaltet! Nach einem 3:1-Heimerfolg feierte die „gelbe Horde“ auch im Rückspiel in Mailand einen 2:1-Sieg. Damit erreichte der Polarkreis-Klub sensationell das Achtelfinale der Champions League.
Historiker berichten Erstaunliches: Danach bedeuteten die Siege über Inter das erste Mal, dass ein Klub abseits der fünf großen Ligen Europas vier Spiele in Serie gegen Vereine dieser Ligen gewann.
Es könnte sogar noch eine Runde weitergehen, denn im Achtelfinal-Hinspiel siegte Bodo/Glimt zu Hause gegen Sporting Lissabon mit 3:0. Das war zugleich der 5. Sieg in der Königsklasse in Folge! Noch verrückter: In jedem dieser fünf Spiele erzielten die Norweger mindestens zwei Tore!
4. Taktik und Spielanlage: Warum ist Bodo/Glimt so gut?
Nach dem Aufstieg hat sich der Klub komplett neu orientiert und eine neue Philosophie etabliert: Talentierte Spieler aus Norwegen oder den skandinavischen Nachbarländern werden günstig verpflichtet. Dazu kommt eine klare Spielidee: Pressing und schnelles Umschalten.
Mit alten Wikinger-Klischees von zermürbender Defensive und weiten Bällen hat die Bodo/Glimt Taktik nichts zu tun – im Gegenteil: Die Mischung aus Tempo, Technik und klarer Struktur mit bestens einstudierten Automatismen prägt den Spielstil.
Genau hier liegt ein Teil der Antwort auf die Frage: Warum ist Bodö Glimt so gut?
Die Mannschaft spielt unter Trainer Kjetil Knutsen einen mutigen und modernen Offensivfußball. Das zentrale Element der Bodo/Glimt Spielanlage aus einer 4-3-3-Grundordnung ist das aggressive Pressing mit hoher Laufbereitschaft, um den Gegner immer wieder zu Ballverlusten zu zwingen.
Nach Ballgewinnen schaltet Bodö Glimt sofort um und sucht mit wenigen, direkten Pässen schnell den Abschluss. Die Grundlage dafür ist eine außergewöhnliche Fitness, die viele Teams in der norwegischen Liga übertrifft – und die auch schon die europäischen Top-Teams gespürt haben.
5. Wer sind die besten Spieler von Bodö Glimt im Kader?
Im aktuellen Bodö/Glimt Kader stechen vor allem zwei Offensivspieler hervor: Jens Petter Hauge und Kasper Høgh. Beide werden auf rund zwölf Millionen Euro geschätzt und zählen damit zu den wertvollsten Akteuren des Klubs.
Hauge, nach eher schwächeren Stationen beim AC Milan, bei Eintracht Frankfurt und KAA Gent, am Polarkreis aufgetaut ist, bringt auf dem linken Flügel Tempo, Kreativität und internationale Erfahrung ein. Mittelstürmer Høgh ist hingegen der klassische Zielspieler im Strafraum und sorgt mit seiner Physis und Abschlussstärke regelmäßig für Tore.
Die wertvollsten Spieler im Bodö Glimt-Kader:
- Jens Petter Hauge (Linksaußen): 12,00 Mio. €
- Kasper Høgh (Mittelstürmer): 12,00 Mio. €
- Fredrik Sjøvold (Rechter Verteidiger): 10,00 Mio. €
- Odin Bjørtuft (Innenverteidiger): 4,50 Mio. €
- Håkon Evjen (Zentrales Mittelfeld): 5,00 Mio. €
Auch defensiv verfügt der Bodö/Glimt Kader über einige hoch bewertete Spieler.
Fredrik Sjøvold gilt als einer der wertvollsten Außenverteidiger der Liga und überzeugt mit Dynamik auf der rechten Seite. Innenverteidiger Odin Bjørtuft bringt Stabilität in die Defensive, während Håkon Evjen im zentralen Mittelfeld das Spiel organisiert.
Gemeinsam bilden die fünf wertvollsten Spieler im Bodo/Glimt Kader das sportliche Gerüst einer Mannschaft, die weiterhin zu den spannendsten Projekten im europäischen Fußball zählt.



