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(13) Guidos Guide: Die Meistertheorie

Nachdem Guido in der letzten Woche keine öffentlichen Aussagen über die Welt des Fußballs machte, ist er in diesen Tagen zurück, um seinen Senf abzugeben. Aber worüber habe ich mit ihm gesprochen? Man kennt das: Ein ellenlanges Gespräch und am Ende kann keiner der beiden Teilnehmer genau sagen, welche Themen Übergewicht hatten. Aber keine Angst, bei meinen Experten Runden mit Guido achte ich besonders darauf festzuhalten, welche Themen uns bewegt haben.

Wie vermutlich zur Zeit an jedem Fußball-Stammtisch in der Bundesrepublik drehte sich auch unser Gespräch recht schnell um Jürgen Klopp und seine Borussia, die am Wochenende den bisherigen Hinrundenrekord vom FC Bayern München zu Nichte machen können. Mit einem Sieg in Frankfurt würde man dem Rekordmeister einen interessanten Rekord abknabbern, mit einem Unentschieden kann man zumindest mit der Marke der Münchener gleich ziehen. "Rekord hin oder her, der Punkt ist doch, dass der BVB meilenweiten Vorsprung hat", Guido schien der Rekord nicht wirklich wichtig zu sein. "Es geht doch im Grunde genommen nur um die Meisterschaft", sagte Guido und ich gab ihm Recht. Im Mai interessiert es niemanden, dass Mainz am Anfang mal oben gestanden hat. Bezüglich den westfalischen Meisterträumen hatte ich aber noch meine Vorbehalte: "Die Dortmunder sind doch noch lange nicht durch. Die werden auch noch fallen und wer weiß, wann sie dann wieder aufstehen. Erinner dich an Hoffenheim." Diesen Vergleich hätte ich im Nachhinein besser nicht wählen sollen, da mir Guidos Meinung schon entgegenschoß als ich die letzte Silbe aussprach: "Stop! Also Erstens: Die Dortmunder werden Meister! Zweitens: Für Dortmund geht es darum zu Beginn der Rückrunde nicht zu straucheln und das Tief – denn es wird kommen, da geb ich dir Recht – möglichst lange hinauszuzögern. Wenn es dann da ist, muss es so schnell wie möglich überwunden werden. Klingt theoretisch, ist aber so. Drittens: Man muss bedenken, dass die Dortmunder nicht nur 11 Punkte Vorsprung vor ihrem engsten Verfolgerfeld haben, sondern, dass dieses Verfolgerfeld mit Leverkusen, Hannover und Mainz maximal eine Mannschaft hat, die in einem äußerst hypothetischen Fall ganz oben mitmachen kann. Stünden da jetzt die Bayern an zweiter Stelle, würde ich mit Sicherheit nicht so reden. Und Viertens: Hoffenheim hatte als Herbstmeister nicht 17 Punkte Vorsprung vor den Bayern!" Nun, ich gab Guido in den meisten Punkten meine Zustimmung, auch wenn ich bei Leverkusen einige Abstriche machen musste, da ich es mir durchaus vorstellen könnte, dass die Werkself in der Rückrunde eine Serie startet – zumindest kann man es nicht pauschal ausschließen.

"Ich habe zur Zeit eine ganz andere Sorge!", iieß mich Guido wissen und als ich nachfragte, um was es sich handle, sagte er: "Es geht um die UEFA 5 Jahreswertung." "Welches Problem gibt es damit, wir werden die Italiener im nächsten Sommer überholen und dann haben wir wieder einen internationalen Platz mehr.", sagte ich. "Ja, schon richtig, aber diesen Platz schenken wir doch sofort wieder her, wenn Freiburg, Hannover und Mainz uns vertreten." "Mach dir da mal keine Sorgen, da wird sich noch viel ändern!", beruhigte ich Guido.

Als ich die Worte gerade ausgesprochen hatte, dachte ich noch mal über die Meisterschaft nach: "Wird sich auch ganz oben noch etwas ändern? Im Ernst, wer zweifelt den noch an einer schwarz-gelben Schale?"

Bei Guidos Guide geht es jeden Dienstag um den letzten Bundesliga-Spieltag, den internationalen Fußball, sowie um aktuelle Stammtischthemen, die sich mit dem Lederball beschäftigen. Und natürlich Guidos Meinung.