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Champions League

LFC-Legende John Barnes über Liverpool Krise: „Das hat nichts mit Klopp zu tun!“

Englische Fußballlegende äußert sich zu aktuellen Themen rund um Ex-Klub

Steffen Peters   14. März 2021
Liverpool Krise trifft Trainer Jürgen Klopp
Auch Jürgen Klopp steht bei Liverpool-Fans immer mehr in der Kritik. Zurecht? (© imago images / PA Images)

Die Liverpool Krise beschäftigt die vielen Fans des Traditionsklubs rund um die Welt. So auch die Klub-Legende und Ex-Nationalspieler John Barnes.

Im exklusiven Interview äußerte sich der 57-jährige vor dem Achtelfinal-Rückspiel in der Champions League gegen RB Leipzig zu allen aktuellen Problemfeldern des Klubs.

Nach sechs Heimniederlagen in Folge in der Premier League – Negativrekord für den Liverpool FC – sieht John Barnes auch Trainer Jürgen Klopp vor immer mehr unangenehmen Fragen.

Was der 79-malige englische Nationalspieler noch über die Liverpool Krise denkt und welche Transferziele er im Sommer befürwortet, erfährst du hier.

 

Aktuelle Champions League Tipps

 

John Barnes im Interview zur Liverpool Krise…

…über die Rolle von Jürgen Klopp:

„Jürgen Klopp sollte sich darauf einstellen, in dieser schwierigen Phase mit unbequemen Fragen konfrontiert zu werden, auch wenn er in den letzten zwei Saisons erfolgreich war. Die Leute denken, dass es einen Grund dafür gibt, warum die Dinge aktuell so geschehen, z.B. die verflixte zweite Saison nach Liverpools Ligatitel.

„Das ist allerdings nicht der Fall. Liverpool muss ohne vier Spieler auskommen, davon zwei Innenverteidiger (mittlerweile 4, d. Red.), sodass die einflussreichsten Mittelfeldspieler in der Abwehr spielen müssen. Dementsprechend sind andere Spielertypen im Mittelfeld aktiv, was wiederum die offensiven Vier und die Außenverteidiger beeinflusst.

„Deshalb liegt die Liverpool Krise vor allem daran, dass dem Klub viel Personal fehlt. Das verändert die Spielweise mit hohem Pressing und Flüssigkeit des Passspiels komplett, und hat einen wirklich negativen Einfluss auf das Team.“


„Was aktuell geschieht, hat nichts mit dem Trainer zu tun.“


 
…über den Unterschied zum souveränen Tabellenführer Manchester City:

„Manchester City hat ausreichend Spieler im Kader, dass sie nach wie vor gut spielen können, wenn drei oder vier Spieler gleichzeitig verletzt sind, wie es ihnen diese Saison bereits gelungen ist. Und sie haben viele Spieler, die zum Spielstil von City passen. Wenn dann neue Spieler ins Team kommen, passt es perfekt.

„Dagegen musste Liverpool einige Verletzungen hinnehmen und die Ersatzspieler sind nicht das gleiche Personal, was negativen Einfluss auf das Team hat. Was aktuell geschieht, hat nichts mit dem Trainer zu tun. Liverpool mag diese Saison vielleicht nicht die Premier League gewinnen, aber Jürgen Klopps Job als Trainer ist nicht in Gefahr.“

 
John Barnes im Interview über die Liverpool Krise Bild: John Barnes in seiner aktiven Profizeit im Trikot der englischen Nationalmannschaft bei der EM 1988. (© imago images / WEREK)

 

Liverpools Schwächephase vor allem mit Spielstil zu begründen

John Barnes über die Bewertung der Saison 2020/21:

„Es ist schwierig festzulegen, was bei Liverpool in dieser Saison als Scheitern angesehen wird und was nicht. Wenn ich mir das aktuelle Team mit dessen Qualität und Leistungsvermögen ansehe, dann ist es kein Scheitern, falls sie am Ende Vierter werden und keinen Titel gewinnen.

„Wäre die Mannschaft hingegen vollzählig, würde keinen Titel holen und Vierter werden, wäre das ein Scheitern. Ich bewerte dieses Team nicht basierend auf seinem letztlichen Tabellenplatz, weil es im Saisonverlauf durch Verletzungen dezimiert wurde und dies zu einer schlechten Verfassung führte.

 


„Salah, Mane und Firmino sind kein Lewandowski vor dem Tor.“


 
„Ich habe immer gesagt, dass Liverpools Dreiersturm vom Rest des Teams abhängt, um seine Tore zu schießen. Wenn man sich Mohamed Salah, Sadio Mane und Roberto Firmino anschaut, sind es einfach kein Harry Kane oder Robert Lewandowski vor dem Tor. Sie benötigen viele Chancen für ein Tor, weil sie keine typische Nummer 9 sind.

„Aber sie erzielen viele Tore dank der Liverpooler Spielweise, die sehr offensiv ist und viele Chancen kreiert. Liverpool hat einen so spezifischen Spielstil, dass man leider nicht viel machen kann, wenn einige Spieler ausfallen und diese nicht ersetzt werden können.“

 

Steckbrief zu John Barnes:

Wer ist John Barnes?

  • Geboren in Jamaika, englische Staatsbürgerschaft
  • Aktive Karriere von 1981 bis 1999
  • Vor allem im linken Mittelfeld aktiv
  • Spielte für Watford, Liverpool, Newcastle United & Charlton Athletic
  • 201 Premier-League-Spiele, 28 Tore
  • 79-maliger englischer Nationalspieler, 10 Tore
  • Im Anschluss Sportlicher Leiter bei Celtic Glasgow & Scout in Sunderland
  • Trainer von Jamaika (ungeschlagen!), Tranmere Rovers & Haldia Heroes (Indien)

 

Innenverteidiger Hauptgrund für die Liverpool Krise

John Barnes über die Verletzungssorgen in der Innenverteidigung:

„Unter dem Strich ist es die Situation in der Innenverteidigung, die am meisten beeinflusst, wie wir spielen und warum Liverpool so unbeständig ist. Und das wird sich in der nahen Zukunft nicht ändern.

„Ich bin mir sicher, dass Ben Davies (im Winter für 1,85 Millionen Euro von Preston North End verpflichtet, d. Red.) ein guter Spieler ist, doch er kam nicht als Ersatz für Virgil van Dijk für 70 Millionen von einem anderen Klub. Er ist gut genug, um ins Team zu rutschen, aber muss sich erst noch an die Spielweise gewöhnen.“

Der Ex-Nationalspieler über daraus folgende Transferziele:

„Raphael Varane von Real Madrid wäre ein fantastischer Transfer für Liverpool. Er ist schnell, ein guter Abwehrspieler und großartig am Ball. Deshalb würde er perfekt zur Liverpooler Spielweise passen. Varane würde jedes Team in der Premier League verstärken, doch falls er Real Madrid verlassen sollte, wären viele Teams daran interessiert, ihn zu verpflichten.“

„Mbappe und Haaland sind die Antwort auf Liverpools Krise, doch sie wären ebenfalls für Real Madrid, Bayern München und jedes andere Topteam Europas geeignet.


„Varane wäre ein fantastischer Transfer für Liverpool.“


Offensivspieler sind nicht die Hauptpriorität für Liverpool, da sie bereits Mane, Salah und Firmino im Kader haben, die fantastische Spieler sind. Zudem ist der Klub unter den besten Angriffen der Liga zu finden.

Liverpool ist viel besser als in der Vergangenheit aufgestellt, wenn es darum geht, große Spieler zu verpflichten. Als Salah und Mane nach Liverpool kamen, waren Real Madrid, Barcelona und die großen Teams nicht an ihnen interessiert.

„Der Klub hätte zu diesem Zeitpunkt nicht die absoluten Superstars verpflichten können. Jetzt sind sie hingegen Meister, machen es gut in der Champions League, und Jürgen Klopps Arbeit hat ihr Profil geschärft. Deshalb ist es nur eine Frage, ob Liverpool finanziell mit Teams wie PSG und Manchester City mithalten kann.“

 
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Timo Werner und Thiago im Zentrum der Diskussionen – Barnes über…

…einen möglichen Transfer von Timo Werner zu Liverpool im Sommer 2020:

„Wenn Werner zu Liverpool gekommen wäre, würde er nicht besser spielen. Er ist ein gefährlicher Spieler und kann Tore erzielen, wenn er Selbstbewusstsein hat. Doch er würde nicht statt Mane, Salah oder Firmino spielen, sodass Liverpool keinen Fehler begangen hat, ihn nicht zu verpflichten.

„Aktuell spielt Werner nicht mir allzu viel Selbstvertrauen und erzielt kaum Tore. Allerdings wird ihm von Chelsea auch nicht besonders geholfen, da Tuchel sich auf die Defensive konzentriert.“

…die bisherigen Leistungen von Neuzugang Thiago:

„Liverpool muss sich an Thiago gewöhnen und andersherum. Thiago hat Liverpool Qualität hinzugefügt, doch mit ihm auf dem Feld geht einiges an Power im Mittelfeld verloren. Das bedeutet, dass es schwieriger ist, andere Teams zu pressen.

„Er kam zu einem Zeitpunkt, in dem Liverpool angesichts der Verletzungen nicht gut spielt, sodass es unglücklich für ihn ist, den hohen Erwartungen ausgesetzt zu sein.“
 


„Spieler, die Liverpool beim Verpassen der Top 4 verlassen wollen? Klopp verpflichtet diese Art Charakter nicht.“


 

Liverpool Krise ohne Ende? Barnes über…

…die Frage, was beim Verpassen der Top 4 geschieht:

„Ich glaube nicht, dass Liverpool die Spieler hat, die den Klub verlassen würden, nur weil sie nicht in den Top 4 gelandet sind.

Falls Liverpool die Top 4 erreicht, könnten einige Spieler nach einer neuen Herausforderung suchen. Doch ich denke nicht, dass ein Liverpool-Spieler weg wollte, nur weil es nicht für die Champions League gereicht hat.

„Jürgen Klopp verpflichtet diese Art Charakter nicht. Er will Spieler, die für den Klub spielen, egal ob sie in den Top 4 vertreten sind. Im modernen Fußball kommen und gehen die Spieler, sodass einige Liverpool verlassen könnten, doch das hängt nicht von der Ligaplatzierung ab.“

 

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