Dietmar Hopp Portrait: Milliardär und Hoffenheim-Investor

Hopp und Hoffenheim: Ein Milliardär als Leucht- und Hassfigur

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Dietmar Hopp (Hoffenheim)
Dietmar Hopp (Hoffenheim) © imago im

Dietmar Hopp gehört als Mitbegründer des Software-Konzerns SAP zweifellos zu den wirtschaftlich erfolgreichsten Unternehmern in Deutschland. Sein Vermögen wird vom Wirtschaftsmagazin „Forbes“ auf fast 14 Milliarden Euro geschätzt (1).

Doch wer ist der Mann, der zu den reichsten Deutschen gehört, mit diesem Reichtum im Rahmen der Dietmar Hopp Stiftung unzählige soziale Projekte unterstützt und mit seinen Investitionen Start-ups mit Millionenbeträgen unter die Arme greift?

In Fußballkreisen erlangte der Multi-Millionär vielmehr durch sein finanzielles Engagement bei TSG 1899 Hoffenheim Berühmtheit. Dieser Artikel beantwortet unter anderem Fragen wie „Wer ist Dietmar Hopp?“, „Wieviel Geld hat Dietmar Hopp Hoffenheim zur Verfügung gestellt?“ oder „Warum wird Dietmar Hopp so beschimpft?“. Kurzum: Die Wettbasis zeichnet ein umfassendes Dietmar Hopp Portrait.

Denn trotz aller unbestrittenen Meriten in vielen Bereichen, wird das Auftreten Hopps als Geldgeber der TSG 1899 Hoffenheim auch überaus kritisch gesehen. Für traditionsbewusste Fußball-Fans ist der Mäzen ein rotes Tuch, das immer wieder schweren Beleidigungen ausgesetzt ist. Zuletzt eskalierte die Lage im März 2020.

Infografik Dietmar Hopp 2020

Dietmar Hopp Portrait – Lebenslauf mit Erfolgen und Schattenseiten

Dietmar Hopp wurde am 26. April 1940 in Heidelberg geboren und wuchs als jüngstes von drei Kindern (Bruder Rüdiger und Schwester Karola) in Heidenheim auf. Sein Vater Emil Hopp war Lehrer, der in der Nazizeit als SA-Truppführer diente. Im Buch „Aus Hoffenheim deportiert. Menachem und Fred – Der Weg zweier jüdischer Brüder“ von Frederick Raymes und Menachem Mayer wurde die Vergangenheit des Vaters thematisiert (2).

Dieser trommelte auf Befehl ein paar SA-Leute zusammen, die am Morgen nach der Reichspogromnacht am 10. November 1938 die Hoffenheimer Synagoge endgültig zerstörten (3). Bereits 1935 war der Vater mit zwei Kameraden in die Synagoge eingebrochen und hatte sich eine Prügelei mit dem Vater der beiden Autoren geliefert.

 

Dietmar Hopp & Hoffenheim: Key Facts

  • Geboren am 26.04.1940
  • 1972: Gründung des Softwareunternehmens Systemanalyse und Programmentwicklung
  • 1988: Börsengang der „SAP GmbH Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung“
  • 1989: Beginn der Unterstützung der TSG 1899 Hoffenheim
  • 2008: Aufstieg Hoffenheims in die Bundesliga
  • 2015: Hopp übernimmt 96% der Hoffenheim-Anteile
  • 2017: Erste CL-Teilnahme

 

Als die Hopp-Familie von diesem Buch erfuhr, wollte sie die deutsche Übersetzung finanzieren. Zunächst gab es aber eine Anfrage an die Autoren, den Namen Hopp aus der deutschen Version des Buches herauszuhalten. Die Ablehnung dieses Ansuchens wurde von den Hopps akzeptiert, die deutsche Übersetzung trotzdem finanziert.

Zur Vorstellung der deutsche Version luden die Hopps die beiden Familien der Autoren nach Deutschland ein. Im Zuge dessen wurde auch ein Dokumentarfilm gedreht, der 2009 unter dem Titel „Menachem und Fred“ in die Kinos gekommen ist. Zwischen den Familien wuchs eine Freundschaft mit wechselseitigen Einladungen.

 

Als Software-Entwickler zum mehrfachen Milliardär

Dietmar Hopp besuchte das Gymnasium und begann ein Studium der Nachrichtentechnik an der Technischen Hochschule in Karlsruhe. Nachdem Hopp dieses mit 26 erfolgreich als Diplom-Ingenieur abgeschlossen hatte, nahm er eine Anstellung bei IBM als Software-Entwickler in Stuttgart an. Von 1968 bis 1972 war er als Systemberater beim IBM-Standort in Mannheim tätig.

Gemeinsam mit vier Arbeitskollegen gründete Hopp 1972 das Software-Unternehmen „Systemanalyse und Programmentwicklung“, das sich mittlerweile zu einem der erfolgreichsten deutschen Unternehmen entwickelt hat. Nach seinem Ausscheiden aus dem Aufsichtsrat der Firma 2003 betätigt sich Hopp bis heute vorwiegend als Investor und besitzt Anteile an mehreren Unternehmen in den unterschiedlichsten Branchen.

Große Bekanntheit erlangte der Multi-Milliardär als Mäzen aber insbesondere im Sport. Als Hauptgeldgeber seines Heimatvereins TSG 1899 Hoffenheim hat der Unternehmer den Aufstieg des „Dorfklubs“ von der Kreisliga A bis in die Bundesliga ermöglicht.

Gerade dieses finanzielle Engagement ist traditionsbewussten Fans ein Dorn im Auge, die eine Umgehung bzw. ein Brechen der „50 +1-Regel“ sehen. Darauf wollen wir später in einem gesonderten Punkt eingehen. Hopp unterstützt nicht nur die TSG Hoffenheim, sondern unter anderem auch die Eishockeymannschaft der Adler Mannheim und den Handball-Klub Rhein Neckar Löwen.

Dietmar Hopp ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Walldorf, 20 Kilometer von Hoffenheim entfernt.

 

Hopp und SAP: Ein milliardenschwerer Erfolg

 

Dietmar Hopp gehört zu den reichsten Männern Deutschlands. Wie bereits weiter oben erwähnt, schätzt das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ das Vermögen den gebürtigen Heidelbergers auf fast 14 Milliarden Euro.

Die Grundsteinlegung zu diesem enormen Reichtum erfolgte 1972, als Hopp zusammen mit seinen vier IBM-Kollegen Hasso Plattner, Claus Wellenreuther, Hans-Werner Hector und Klaus Tschira das Softwareunternehmen Systemanalyse und Programmentwicklung gründete.

Kern-Idee des „Start-ups“ war, die bei Großunternehmen eingesetzten Computerprogramme zu vereinheitlichen und zu standardisieren. Davor wurden diese Programme für jede einzelne Firma extra programmiert. Das Geschäftsmodell erwies sich von Beginn an als erfolgreich: Dank eines Großauftrages der Deutschland-Niederlassung des riesigen Chemiekonzerns ICI (Imperial Chemical Industries) schrieb die kleine Firma bereits in ihrem ersten Geschäftsjahr Gewinne.

1977 wurde die „SAP GmbH Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung“ gegründet. Das Unternehmen wuchs und wuchs und wurde 1988 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Im November desselben Jahres ging das Unternehmen an die Börse. 1992 gelang mit der Entwicklung des Software-Pakets „R/3“ der ganz große Wurf und SAP mauserte sich zum Weltmarktführer für standarisierte Unternehmenssoftware.

Umsatz von SAP weltweit bis 2019

Umsatz von SAP weltweit bis 2019

Hopp wurde 1988 zum Vorstandsvorsitzen gewählt und übte diese Funktion zehn Jahre lang bis 1998 aus. Danach wechselte Hopp für fünf Jahre als Vorsitzender in den Aufsichtsrat. Im Mai 2005 legte Hopp dann auch seine einfache Mitgliedschaft im Aufsichtsrat nieder.

Nach seinem Rückzug aus dem Tagesgeschäft der SAP verstärkte Hopp seine Investitionstätigkeit und führte sein Mäzenatentum fort. Das von ihm mitgegründete Unternehmen spielt auch heute noch eine extrem große Rolle und konnte seine Marktführerschaft verteidigen.

Laut integriertem Bericht der SAP 2019 (4) betrug das Betriebsergebnis vor Steuern 8,2 Milliarden Euro, was einer Steigerung von 15 Prozent entspricht. Über 100.000 Mitarbeiter sorgten 2019 für einem Umsatzerlös von nahezu 28 Milliarden Euro. Das Firmenhauptquartier befindet sich weiterhin am Gründungsort Walldorf, wo Hopp auch wohnt.

 

Zwei Gesichter des Dietmar Hopp:

Dietmar Hopp wird bei SAP immer noch von vielen „Vadder Hopp“ genannt. „Ein Vater kann fürsorglich sein, engagiert, einfühlsam, aber eben auch streng, autoritär, dominant, herrisch.“ (5) Diese zwei Seiten kamen auch immer wieder bei Hopp zum Vorschein.

Obwohl sich der Firmenmitbegründer stets um das Wohlergehen seiner Mitarbeiter sorgte, war er im Jahre 2006 zum Beispiel strikt gegen die Gründung eines Betriebsrates bei SAP. Dabei hatte sich Hopp im Jahr davor im Alter von 65 Jahren offiziell aus dem operativen Geschäft der SAP verabschiedet. Als Inhaber eines großen Aktienanteils von knapp über 5 Prozent (5) und Mitbegründer hat die Meinung Hopps aber naturgemäß weiterhin Gewicht.

 

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Die Dietmar Hopp Stiftung – Wirken als Mäzen

 

Dietmar Hopp zeichnet eine tiefe Verbundenheit mit seiner Heimatregion aus. In Heidelberg geboren, in Hoffenheim ausgewachsen und in Walldorf wohnend bewegt sich der Multi-Milliardär vorwiegend im Rhein-Neckar Gebiet. Das wird auch bei der Dietmar Hopp Stiftung, die 1995 gegründet wurde, deutlich.

„Der Schwerpunkt der Aktivitäten liegt in der Metropolregion Rhein-Neckar, mit der sich Dietmar Hopp sehr verbunden fühlt: „Hier bin ich geboren und aufgewachsen und hier liegt die Wiege meines Erfolgs. Deshalb gebe ich jetzt gerne etwas an die Region zurück.“ (7)

Das Stiftungsvermögen besteht aus SAP-Aktien aus dem Privatbesitz Hopps. Bis zum Dezember 2019 hat die Stiftung knapp 800 Millionen Euro ausgeschüttet. Es werden Projekte aus den Bereichen Medizin, Sport, Soziales und Bildung gefördert. 2014 gründete Hopp die „Klimastiftung für Bürger“ und machte 47 Millionen Euro für die „Klima Arena“ in unmittelbarerer Nähe des TSG-Stadions locker.

Hopp ist seit Jahrzehnten als klassischer Investor unterwegs und hat zahlreiche Firmenbeteiligungen, darunter insbesondere an Biotechunternehmen. Über die dievini Hopp BioTech holding ist der Multi-Milliardär an zahlreichen Biotech-Firmen beteiligt.

 

Coronakrise Hopp vs. Trump:

 

Eine der Hopp’schen Beteiligungen rückte im Verlauf der Corona-Krise 2020 Anfang März in den Fokus der Öffentlichkeit. Das Unternehmen CureVac in Tübingen forscht an einem Impfstoff gegen das Corona-Virus und war laut einigen Medienberichten ein Objekt der Begierde von US-Präsident Donald Trump, der sich angeblich einen allfälligen Impfstoff exklusiv für die USA sichern wollte.

CureVac-Mehrheitseigner Hopp stellte bei Sport1 aber schnell klar: „Es kann gar nicht sein, dass eine deutsche Firma den Impfstoff entwickelt und dieser in den USA exklusiv genutzt wird.“ (8)

Die größte Bekanntheit erlangte Hopp aber weder als Mitgründer eines der erfolgreichsten deutschen Unternehmen noch als Stifter bzw. Investor in Firmen. Vielmehr sorgt sein Mäzenatentum bei TSG 1899 Hoffenheim für Aufsehen, aber noch viel mehr für Kontroversen.

 

 

Leucht- und Hassfigur: Dietmar Hopp und Hoffenheim

Dietmar Hopp hat nicht nur in der Wirtschaftswelt Erfolg, sondern auch im Fußball. Seit 1989 engagiert sich der SAP-Mitgründer und Multi-Milliardär bei der TSG 1899 Hoffenheim und soll bis 2020 über 350 Millionen Euro in den Klub gepumpt haben.

Hopp spielte als Jugendlicher selbst als Stürmer beim Verein seines Heimatortes, für eine Profi-Karriere hat es aber nicht gereicht. Damit dürfte der gebürtige Heidelberger angesichts eines geschätzten Vermögens von fast 14 Milliarden Euro allerdings recht gut leben können.

Nur einem Jahr nach dem Börsegang des von ihm mitgegründeten Software-Konzerns begannen die finanziellen Zuwendungen Hopps an seinen Heimatverein, der gerade mit dem Abstieg in die Kreisliga A einen Tiefpunkt erlebte.

Der Erfolg sollte sich schnell einstellen: 1991 stieg die TSG in die Bezirksliga auf und prompt gelang der Durchmarsch in die Landesliga. In den nächsten fünf Jahren schafften die Hoffenheimer 1996 den nächsten Schritt, den Aufstieg in die Verbandsliga. Nach einem Jahr Eingewöhnungszeit begann 1899 bald auch in der neuen Spielklasse um den Aufstieg mitzukämpfen.

Nach den Plätzen drei und zwei schaffte Hoffenheim unter Neu-Coach Alfred Schön den Sprung in die Oberliga, der vierten Leistungsstufe der deutschen Fußballlandschaft. Mit Hansi Flick, der es zwei Jahrzehnte später zum Trainer des FC Bayern schaffen sollte, wurde der sofortige Aufstieg in die Regionalliga realisiert.

 

Hoffenheims Meilensteine seit 1989:

Saison Liga Platzierung
1990/91 Kreisliga A 1. (Aufstieg)
1991/92 Bezirksliga 1. (Aufstieg)
1995/96 Landesliga 1. (Aufstieg)
1999/00 Verbandsliga 1. (Aufstieg)
2000/01 Oberliga 1. (Aufstieg)
2006/07 Regionalliga 2. (Aufstieg)
2007/08 2. Bundesliga 2. (Aufstieg)
2008/09 Bundesliga 7.
2016/17 Bundesliga 4. (Premiere im Europapokal, Aus in der EL Gruppenphase, davor am FC Liverpool in der CL-Quali gescheitert)
2017/18 Bundesliga 3. (direkte Quali zur CL, aus in der Gruppenphase als Letzter)

 

Dort etablierte sich der Verein in den nächsten Jahren, ehe zur Spielzeit 2004/2005 vollends Profi-Bedingungen eingeführt wurden, um den Aufstieg in Angriff zu nehmen. Das Ziel 2. Bundesliga wurde aber zunächst klar verfehlt.

2005 brachte dennoch einen großen Umbruch: Die Fußballabteilung wurde in die TSG Hoffenheim Fußball-Spielbetriebs GmbH ausgelagert. Gleichzeitig wollte Hopp die „Fußball-Kräfte“ der Rhein-Neckar-Region bündeln und die Vereine TSG Hoffenheim, FC-Astoria Walldorf und SV Sandhausen zu einem FC Heidelberg 06 fusionieren.

Das Projekt scheiterte am Widerstand der Klubs aus Walldorf und Sandhausen sowie der Standortfrage eines neuen Stadions in Heidelberg. Daraufhin beschloss Hopp den Bau der neuen Spielstätte in der Stadt Sinsheim, zu der der Ort Hoffenheim seit 1972 gehört.

Sportlich verlief die Saison 2005/06 ebenfalls nicht nach den Wünschen des Milliardärs. Als der angestrebte Aufstieg in immer weitere Ferne rückte, musste Flick im November 2005 gehen. Nachfolger Lorenz-Günther Köstner gelang keine Trendwende und während die TSG in der Drittklassigkeit blieb, trat der Trainer zurück und verließ den Klub.

 

Mit Rangnick in die Bundesliga

Vor dem Start zur Spielzeit 2006/07 nahm Hopp noch einmal enorm viel Geld in die Hand, die TSG krempelte die sportliche Leitung um. Mit Ralf Rangnick als Trainer und Jan Schindelmeiser als Manager und bundesliga-erprobten Spielern sollte der Klub den Sprung in die 2. Bundesliga schaffen. Als Tabellenzweiter gelang Hoffenheim der direkte Aufstieg und firmierte mit der Premieren-Saison unter 1899 Hoffenheim. Laut Vereinsangaben klänge das moderner als „Turn- und Sportgemeinschaft“.

Die Klub-Führung betonte, dass dies keine Umbenennung sei, sondern lediglich ein neuer Sprachgebrauch. Diese Sichtweise konnte aber nicht verhindern, dass es zu heftigen Fan-Protesten kam. Wohl wollte der Klub auch sein Gründungsdatum betonen, um den Vorwürfen, ein „künstliches Projekt“ bzw. ein „Retortenverein“ zu sein, ein Gegenargument zu liefern. Der Verein gehört nach offiziellem Gründungsdatum auch tatsächlich zu den ältesten Vereinen der Bundesliga.

Die TSG 1899 Hoffenheim wurde am 1. Juli 1899, allerdings als TV Hoffenheim noch ohne Fußball-Abteilung, gegründet. 1920 wurde der FV Hoffenheim gegründet, der sich dem Fußball widmete. Nachdem eine Fusion lange gescheitert war, kam es im Mai 1945 nach Zusammenschluss zum Nachfolgeverein Turn- und Sportgemeinschaft 1899 Hoffenheim.

Transferbilanz der TSG Hoffenheim bis 2019/2020

Transferbilanz der TSG Hoffenheim bis 2019/2020

Rangnick führte den Verein nach einem Jahr im Unterhaus schnurstracks in die deutsche Bundesliga. Innerhalb von nur acht Jahren schaffte Hoffenheim damit den Sprung von der 5. Liga in die Beletage des deutschen Fußballs. Die Premierensaison verlief für den Klub, der im Jahr davor noch in der Drittklassigkeit war, fulminant: Hoffenheim sicherte sich sogar den Herbstmeistertitel 2008, am Ende gab es den siebten Schlussrang.

Allerdings hatte der Verein auch Durststrecken zu bewältigen, denn 2013 und 2016 wäre 1899 fast abgestiegen. Nach dem Jahreswechsel 2010/2011 kam es zu Streitigkeiten über die Transferpolitik des Klubs zwischen Rangnick und Investor Hopp. Der Erfolgscoach musste gehen und damit ging für einige Jahre die Konstanz auf der Trainerbank verloren.

 

Jahrelang dreht sich das Trainerkarussel

Mit Marco Pezzaiuoli, Holger Stanislawski, Markus Babbel, Frank Kramer und Marco Kurz nahmen zwischen 2011 und 2013 gleich fünf Fußballlehrer auf der Hoffenheimer Trainerbank Platz. Und das ohne allzu großen Erfolg, die TSG stand am Saisonende jeweils auf Rang elf.

Markus Gisdol ersetzte zum Saisonfinish im April 2013 Kurz und schaffte im allerletzten Moment den Klassenerhalt. Mit einem 2:1-Auswärtssieg ausgerechnet bei Borussia Dortmund rettete sich Hoffenheim in die Relegation, in der Kaiserslautern bezwungen werden konnte. Unter Gisdol und mit enormen finanziellen Aufwand etablierte sich 1899 immer mehr in der Bundesliga und belegte in den beiden folgenden Jahren die Abschlussränge neun und acht.

Doch nachdem die TSG nach dem zehnten Spieltag Ende Oktober 2015 einen Abstiegsplatz belegte, musste Gisdol gehen und wurde durch Huub Stevens ersetzt. Aufgrund persönlicher Gründe verließ der Niederländer den Klub nach nicht einmal vier Monaten.

 

Nagelsmann bringt 1899 in die Champions League

Damit schlug die Stunde von Julian Nagelsmann. Der bisherige A-Junioren-Coach, der eigentlich erst ab der Spielzeit 2016/17 das Traineramt hätte übernehmen sollen, sprang sofort ein und avancierte mit gerade einmal 29 Jahren zum jüngsten Bundesliga-Cheftrainer der Geschichte.

Die Rettung gelang und in seiner ersten vollen Saison als Hoffenheim-Coach führte Nagelsmann den „Dorfklub“ zu Tabellenplatz vier und damit in die Qualifikation zur Champions League. Dort erwies sich Jürgen Klopps Liverpool FC als eine Nummer zu groß, die TSG verlor 1:2 und 2:4.

Beim ersten Antreten der Klubgeschichte in der Europa League schied Hoffenheim gegen Sporting Braga, Ludogorez Razgrad und Istanbul Basaksehir als Gruppenletzter aus. In der Spielzeit 2017/18 legten die „Nagelsmänner“ noch einen drauf und beendeten die Bundesliga auf dem dritten Tabellenplatz.

Damit war die erstmalige Teilnahme an der Gruppenphase der Champions League geschafft. Die Gegner hießen Manchester City, Olympique Lyon und Schachtar Donezk. 1899 gelang kein Sieg und mit drei Remis schied die Nagelsmann-Elf als Gruppenletzter aus.

Fast 30 Jahre, nachdem die Hopp-Millionen zu fließen angefangen haben, ist Hoffenheim im Konzert der besten Klubs Europas gelandet. Das Engagement des Multi-Milliardärs bei seinem Heimatklub war stets umstritten. Befürworter sehen in Dietmar Hopp eine „Lichtgestalt“, die ihrer Heimatregion „etwas zurückgeben“ will und mit jahrzehntelanger Unterstützung aus einem Kreisligisten einen Teilnehmer an der Champions League gemacht hat.

Andere sehen in Hopp den personifizierten Untergang des traditionellen Fußballs in Deutschland. Im Folgenden wollen wir auf die Kontroverse rund um das „Konstrukt Hoppenheim“ eingehen.

 

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Wieviel Geld hat Dietmar Hopp in Hoffenheim investiert?

Die Frage, wieviel Geld Dietmar Hopp bisher in die TSG 1899 Hoffenheim gesteckt hat, ist nicht leicht zu beantworten. Laut eigenen Angaben hat der Multi-Milliardär um die 240 Millionen Euro für den Klub, vor allem für den Bau des Stadions in Sinsheim, in die Hand genommen. Diese Zahl verriet der SAP-Mitgründer der Rhein-Neckar-Zeitung 2011 (9).

Mittlerweile dürfte dieser Betrag um einiges angewachsen sein. Es wird geschätzt, dass Hopp zwischen 350 und 400 Millionen Euro locker gemacht hat, um 1899 aus der Kreisliga in die Champions League zu bringen. Auch wenn sich das nach viel Geld anhört, der schwerstreiche Unternehmer kann es sich leisten.

Laut Forbes-Liste (Stand vom 15.04.2020, Anm.) ist Dietmar Hopp ca. 13,8 Milliarden Euro schwer und gehört damit zu den sechs reichsten Menschen in Deutschland. An der Spitze sind die Aldi-Erben Beate Heister und Karl Albrecht Junior mit 32,5 Milliarden. Trotz seines Milliarden-Vermögens ist Hopp aber nicht der reichste Deutsche, der einem Fußball-Klub unter die Arme greift. Diese Stellung hat Klaus-Michael Kühne, Mehrheitseigentümer des international tätigen Logistik- und Gütertransportunternehmens Kühne + Nagel, inne.

Kühne unterstützt regelmäßig den Hamburger SV und ist, neben des Hamburger Sport-Verein e.V. der mit Abstand größte Einzelaktionär der HSV Fußball AG. Allerdings war Hopp weitaus erfolgreicher, wenn er auch mehr als drei Mal so viel Geld in Hoffenheim gesteckt haben dürfte, als Kühne in den HSV. Der Multi-Milliardär hat fast 100 Millionen Euro in den Hamburger Klub investiert.

Während die TSG 2018 den Sprung in die Champions League schaffte, mussten die Rothosen zum ersten Mal in der Klubgeschichte aus der Bundesliga absteigen.

Die Investitionen beginnen sich bezahlt zu machen, denn musste Hopp in den vielen Jahren seines finanziellen Engagements bei 1899 zusätzliches Geld in den Klub pumpen, um ein Defizit auszugleichen, hat der Verein zuletzt ordentliche Überschüsse produziert. Das zeigt ein Blick auf das Betriebsergebnis des TSG.

Betriebsergebnis des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim bis 2019

Betriebsergebnis des Fußball-Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim bis 2019

 

Mit dem Erfolg kamen die Anfeindungen

Zunächst wurde das Projekt Hoffenheim eher positiv gesehen, denn der Verein setzte zunächst auf Nachwuchsspieler aus der Region und Hopp investierte vor allem in die Infrastruktur. Als der Verein allerdings immer größere Ambitionen in Richtung Bundesliga hegte, wurde die Kritik immer lauter. Insbesondere die Ultras der Traditionsklubs sahen im finanziellen Engagement eine Wettbewerbsverzerrung und den Untergang des Traditionsfußballs.

Bereits zu Regionalliga-Zeiten gab Hoffenheim alleine mehr für Transfers aus als die gesamte übrige Konkurrenz zusammen. 2006/07 ließ die TSG für Neuverpflichtungen fast 900.000 Euro springen, die übrigen Klubs kamen insgesamt auf nicht einmal 400.000 Euro. Auch als Aufsteiger in die 2. Bundesliga zeigte sich deutlich, dass 1899 Hoffenheim mit der Hopp’schen Finanzkraft im Rücken alles andere als ein normaler Fußball-Verein ist.

Trotz der Stellung als Liganeuling konnten dank Hopp über 18 Millionen für Neuverpflichtungen ausgegeben werden. Alleine in der Winterpause des Zweitliga-jahres schoss Hopp 16 Millionen für vier hochkarätige Neu-Verpflichtungen zu (10).

Zum Vergleich: Borussia Mönchengladbach, damals ebenfalls Zweitligist, gab für neue Spieler knapp 6 Millionen aus. Obwohl sich die Fohlen die Meisterschaft sicherten, schaffte Hoffenheim als Tabellenzweiter ebenfalls den Sprung in die Bundesliga und spätestens dann begannen die Anfeindungen gegenüber der Person Hopp.

 

Hauptvorwurf: Dietmar Hopp umgeht 50+1-Regel

Der größte Vorwurf an den Multi-Milliardär ist die Umgehung der in der Bundesliga geltenden 50+1-Regel. Mit seinen jahrelangen, millionenschweren Geldspritzen hat Hopp den Hoffenheimer Höhenflug erst ermöglicht und sich dadurch naturgemäß das Mitspracherecht gesichert. Hopp hatte stets großen Einfluss auf Personalentscheidungen im Verein und es kann getrost davon ausgegangen werden, dass bei 1899 nichts ohne seine Zustimmung passiert.

Doch was sagt die 50+1-Regel aus und was soll sie bewirken? Der „Kicker“ hat das treffend zusammengefasst: „Mit der 50+1-Regel ist von DFB und DFL festgehalten, dass nur Kapitalgesellschaften am Spielbetrieb der Lizenzligen teilnehmen können, an denen der jeweilige Verein die Mehrheit der Stimmanteile hält.“ (11) Damit soll verhindert werden, dass millionenschwere Investoren die Mehrheit bei den Klubs übernehmen, wie es beispielsweise in England oder Spanien gang und gäbe ist.

Umfrage in Deutschland zu Einstellungen gegenüber Investoren in Fußballvereinen 2018

Umfrage in Deutschland zu Einstellungen gegenüber Investoren in Fußballvereinen 2018

Diese Regel ist immer wieder Gegenstand großer Diskussionen. Unternehmen und Einzelinvestoren versuchen immer wieder, die 50+1-Regelung auszuhebeln. Bislang jedoch vergeblich, auch wenn diese Bestimmung im Laufe der Zeit durch Ausnahmeregelungen immer wieder abgeschwächt wurde.

So heißt es in §8, Absatz 3 der Ligaverbandssatzung: „Über Ausnahmen vom Erfordernis einer mehrheitlichen Beteiligung des Muttervereins nur in Fällen, in denen ein anderer Rechtsträger seit mehr als 20 Jahren den Fußballsport des Muttervereins ununterbrochen und erheblich gefördert hat, entscheidet der Vorstand des Ligaverbandes.“(12)

 

Ausnahme auch für Hopp und Hoffenheim

Diese Ausnahme fand zunächst auf Bayer Leverkusen (aus diesem Grund auch als „Lex Leverkusen“ bekannt) und den VfL Wolfsburg Anwendung. 2015 wurde diese Bestimmung auch auf Hoffenheim angewandt, wo Dietmar Hopp die Mehrheit in der Fußball-Betriebs-GmbH übernahm.

Der Milliardär hält seitdem 96 Prozent der Anteile und hat sich damit auch offiziell die Mehrheit der Stimmenanteile gesichert. Zuvor hatte Hopp lediglich 49% der Anteile gehalten. Faktisch lief ohne den SAP-Mitgründer ohnehin nichts.

„Schade, dass so eine Mannschaft einen der 36 Plätze im Profifußball wegnimmt“

Mainz-Manager Christian Heidel über Hoffenheim
Durch die Ausnahme bei der 50+1-Regel wurde Hopp endgültig zum roten Tuch der Traditionalisten. Doch eigentlich sieht sich das „Projekt Hoffenheim“ spätestens seit dem Aufstieg in die 2. Bundesliga mit Kritik konfrontiert. So sagte der damalige Mainz-Manager Christian Heidel: „Schade, dass so eine Mannschaft einen der 36 Plätze im Profifußball wegnimmt“ (13).

Daraufhin flatterte ein Fax der TSG bei den Mainzern ein, in der sich Hopp und der damalige Hoffenheim-Geschäftsführer über „Diskriminierung“ durch Heidel beschwerten und in dessen Aussage Parallelen zu Rassismus zogen. Das Schreiben ging unter anderem auch an DFB und DFL.

Dieses harsche Vorgehen und insbesondere der Vergleich der Kritik an Hopp mit Diskriminierung rief wiederum Kritiker auf den Plan, die darin eine vollkommen überzogene Reaktion der Hoffenheimer sahen.

 

Jahrelanger Konflikt Dietmar Hopp vs. Borussia Dortmund

Besonders die Fans der Dortmunder Borussia haben sich auf Hopp und Hoffenheim eingeschossen. Bereits 2008 tauchte zum ersten Mal das mittlerweile sattsam bekannte Plakat mit dem Konterfei Hopps in einem Fadenkreuz auf.

Hans-Joachim Watzke galt und gilt als einer der schärfsten Kritiker des Hopp’schen Engagements. Der BVB-Geschäftsführer warnte bereits vor Jahren vor dem „Retortenklub“ und forderte die DFL auf, Untersuchungen bezüglich der 50+1-Regel aufzunehmen.

Die – einmal vorsichtig ausgedrückt – Antipathie zwischen 1899 und Dortmund gibt es schon seit über einem Jahrzehnt und wird von beiden Seiten – auch von Hoffenheimer – gepflegt. So wurde 2011 der Gästeblock in Hoffenheim mit einem durchdringenden Signalton beschallt, sobald die BVB-Anhänger beleidigende Schmähgesänge gegen Hopp anstimmten.

Es kam zwar zu einer Untersuchung vor dem DFB-Gericht, die allerdings im Sande verlief. Ein einzelner Mitarbeiter habe die Anlage aus eigenem Antrieb installiert und wollte damit Hopp-Schmähungen unterbinden.

 

Auch Hopps Reaktionen gießen Öl ins Feuer

Im Prinzip kam aber kein Duell zwischen der TSG und dem BVB ohne Misstöne aus. Hopp wird auch vorgeworfen, allzu dünnhäutig auf Beleidigungen zu reagieren, obwohl er mehrfach betont hat, dass diese an ihm abprallen würden.

Dennoch stellte der Milliardär zahlreiche Strafanträge, damit juristisch gegen ihn beleidigende Fans vorgegangen wird. Jahrzehntelang war es ohne Folgen geblieben, wenn Anhänger Reizfiguren des jeweiligen Gegners – auch aus der allertiefsten Schublade – beschimpft haben. Doch im Februar 2019 gab es deswegen die erste Verurteilung überhaupt.

Ein Kölner Fan war bei der Verhandlung in Sinsheim zu 40 Tagessätzen zu je 20 Euro verurteilt worden. Strafen gegen weitere Anhänger des FC und des BVB folgten. Um die Übeltäter festzustellen, wurden in der Rhein-Neckar-Arena sogar Richtmikrofone zum Einsatz gebracht.

Kein Wunder also, dass Dietmar Hopp sich zu einer regelrechten „Hass-Figur“ für die Ultras-Gruppierungen entwickelt hat. Es ist natürlich das Recht jedes Einzelnen, sich gegen geschmacklose Beleidigungen zu wehren, doch in den Fußballstadien geht es in der Regel nicht nur sportlich, sondern auch verbal zur Sache.

Ein juristisches Vorgehen eines milliardenschweren Investors gegen einzelne Fans, darunter auch Jugendliche, trug eben nicht unbedingt zur Deeskalation bei. Die Schmähungen für 1899 Hoffenheim und Dietmar Hopp waren bereits am Abklingen, denn mit RB Leipzig hat ein neues „Hassobjekt“ die Bundesliga-Bühne betreten. Doch mit den Strafanträgen und den folgenden Verurteilungen wurde wieder Öl ins Feuer gegossen und im März 2020 kam es zu einer noch nie dagewesenen Eskalation.

 

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Neuerliche Eskalation im März 2020

 

Am 20. Februar 2020 setzte ein DFB-Urteil die Bewährung einer bereits im November 2018 verhängte Strafe aus. Damit muss Borussia Dortmund in den nächsten beiden Spielzeiten in Hoffenheim auf seine Fans verzichten und der TSG zudem noch Entschädigungen für entgehende Einnahmen sowie eine Geldstrafe von 50.000 Euro zahlen. Die BVB-Anhänger sahen darin den Bruch eines Versprechens des DFB, von Kollektivstrafen abzusehen.

Am 24. Spieltag der Bundesliga-Saison 2019/20 kam es zu einer koordinierten Aktion zahlreicher Ultra-Gruppen, die zu Spielunterbrüchen und einer einzigartigen Situation in Hoffenheim führte. Das Duell zwischen Dortmund und Freiburg wurde wegen beleidigender Hopp-Rufe unterbrochen und am Sonntag pfiff Schiedsrichter Bastian Dankert zwei Mal zu einer Unterbrechung, nachdem ein Banner gegen den DFB und das sattsam bekannte Hopp im Fadenkreuz-Plakat zu sehen waren.

Den größten Eklat gab es allerdings in Sinsheim, wo der FC Bayern München zu Gast war. Auf dem ersten Plakat im Bayern-Auswärtssektor stand zu lesen: „Alles beim Alten. Der DFB bricht sein Wort. Hopp bleibt ein Hurensohn.“ Auf einem weiteren Transparent wurde der Hoffenheim-Mäzen neuerlich beleidigt, die Partie wurde insgesamt zwei Mal unterbrochen.

Die verbliebenen 15 Minuten schoben sich Hoffenheim und Bayern aus Protest gegen die Aktion den Ball zu. Das Spiel war aber ohnehin schon gelaufen, denn die Münchner lagen mit 6:0 uneinholbar in Front.

Nach dem Schlusspfiff fielen die Reaktionen heftig aus. Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sprach danach vom „hässlichen Gesicht des Fußballs“. Dabei standen vorwiegend die Beleidigungen gegen Hopp im Vordergrund, obwohl sich der Protest nach Angaben der Fan-Gruppierungen vor allem gegen den DFB wegen der Rückkehr zu den Kollektivstrafen gerichtet habe.

Die Fronten scheinen verhärtet: während auf der einen Seite Fan-Gruppierungen einen Ausverkauf ihrer Lieblingssportart fürchten, wollen auf der anderen Seite Funktionäre und Investoren ihre Klubs vor allem in Hinblick auf die internationale Konkurrenz finanziell bestmöglich ausstatten.

 

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Fazit

Der Fußball ist zu einer milliardenschweren Unterhaltungsindustrie geworden, in der Traditionsklubs immer mehr mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Romantiker mögen zwar betonen, dass Geld keine Tore schießt, Tradition allein bringt aber auch keinen Erfolg.

Kein Wunder also, dass Investoren von den Fans überaus kritisch gesehen werden, wenn auch das Engagement von Dietmar Hopp bei 1899 Hoffenheim nicht voll mit der Vorgehensweise beispielsweise von Red Bull bei RB Leipzig zu vergleichen ist. Hopp spielte selbst für die TSG und unterstützt den Verein aus seiner Region seit Ende der 80er Jahre.

Unbestritten ist, dass ohne ihn Hoffenheim nicht auf der Bundesliga-Landkarte aufscheinen würde. Das ist für die Region sicherlich gut, anderswo wurde aber seit jeher der Vorwurf laut, dass sich Hopp und Hoffenheim den Erfolg lediglich gekauft hätten. Die Transparente im März 2020 waren ein weiteres Kapitel im Kulturkampf um die Zukunft des Fußball und Dietmar Hopp ist dabei in erster Linie lediglich ein Symbol.

Quellenangaben:
1. https://www.forbes.com/real-time-billionaires/#7d7ac77a3d78, abgerufen am 15. April 2020.
2. Frederick Raymes und Menachem Mayer: Aus Hoffenheim deportiert. Menachem und Fred – Der Weg zweier jüdischer Brüder.
3. Thomas Hummel: Verlorene Brüder. In: Süddeutsche Zeitung. 17. Mai 2010. https://www.sueddeutsche.de/kultur/sap-gruender-hopp-ns-erbe-des-vaters-verlorene-brueder-1.524609. Abgerufen am 15. April 2020.
4. https://www.sap.com/docs/download/investors/2019/sap-2019-integrierter-bericht.pdf, abgerufen am 15.04.2020.
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