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Sportwetten Geld Management | Budget & Einsatz festlegen

Sportwetten Geld Management

Es ist in der Zwischenzeit aus der Mode gekommen und nahezu niemand mehr führt noch ein Haushaltsbuch, jedoch sollte zur eigenen Sicherheit eine ähnliche Variante im Bereich des Sportwettens Ihrerseits eingeführt werden. Dieses würde dann unter dem Namen des Geld Managements geführt  werden.

Dieses beinhaltet das Festlegen der geplanten Einsätze, das Festlegen eines Gewinnlimits und auch eines Verlustlimits für bestimmte Zeitspannen.

Die Einsätze müssen hinsichtlich der vorhandenen Geldmittel selbst festgelegt werden und sind auch anhand der geplanten Gesamtinvestitionen bestimmt. Bei diesen Posten ist jeder auf sich selbst gestellt.
Bei der Festsetzung von Gewinn- und Verlustlimits gibt es inzwischen bei vielen Wettanbieter bereits des Service, dass diese Limits individuell im Kundenkonto festgelegt werden können und somit einen besseren Schutz als jede Selbstkontrolle bieten, da mit Erreichen der Limits dort erst einmal für den festgelegten Zeitraum Schluss ist. Diese Limits können zumeist wahlweise tages-, wochen- oder monatsbezogen festgelegt werden.

Zwar gibt es auch Wettanbieter bei welchen man zwar ein Gesamtlimit für Wetteinsätze in einem vorgegebenen Zeitraum setzen kann, jedoch hilft dies natürlich nicht dabei die selbstgesteckten Einsatzgrenzen pro Wettabgabe zu limitieren. An dieser Stelle ist noch jeder selbst gefragt.

Darüber hinaus sollte man sich durch erzielte Gewinne nicht zu weiteren Einsätzen verleiten lassen, wenn man diese auf dem Wettkonto belässt und somit immer vor Augen hat. Diesen Reiz sollte man schlicht damit aus dem Weg gehen, dass Gewinne konsequent ausgezahlt werden und man sich unbeirrt an den festgelegten Plan hält.

Einsatzarten

Nicht nur für den Umgang mit Wettangeboten und Wettarten gibt es Empfehlungen und Strategien, sondern auch in Sachen Handhabung der Einsätze und der Geldmittel gibt es zahlreiche verschiedene Arten das Geld besser und zielgerichteter einzusetzen.

Fixe Einsätze

Zunächst einmal gibt es die Option die Einsätze immer fix einer bestimmten Höhe einzusetzen. Dies erfordert auch die Disziplin sich nicht durch verlockende Chancen dazu verleiten zu lassen von diesem Grundsatz abzuweichen. Fixe Einsätze bieten die Grundlage einer serösen und sehr übersichtlichen Planung.

Variable Einsätze

Bei der Wahl zu variablen Einsätzen hin, wählt man die Option, dass man sich eben genau nicht an die Vorgaben der fixen Einsätze hält und je nachdem „wie es gerade passt“ die Einsätze in ihrer Höhe jeweils variabel anpasst. Diese Option wählen sicherlich die meisten der Wetter, jedoch muss diese Freiheit nicht unbedingt Erfolg versprechen.

Prozentuale Einsätze

Wenn man sich an dem aktuellen Budget, dass man sich zum Wetten zur Verfügung gestellt hat orientiert und die Einsätze je nachdem, ob dieses ab oder zunimmt prozentual anpasst, hat man zwar ebenso fixe Einsätze, jedoch nur vom prozentualen Wert her. Je nach Budgethöhe sinkt oder steigt der Einsatzwert dann natürlich.

Progressive Einsätze

Die Nutzung von progressiven Einsätzen ist auf den ersten Blick die Natürlichste und Selbstverständlichste, jedoch fällt die Umsetzung in der Realität gewiss hin und wieder etwas schwer. Progressive Einsätze werden nach gewonnen oder verlorenen Wetten entweder erhöht oder verringert. In welche Richtung die Gestaltung vorgenommen wird, bleibt jedem offen.

Dynamische Einsätze

Die Wahl der Strategie von dynamischen Einsätzen ist einer Form der oben erwähnen prozentualen Einsätzen. Zu Beginn steht natürlich ein Wettbudget, das einem zur Verfügung steht. Nun ist unsererseits festzulegen, welchen Prozentsatz wir konsequent von diesem Wettbudget als Wetteinsatz verwenden.

Zur Verdeutlichung wird nun ein Beispiel gewählt:

Vorhandenes Wettbudget:    500 Euro
Gewählter Prozentsatz:         3 %

Bei der Festlegung des Prozentsatzes auf 3 % wurde der Einsatz für die erste Wette nun bei 15 Euro liegen. Je nachdem wie nun die ersten Wetten ausfallen entwickeln sich nun nachfolgend auch die weiteren Einsatzbeträge. Zum Verständnis dieser Methode gehen wir nun von den ersten fünf Wetten aus, die wie folgt ausgehen:

1.    Wette (gewinnt):    Einsatz 15 Euro * Quote 1,80 = 27 Euro Ertrag               | neues Wettbudget 512 Euro
2.    Wette (verliert):     Einsatz 15,36 Euro * Quote 2,10 = 0 Euro Ertrag            | neues Wettbudget 496,64 Euro
3.    Wette (verliert)      Einsatz 14,90 Euro * Quote 2,00 = 0 Euro Ertrag            | neues Wettbudget 481,74 Euro
4.    Wette (gewinnt)     Einsatz 14,45 Euro * Quote 1,95 = 28,18 Euro Ertrag     | neues Wettbudget 495,47 Euro
5.    Wette (gewinnt)     Einsatz 14,86 Euro * Quote 1,70 = 25,26 Euro Ertrag     | neues Wettbudget 505,87 Euro

Bereits nach diesen fünf Wetten ist zu sehen, dass es bei dieser Strategie ein großes Problem gibt und das besteht darin, dass man darauf angewiesen ist sehr regelmäßig Wetten zu gewinnen, da der Wetteinsatz so durch eine Pechsträhne die jeden einmal treffen kann, der jeweilige Wetteinsatz rapide schnell sinken kann und durch die geringeren Summen dann immer höhere Quoten oder Gewinne notwendig wären um die Verluste wieder auszugleichen.

Im Allgemeinen ist ein enormer Umsatzeinsatz notwendig um unterm Strich am Ende einen kleinen Gewinn verbuchen zu können.

Der Hauptansatz bei den dynamischen Einsätzen ist, dass man durch Gewinne und ein höheres Wettbudget somit auch von den zwangsläufig damit verbundenen höheren Einsätzen profitiert. Dies ist jedoch nur in der Theorie oder aber mit viel Glück und Können denkbar. Verlorene Wetten zwischendurch vernichten zu großen Teilen zuvor erzielte Gewinne oft wieder.

Flache Einsätze

Bei der Anwendung der Strategie der flachen Einsätze geht man wie bei den dynamischen Einsätzen von einem fixen Prozentsatz aus, den man für die Platzierung jeder Wette wählt. Der tragende Unterschied hier ist jedoch, dass man diesen Prozentsatz nicht auf das jeweils durch die Gewinne und Verluste bestimmte Wettkapital ansetzt, sondern auf das ursprüngliche Wettkapital. Bei dem Beispiel von einem Budget über 500 Euro und 3 % bleibend, läge der Einsatz somit immer unveränderlich bei 15 Euro, egal wie das Wettgeschehen sich entwickelt. Die hat bei erzielten Gewinnen zum Beispiel den Vorteil, dass diese unangetastet bleiben bei der Bestimmung der Einsatzhöhe.

Zur besseren Verdeutlichung und zum Aufzeigen der Unterschiede nehmen wir nun die exakten Wettdaten von den dynamischen Einsätzen:

1.    Wette (gewinnt):    Einsatz 15 Euro * Quote 1,80 = 27 Euro Ertrag          | neues Wettbudget 512 Euro
2.    Wette (verliert):     Einsatz 15 Euro * Quote 2,10 = 0 Euro Ertrag            | neues Wettbudget 497 Euro
3.    Wette (verliert)      Einsatz 15 Euro * Quote 2,00 = 0 Euro Ertrag            | neues Wettbudget 482 Euro
4.    Wette (gewinnt)     Einsatz 15 Euro * Quote 1,95 = 29,25 Euro Ertrag     | neues Wettbudget 496,25 Euro
5.    Wette (gewinnt)     Einsatz 15 Euro * Quote 1,70 = 25,50 Euro Ertrag     | neues Wettbudget 506,75 Euro

Es ist nun sehr gut erkennbar, dass der Gewinn unterm Strich deutlich höher ausfällt, da eben höhere Wettbudgets durch Gewinne nicht ebenso durch einen steigenden Einsatz angegriffen werden. Darüber hinaus sind die Kapitalumsätze um ein deutliches Maß niedriger. Flache Einsätze stellen ein solides Wirtschaften dar und ist gerade zu Beginn der Wahl einer Strategie sicherlich einer der besseren Optionen, auch für die Nerven.

Units (dt. Einheiten)

Bei der Variante der Units werden die Wetteinsätze zwischen 1 bis 10 Einheiten bestimmt. 10 Einheiten enstprechen dem maximalen Betrag, den man auf eine Wette setzen würde. 1 Einheit wäre das genaue Gegenteil, wenn eine Wette sehr riskant ist (sehr hohe Wettquote) und man einen minimalen Betrag setzen möchte. Je nach vorhandenem Wettbudget wird man den maximalen Betrag für eine Wette höher oder niedriger ansetzen. Der minimale Betrag, nämlich 1 Einheit, wird dann berechnet indem man den maximalen Betrag durch zehn dividiert.

Bei dem vorhandenen Wettbudget von 500 Euro möchten wir nun pro Wette nie mehr als 50 Euro setzen. Somit wären diese 50 Euro das Maximum – sprich vollen 10 von 10 Einheiten. Logischerweise wäre dann der Einsatz mit einer Einheit bei 5 Euro oder mit vier Einheiten bei 20 Euro.

Nun gilt es jedoch auch festzulegen wie viele Einheiten denn pro Wette gespielt werden wollen. Diese Festlegung beruht nun voll und ganz auf der Einschätzung des Spielers wie hoch das Risiko einer Wette ist und somit die Wahrscheinlichkeit eine Wette überhaupt zu gewinnen. Kommt man nun zu dem Schluss, dass das Risiko höher ist, setzt man selbstverständlich weniger Einheiten, als bei vermeintlich „sicheren“ Wetten.

Die große Problematik besteht nun jedoch darin, dass der Spieler die Wahrscheinlichkeiten falsch einschätzt und demzufolge auch mitunter zu hohe Einsätze auf zu risikoreiche Wetten platziert. Um nun Verluste wieder „hereinzuholen“ müsste ein Vielfaches an Wetten mit geringer Verlustgefahr gespielt werden. Es droht hier auf Dauer bei anhaltender Fehleinschätzung die Gefahr von gravierenden Verlusten.

Bei der Höhe der Units kann hier entweder nach dem Prinzip der flachen (gleichbleibenden) oder der dynamischen (an das Wettbudget anpassenden) Einsätze gehandelt werden.

Kelly-System

Das sog. Kelly-System ist ein verbreitetes und beliebtes System, welches wie alle Systeme natürlich dazu dient die Erträge und letztendlich somit auch die Gewinne möglichst zu maximieren. Das Kelly-System stellt nun allerdings eine Besonderheit dar, da es zur Bestimmung der optimalen Einsätze dient, wenn man sich mit dem Umgang von Value-Wetten auskennt. Wem Value noch kein Begriff ist, der sei auf das entsprechende Kapitel verwiesen.

Unter Nutzung des Values, also der Einschätzung dass der Wettanbieter eine subjektiv falsche Bewertung der Wahrscheinlichkeit getroffen hat, wird nun der Einsatz anhand einer Formel bestimmt.

Wie die vom Anbieter eingeschätzte Wahrscheinlichkeit errechnet wird ist im Kapitel Wettquoten Erklärung & Berechnung bereits erläutert worden.

Nun nimmt man seine eigene Einschätzung vor und stellt diese der des Sportwettenanbieters gegenüber. Beide Wahrscheinlichkeitseinschätzungen, die eigene und die des Anbieters sind natürlich beide sehr subjektiv und beruhen auf eigenen Analysen, Informationen und sonstigen Hilfsmitteln. Wie hoch die Wahrscheinlichkeiten in der Realität sind, bleibt immer offen.

Gehen wir in einem Beispiel nun davon aus, dass der Anbieter eine Quote von 1,75 anbietet, was in Prozent eine Wahrscheinlichkeit von 57 % (1/1,75) bedeutet. Wir persönlich schätzen unter Inbezugnahme unserer eigenen Infos, dass die Wahrscheinlichkeit für diesen Spielausgang bei ca. 68 % liegt, also eigentlich eher eine Quote von 1,47 (1/68*100) korrekt wäre. Alleine schon der erste Blick verrät einen deutlichen Unterschied in den Einschätzungen.

Nun fehlt um die Kelly-Formel anwenden zu können nur noch der Wert des Wettbudgets, welches uns insgesamt zur Verfügung steht. Dies sind erneut 500 Euro. Die Formel lautet wie folgt:

Wetteinsatz = Gesamtes Wettbudget x Vorteil / (Quote des Anbieters -1)

Hoppla, da steht doch nun noch etwas von Vorteil in der Formel, wird den meisten sicherlich gleich aufgefallen sein und korrekt, dieser muss noch bestimmt werden indem die Quote des Anbieter mit unserer Quote verglichen wird. Dies erfolgt mit folgender Formel:

Vorteil = (eigene Wahrscheinlichkeit x Quote des Anbieters – 1)

Nun sind alle Daten vorhanden die zur Berechnung des optimalen Einsatzes nach dem Kelly-System erforderlich sind:

500 x (0,68 x 1,75 – 1) / (1,75 – 1) = 126,67 Euro

Der optimale Einsatz nach dieser Methode läge nun bei 126,67 Euro. Bei einem gesamten Wettbudget wäre dies allerdings ein erheblicher Teil von diesem und widerspräche jeglicher Vernunft beim Wetten, da wie bei den Einsatzarten schon beschrieben wurde, generell eher Einsatz im niedrigen einstelligen Prozentbereich gewählt werden sollten. Deshalb gibt es bei diesem System auch noch einmal die Unterscheidung in „Full Kelly“ und „Fractional Kelly“. Die 126,67 Euro entsprächen der Variante „Full Kelly“ und wären demnach viel zu hoch und gegen jegliche Praxis. Aus diesem Grund wird auch viel häufiger das „Fractional Kelly“ angewandt, was nichts anderes bedeutet, als dass immer nur ein gewisser Prozentsatz des Full Kelly als Einsatz gewählt wird. Hier ist man im Festlegen dieses Prozentsatzes vollkommen frei. Damit dieses System aber aufgeht muss nach Festlegen dieses Satzes auch mit diesem komplett durchgespielt werden. Ein Wechsel auf einen anderen Prozentsatz lässt das System nicht mehr aufgehen. Entschiede man sich zum Beispiel dazu immer nur 20 % des Full Kelly zu spielen, wären dies in diesem Beispiel 25,33 Euro.

Achtung: Das Wettbudget für die Formel ist dynamisch, muss also immer an das aktuelle Wettbudget angepasst werden, damit die Formel korrekt arbeitet!

Im Kern ist mit der Kelly-Methode ein Totalverlust theoretisch nicht möglich, in der Praxis kann bei durchgehend verlorenen Wetten natürlich aber dennoch kein System der Welt helfen.