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WM 2026 News

Nach Rassismus-Vorwurf um Schweini: Top-Experte Gernot Rohr erklärt Afrika-Entwicklung im Fußball!

Alexander Karper  3. Juli 2026
Gernot Rohr Interview
Gernot Rohr, aktuell Nationaltrainer von Benin, kennt den afrikanischen Fußball in- und auswendig. (© ZUMA Press, Inc. / Alamy Live News)

Der afrikanische Fußball ist derzeit en vogue! Der Kontinent stellte neun von 32 Teilnehmern am WM-Sechzehntelfinale und liefert überzeugende Vorstellungen ab. Das spiegelt sich auch in den Wettquoten und Analysen wider.

Vor allem die Rassismus-Vorwürfe gegen den ehemaligen DFB-Teamspieler und aktuellen TV-Experten Bastian Schweinsteiger haben für viele Diskussionen gesorgt. Dass der afrikanische Fußball jedoch spätestens seit Marokkos Halbfinaleinzug bei der WM 2022 nicht unterschätzt werden darf und es auch davor immer wieder Überraschungen gab, ist schon eine deutliche Entwicklung zu erkennen. Nutze einen WM 2026 Bonus, um auch dieses Mal abzusahnen! Außerdem könnt ihr bei den besten WM Wettanbietern eure Tipps platzieren!

Einer, der das besser weiß, als jeder andere ist Gernot Rohr, der durchaus als Afrika-Spezialist bezeichnet werden kann. Nach einem Klub-Engagement in Tunesien bei Etoile Sportive du Sahel coachte der 73-Jährige die Nationalteams von Gabun, Niger, Burkina Faso, Nigeria und zur Zeit Benin.

Im Wettbasis-Interview spricht Gernot Rohr über die eindrucksvolle Entwicklung im afrikanischen Fußball, erklärt den Wettbewerbsvorteil von Marokko, sieht Frankreich als großen Profiteur und glaubt daran, dass es schon bald einen Weltmeister aus Afrika geben könnte, möglicherweise schon dieses Jahr.

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Video: Marokko und Kanada treffen im WM 2026 Achtelfinale aufeinander. Analyse: Für welche Mannschaft geht die WM-Reise weiter, wer kommt ins Viertelfinale? Darüber und vieles mehr sprechen die „Beidfüßig“-Experten Guido Buchwald, Peter Neururer, Benny Lauth, Afrika-Experte und Benin Nationaltrainer Gernot Rohr, Datenexperte Quirin Sterr und Moderator Carsten Fuß.

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Gernot Rohr über WM-Achtelfinalist Marokko: „Marokko hat schon seit 20 Jahren die besten Strukturen in Afrika aufgebaut“

 
Wettbasis (Carsten Fuß): Marokko ist natürlich eine Mannschaft, die wir auf dem Zettel haben. Nicht erst, seitdem sie in diesem Turnier überzeugend gespielt haben, sondern schon im Vorfeld. Gernot, erklär uns doch mal bitte Marokko: Warum sind die so stark? Und wie ist die Entwicklung konkret zu erklären?

Gernot Rohr: Es gibt mehrere Gründe dafür. Der erste Grund ist, dass Marokko schon seit 20 Jahren die besten Strukturen in Afrika aufgebaut hat. Die haben überall Fußballplätze. Wenn du durch Rabat, die Hauptstadt, fährst oder durch Casablanca, hast du überall kleine Fußballfelder, die zum Teil auch in den Vororten, in schwierigen Ortsteilen, aufgebaut sind. Und da spielen schon die Jungs Fußball.

Dazu kommt, dass so viele Stadien gebaut wurden – jetzt mit tollen Rasenflächen –, dass sogar andere Mannschaften aus Afrika ihre Heimspiele dort bestreiten, weil sie selbst nicht mehr zu Hause spielen können, da die Strukturen das nicht erlauben.

Wettbasis: Wenn ich kurz dazwischengehen kann: Du bist Nationaltrainer von Benin, hast vorher Nigeria trainiert. Also ich meine, Afrika ist schon ein Gebiet, das du absolut als Insider kennst.

Gernot Rohr: Wenn du zum Beispiel Nigeria und Marokko vergleichst: Nigeria war wieder nicht dabei bei der WM, obwohl auch dieses Land tolle Spieler hat. Die waren zum letzten Mal 2018 dabei mit ganz jungen Spielern, mit der jüngsten Mannschaft der Welt übrigens. Und leider hat es da keine Strukturen.

Marokko hat alles: Die haben die Rasenflächen, die kleinen Terrains, die in den Städten und Vorstädten überall zu finden sind. Da kickt jeder. Am Strand kickt jeder, da ist immer was los. Und wir müssen tatsächlich ab und zu nach Marokko fliegen, um dort unsere Spiele zu bestreiten. Das tun mehrere Länder in Afrika. Ob Casablanca, Rabat, Tanger oder Marrakesch – du hast überall wunderbare Stadien. Da gab es auch den letzten Africa Cup. Und übrigens weiß man immer noch nicht hundertprozentig, wer denn gewonnen hat… (lacht)

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Wettbasis: Wenn du uns das nicht erklären kannst, wer dann?

Gernot Rohr: Es war unglaublich. Leider gibt es noch Probleme mit den Schiedsrichtern und mit dem VAR. Also es ist auch nicht immer 100-prozentig, das sind Dinge, die noch nicht richtig funktionieren in Afrika. Aber die Spieler haben sie.

Sehr viele Spieler sind auch in Europa ausgebildet worden. Es gibt die binationalen Spieler, die zum Beispiel in Paris geboren sind und dann wählen dürfen zwischen Frankreich und Marokko, Frankreich und Tunesien oder Frankreich und Algerien. Dann kommen die oft nach Marokko und spielen für sie. Es gibt aber auch einige Spieler, die im eigenen Land ausgebildet wurden. Man hat ja gesehen, die U20 ist Weltmeister geworden, und der Trainer, der sie zur Weltmeisterschaft geführt hat, ist jetzt der Trainer der A-Nationalmannschaft. Also da hofft man natürlich, dass man es so weit schaffen kann wie beim letzten Mal – sprich ein Halbfinale bei der WM oder sogar noch mehr.

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Gernot Rohr lobt Afrikas Entwicklung: „Der Tag wird kommen, an dem ein afrikanisches Land mal Weltmeister werden kann“

 
Wettbasis: Der afrikanische Fußball hat neun von 32 Teilnehmern im Sechezehntelfinale gestellt. Das zeigt einfach, wie großartig gerade dieser Kontinent kicken kann. Eigentlich müsste man jetzt sagen: Macht doch mal die Türen auf, auch hier in Deutschland oder in Italien, und schaut euch an, was man vom afrikanischen Fußball lernen kann.

Gernot Rohr: Ah ja, so weit sind wir noch nicht. Wir sind noch so weit, dass wir uns immer noch fragen müssen: Was kann man von Europa lernen? Da sollten wir schon ein bisschen bescheiden bleiben. Gut, es sind neun afrikanische Länder weitergekommen, das stimmt. Nur ein Land, und das hatte ganz spezifische interne Probleme, ist nicht weitergekommen – das war Tunesien.

Aber alle anderen neun, ja. Vorher waren es nur fünf Teams, die Afrika vertreten durften. Jetzt sind es neun oder zehn, dadurch, dass Kongo noch über die Playoffs reingekommen ist. Da ist natürlich die Möglichkeit größer, dass man mehr Teams reinbringt. Sie haben gut gearbeitet, sie haben auch immer weniger organisatorische Probleme. Man hat zum Beispiel nicht davon gehört, dass Spieler nicht bezahlt wurden oder dass es Probleme wegen Prämien gab oder gestreikt wurde. Das gab es früher immer, diese Zwischenfälle. Das gab es diesmal nicht.

Man bereitet sich besser vor und man hat einfach auch immer mehr die Möglichkeit, binationale Spieler zu bekommen, die im Ausland ausgebildet wurden und sich dann dafür entschieden haben, für das afrikanische Land zu spielen, aus dem die Mutter oder der Vater kommt. Das sind natürlich Vorteile. Auch innerhalb Afrikas werden die Strukturen langsam überall verbessert, es gibt mehr finanzielle Mittel. Zum Beispiel wurden beim letzten Afrika Cup die Einnahmen verzehnfacht. Das heißt, jeder Verband hat mehr finanzielle Mittel, um seine Mannschaften vorzubereiten. Das gehört auch dazu. Und gute Trainer! Ich muss sagen, es gibt sehr gute Trainer – nicht nur in Marokko, sondern auch im Kongo. Sébastien Desabre ist ein sehr guter, erfahrener Trainer. Sie haben wirklich in jedem Sektor aufgeholt. Und ich denke, der Tag wird kommen, an dem ein afrikanisches Land mal Weltmeister werden kann.

Video: Erträumt war der WM-Titel, am Ende bleibt das WM-Aus im Sechzehntelfinale gegen Paraguay. Die dritte Weltmeisterschaft in Folge, die die DFB-Elf mit hängenden Köpfen frühzeitig verlässt. Wo liegen die Gründe und welche Konsequenzen müssen jetzt gezogen werden? Wer hat versagt? Kann ein neuer Trainer, etwa Jürgen Klopp, die Deutsche Mannschaft wiederbeleben?

Wettbasis: Dieses Jahr am 19. Juli wäre ja ein guter Termin.

Gernot Rohr: Warum nicht? Dann wäre Marokko natürlich am nähesten dran. Wir waren ein bisschen enttäuscht vom Senegal. Gut, die haben sich dann im dritten Spiel gesteigert. In der ersten Halbzeit gegen Frankreich – da war ich ja in New York und habe das Spiel mitbekommen – war Senegal in der ersten Halbzeit besser als Frankreich. Die Franzosen starten immer relativ langsam, wurden dann aber immer besser, und in der zweiten Halbzeit war Frankreich klar überlegen. Aber Senegal hat Potenzial, die können auch sehr weit kommen.

Gernot Rohr über Afrikas Verbindungen nach Europa: „Dank Afrika ist Frankreich so weit gekommen“

 
Wettbasis: Gernot, du lebst seit Jahrzehnten praktisch zwischen Afrika und deiner Wahlheimat Bordeaux. Sag uns doch: Wie eng sind die Verbindungen zwischen dem afrikanischen Fußball und Frankreich? Wie sieht da aktuell die Analyse in Frankreich aus?

Gernot Rohr: Die Verbindungen sind natürlich sehr eng. Schon seit Jahrzehnten hat man hier Spieler, die aus Afrika kommen. Durch den kolonialen Hintergrund Frankreichs in Afrika gibt es natürlich sehr viele dunkelhäutige Spieler, die in Frankreich tätig sind. Wenn du dir heute die französische Nationalmannschaft anschaust, wenn die aufläuft, hast du, glaube ich, aktuell acht oder neun von elf Spielern, die afrikanische Wurzeln haben.

Deswegen hat Frankreich natürlich den Vorteil, davon zu profitieren. Diese Spieler sind einfach explosiver und physisch manchmal stärker. Wenn sie entsprechend ausgebildet werden, haben sie die Möglichkeit, Frankreich zu helfen, und das sieht man aktuell. Das ist eine tolle Mischung. Wenn man Mbappé, Dembélé, Olise und die anderen sieht, muss man sagen: Dank Afrika ist Frankreich so weit gekommen.

Wettbasis: Dann musst du noch sagen, wie das Spiel Marokko gegen Kanada ausgeht.

Gernot Rohr: Ich sage 2:1, aber nach Verlängerung.

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Alexander Karper

Alexander Karper

Alter: 42 Nationalität: Österreich Lieblings-Wettanbieter: Betano, Bet365

Ohne Sport geht es nicht, das habe ich früh in meinem Leben festgestellt. Schon in jungen Jahren probierte ich nahezu jede Sportart aus – ganz nach dem Motto: Probieren geht über Studieren - wie auch bei Sportwetten.   Mehr lesen