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Wie sieht die Zukunft im Fußball aus?

Quo vadis, Fußball?

Gibt es bald wieder volle Stadien? © imago images / Mika Volkmann

Wie geht es weiter? Diese Frage stellen sich im Moment grundsätzlich sehr viele Menschen. Davon bleibt auch die Welt des Sports und deren Akteuere nicht verschont. Obwohl es sich um eine simple Frage handelt, ist diese zum jetzigen Zeitpunkt und unter den aktuellen Gegebenheiten nicht möglich zu beantworten, weil es noch viele unbekannte Variablen gibt. Mit einer solchen Ausnahmesituation und deren Herausforderungen hat sich auch die Sportwelt zuvor noch nie auseinandersetzen müssen.

Massive Einschnitte in der Wirtschaft und Eingriffe von Staaten zeigen den Ernst der Lage. Jedoch sind sämtliche Bereiche betroffen und das reicht von „Geistershows“ im Fernsehen bis hin zu menschenleeren Stadien in der näheren Vergangenheit. Ja, sogar die wichtigste Nebensache der Welt (Fussball) ist nicht davon ausgeschlossen geblieben.

Inhaltsverzeichnis

In letzter Zeit prägten Begriffe, wie „Social distancing“ und „Social spacing“ die Medienlandschaft. Und das gilt auch für den Mannschaftssport Fußball. Den Anfang in Fußball-Deutschland nahm es am 11.03. mit einem Geisterspiel zwischen Borussia Mönchengladbach und dem 1. FC Köln.

Wir wollen einen Ausblick darauf geben wie einzelne Klubs in Deutschland, Österreich und der Schweiz damit umgehen und welche Wege von den angeführten Vereinen bestritten werden.

 

DACH-Raum – Gehaltsverzicht, Kurzarbeit und fristlose Kündigung

 

Germany Deutschland – Solidarität ist das Gebot der Stunde!

 

Borussia Mönchengladbach

Beginnen wollen wir auch hier mit Borussia Mönchengladbach, die als Vorreiter in Sachen Zusammenhalt den ersten Schritt in diese Richtung getätigt haben.

Gladbach war der erste Verein der Deutschen Bundesliga, wo die Spieler auf Gehälter zugunsten der betroffenen Klub-Mitarbeiter verzichtet haben. Die Spieler wollten ein Zeichen der Solidarität setzen und durch diesen Gemeinschaftsgedanken noch mehr Stärke signalisieren.

Aufgrund dieser gesetzten Aktion kommen monatlich angeblich eine Million Euro zusammen, was in dieser Ausnahmesituation primär und vor allem den Mitarbeitern rund um den Klub (Scouts, Pressesprecher, Vereinsärzte, Masseure, Verwaltungsmitarbeiter, Zeugwarte, Platzwarte, Kartenverkäufer, Kassierer, externe Stadionmitarbeiter etc.) zugute kommen soll, um dadurch die klubinterne Verbundenheit weiter zu steigern.

Sämtliche Bundesligisten müssen finanzielle Einbußen verkraften. Die Vereine aus der 2. Bundesliga sind noch viel mehr davon betroffen. Bei den insgesamt 36 Klubs aus der 1. und 2. Bundesliga hängen entweder direkt oder indirekt zwischen 50.000 – 60.000 Arbeitsplätze dran.

Die Personalkosten sind enorm und stellen die größte Belastung für die Budgets der Klubs dar. Dabei machen die Spielergehälter (Kaderkosten), der mit Abstand höchste Kostenfaktor, alleine ungefähr 40-50% aus.

Bei Gladbach belaufen sich die Personalkosten auf ~ 83 Mio. Euro pro Saison oder SV Werder Bremen schüttet beispielsweise rund 58 Mio. € an Mitarbeiter (inkl. Spieler) pro Saison aus.

 

FC Bayern München, Borussia Dortmund, FC Schalke 04, FSV Mainz 05

Sowohl die Bayern-Spieler als auch die Führungsetage des Klubs haben sich auf einen Gehaltsverzicht in Höhe von 20% geeinigt. Dieses Vorhaben wird von allen Beteiligten getragen. Genau diesen Weg bestreitet auch Dortmund. Viele andere Bundesliga-Vereine, wie z.B. Schalke 04, haben sich intern ebenfalls auf Abstriche bei den Gehältern geeinigt.

Doch nicht nur die „Großen“ haben sich damit einverstanden erklärt sondern auch kleinere Vereine (bspw. Mainz 05) greifen zu diesem Mittel, wo sowohl Funktionäre (Vorstand/Direktor), der Trainerstab als auch die Spieler auf einen Teil der Gehälter wohlwollend verzichten.

Austria Österreich – Großteil der Vereine setzt aufs Konzept „Kurzarbeit“

 

SK Rapid Wien, FK Austria Wien, SK Sturm Graz

Solidarität ist in einem derartig herausfordernden und schwierigen Umfeld gefragter denn je zuvor. Sturm Graz zeigt sich dahingehend als geschlossene Einheit und es wurde der Kurzarbeit in dieser prekären Lage einstimmig zugesagt, um die Existenz des Klubs sichern zu können.

Diesen Weg schlugen auch die Profis der beiden populären und zugleich rivalisierenden Wiener Hauptstadtvereine SK Rapid sowie FAK Austria ein. In dieser schweren Zeit stehen alle zusammen und präsentieren sich als Einheit, um den Klubs in einer schwierigen Finanzlage auszuhelfen.

Kurzarbeit bedeutet in diesen Fällen persönlichen Verzicht, wo die Gehälter gekürzt werden und die Spieler ihrem gewohnten Alltag in Form von regelmäßig abgehaltenen Trainingseinheiten gar nicht mehr oder zumindest nicht mehr so wie gewohnt nachgehen können.

 

LASK Linz

LASK Linz schlägt einen völlig anderen Weg ein und nimmt das Kurzarbeit-Modell nicht in Anspruch. Im Gegensatz dazu werden Mitarbeiter des Klubs dem österreichischen Roten Kreuz als Aushilfe zur Verfügung gestellt, um die Personalressourcen der Hilfsorganisation zu entlasten.

All das wird durch eine großzügige und äußerst verständnisvolle Gemeinschaft, wo auch Sponsoren mit einbezogen sind, in dieser Krisenzeit ermöglicht.

 

RB Salzburg

Die Spieler des RB Salzburg akzeptieren freiwillig Gehaltseinbußen, jedoch fließt dieses Geld in einen vom Klub neu gegründeten Unterstützungsfond. Mithilfe dieses Fonds soll unmittelbar den am stärksten Betroffenen aus dem näheren Umfeld des Vereins die dringend notwendige Hilfe geboten werden. Dies betrifft genauso Einzelpersonen, wie Organisationen oder auch notleidende Firmen, die in eine finanzielle Notlage geraten sind.

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Switzerland Schweiz – Eidgenossen gehen teilweise ungewöhnlichen Weg

 

FC Sion

Der kontroverse und nicht gerade unumstrittene Präsident des FC Sion, Christian Constantin, lässt die Lage eskalieren und kündigt Spielern fristlos deren Verträge. Rigoros werden die einen sagen, andere werden sagen der Mann ist konsequent.

Medienberichten zufolge weigerten sich die Spieler aufgrund der Schnelligkeit/Kurzfristigkeit ein vorgelegtes Schreiben zu unterzeichnen. Die Quittung bekamen diese durch eine Kündigung unverzüglich präsentiert.

 

FC Basel, Young Boys Bern

Als Traditionsklub gehört der FC Basel zu den renommiertesten Vereinen in der Schweiz und dafür sprechen auch die Erfolge des zweiterfolgreichsten Klubs im Schweizer Fußball.

Beim FC Basel konnte der Mannschaftsrat mit der Klubführung aktuell keine Einigung rund um einen Gehaltsverzicht erzielen. Nun soll es zu einem weiteren Treffen kommen, um für alle Beteiligten ein zufriedenstellendes Ergebnis verzeichnen zu können.

Beide Schweizer Top-Klubs haben Kurzarbeit beantragt, um die wirtschaftlichen Folgen abzumildern und den Fortbestand zu gewährleisten.

 

FC Vaduz

Durch erfolgreiche Europa-League Auftritte hat sich der FC Vaduz ein finanzielles Polster geschaffen und greift aus diesem Grund derzeit noch nicht zur Maßnahme der Kurzarbeit. Aber von diesen Rücklagen wird auch der kleine Verein aus dem Fürstentum Liechtenstein nicht lange zehren können. Bei längerem Andauern des Zustands läuft es auf Kurzarbeit hinaus.

 

 

Was bedeutet eine Komplettabsage der Rest-Saison für den Deutschen Fußball?

Eine schöne und lobenswerte Geste (Gehaltsverzicht) von den zuvor genannten Mannschaften in Deutschland, aber die Problematik ist um einiges größer und dies wird mithilfe nachfolgender Grafik klar ersichtlich.

Finanzieller Verlust für 1. und 2. Deutsche Bundesliga bei Absage der Restsaison
Es gibt verschiedenste Prognosen und diese reichen von 680 – 750 Mio. Euro, sollte es zu einer Komplettabsage der Rest-Saison kommen.

Laut Hochrechnungen des DFL im Wirtschaftsbericht wird ein Schaden in Höhe von 680 Mio. € im Fall eines Saison-Abbruchs genannt.

Schätzungen anderer Experten zufolge müssten Vereine sogar mit bis zu 750 Mio. an möglichen Verlusten kalkulieren.

Die obige Grafik mit dem Kreisdiagramm verdeutlicht es, ausstehende Einnahmen aus TV-Rechten/Medienrechten machen fast die Hälfte aus und dies wird vor allem bei kleineren Klubs schnell schlagend.

Da geraten finanzschwache Vereine in eine Zwickmühle. Weiters reißt die Fortsetzung der Liga in Stadien ohne Fan-Publikum ein Finanzloch von ca. 120 Mio. € in die Vereinskassen. Schließlich bewirkt das Ausbleiben von Zuschauern auch ein Minus an Erlösen.

Nachdem sich die Fortsetzung des Spielbetriebs mit Anfang April als unrealistisch herausgestellt hatte, spielen sämtliche Vereine die unterschiedlichsten Szenarien durch, um sich bestmöglich darauf vorbereiten zu können damit man nicht irgendwann vor vollendeten Tatsachen steht.

Welche Szenarien waren/sind in der Deutschen Bundesliga möglich?

  • Liga-Fortsetzung Anfang April
  • Längere Pause bis Mai/Juni
  • Play-Off Spiele (Titel & Abstieg)
  • Annullierung (kein Meister, Pokalsieger & Absteiger)
  • Aufstockung – nächste Saison mit 22 Vereinen

 

Nationale Wettbewerbe sollen Vorrang haben

Grundsätzlich geht nicht nur der allgemeine Appell sondern auch die Tendenz der Klub-Verantwortlichen eindeutig dahin die nationalen Wettbewerbe den internationalen gegenüber den Vortritt zu geben, weil diese als Existenzgrundlage und Finanzstock für den Fortbestand angesehen werden.

„Wir müssen die Saison zu Ende spielen – egal wann“

Vorstandsvorsitzender des FC Bayern München Karl-Heinz Rummenige

Indirekt schlägt der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern München Karl-Heinz Rummenige genau in diese Kerbe. Jedoch ist Karl-Heinz Rummenige nicht alleiniger Fürsprecher dieser Maßnahme sondern auch der Geschäftsführer der DFL, Christian Seifert.

Erlöse 1. und 2. Deutsche Bundesliga seit 2010/11

Erlöse 1. und 2. Deutsche Bundesliga seit 2010/11

Bei den Erlösen ist über das letzte Jahrzehnt hindruch ein stetiger, kontinuierlicher Anstieg zu sehen. Der Einbruch könnte im Fall eines vorzeitigen Saison-Abbruchs enorm sein und für die Zukunft höchstwahrscheinlich fatale Folgen im deutschen Lizenzfussball mit sich bringen sowie viel verbrannte Asche hinterlassen.

An den beiden wohl berühmtesten Beispielen des FC Bayern München mit fast 1000 Klub-Angestellten und Borussia Dortmund mit 850 Angestellten wird ersichtlich, dass Fußball ein riesengroßer Wirtschaftszweig ist und die Klubs dahinter wie Unternehmen mit kaufmännischer Sorgfalt geführt werden müssen.

 

Transfers & Transferfenster

Hier wird es wohl mit zu den größten Anomalien kommen. D.h., es wird besonders fraglich sein, wie die Transfers in absehbarer Zukunft beziffert sein werden. Nach derzeitigem Stand ist davon auszugehen, dass die Tendenz hinblicklich der angespannten Finanzlage quer durch Europa bei sämtlichen Teams nach unten zeigen wird.

Die Transfersummen werden merklich abnehmen und die vergangenen Rekord-Transfervolumen in weite Ferne rücken, da diese nicht mehr zu realisieren sein werden.

Marktwert der teuersten Bundesligaprofis 2020

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Angebot und Nachfrage regulieren den Markt!

Aufgrund von Vertragsauflösungen und gekündigten Spielern werden mehr Fußballer auf dem Markt frei verfügbar sein. Und volkswirtschaftlich betrachtet begünstigt ein Überfluss an Angeboten und eine gleichzeitig sinkende Nachfrage den Preisverfall.

Hinzu kommen die zu erwartenden finanziellen Schwierigkeiten durch Geldnot (drohende Insolvenz) bei vielen Teams, was die Geschäftsführer der Klubs zusätzlich verunsichern wird und somit die Nachfrage weiter drosselt.

Deshalb werden gut und nachhaltig geführte Klubs mit hohen liquiden Mitteln auf der anderen Seite am Markt zuschlagen können bzw. ein vermeintliches Schnäppchen machen. Im Gegensatz dazu werden monetär schwach aufgestellte Vereine die Transferpolitik grundlegend überdenken und von womöglich angedachten Transfers jetzt Abstand nehmen bzw. über einen längeren Zeitraum auf Eis legen, was noch stärker das ohnehin absteigende Preisgefälle befeuern wird.

Transferfenster müssen sowohl vom Zeitpunkt als auch der Zeitspanne her dringend angepasst werden, um nicht einen totalen Zusammenbruch des Transfermarkts wie wir ihn in jetziger Form kennen zu riskieren.

Die weitere Vorgehensweise ist genauso ungewiss wie die daraus entstehenden Folgen, weil momentan fast tagesaktuell immer wieder Neuigkeiten veröffentlicht werden und aufgrunddessen sind künftige Entwicklungen derzeit noch absolut unabsehbar.

 

Stellen Geisterspiele einen Ausweg dar?

In einer Umfrage des Meinungsforschungs-Instituts Forsa äußerten sich mit 60% der Befragten die Mehrheit der Fußballinteressierten für eine Fortsetzung des aktuell unterbrochenen Spielbetriebs in der Bundesliga und der 2. Liga mit sogenannten Geisterspielen (ohne Zuschauer) ab Mai.

Im Gegensatz dazu haben sich nur 24% dagegen ausgesprochen.

Forsa-Umfrage zu Geisterspielen

Gegenüberstellung Abstimmungsergebnis Pro & Contra Geisterspiele (FORSA-Umfrage)

„Geisterspiele sind die einzige wirkliche Überlebenschance in dieser Situation für sehr viele Klubs der 1. und 2. Bundesliga“

Aussage DFL-Geschäftsführer Christian Seifert

Führende Virologen sind sich dahingehend einig und empfehlen bei Wiederaufnahme des Spielbetriebs auf Spiele ohne Zuschauer innerhalb der Stadien („Geisterspiele“) zu setzen. Außerdem rechnen sie bis Jahresende mit dieser neuen Art der Spielaustragung.

Geisterspiele sind nicht von der Hand zu weisen und drohen als recht wahrscheinliches Szenario. Dahingehend geht wohl auch die Tendenz von zahlreichen Fußball-Experten.

Aus diesem Grund ruft der FC Schalke 04 bereits vorab Dauerkarten- und Tageskarten-Besitzer öffentlich dazu auf, nicht auf die Rückerstattung der Kosten – im Fall von Geisterspielen – zu bestehen. Dies könnte die Knappen in eine existenzgefährdende Position bringen.

DFL plant Saison-Abschluss Ende Juni

Laut DFL sollte die Saison bis 30.6. fertiggespielt werden und zu diesem Zweck hat die Deutsche Fußball Liga selbst extra eine Taskforce eingeführt.

Diese beschäftigt sich besonders eingehend mit den zur Verfügung stehenden Möglichkeiten wie die noch ausstehende Spielzeit (9 Spieltage + 1 Nachtragsspiel) zu einem vertretbaren Abschluss kommen kann und führt nach regelmäßigen Evaluierungen die Bewertung etwaiger in Frage kommender Maßnahmen durch.

Trainings können – falls überhaupt – nur unter Einhaltung bestimmter Auflagen abgehalten werden. Die Kicker vereinzelter Klubs (z.B. FC Bayern München, RB Leipzig, SV Werder Bremen) haben mit Trainingseinheiten in Kleingruppen begonnen.

Die Beantwortung der anfangs gestellten Frage hängt in erster Linie sehr stark davon ab wann und wie die jeweiligen Ligen fortgesetzt werden!

Unserer Einschätzung nach werden Geisterspiele als eine Art Übergangslösung definitiv unausweichlich sein. Wie sehr und schnell diese Verordnung gelockert wird ist von einigen derzeit schwer einzuschätzenden Faktoren abhängig.

Wann findet die Fortsetzung des Ligabetriebs in den europäischen Top-Ligen statt?
Alle Infos zum Status in den Ligen

 

Exkurs in andere europäische Ligen

Spain Spanien – Barcelona-Profis mit 70%-igen Gehaltsreduktionen

Die katalonische Hauptstadt Barcelona hat die Notbremse sehr stark gezogen und bei den gleichnamigen Klubs aus den Sportarten Fußball, Basketball und Handball zu einem radikalen Rundumschlag ausgeholt. In sämtlichen Vereinen ist die Vereinbarung getroffen worden auf 70% der Gehälter zu verzichten, was vor allem unter den Basketballern für sehr viel Unmut gesorgt hat.

Jedoch werden die Barca-Kicker mit Sicherheit ebenfalls nicht von dieser massiven Maßnahme begeistert gewesen sein. Schätzungen zufolge macht das beim A-Kader des FC Barcelona 14 Millionen Euro netto pro Monat an Einsparungspotential aus. Prozentual gesehen sind die Barca-Spieler wohl am stärksten von Kürzungen betroffen.

Italy Italien – Juve-Spieler verzichten freiwillig auf 90 Mio. Euro bis Saisonende

Die Alte Dame kann sich wirklich glücklich schätzen Spieler mit soviel Herz und Mitgefühl zu haben. Da können viele andere Vereine in Europa ein ganz anderes Lied davon singen.

Für die Juve-Stars Giorgio Chiellini und Cristiano Ronaldo hat sich die Frage der Unterstützung gar nicht erst gestellt, weshalb die Entscheidung ziemlich rasch gefallen ist und im Vergleich zu anderen Mannschaften von einer langanhaltenden Dauer ist.

England – Mahnende Worte und „Hilferuf“ des Premierleague-Klubs Burnley FC

Die Verantwortlichen des Burnley FC haben die Befürchtung ohne einen beträchtlichen Geldbetrag aus den lukrativen TV-Geldern zu bleiben und dies hätte zur Folge, dass der Klub in erhebliche finanzielle Schieflage geraten würde.

Gesamt steht für den Verein ein potentieller Fehlbetrag von rund 50 Millionen Pfund auf dem Spiel.

Netherlands Holland – Ajax Amsterdam, AZ Alkmaar und PSV Eindhoven befürworten Saison-Aus

Nachdem sich die Nachbarn in Belgien bereits dazu entschlossen haben, werden nun Stimmen in den Niederlanden ebenfalls immer lauter die Meisterschaft mit sofortiger Wirkung abzuschließen. Die Führungsriege in der Eredivisie zeigt sich einstimmig zum Saisonabbruch bereit. Einzig Feyenoord Rotterdam hat sich dazu nicht geäußert.

Ein weiterer, berühmter Befürworter einer derartigen Vorgehensweise ist Marc Overmars, der die Funktion des technischen Direktors bei Ajax ausübt. Der niederländische Fußballverband hingegen vertritt die gegenteilige Meinung und will sich Stand jetzt mit einem Saison-Abbruch nach belgischem Modell nicht abfinden.

Belgium Belgien – Die Liga wurde beendet und der FC Brügge wird zum Meister ernannt!

Am 2. April hat der belgische Verband entschieden die Meisterschaft als beendet zu erklären und die zu diesem Zeitpunkt gültige Tabelle als Gradmesser einzubeziehen. Durch den gefassten Entschluss ist der FC Brügge ohne weiteres Zutun belgischer Meister geworden.

Vorteilhaft dafür war mit Sicherheit die Tatsache, dass in Belgien die TV-Gelder aus dem Verkauf der Übertragungsrechte bereits vollständig zur Auszahlung gekommen waren und unter den Vereinen aufgeteilt wurden. Außerdem muss keine Rückerstattung mehr erfolgen.

„Wir könnten Mitte Mai, Anfang Juni oder Ende Juni starten. Wenn wir nichts davon schaffen, bringen wir die Saison nicht zu Ende“

UEFA-Präsident Aleksander Ceferin zum Neustart in Europas Ligen

Belgien ist Vorreiter mit einer solchen Entscheidung und zieht sich generell den Unmut der UEFA aber ganz besonders den von UEFA-Präsident Aleksander Ceferin zu, was vielleicht noch in (drakonischen) Strafen enden könnte. Derzeit prüft die UEFA die Chancen belgische Klubs aus internationalen Bewerben auszuschließen.

Und das wäre besonders bitter, da dieses Vorhaben mit keinem unbeträchtlichen finanziellen Schaden für die Belgier verbunden ist.

Croatia Kroatien – Dinamo Zagreb entlässt kompletten Betreuerstab von Trainer Nenad Bjelica

Bei der Fragestellung rund um die Gehälter wendet die Geschäftsführung des kroatischen Hauptstadt-Klubs und Serienmeisters Dinamo Zagreb die Formel 30-30-30 an.

Konkret bedeutet dies: 30% des Gehalts werden weiterhin wie bisher normal ausbezahlt, 30% innerhalb von 6 Monaten nachdem das nächste Meisterschaftsspiel stattgefunden hat und auf 30% sollten die Spieler und der Trainer komplett und dauerhaft verzichten. Dagegen haben sich die Beteiligten gesträubt und bisher nicht zugestimmt.

Es ist anzunehmen, dass sich die Fussball-Profis auch die Frage stellten wo denn die noch fehlenden 10% geblieben sind. Darauf hat es bis dato offenbar keine zufriedenstellende Antwort für die Hauptakteure gegeben. Weiters muss auch die gesamte Klubführung ein Gehaltsminus von 60% in Kauf nehmen.

Serbia Serbien – RS Belgrad feuert einen der teuersten Spieler in der Klub-Geschichte

Der Stürmer Raji van La Parra kam im Sommer für eine Ablösesumme von 1,2 Mio. Euro vom englischen Klub Huddersfield und spielte bis vor kurzer Zeit in den Reihen des Europapokal-Siegers der Landesmeister (heutige Champions-League) von 1990/91 für ein kolportiertes Jahresgehalt von 600.000 Euro.

Der Rest des Spielerkaders hat das Ultimatum mit verpflichtenden Gehaltseinbußen wohl zähneknirschend hingenommen, um eine Kündigung wie im Fall von ex-Klubkollege van La Parra zu vermeiden.

Slovakia Slowakei – MSK Zilina meldet Konkurs an

Zahlungsunfähigkeit im Profisport ist Realität geworden. Was bis vor kurzer Zeit illusorisch war, hat sich am traurigen Beispiel des 7-maligen slowakischen Meisters und Traditionsklubs MSK Zilina (aktuell Tabellenzweiter) bewarheitet. Dieser Klub stellt offiziell den Betrieb mit 30. April vollständig ein. Mit diesem Datum können sich die Spieler trotz gültigen Verträgen einen neuen Verein (Arbeitgeber) suchen.

Der Grund für die Insolvenz liegt in den verhärteten Fronten zwischen dem Verein und deren Spielern. Die Verantwortlichen forderten einen Gehaltsverzicht der Profis ein, um ein Weiterbestehen des Klubs garantieren zu können. Bedauerlicherweise ist kein Konsens in dieser Angelegenheit erreicht worden.

Es sei noch hinzugefügt, dass der Klub schon vor dieser herausfordernden Krise mit finanziellen Schwierigkeiten und Liquiditätsengpässen zu kämpfen hatte. Aus diesem Grund war der gestellte Insolvenzantrag nur die logisch folgende Konsequenz daraus.

Anhand des tristen Ausgangs ist klar ersichtlich, dass solch unerwartete Krisen auch immer eine Charakterfrage sind.

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Fazit

Es kommen Herkules-Aufgaben auf den Fußball zu! Der vorgesehene Terminkalender kann nicht eingehalten werden, Spielpläne sind aktuell auf dem Prüfstand und die Jahresplanung wird komplett auf den Kopf gestellt. Um die Saison regulär beenden zu können, müssen große Hindernisse überwunden werden. Das reicht von der Art der Austragung der offenen Spieltage („Geisterspiele“) bis hin zur Abstimmung von nationalen mit länderübergreifenden Wettbewerben und erstreckt sich weiter über Vertragsverlängerungen bzw. damit direkt verbundenen Transfers.

Außerdem sind die noch gültigen Transferfenster und deren Einhaltung unter den derzeitigen Gesichtspunkten besonders fragwürdig, weil diese immense Auswirkungen auf die Ablösesummen haben werden. Trotz Adaptierung der Transferzeiträume sind Verwerfungen vorprogrammiert und dies wird hauptsächlich auf klamme Vereinskassen zurückzuführen sein. Hochbezahlte Fußball-Profis, hoch dotierte Verträge, utopische Spielergagen, Rekord-Transfersummen, immer stärker fließende/höhere TV-Werbegelder gehören der Vergangenheit an. Die Prognose: Im Fußball steht eine neue, bis vor kurzer Zeit unvorstellbare Epoche bevor.