Champions League Qualifikation
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SK Sturm Graz – FC Videoton, 13.07.2011, Anpfiff 20:30 Uhr
Der erste Teil der Champions League Qualifikation ist vorüber und schon gibt es drei mehr oder minder große Überraschungen. Die KO Spiele der letzten Runde der Qualifikation für die Königsklasse sind für die Vereine das Tor zum ganz großen Geld. Allein 15.000.000 € können die Vereine sofort einkalkulieren – sobald sie sich qualifiziert haben. Obwohl oder gerade weil der Schritt in die Königsklasse so prestigereich wie finanziell bedeutsam ist, kommt es in jedem Jahr wieder unerklärliche Aussetzer der Favoriten. Die Qualifikation für die Champions League oder eben der bittere Gang in die Europa League entscheidet bei den meisten Vereinen das Vorzeichen für die gesamte Spielzeit. Denn die enorme Finanzspritze und die folgenden Einnahmen geben den Vereinen Möglichkeiten ihre Kalkulationen neu zu berechnen und nochmal auf dem Transfermarkt zu zuschlagen.
Wir möchten hier die drei größten Überraschungen aus dem ersten Teil der Champions League Qualifikation genauer betrachten. Bremen, Sevilla und Salzburg waren dabei unfreiwillige Hauptdarsteller beim letzten Kampf vorm Konzert der Großen.
Werder Bremen:
Nach dem unnötigen Gegentor in der Schlussphase des Hinspiels haben es die meisten schon kommen sehen: Bremen wird das Rückspiel nochmal spannend gestalten. Die Norddeutschen waren eigentlich mit einem komfortablen Vorsprung nach Italien gereist (3:1), gaben diesen aber schon nach lediglich 20 gespielten Minuten aus der Hand. Eine katastrophale erste Halbzeit ließ die Hoffnungen der Deutschen auf einen weiteren Champions League-Teilnehmer schwinden. Auch im zweiten Durchgang zeigten sich die Bremer nur leicht verbessert. Als sich der Ball dann zum dritten Mal an diesem Abend im Bremer Tor befand uns zum dritten Mal eine Standardsituation Ausgangspunkt des Gegentreffer zwar, glaubte niemand mehr so recht an das Wunder. Doch wie das mit den Bremern so ist bewiesen sie das Gegenteil: In der dritten Minute der Nachspielzeit erzielte der eigentlich aussortierte Rosenberg das Tor, welches Bremern in die Verlängerung brachte. In der Verlängerung war es dann Claudio Pizzaro der den Italienern den KO versetzte.
Vermutlich haben die Stürmer der Bremer - insbesondere Rosenberg - mit ihren Toren dafür gesorgt, dass in der Kasse der norddeutschen Lohn genug Geld vorhanden ist, um einen weiteren Konkurrenten zu verpflichten. Der erste Neuzugang scheint auch schon in trockenen Tüchern zu sein. Es soll Arsenal-Verteidiger Silvestre sein. Der ist zumindest Abwehrspieler.
FC Sevilla:
Mit Sporting Braga hatten die Spanier eigentlich ein machbares Los gezogen. Im Hinspiel gelang es den Portugiesen den Heimvorteil zu nutzen und sich in der KO-Runde mit 1:0 in Führung zu setzen. Trotz der Niederlage in Portugal erschien es in Spanien als klare Sache, dass Sevilla sich im Rückspiel durchsetzen würde. Doch der Favoriten spielte eine schlechte erste Halbzeit und mussten nach einer halben Stunde sogar einen Gegentreffer hinnehmen – es sollte der erste von vier werden. Als in der zweiten Halbzeit alle die Aufholjagd von Sevilla erwarteten schlugen zunächst die Portugiesen nach etwas weniger als einer Stunde Spielzeit ein zweites Mal zu. Im direkten Gegenangriff gelang den Spaniern zwar der Anschlusstreffer oder der 84 min auch noch der Ausgleich, aber die Portugiesen ließen sich ihre gute Ausgangsposition nicht mehr nehmen. Am Ende gewann Sporting Braga auch das Rückspiel (4:3) und zog verdient in die Gruppenphase der Champions League ein. Für Sevilla, das im letzten Jahr noch im Achtelfinale stand, reicht es in dieser Saison nur für die Europa League.
Red Bull Salzburg:
Was aus deutscher Sicht wie ein Überraschung klingt, wird wahrscheinlich in Österreich mittlerweile als Routine angesehen. Bereits zum x-ten Mal schaffte es Red Bull Salzburg nicht sich für die Champions League zu qualifizieren. Man könnte denken es läge ein Fluch auf dem finanzstärksten Club der österreichischen Bundesliga.
In diesem Jahr sollte es eigentlich gegen den israelischen Meister Hapoel Tel-Aviv endlich für die Königsklasse reichen. Doch schon im Hinspiel machten sich die Salzburger das Leben selber schwer: Zu hause konnte kein Vorsprung heraus gespielt werden, stattdessen verlor man mit 2:3. Obgleich es beim Rückspiel in Israel zunächst danach aussah als ob die Österreicher das Blatt noch einmal wenden könnten, reichte es letztendlich nur für ein Unentschieden (1:1), welches das Aus mit sich brachte.
Für Salzburg und dementsprechend auch für Hauptsponsor Red Bull bedeutet das ein weiteres Jahr in der Europa League. Der Sprung in die Königsklasse und soweit auf die ganz große europäische Bühne bleibt den Österreichern ein weiteres Jahr verwehrt.
Im zweiten Teil der letzten Runde der Champions League Qualifikation ist es durchaus möglich, dass sich auch die eine oder andere Überraschung zu dem bereits genannten gesellt. Denn beispielsweise Sparta Prag steht bereits nach dem Hinspiel (0:2) vor dem Aus. Auch die Tottenham Hotspur taten sich in der Schweiz bei den Young Boys Bern sehr schwer und konnten die miserable Leistung mit einer 2:3 Auswärtsniederlage gerade noch so in Grenzen halten.
Alle möglichen Gegner wären Trainer Arsene Wenger lieber gewesen als der, der es letztendlich geworden ist. Mit Celitc Glasgow erwischte Arsenal London in der Champions League Qualifikation das unangenehmste Los von allen, die sich im Lostopf befanden. Wenigstens ist der in Europa sehr gerne genommene Heimvorteil – also beim Rückspiel Heimrecht zu haben – auf Seiten der Londoner. Bedeutend glücklicher hat es beispielseise der VfB Stuttgart getroffen. Die Schwaben spielen gegen den rumänischen Vertereter FC Timisoara. Das "Battle of Britian", wie das Aufeinandertreffen schottischer und englischer Spitzenmannschaften traditionell genannt wird, stellt am Dienstag um 20:45 schon früh in der Saison die Weichen für eine erfolgreiche Spielzeit – oder eine Katastrophe. Man bedenke, dass mit Arsenal London und Celtic Glasgow zwei potentielle Viertelfinalisten der Champions League um den Einzug in die Gruppenphase bangen müssen.
Celtic Glasgow:
Ruhig war es im Sommer um die Celtics. Entgegen vieler anderer Teams der benachbarten englischen Premier League trat Celtic Glasgow – bis jetzt – auf dem Transfermarkt überhaupt nicht in Erscheinung. Für etwa 2,5 Millionen Euro verpflichteten die Schotten den englischen U21 Nationalspieler Daniel Fox. Zudem gelang es mit Marc-Antoine Fortune einen erfahrenen Stürmer in die schottische Großstadt zu locken. Große Startransfers blieben jedoch aus. Aus deutscher Sicht ist zu bemerken, dass Anderas Hinkel sich endgültig einen Stammplatz erarbeitet hat. Der Deutsche spielte bei beiden Champions League Qualifikations-Spielen gegen Dynamo Moskau (0:1, 2:0) und beim Ligaauftakt gegen den FC Aberdeen (3:1) die vollen 90 Minuten.
Der Saisonauftakt in der schottischen Premier League verlief blendend. Wie auch Arsenal London führte Celtic zur Halbzeit bereits mit drei Toren Vorsprung und konnte angesichts des Battle of Britain gleich mehrere Gänge runter schalten.
In der letzten Champions Leauge Saison bleibt es Celtic Glasgow zwar vergönnt die Gruppenphase zu überstehen, doch wurde zu Hause kein einziges Spiel verloren. Mit zwei Unentschieden (Aalborg und Manchester United) und einem Sieg (Villareal) konnte wenigstens zu Hause überzeugt werden. Schon in den Jahren zuvor haten sich die Schotten sowohl für ihre enorme Auswärtsschwäche als auch für ihre beeindruckende Heimstärke in ganz Europa einen Namen gemacht.
Arsenal London:
Mit einem Paukenschlag hat das Team von Arsene Wenger die Premier League begonnen. Die Stimmen sämtlicher Kritiker, die Arsenal nach dem Verkauf von Top-Torjäger Emanuel Adebayor und Defensiv-Ass Kolo Toure die manschaftliche Qualität absprachen und besonders die Durschlagskraft in der Offensive bezweifelten, sind verstummt. Mit einem 6:1 auswärts beim FC Everton am 1. Spieltag der englischen Premier League straften die Londoner alle Kritker Lügen. Insbesondere die Torausbeute hatte niemand für möglich gehalten. Mit Danilson, Vermaeten, Gallas, Eduardo und Fabregas trugen sich fünf Spieler in die Torschützenliste ein. Vor der Saison war noch spekuliert worden, wer nach dem Weggang von Adebayor überhaupt die Tore machen solle. Mit dieser überzeugenden Leistung übernehmen die Gunners die Tabellenführung. Obgleich dies am ersten Spieltag recht unwichtig erscheint, so hat sich die Mannschaft von Arsene Wenger den Respekt, der ihr in der Sommerpause abgesprochen wurde, auf dem Fußballplatz wieder zurück geholt. Auch an Celitc Glasgow wird das nicht spurlos vorbei gegangen sein.
Die letzte Chamions Leauge Saison endete für Arsenal im Halbfinale gegen Manchester United (Arsenal kommt wieder ins Halbfinale @ 3,60). Zuvor hatte man in der Gruppenphase Fenerbahce Istanbul und Dinamo Kiew, sowie in den KO-Spielen den AS Rom und den FC Villareal ausgeschaltet.
Fazit:
Es steht viel auf dem Spiel. Zu viel als dass sich eine der beiden Mannschaften eine Auszeit oder gar eine unkonzentrierte Halbzeit gönnen könnte. In einem kampfbetonten Spiel ist zu erwarten, dass beide Mannschaften zunächst auf Sicherheit bedacht sind. Besonders wenn im Celtic Park die Emotionen hoch kochen wird es ein echtes "Battle of Britain". Ein Schweizer (Massimo Bussaca) als Schiedsrichter tut da sicherlich gut.
Quoten:
Celtic Glasgow: 4,25 @ Bwin
Unentschieden: 3,50 @ bet365
Arsenal London: 2,00 @ expekt
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