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  • Spiel: Brose Basekts Bamberg vs. FC Bayern München
  • Wettbewerb: Basketball Bundesliga Playoffs Halbfinale Spiel 1
  • Datum: 22.05.2013 – Tipp-Off: 20.05
  • Tipp: HZ1/ES1 – Bamberg führt zur Halbzeit und gewinnt das Spiel! (Endergebnis 85:98/Halbzeit 38:38)
  • Quote: 1.74 bei Bet365

 

Für viele Basketballfans in Deutschland ist es schon ein vorweggenommenes Finale um die deutsche Meisterschaft! Der Serienmeister aus Bamberg trifft auf den neureichen Basketballklub FC Bayern München. Die Bamberger konnten in den letzten drei Jahren jeweils Meister und Pokalsieger werden, während die Bayern unter Klubchef Uli Hoeneß aus der Zweiten Liga in die Bundesliga aufstiegen und nun im zweiten Jahr im Oberhaus schon ernsthaft um den Titelgewinn mitspielen. Für viele Experten ist es womöglich die Wachablösung im deutschen Basketball! In der Regulären Saison konnten die Bamberger den Druck der Bayern und auch der anderen Verfolger aus Oldenburg oder Ulm zwar noch standhalten, dennoch scheinen die Brose Baskets in diesem Jahr nicht mehr so unschlagbar wie beispielsweise noch in der letzten Spielzeit. Der FC Bayern ist unter dem neuen Trainr Svetislav Pesic noch einmal deutlich stärker geworden und vor allem gereift. In der ersten Playoff-Runde konnte man den einstigen Serienmeister ALBA Berlin mit 3-0 sweepen und untermauerte damit die Hoffnungen, auf den ersten Titelgewinn in einer neuen Ära.

 

Brose Baskets Bamberg

Die letzten drei Jahre verliefen für das Team von Headcoach Chris Fleming nahezu sensationell. Immer wieder gelang es den Verantwortlichen absolute “Rohdiamanten” an Bord zu ziehen und diese zu veredeln. So waren es beispielsweise im vergangenen Jahr Brian Roberts, PJ Tucker, Tibor Pleiß bzw. vor zwei Jahren Kyle Hines, die den Weg über die kleine fränkische Stadt bis in die Spitzenklasse des internationalen Basketballs gingen. Roberts hat sein erstes NBA-Jahr bei den New Orleans Pelicans hinter sich und erwies sich dabei als echte Rookie-Verstärkung. Auch PJ Tucker konnte seine gute Saison aus Bamberg bei den Phoenix Suns in der nordamerikanischen Profiliga bestätigen und vor allem der Suns-Defensive enorm weiterhelfen. Tibor Pleiß und Kyle Hines spielen bei zwei der besten europäischen Teams. Kyle Hines gewann schon zum zweiten Mal in Folge den Euroleague Titel (vergleichbar mit der Champions League im Fußball) und Tibor Pleiß erkämpfte sich Spielzeit in der starken spanischen Liga bei Caja Laboral. Aufgrund dieser zahlreichen qualitativ hiochwertigen Abgänge stand man in Bamberg schon vor Beginn der Saison enorm unter Druck. Die abgewanderten Leistungsträger mussten ersetzt werden – ein neues Team musste quasi aufgebaut werden. Mit Boki Nachbar (ehemals NBA), Maik Zirbes (TBB Trier), Sharrod Ford (vereinslos) oder Alex Renfroe (Valladolid) kamen einige hochkarätige Neuzugänge, die der erfahrene Coach Chris Fleming allerdings erst in sein bestehendes Team integrieren musste. Anfangs klappte dies wirklich hervorragend; die anderen Teams waren auch noch nicht eingespielt, so dass die Brose Baskets von der individuellen Stärke ihrer Spieler lebten. Doch mit Laufe der Zeit wurden die Bundesligaspiele immer knapper und teils überraschende Niederlagen bestimmten den Alltag des Serienmeisters. Dennoch meckert man hierbei immer noch auf einem sehr hohen Niveau, da “Freak-City” die Hauptrunde traditionell als Erster abschloss und somit in der ersten Playoff-Runde ein vermeintlich leichtes Los gegen Phoenix Hagen ergatterte.

Doch auch in dieser Best-of-Five Serie hatte der amtierende Double-Sieger mehr Probleme als erwartet. Spiel 1 konnte man vor heimischer Kulisse in der Stechert Arena zwar sehr souverän für sich entscheiden, doch schon in Spiel 2 wurde der unorthodoxe Spielstil der Offensivpower-Feuervögel den Bambergern zum Verhängnis. Nach einer sehr emotionalen Partie feierte Hagen den 1-1 Ausgleich in der Serie. Spiel 3 in Bamberg wurde somit zum Knackpunkt dieser Serie. Lange Zeit führten die Hagener und schupperten an der Sensation, doch eine ääußrst fragwürdige Schiedsrichterentscheidung, die letzlich zu drei Disqualifikationen auf Seiten von Phoenix führte, brachte die Mannschaft von Trainer Ingo Freyer aus dem Konzept. Bamberg kämpfte sich zur 2-1 in Führung und wollte in Spiel 4 in Hagen die Serie nun “closen”. Dank einer sehr konzentrierten und disziplinierten Leistung gelang Anton Gavel und Co. dies auch sehr souverän, so dass man letztlich verdient, wenn auch nicht glanzvoll ins Halbfinale der BBL-Playoffs einziehen konnte. Im Halbfinale wartet mit dem FC Bayern nun allerdings ein ganz anderes Kaliber auf den Deutschen Meister. Vorteile haben die Bamberger meiner Meinung nach unter den Körben. Mit Maik Zirbes, Phillip Neumann, Sharrod Ford und den großen Flügelspieler Boki Nachbar bzw. Casey Jacobsen verfügen die BBB (Brose Baskets Bamberg) über eine enorme Big-Men Qualität, die die Zone im Normalfall gegen Jared Homan, Chevy Troutman oder Lawrence Roberts dominieren sollte. Zwei der letzten drei Aufeinandertreffen verloren die Bamberger gegen die Emporkömmlinge aus München, weshalb nun die Zeit gekommen ist, wieder klarzustellen, wer immer noch die Nummer 1 im deutschen Basketball ist!

 

FC Bayern München

Der Traum der “Doppel-Meisterschaft” der Fußballer sowie der Basketballer ist noch am Leben. Während die Fußballer ihren Teil schon erfüllt haben, peilen die Spieler von Headcoach Svetislav Pesic in der Basketball-Bundesliga den nächsten Seriesieg an. In der ersten Playoff-Runde konnte man ALBA Berlin mit 3-0 bezwingen. In allen Belangen waren die Münchner den Hauptstädtern überlegen, so dass sich die Obradovic-Fünf nicht beschweren durfte, dass man frühzeitig die Segel im Kampf um die deutsche Basketball-Meisterschaft streichen musste. Dabei fing es auch für den FC Bayern sehr holprig an. Noch vor dem Start in die Saison wurde der erfolgreichste deutsche Vereinstrainer und ehemalige Nationaltrainer Dirk Bauermann überraschend gefeuert. Sein Nachfolger Yannis Christopoulos konnte die Mannschaft nicht so hinbiegen, wie er wollte, so dass er nach wenigen Wochen sein Amt wieder aufgab. Mit Svetislav Pesic wurde letztlich ein ganz Großer im europäischen Basketball verpflichtet, der schon etliche Mannschaften zu nationalem und internationalen Erfolg geführt hatte. Unter seiner Leitung blühten nicht nur die deutschen Nationalspieler Robin Benzing, Steffen Hamann oder Jan Jagla wieder auf, sondern auch die formschwachen US-Amerikaner wie Tyrese Rice, Chevy Troutman oder Brandon Thomas. Der Trainer aus der alten jugoslawischen Schule verankerte ein neues effektives Offensivsystem, das bisweilen sehr gut funktionierte und die Bayern immerhin bis auf Platz 4 in der Abschlusstabelle vorstoßen ließ.

In Runde 1 kam dann der angesprochene Seriensieg gegen ALBA Berlin, der schon ein ordentliches Ausrufezeichen in Richtung Konkurrenz bedeutete. Dennoch wartet mit Bamberg nun der schwerste Gegner auf die Münchner. Ob man schon in der Lage ist, mit diesem Kader die Brose Baskets zu ärgern? Ich glaube nicht! Gegen die Euroleague-erprobte Defense der Franken werden die Bayern große Probleme bekommen. Zudem kommt die Tatsache, dass die Münchner in der Fremde sehr schwach sind. Den Großteil ihrer Niederlagen kassierten die Pesic-Männer auswärts, weshalb sie im Hexenkessel von Bamberg als klarer Außenseiter gehandelt werden. Sicherlich haben die Bayern das Potential an einem guten Tag die Bamberger zu ärgern, doch in einer Best-of-Five Serie den deutschen Meister und ehemaligen Pokalsieger zu schlagen, halte ich aktuell für schlichtweg unmöglich.

 

Unter den Körben wird man gegen die geballte Big-Men-Power der Franken chancenlos sein und auf den kleinen Positionen werden die leistungsträger wie Tyrese Rice oder Yotam Halperin von Karsten Tadda, Akex Renfroe und Anton Gavel sehr gut verteidigt werden. Ich denke, dass der größere Erfahrungsschatz in solche Situationen am Ende den Ausschlag geben wird und die Bamberger das Ding souverän für sich entscheiden werden. Die Quote für einen einfachen Sieg halte ich für zu niedrig, weshalb ich die Quote für Halbzeitführung und Endstandsieg mitnehme. Vor heimischer Kulisse ist Bamberg quasi nicht zu schlagen; der Sieg gegen Hagen hat sie noch einmal nach vorne gebracht, während die Bayern erst einmal beweisen müssen, dass sie auch gegen stärkere Gegner in wichtigen Spielen so bestehen können wie zuletzt gegen ALBA Berlin.


22. Mai 2013 / marcel - Kategorie: Weitere Sportarten

Weitere Sportarten

Spiel: Seattle Seahawks vs. San Francisco 49ers
Wettbewerb: NFL Regular Season Week 16
Datum: 24.12.2012 – 02.20 Uhr
Tipp: 2 (Sieg San Francisco 49ers)
Quote: 2.05
Wettanbieter: Bet365
Ergebnis: 42:13

 

Mit einem echten Kracher endet Week 16 in der National Football League! Im Kampf um den NFC West Titel müssen die San Francisco 49ers, die aktuell diese Division mit 10 Siegen gegenüber 3 Niederlagen (1 Remis) anführen, zum direkten Verfolger nach Seattle. Die Seahawks rangieren mit 9 Siegen und 5 Niederlagen auf Platz der NFC West, könnten mit einem Sieg nicht nur mit den 49ers gleichziehen, sondern ihrerseits selbst das Playoff-Ticket lösen. Gewinnt San Francisco dieses Spiel, sind sie nicht nur Sieger der NFC West Division, sondern haben auch exoribtant gute Chancen als Zweiter in der gesamten NFC in der ersten Playoff-Runde ein Freilos zu erhalten. Verliert man allerdings, muss man um den Divisiontitel wieder zittern und auch das Freilos würde man aller Voraussicht nach an die Green Bay Packers verlieren. Ich denke, dass diese Konstellation Anreiz genug für die Niners sein sollte, ihre beste Leistung abrufen zu können. Ich sehe den Gast aus der goldenen Stadt in diesem Matchup im Vorteil, da ihre Defensive gepaart mit der athletischen Offensive um Quarterback Colin Kaepernick einfach stärker und vor allem konstanter ist als die der Seahawks, die im siebten Heimspiel die erste Niederlage einstecken müssten.

 

Seattle Seahawks (9-5)

In der letzten Saison verpassten die Seahawks mit einer Bilanz von 7-9 Siegen die Playoffs recht deutlich und mussten sich in den beiden direkten Duellen gegen die Niners jeweils geschlagen geben. In dieser Saison hat sich das Team um Rookie-Quarterback Russel Wilson erheblich gesteigert und hat zwei Spieltage vor Ende der Regular Season sehr gute Chancen, den Playoff-Einzug von 2010 zu wiederholen. Mit 9 Siegen aus 14 Spielen steht man besser da als es viele Experten erwartet hätten, zumal man dem 75ten Draftpick Russel Wilson niemals eine solch gute Debüt-Saison zugetraut hätte. Mit 21 Touchdowns hat der 24Jährige erheblichen Anteil, das sein Team mit einem Sieg die Playoffs festmachen und in der NFC West Division zu San Francisco aufschließen könnte. Vor allem vor heimischer Kulisse im CenturyLink Field sind die Seeadler sehr stark, was die beeindruckende 6-0 Heimbilanz beweist. In den vergangenen beiden Spielen zeigte sich Seattle in absoluter Topform. Sowohl zuhause gegen Arizona (58-0) als auch in Toronto (neutraler Ort) gegen die Buffalo Bills (50-17) scorte man selbst mindestens 50 Punkte und überzeugte auch durch eine starke Defensive. Die Hawks Defense ist in der NFC in puncto zugelassene Yards hinter dem Gegner aus San Francisco auf dem zweiten Platz. Beide Teams sind für ihre unglaublich harte und intensive Verteidigung berühmt, weshalb wir uns auf ein enges, sehr umkämpftes Match freuen dürfen. Ich glaube trotzdem nicht, dass die Seahawks gegen die erfahrenen Fortyniners gewinnen können, da Wilson von den Defensive Ends der Red-Golds stark unter Druck gesetzt werden dürfte und er in Bedrängnis mit 9 Interceptions nicht der ballsicherste bzw. passsicherste Quarterback in der NFL ist.

Key-Positions:

Quarterback: Russell Wilson – 222/353 Pässe – 2697 Yards – 21 Touchdowns – 9 Interceptions

Runningback: Marshawn Lynch – 271 Rushversuche – 1379 Yards – 10 Touchdowns

Wide Receiver: Sidney Rice – 49 gefangene Pässe – 734 Yards – 7 Touchdowns

Best Defender: Bobby Wagner – 121 combined tackles – 2.0 Sacks

Formcheck Seattle Seahawks:

  • Sieg vs. Buffalo Bills 50-17
  • Sieg vs. Arizona Cardinals 58-0
  • Sieg @Chicago Bears 23-17
  • Niederlage @Miami Dolphins 21-24
  • Sieg vs. New York Yets 28-7

 

San Francisco 49ers (10-3-1)

Auch in diesem Jahr thronen die 49ers noch an der Spitze der NFC West Division. Mit 10 Siegen aus 14 Spielen und einem seltenen Remis ist man in der gesamten NFC auf Platz 2 und könnte mit einem Auswärtssieg bei den Seahawks nicht nur den Divisiontitel holen, sondern, was womöglich viel wichtiger ist, auch in der ersten Runde der Playoffs ein Freilos erhalten. Um erst in Runde 2 in die Postseason einzusteigen, müssten zudem die Green Bay Packers ihr Spiel gegen Tennessee verlieren. San Francisco hat aktuell die beste Defense aller 16 NFC Teams und rangiert ligaweit auf Platz hinter den Steelers, was zugelassene Yards pro Spiel angeht. In der Offensive setzt man nach dem Quarterback-Wechsel von Alex Smith auf Colin Kaepernick hauptsächlich auf das Laufen, wobei Kaepernick beispielsweise im letzten Spiel beim Auswärtssieg in New England mit 4 Touchdownspässen (meiste aller QB’s in San Francisco seit 2003) seine Qualität im Passspiel zeigte. Der 25Jährige Quarterback, der sich dank guter Leistungen während der Verletzungspause vom eigentlichen QB Smith in den Vordergrund spielte, ist ein ausgesprochen intelligenter, aber auch athletischer Spieler, der gerne selbst mit dem Ball läuft, aber niemals das Auge für den Mitspieler verliert. Mit 66% angekommenen Pässen und schon 7 Touchdown-Pässen bei nur 2 Interceptions liefert Kaepernick gute Statistiken ab, die er auch gegen Seattle bestätigen möchte. Ich sehe San Francisco im Vorteil, da sie solch großen und wichtigen Spiele gewohnt sind und außerdem in großartiger Form sind. Nur eine Niederlage aus den letzten 8 Spielen sprechen eine deutliche Sprache, warum ich Kaepernick, Gore, Crabtree und Co. stärker einschätze als das Überrschungsteam aus Seattle.

Key-Positions:

Quarterback: Colin Kaepernick – 101/154 Pässe – 1294 Yards – 7 Touchdowns – 2 Interceptions

Runningback: Frank Gore – 232 Rushversuche – 1118 Yards – 7 Touchdowns

Wide Receiver: Michael Crabtree – 73 gefangene Pässe – 868 Yards – 7 Touchdowns

Best Defender: Aldon Smith – 58 combined tackles – 19.5 Sacks – 3 herbeigeführte Fumbles

Formcheck San Francisco 49ers:

  • Sieg @New England Patriots 41-34
  • Sieg vs. Miami Dolphins 27-13
  • Niederlage @St.Louis Rams 13-16 n.V.
  • Sieg @New Orleans Saints 31-21
  • Sieg vs. Chicago Bears 32-7

 

Statsvergleich – Seahawks vs. 49ers:

Bilanz: Seahawks (9-5) – 49ers (10-3-1)
Total Yards per Game: Seahawks (350.1) – 49ers (362.1)
Passing Yards per Game: Seahawks (189.4) – 49ers (199.2)
Rushing Yards per Game: Seahawks (160.7) – 49ers (162.9)
Total Yards allowed per Game: Seahawks (303.9) – 49ers (293.0)
Passing Yards allowed per Game: Seahawks (197.6) – 49ers (201.9)
Rushing Yards allowed per Game: Seahawks (106.3) – 49ers (91.1)

 

Zusammenfassung: Wenn sich in der Nacht von Sonntag auf Montag die Seattle Seahawks und die San Francisco 49ers begegnen, treffen zwei der besten Defensiven der gesamten NFL aufeinander. Die Seahawks sind zuhause nach 6 Spielen noch ungeschlagen und präsentierten sich zuletzt in ausgesprochen guter Form. Gegen die Niners sehe ich das Team um den Rookie-Quarterback Russell Wilson trotzdem nicht vorne, da man noch nicht die nötige Erfahrung in großen Spielen hat und über weite Teile der Saison über dem eigentlichen Leistungsstand spielte. Zu einseitig ist das Offensivspiel auf Running Back Marshawn Lynch ausgerichtet, der hinter Adrian Peterson von den Vikings zu den besten Runningbacks der Liga gehört. Wilson wird von der unheimlich aggressiven und harten Defensive der Fortyniners ein ums andere Mal unter Druck gesetzt werden, so dass eventuell Interceptions oder nicht geglückte Drives die Folge sein werden. San Francisco ist offensiv ausgeglichener, was ihr Quarterback Colin Kaepernick zuletzt beim Auswärtssieg in New Negland bewies. Insgesamt lege ich mich also auf einen Sieg für San Francisco fest, der ihnen nicht nur den Divisiontitel bescheren würde, sondern auch sehr gute Chancen für die Playoffs gewähren würde.

 


23. Dezember 2012 / marcel - Kategorie: Weitere Sportarten

Weitere Sportarten

Spiel: Brooklyn Nets vs. Phiadelphia 76ers
Liga: NBA Regular Season
Datum/Uhrzeit: 23.12.2012 – 21.00 Uhr
Tipp: Halbzeit 1/Endstand 1
Quote: 1.83
Wettanbieter: Bet365
Ergebnis: Halbzeit: 43:41 – Endstand: 95:92

 

Basketballfans aufgepasst! Ab Sonntag, dem 23.12.2012 wird wöchentlich auf der deutschen Internet-Plattform Spox.com ein ausgewähltes NBA-Spiel live und kostenlos übertragen. Nach Sport1+ ist Spox.com nun schon der zweite deutschsprachige Anbieter, der sich mit der National Basketball Asociation auf einen Vertrag einigen konnte und Spiele live zeigen wird. Diese Woche startet dieses tolle Angebot mit der vorweihnachtlichen Partie zwischen den Brooklyn Nets und den Phiadelphia 76ers. Beide Teams machen zurzeit eine schwierige Zeit durch und hätten sich vor Beginn dieser Spielzeit sicherlich deutlich mehr ausgerechnet. Die Nets, die erst sseit diesem Jahr von New Jersey nach Brooklyn umgezogen sind, haben mit 13 Siegen gegenüber 12 Niederlagen zwar noch eine positive Bilanz, doch aus den letzten 10 Spielen konnte das Team von Headcoach Avery Johnson nur zwei gewinnen. Der Gast aus Phiadelphia steht dieser schwachen Bilanz in nichts nach – mit einer Bilanz von 13-14 stehen sie in der Eastern Conference zwei Plätze hinter den Nets, haben jedoch auch 7 der letzten 10 Spiele verloren. Mein Tipp fällt trotzdem auf Brooklyn, da sie zuhause deutlich stärker einzuschätzen sind und außerdem spielerisch, gerade offensiv, über die besseren Waffen verfügen als die 76ers, die ohne ihren eigentlichen Center-Star Andrew Bynum doch sehr leicht ausrechenbar sind.

 

Brooklyn Nets (13-12)

Mit 11 Siegen aus 15 Spielen war die neue Franchise sehr erfolgreich in die Saison gestartet – gegen einige starke Konkurrenten lieferte man starke Leistungen ab und konnte mit Siegen gegen die New York Knicks, Los Angeles Clippers oder den Boston Celtics aufhorchen lassen. Durch eine Verletzung von Starting Center Brook Lopez wurden die Nets allerdings sichtlich aus der Bahn geworfen, so dass man aus den folgenden 10 Spielen nur noch 2 Siege holte. Seit dem 15.Dezember ist der All-Star nun endlich wieder an Bord und prompt wurden die Leistungen seiner Nets wieder besser. Sein Comeback-Spiel gegen Detroit wurde vor heimischer Kulisse gewonnen, danach folgten allerdings drei, wenn auch sehr knappe, Niederlagen. Zuhause im Barclays Center hat das Team um Point Guard Deron Williams mit 8-6 eine positive Bilanz, die Mut macht, dass man nach einer andauernden Talfahrt wieder in die Erfolgsspur zurückkehren kann. Ich gehe davon aus, dass dies schon heute Abend gegen die 76ers passieren wird, die tradtionell auswärts nicht viel auf die Reihe bekommen. Die Nets haben in Person von Lopez, Joe Johnson und Deron Williams gleich drei potentielle All-Stars in ihrer Starting Five, die gegen das junge 76ers-Team klar im Vorteil sein sollten. Besonders der große und kräftige Center Lopez muss immer wieder in Position gebracht werden, da auf der Gegenseite kein ähnlich großer und leistungsstarker Spieler ihn stoppen könnte.Brooklyn hat aus dem letzten direkten Aufeinandertreffen außerdem noch etwas gutzumachen, da man in Phiadelphia mit 87-105, damals noch als New Jersey Nets, deutlich unter die Räder geriet.

Formcheck Brooklyn Nets:

  • Niederlage @New York Knicks 86-100
  • Niederlage vs. Utah Jazz 90-92
  • Niederlage @Chicago Bulls 82-83
  • Sieg vs. Detroit Pistons 107-105
  • Sieg @Toronto Raptors 94-88

 

Phiadelphia 76ers (13-14)

Das letztjährige Überraschungsteam aus Phiadelphia sucht in der laufenden Saison noch nach ihrem Gesicht. Nach dem Abgang des Go-to-Guys Andre Igoudala zu Denver fehlt einfach ein Spieler in der Starting Line-Up, der sowohl reboundet, Assists verteilt und nebenbei auch noch Topscorer der Mannschaft ist. Der eigentliche Ersatz und Star Andrew Bynum konnte noch kein Spiel für sein neues Team absolvieren, da er weiterhin an einer komplizierten Verletzung laboriert, die ihn zum Zuschauen zwingt. Aktuell steht man nur auf Platz 9 der Eastern Conference, der nicht mal zum Einzug in die Playoffs genügen würde. Besonders die Auswärtsschwäche macht den 76ers zu schaffen – on the road schaffte es die Mannschaft von Headcoach Doug Collins nur zu vier Siegen in den bisherigen 11 Auswärtsspielen. 6 der letzten 7 Spielen in der Fremde wurden verloren. Die Form von Phiadelphia lässt derweil auch stark zu wünschen übrig. Zwar gewann man vor zwei Tagen zuhause gegen Atlanta mit 99-80 überraschend hoch, zuvor verlor man allerdings fünf Spiele in Folge und das teilweise sehr deutlich und verdient. Zwar kann man die schwache Bilanz mit dem Fehlen von Bynum entschuldigen, trotzdem zählt der letztjährige Playoff-Teilnehmer zu einer der Negativüberraschungen in der Eastern Conference. Star des Teams ist Jrue Holiday, der mit knapp 19 Punkten und knapp 9 Assists eigentliche eine All-Star Saison spielt; gegen sein Pendant Deron Williams aber körperliche Defizite hat. Die Sixers verfügen zwar über ein talentiertes Team, das jedoch die Leistungen zu unregelmäßig und nicht konstant abrufen kann. Mit Nick Young, Spencer Hawes oder Dorell Wright hat man gute Scoring-Optionen von der Bank, die allerdings die Big-Men Probleme auf den großen Positionen nicht wirklich mindern.

Formcheck Phiadelphia 76ers:

  • Sieg vs Atlanta Hawks 99-80
  • Niederlage @Houston Rockets 103-125
  • Niederlage@ Dallas Mavericks 100-107
  • Niederlage vs. Los Angeles Lakers 98-111
  • Niederlage @Indiana Pacers 85-95

 

Statsvergleich – Nets vs. 76ers:

Bilanz: Nets (13-12) – 76ers (13-14)
Points per Game: Nets (95.3) – 76ers (93.4)
Points allowed per Game: Nets (94.0) – 76ers (96.3)
Rebounds per Game: Nets (45.6) – 76ers (45.1)
Assists per Game: Nets (21.0) – 76ers (21.6)
Turovers per Game: Nets (14.2) – 76ers (12.4)
Topscorer: Nets (Brook Lopez – 17.7 Pkt) – 76ers (Jrue Holiday – 18.0 Pkt)

 

 

Zusammenfassung: Ich tippe im Sonntagabend-Spiel auf einen sicheren Sieg der Nets. Sie werden von Beginn an zeigen wollen, dass sie zuhause im Barclays Center deutlich stärker sind als man dies zuletzt erahnen konnte. Deshalb tendiere ich sowohl auf eine Halbzeitführung als auch auf letztendlich den souveränen Heimsieg gegen die Sixers. Brooklyn verfügt gerade offensiv über die konstanteren und besseren Scoring-Optionen und hat meiner Meinung nach unter den Körben ein klares Miss-Match. Brook Lopez wird von seinem Gegenspieler Lavoy Allen kaum gestoppt werden können und die Athletik von Kris Humphries und Gerald Wallace könnte den Nets ein Reboundplus ermöglichen. Das spannendste Match-Up in diesem Spiel ist jenes zwischen Olympiasieger Deron Williams und dem großen Talent Jrue Holiday, die eine vergleichbare starke Saison auflegen. Ich denke, dass in diesem Duell die größere Erfahrung und die breitere Masse von Williams entscheiden wird und der Nets-Akteur daher im Vorteil sein wird. Beide Franchises sind mit der bisherigen Saison in der Eastern Conference nicht zufrieden. Während die 76ers noch vergeblich auf Bynum warten, muss bei den Nets nun langsam die Wende kommen. Warum also nicht heute schon im vorweihnachtlichen Heimspiel gegen die auswärtsscwachen Sixers (4-7 – nur ein Sieg aus den letzten 7 Road-Spielen).


23. Dezember 2012 / marcel - Kategorie: Weitere Sportarten

Eli Manning (Giants)

Spiel: Carolina Panthers – New York Giants
Wettbewerb: National Football League (NFL) – 3.Spieltag
Datum: 21.09.2012 – Kick-Off ist um 02.30
Tipp: 1 (Sieg Carolina Panthers) - Endergebnis 7:36
Quote: 1.75 bei bwin

 

Der dritte Spieltag in der NFL startet gewöhnlich mit dem einzigen “Thursday Night Football” Match. In der Nacht vom Donnerstag auf den Freitag kommt es dabei zum Duell der Carolina Panthers um Quarterback Cam Newton und dem amtierenden Super-Bowl Sieger New York Giants mit Quarterback Eli Manning. Auf den ersten Blick sind die erfahrenen Giants, die in der vergangenen Saison die Meisterschaft im Super-Bowl Finale gegen die New England Patriots gewannen, sicherlich der Favorit. Doch meiner Meinung nach werden sie das Spiel bei den aufstrebenden Carolina Panthers verlieren. In meinem Tipp spielen dabei mehrere Faktoren rein. Beispielsweise fehlen bei den Giants mit Ahmad Bradshaw und Hakeem Nicks zwei ganz wichtige Offensiv-Spieler. Die Offensive um Quarterback Manning wird Runningback Bradshaw dabei ebenso vermissen wie Nicks, der als Wide Receiver in der vergangenen Woche zum “Offense Player of the Week” gewählt wurde. Zudem fehlt mit Hixon ein weiterer Wide Receiver und mit David Diehl einer der besten Tackles der Giants. Neben den verletzungsbedingten Ausfällen beim Super-Bowl Sieger spielt die Rushing Stärke der Panthers eine große Rolle in meinem Tipp. Der junge Quarterback Newton, der letztes Jahr als Nummer 1 Pick gezogen wurde, hat nicht nur exzellente Pässe drauf, sondern ist auch einer der besten Läufer seines Teams. Diese Flexiblität könnte den Giants zum Verhängnis werden, da sie erfahrungsgemäß in der Regular Season beim Verteidigen von guten Läufen (Rushs) Probleme haben. Insgesamt tendiere ich deshalb zu einem Heimsieg der Panthers, die in den ersten beiden Spielen zudem einen besseren Eindruck hinterließen als die Giants, die mit Mühe und Not einen Sieg aus zwei Spielen feiern konnten.

 

Carolina Panthers (1-1)

Die Panthers leben seit gut einem Jahr von ihrem Supertalent Cam Newton. Der Quarterback wurde letztes Jahr im Draft an erster Stelle ausgewählt und reifte gleich zu einem der besten Spielgestalter der NFL. In diesem Jahr hat der Spieler mit der Trikotnummer 1 einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Seine Pässe sind genauer und härter geworden, seine Laufstärke hat er weiter ausgebaut, so dass er einer der wenigen Quarterbacks in der Liga ist, der Passing Yards und Rushing Yards so gut miteinander vereinbaren kann. Für jede Defensive ist es daher schwer, sich auf den jungen Spielmacher einzustellen. Wird er früh angegangen und getackelt, spielt er einen Pass nach vorne. Werden die Wide Receiver oder Running-Backs zugestellt, hat er die Möglichkeit selber neue First-Downs herauszuholen. In den ersten beiden Spielen war Newton für 2 Pass-Touchdowns und einen Rush-Touchdown gut. Mit insgesamt 556 Passing Yards und einer Quote von knapp 70% angekommener Pässe gehört der ehemalige Auburn-Absolvent auch dieses Jahr wieder zu den besten QB’s. Mit im Schnitt über 4 Rushing Yards wird seine Vielfältigkeit und Schnelligkeit einmal mehr unter Beweis gestellt. Wenn Newton nicht gerade selber läuft, ist Steve Smith sein bester Passempfänger. In zwei Spielen fing er schon satte 10 Pässe mit einem Schnitt von insgesamt 21 Yards, was einem wahnsinnig guten Wert entspricht. Auch Brandon LaFell profitiert von den starken Pässen des pielmachers mit 9 gefangenen Pässen und insgesamt 155 Yards sowie einem Touchdown.

In den beiden bisherigen Partien hinterließen die Panthers einen guten Eindruck. Im ersten Spiel gegen die Tampa Bay Bucaneers verloren die Panthers nach einer verschlafenen ersten Halbzeit unnötigerweise mit 10-16. In der vergangenen Woche machte es man vor allem offensiv viel besser. Gegen die gut besetzten New Orleans Saints gelang Newton und Co. ein 35-27 Erfolg, bei dem der Spielmacher absolut herausragte. 6 Touchdowns gelangen den Panthers, die jetzt zuhause gegen die Giants nachlegen wollen. Für mich könnte Carolina eines der Überraschungsteams der Saison werden. Die Entwicklungskurve geht steil nach oben und mit Newton haben sie wohl den kommenden Superstar-Quarterback in ihren Reihen. Gegen die Giants müssen sie sich vor allem auf die Passing Defense konzentrieren. Die Giants um ihren Star-Spieler Eli Manning sind das derzeit beste Passing-Team der NFL und leben fast ausschließlich von den Pässen. Gelingt es den Panthers die Pässe von Manning einigermaßen zu unterbinden und die Defense knallhart aufzubauen, sehe ich sie in diesem Spiel im Vorteil. Einzig hinter dem Einsatz vom bis dato sehr starken Verteidiger Jon Beason (17 Tackles) steht noch ein Fragezeichen, was sich erst kurz vor Beginn der Partie auflösen wird.

Formcheck Carolina Panthers:

  • Sieg vs. New Orleans Saints 35-27
  • Niederlage @Tampa Bay Bucaneers 10-16
  • Niederlage @Pittsburg Steelers 16-17
  • Sieg @New York Yets 17-12
  • Sieg vs. Miami Dolphins 23-17

 

New York Giants (1-1)

Die Giants gehen als amtierender Super-Bowl Champion in die neue Saison. Doch der Schein trügt ein wenig. Auch in der vergangenen Saison hatten die Giants keine allzu gute Bilanz in der Regular Season. Mit 9 Siegen und 7 Niederlagen stand das Team von Eli Manning nur auf Platz in der NFC. Erst durch Siege gegen die Atlanta Falcons, New Orleans Saints und dem Sieg gegen die San Franscio 49ers holten sie sich die NFC-Meisterschaft und qualifizierten sich für den Super-Bowl, den man letztlich doch etwas überraschend gegen die New England Patriots gewinnen konnte. In diesem Jahr schwächelten die Giants wiederum zum Saisonauftakt. Im Auftaktspiel der diesjährigen NFL-Saison verlor man vor zwei Wochen zuhause gegen die Dallas Cowboys mit 17-24 und enttäuschte damit auf ganzer Linie. Die Vince-Lombardi Trophy wurde vor dem Spiel präsentiert, doch im anschließenden Duell gegen die Cowboys gab es nur wenige Glanzpunkte. In der letzten Woche überzeugte das Team wiederum nicht. Gegen die Tampa Bay Bucaneers lag man im dritten Viertel bereits aussichtlos mit 14 Punkten hinten, ehe Interceptions oder Turnovers die Tür zum Sieg doch noch öffneten. Fast mit der Schluss-Sirene erzielten die Giants einen Touchdown und verhinderten damit den Fehlstart.

Dennoch ist noch lange nicht alles Gold, was glänzt. Im Auswärtsspiel im Bank of America-Stadium muss das Team von Cheftrainer Tom Coughlin auf vier ganz wichtige Spieler verzichten. Allein in der Offensive müssen sie den Ausfall des besten Running-Backs Ahmad Bradshaw und des besten Pass-Receiver Hakeem Nicks verkraften. Auch Wide Receiver Back Up Hixon wird nicht zum Einsatz kommen, so dass die Pässe wohl fast ausschließlich auf Victor Cruz kommen werden. In der Defensive fehlt mit David Diehl einer der besten Tackles der Giants. Insgesamt muss Coughlin also auf viele Stammkräfte verzichten, die das Team meiner Meinung nach nicht so einfach auffangen kann. Die Stärke der Giants liegt ganz klar im Passen. Eli Manning ist vielleicht der momentan beste Passer der NFL. Mit 723 Yards nach zwei Spielen führt er die Quarterback-Liste an und im letzten Spiel stellte er sogar einen neuen Career High Rekord im Passen auf, was allerdings auch der schwachen Tampa-Bay Abwehr geschuldet war. Die Quote der angekommenen Pässe lässt allerdings noch zu Wünschen übrig. Nur 52 der 83 Passversuche kamen an, was einem Prozentwert von 62% entspricht. 4 Touchdowsns, aber auch schon 3 Interceptions gehen auf das Konto von Eli Manning, der mittlerweile endlich aus dem Schatten seines großen Bruders Peyton Manning heraustreten konnte.

Formcheck New York Giants:

  • Sieg vs. Tampa Bay Bucaneers 41-34
  • Niederlage vs. Dallas Cowboys 17-24
  • Sieg vs. New England Patriots 6-3
  • Niederlage vs. Chicago Bears 17-20
  • Sieg @New Jersey Jets 26-3


20. September 2012 / marcel - Kategorie: Weitere Sportarten

Sesil Karatantcheva (Kasachstan)

Spiel: Lourdes Dominguez Lino – Sesil Karatantcheva
Wettbewerb: US Open Frauen 1.Runde
Datum: 27.08.2012 – 20.00 Uhr
Tipp: 2:0 Satzsieg für Karatantcheva (Endergebnis 4:6 1:6)
Quote: 2.37 bei Pinnacle Sports

 

Das letzte Grand-Slam dieses Tennisjahres steht an. In New York starten am heutigen Montag die US-Open. Die Favoriten bei den Frauen sind eindeutig vorherzusagen. Olympiasiegerin Serena Williams wird ebenso hochgehandelt wie Victoria Azarenka oder die Russin Maria Sharapova. Mit dem Turniersieg in Flushing Meadows dürften die beiden Spielerinnen Dominguez Lino und Karatantcheva sicherlich nix zutun haben, trotzdem eignet sich dieses Erstrunden-Match für einen Tipp. Die Kasachin Sesil Karatantcheva hat in den letzten Woche eine gute Form bewiesen und geht als Favoritin in diese Partie. Gerade auf dem schnellen Hartplatz in New York hat die schlaggewaltige Karatantcheva große Vorteile gegenüber der 31Jährigen Spanierin Dominguez Lino, die in ihrer langen Karriere auf Hartplatz nie zu großem Erfolg fand. Für mich sprechen sehr viele Dinge für die 23Jährige Kasachin, die nicht nur die bessere Form derzeit hat, sondern vor allem den viel geeigneteren Spielstil als die Spanierin. Dominguez Lino spielt lieber auf langsamen Sandplätzen und wird auf dem schnellen Boden keine Chance haben. Im Endeffekt tendiere ich zu einem sicheren und souveränen 2-0 Satzsieg für Karatantcheva, die damit ihre Erfolgsserie aus den letzten Wochen forsetzen wird und in die zweite Runde von Flushing Meadows einziehen wird.

 

Lourdes Dominguez Lino

Die 31Jährige Spanierin steht derzeit auf Platz 78 der Weltrangliste. Mit 1.63m und nur 60kg sind ihre Proportionen nicht gerade geeignet für den schnellen Hartplatz. Ihr fehlt die große Schlagkraft und auch der gute und konstante Service. In den letzten Wochen spielte sie nur relativ wenig und auch allgemein ist sie eine Spielerin, die sich auf der Tour eher rar macht, vor allem auf Hartplatz nicht sehr viele Spiele absolviert. In der letzten Woche stand sie in der Qualifikation von der US-Open Generalprobe in New Haven. Nachdem sie in der ersten Runde die Bulgarin Yakimova ganz knapp schlagen konnte, hatte sie in der zweiten Quali-Runde gegen die Amerikanerin Nicole Gibbs keine Chance. Auch in der Woche zuvor scheiterte sie bereits in der Qualifikation, dort ebenfalls an einer Amerikanerin mit Betthanie Mattek-Sands klar in zwei Sätzen. In diesem Jahr beläuft sich ihre Bilanz auf Hartplatz auf 4 Siege gegenüber 8 Niederlagen, was natürlich eine ganz schwache Quote ist. Dass sie ohnehin nicht die große Hartplatzspielerin ist, sieht man an ihrer Karrierebilanz auf diesem Belag, die mit nur 45 Siegen in 105 Spielen nicht der Rede wert ist.

Spielerisch ist Lino eine Spielerin, die nicht den großen Druck auf ihre Gegnerin aufbauen kann. Sie macht zwar nicht viele einfache Fehler und auch ihre Beinarbeit ist bei den flinken 60kg und 1.63 sicherlich nicht schlecht. Sie hat viel Ballgefühl und kann das Spiel variabel mit Stopps gestalten, doch bei den Eigenschaften, die für die US-Open wichtig sind, hakt es bei ihr. Ihr erster Aufschlag ist sehr unkonstant und zudem sehr schwach. Kommt der Erste nicht, wird die Kasachin keine Probleme haben, diesen zu attackieren und sofort auf den Winner zu gehen. Doch auch der erste Service ist nicht so stark, dass Karatantcheva Probleme bekommen sollte. Ich sehe die Kasachin klar im Vorteil, da sie die viel druckvolleren Schläge im Repertoire hat und mit diese guten Grundlinienschlägen die alte Spanierin durch die Ecken jagen wird. Die Karriere von Lino neigt sich langsam dem Ende zu, so dass eine Verbesserung ihrer Qualität nicht mehr als sehr wahrscheinlich scheint. Sie ist zwar in der Weltrangliste etwas vor der Kasachin platziert, doch die Tendenz geht klar nach unten, während Karatantcheva auf dem aufsteigenden Ast ist.

Formcheck Dominguez Lino:

  • Niederlage vs. Gibbs 3:6 3:6
  • Sieg vs. Yakimova 3:6 6:3 6:1
  • Niederlage vs. Mattek Sands 3:6 3:6
  • Niederlage vs. Peer 4:6 0:2 ret.
  • Sieg vs. Jones 7:6 6:2

 

Sesil Karatantcheva

Die 23Jährige Kasachin ist eine der Entdeckungen dieser Hartplatzsaison bisher. Bei den letzten beiden stark besetzten Turnieren in Cincinnati und Montreal kämpfte sie sich jeweils durch die Qualifikation bis ins Hauptfeld. Dort sorgte sie vor allem für Aufsehen, als sie die starke Rumänin Sorana Cirstea mit 6:0 und 6:0 vom Platz fegte und gegen die spätere Finalistin Lucie Safarova beim 4-6 und 4-6 nicht völlig chancenlos war. Auch in Cincinnati war sie überraschend gut und konnte sich bereits in der Quali gegen höher platzierte Spielerinnen wie Rus und Govortsova durchsetzen. Im Hauptfeld besiegte sie zunächst noch Kiki Bertens glatt mit 6-2 und 6-1, ehe sie gegen die ehemalige Weltraglistenerste Wozniacki glatt ausschied. Schaut man sich die Saisonbilanz auf Hartplatz an, sieht man dass sie mit 14 Siegen bei 11 Niederlagen eine durchaus ansprechende Saison vorzuweisen hat. Auch wenn Karatantcheva nur auf Platz 84 der Weltrangliste steht, so geht die Tendenz bei der talentierten Kasachin klar nach oben. Insgesamt ist dr Hartplatz in ihrer Karriere mit Abstand der beste Belag. Von 164 Spielen auf diesem Belag in ihrer Karriere gewann sie immerhin starke 114 Spiele.

Karatantcheva ist eine Spielerin, die von ihrem Grundlinienschlag und dem Aufschlag lebt. Genau diese beiden Attribute werden auf Hartplatz gefordert und genau da sollten ihre großen Vorteile gegenüber Lino liegen. Sie kann mit ihrem ersten Aufschlag viel Druck auf die Gegnerin aufbauen und den Ballwechsel bis zum Punktgewinn zu Ende spielen. Öfter spielt sie sich in einen echten Rausch, was die insgesamt vier “Zu.Null” Sätze in den letzten Wochen zeigen. Sie geht sehr viel Risiko und dürfte daher einen klaren Vorteil in jedem Ballwechsel haben. Karatantcheva ist erst 23 Jahre alt und stand bereits im zarten Alter von 15 Jahren in der zweiten Runde der US Open. Sie hat großes Potential, konnte dieses bislang aber nicht wirklich ausschöpfen. In Normalform dürfte die Kasachin gegen die Spanier gar keine Probleme haben, so dass man locker auf einen Zweisatzsieg setzen kann.

Formcheck Karatantcheva:

  • Niederlage vs. Wozniacki 1:6 0:6
  • Sieg vs. Kiki Bertens 6:2 6:1
  • Sieg vs. Olga Govortsova 3:6 7:5 6:0
  • Sieg vs. Arantxa Rus 3:6 7:5 6:0
  • Niederlage vs. Lucie Safarova 4:6 4:6

 

Fazit: Karatantcheva ist zurecht Favoritin in diesem Spiel der ersten Runde in Flushing Meadows 2012. Sie hat deutlich mehr Potential als ihre Gegnerin, die Form spricht zudem klar für die Kasachin. Ihr schlaggewaltiger Spielstil mit einem soliden ersten Service und guten Baselineschlägen passt perfekt auf den schnellen Hartplatzbelag der US Open. Ihre Gegnerin Dominguez Lino ist bereits 31 Jahre alt und konnte auf Hartplatz eigentlich noch nie wirklich überzeugen. Ihr Spielstil passt eher auf langsame Beläge wie Sandplätze. Ich sehe die Spanierin klar im Nachteil, was man auch an ihren enttäuschenden Ergebnissen zuletzt sehen kann. Sie hat wenig Wettkampfpraxis auf Hartplatz sammeln können, während Sesil Karatantcheva gegen starke Gegnerinnien wie Sorana Corstea, Arantxa Rus oder Olga Govortsova, zum Teil auch sehr glatt gewinnen konnte. Ich gehe von einem einseitigen Spiel aus, welches die Kasachin am Ende sehr souverän und deutlich in zwei Sätzen gewinnen wird und zum zweiten Mal nach 2005 in die zweite Runde der US Open wird einziehen können.

 


26. August 2012 / marcel - Kategorie: Tennis

Kirilenko (Russland)

Spiel: Russland – Litauen
Wettbewerb: Olympia 2012 – Basketball (Herren) – 1.Viertelfinale
Datum: 08.08.2012 – Tipp-Off ist um 15.00
Tipp: Russland -7.5 (Russland gewinnt mit mindestens 8 Punkten)
Quote: 2.02 bei PinnacleSports

Endergebnis 83:74

Das Abtasten in der Gruppenphase des olympischen Basketballturniers der Herren ist beendet. Ab morgen geht es mit der KO-Runde weiter. Im ersten Viertelfinale trifft der Gruppensieger aus Gruppe B Russland auf den Vierten der Gruppe A Litauen. Die Ausgangspositionen vor diesem Spiel sind klar verteilt. Russland konnte mit 4 Siegen aus 5 Spielen in der Vorrunde durchaus überzeugen, während die Litauer für mich bislang so etwas wie die Enttäuschung dieser Spiele sind. Nur das letzte Gruppenspiel gestern gegen die motivierten Australier verloren die Russen und das mit einer etwas verbesserten Ersatzmannschaft. Kirilenko, Shved und Co. kamen nicht so lange zum Einsatz wie gewäöhnlich und wurden offensichtlich von Coach David Blatt für dieses Viertelfinale geschont. Litauen musste hingegen gegen Afrikameister Tunesien noch einmal alles rausholen. Nach der ersten Halbzeit lagen die Balten völlig überraschend noch hinten, erst im abschließenden Viertel setzte sich die Qualität des Teams von Kestutis Kemzura doch noch durch. Trotzdem enttäuschen die Litauer meiner Meinung nach bisher auf ganzer Linie. Ausgerechnet gegen die US-Amis lieferte Litauen die beste Turnierleistung ab, ansonsten gewann man nur gegen Nigeria und Tuniesien und war sowohl gegen Frankreich als auch gegen Argentinien größtenteils chancenlos. Russland spielt bisher ein starkes Turnier, durch den Gruppensieg steht ihnen die Tür weit offen bis ins Finale durchzudringen. Ich gehe davon aus, dass Russland gegen Litauen keine Probleme haben wird und das Spiel souverän und abgeklärt mit mindestens 8 Punkten für sich entscheiden kann.

 

Russland

Die Russen wurden schon vor dem olympischen Basketballturnier hoch gehandelt. Alle Stars um Andrei Kirilenko, Alexey Shved, Timofex Mozgov oder Viktor Kryapa geben sich hier in London die Ehre, was die Russen natürlich zu einem Medaillenanwärter macht. Dieser Favoritenstellung konnten sie bislang eindrucksvoll gerecht werden. In den beiden ersten Gruppenspielen gegen die Außenseiter Großbritannien und China hatten sie mit zwei deutlichen Erfolgen keine Probleme, zum ersten Mal richtig gefordert wurden sie gegen Brasilien. In letzter Sekunden entschied Vitali Fridzon dieses Spiel und machte das vorzeitige Weiterkommen ins Viertelfinale bereits perfekt. Im vierten Gruppenspiel gegen Europameister Spanien ging es dann um den Gruppensieg. Lange Zeit sah es nach einem Sieg der Spanier aus, die Russen verschliefen das erste Viertel total und konnten sich erst im Laufe der Partie zurückarbeiten. Am Ende hatten sie die besseren Nerven und vor allem die bessere Defensive und schlugen etwas überraschend die Spanier mit 77-74. Vor dem letzten Gruppenspiel gegen Australien gestern stand also der Gruppensieg bereits fest. Demzufolge ließ Coach David Blatt seinen Stars etwas mehr Ruhezeit als sonst. Kirilenko stand nur 25 anstatt 35min auf dem Parkett, Shved sogar nur 17min und auch die bisherigen Reservespieler wie Voronov, Antonov oder Kvostov kamen zum Einsatz. Dass das Spiel am Ende durch einen Buzzer Beater von San Antonio Star Patty Mills zugunsten der Ozeaner entschieden wurde, passte zwar dem Trainer nicht wirklich, doch Konsequenzen hatte es letztendlich keine.

Die Russen überzeugen in ihren bisherigen Auftritten vor allem durch eine starke Defensive. Nicht umsonst ist man derzeit die beste Block-Shot-Mannschaft des Turniers und auch bei den Steals weit vorne zu finden. Anführer der starken Abwehrreihe ist der NBA-Star Andrei Kirilenko, der mit seiner Präsenz, seiner Athletik und seinen schnellen Händen hinten den Ton angibt. Die 82 Punkte gestern von Australien waren die höchste Ausbeute der bisherigen Teams gegen diese russische Defensive. Das aggressive Verteidigen gegen Mann und Ball sollten den Litauern nicht gut liegen. Sie leben von ihren Distanzschützen und haben Probleme mit der Penetration zum Korb. In einem engen Spiel entscheidet aber hauptsächlich der größere Wille, den ich bei den Russen mehr vermute als bei den etwas eingeschüchternen Litauern, die sogar lange zeit gegen Tuniesien vor großen Problemen standen. Der baltische Spielstil der Litauer liegt den Russen eigentlich traditionell sehr gut. In der Vorbereitung zu dieser Olympiade gab es ein Testspiel dieser beiden Teams, welches die Russen sehr überzeugend mit 23 Punkten Differenz gewinnen konnten. Ohnehin stehen bei den letzten sechs direkten Aufeinandertreffen 5 Siege der Russen, nur einem der Litauer gegenüber. In Normalform und mit Shved, Kirilenko und Krhyapa bei normaler Einsatzzeit werden die Litauer gegen Russland meiner Vermutung nach keine Chance haben. Zu stark präsentierten sich die Mannen von David Blatt und zu eindimensional und ideenlos verhielt sich das Offensivspiel der Balten bisher.

Formcheck Russland:

  • Niederlage vs. Australien 80-82
  • Sieg vs. Spanien 77-74
  • Sieg vs. Brasilien 75-74
  • Sieg vs. China 73-54
  • Sieg vs. Großbritannien 95-75

 

Litauen

Eigentlich finden die Litauer pünktlich zu den Topereignissen im internationalen Basketball zu ihrer Form. Bei den letzten fünf olympischen Spielen standen die Balten jeweils mindestens in Halbfinale. Eine Medaille gewannen sie allerdings nur 2000 in Sydney. Diesmal scheint ein mögliches Halbfinale in weiter Ferne. Die bisherigen Leistungen lassen sehr zu Wünschen übrig und mit dem angeschlagenen Selbstvertrauen und der bescheidenen Form wird es ein wahnsinnig schweres Unterfangen gegen die starken Russen im Viertelfinale zu bestehen. Das Turnier fing schon suboptimal an, Kapitän und Starting Center Robertas Javtokas verletzte sich und musste die Teilnahme an den Spielen leider absagen. Ohne ihren defensiven Anker und Leistungsträger blieb die Center Position in den Vorrundenspielen zumeist vakant. Auch wenn das Super-Talent Jonas Valanciunas die Position einnahm, so konnte der junge Big Men die großen Lasten auf seinen Schultern noch nicht tragen. Demnach verloren die Litauer gleich das Auftaktspiel gegen Argentinien deutlich mit 79-102. Danach fand man auch nicht richtig zur Form. Zwar gewann man glanzlos gegen Nigeria, doch gegen Frankreich war man wieder relativ chancenlos. Das beste Turnierspiel zeigten die Litauer dann gegen das US-Team, dass die Balten wohl ein wenig auf die leichte Schulter nahm. Mit nur 5 Punkten zeigten sie ansatzweise, dass sie mehr können als sie bisher gezeigt haben. Trotzdem war die Leistung im abschließenden Spiel gegen Tunesien wieder sehr schwach. Im ersten Viertel gelang gegen den Afrikameister nur 7 magere Pünktchen, so dass sie bis zur letzten Sekunde um einen Sieg gegen den bis dato sieglosen Afrikavertreter kämpfen musste.

Natürlich ist die KO-Phase immer etwas anderes als die Vorrundenphase. Doch bei den Litauern glaube ich nicht, dass sie ihre Leistung so dermaßen steigern können, dass sie doch noch in Richtung Medaille blicken können. Ohne ihren Defensivanker Robertas Javtokas hakt es sowohl hinten als auch vorne. Das Spiel ist zu wurflastig und zu eindimensional. Kaum einer zieht zum Korb, zu abhängig sind die Litauer von ihrem starken Distanzwurf. Wenn sie diese Würfe von Außen treffen sind sie immer für eine Überraschung gut, doch die starke Defensive der Russen wird mit wechselnden Abwehrmethoden die Distanzschützen der Litauern in den Griff bekommen. Unter den Körben haben die Litauer gegen die Russen große Nachteile. Viele Spielzüge der Russen sind auf ihre Big Mens wie Kaun, Krhyapa oder Mozgov zugeschnitten. Die Spieler der Litauer auf dieser Position Jankunas oder Valanciunas haben zu wenig Masse und noch nicht die nötige Erfahrung diese Zuspiele zu verhindern und die Zonen-Punkte im Zaum zu behalten. Die Größen- und Massenvorteile sprechen klar für die Russen, so dass ich alles in allem sehr sicher bin, dass Litauen gegen Russland deutlich verlieren und ausscheiden wird.

Formcheck Litauen:

  • Sieg vs. Tunesien 76-63
  • Niederlage vs. USA 94-99
  • Niederlage vs. Frankreich 74-82
  • Sieg vs. Nigeria 72-53
  • Niederlage vs. Argentinien 79-102

 

Fazit: Russland als Gruppenerster der Gruppe B mit 4 Siegen aus 5 Spielen ist natürlich klarer Favorit im ersten Viertelfinale gegen den Vierten der Gruppe A Litauen, die nur 2 Siege gegen die Außenseiter Nigeria und Tunesien holen konnten. Russland spielt bislang ein starkes Turnier. Es gab viele knappe Spiele, doch die Spiele gegen Spanien oder Brasilien haben mich größtenteils überzeugt. Sie leben von ihrer bockstarken Defensive um den vielleicht besten Defensivspieler des bisherigen Turniers Andrei Kirilenko. Erst eine Mannschaft schaffte es gegen diesen Riegel über 80 Punkte zu erzielen. Die offensivschwachen Litauern, die gegen Tunesien weniger als 30 Punkte in der ersten Halbzeit machten, werden sich die Zähne gnadenlos ausbeißen. Ihr Spiel ist zu wurflastig. Das wissen auch die Russen, die demnach ihr Verteidigungsstil ausrichten werden. Im Endeffekt bin ich mir sicher, dass die größere Qualität gepaart mit der besseren Form am Ende siegen wird. Die Russen haben mit ihren starken Big Mens wie Kaun, Mozgov oder Krhyapa Vorteile gegenüber den Litauern, denen einfach der verletzte Javtokas an allen Ecken und Enden fehlt. Wenn die Russen ihre sichtbaren und offensichtlichen Vorteile ausspielen und ihr gutes Turnier forsetzen, dann werden sie das Spiel mit mindestens 8 Punkten gewinnen und ins olympische Halbfinale einziehen.


7. August 2012 / marcel - Kategorie: Weitere Sportarten

Mills (Australien) - Llull (Spanien)

Spiel: Australien – Russland
Wettbewerb: Olympisches Basketballturnier – Herren – Gruppe B – 5.Spieltag
Datum: 06.08.2012 – Tipp-off ist um 10.00
Tipp: Australien +7.5 (Australien verliert mit nicht mehr als 7 Punkten)
Quote: 1.76 bei Bet365
Ergebnis: 82:80 (Buzzer Beater durch Patrick Mills)

 

Die Messe in Gruppe B ist quasi schon gelesen. Nach vier von fünf Spieltagen stehen mit Russland, Spanien, Brasilien und Australien die vier Viertelfinalisten aus dieser Gruppe bereits fest. Russland steht zudem mit vier Siegen aus den ersten vier Spielen schon sicher als Gruppensieger fest. Australien wird, egal wie das morgige Spiel endet, auch nach dem fünften Spieltag auf Platz 4 stehen und damit auf die USA im Viertelfinale treffen. Zwischen Spanien und Brasilien geht es im direkten Duell nur noch um den zweiten und dritten Platz in der Gruppe. Sowohl die Australier als auch die Russen konnten im letzten Spiel absolut überzeugen. Australien spielte sich gegen Großbritannien in der zweiten Halbzeit in einen wahren Rausch und gewann das dritte und vierte Viertel in Addition mit 70-29 (!!). Russland verschlief den Beginn gegen Spanien (2-20), konnte sich aber nach einer Leistungssteigerung am Ende doch noch verdient mit 77-74 durchsetzen. Ich gehe davon aus, dass beide Trainer im letzten Gruppenspiel ihre Stars ein wenig schonen werden. Sportlich hat dieses Duell nur noch einen geringen Stellenwert, da die Positionen in der Gruppe bereits feststehen. Da Russland bislang hauptsächlich dank ihrer ersten Garde um Alexey Shved, Andrei Kirilenko oder Viktor Krhyapa so erfolgreich spielen konnte und nicht unbedingt wegen der Ersatzbank, traue ich den Australiern gegen Russland ein enges Spiel zu. Russland hat gegen Brasilien mit einem Punkt gewonnen und gegen Spanien mit drei Punkten, sie sind demnach knappe Spiele gewohnt. Australien kommt mit dem nötigen Selbstvertrauen aus dem Großrbitannien Spiel und wird alles daran setzen, sich in Form zu bringen für das Spiel aller Voraussicht nach gegen Team USA.

 

Australien

Die Australier haben mich bislang positiv überrascht. Auch wenn sie aus vier Spielen erst 2 Siege holen konnten und gegen die direkten Konkurrenten Brasilien und Spanien verloren haben, so waren sie in diesen Spielen keineswegs deutlich unterlegen oder chancenlos. Gegen Brasilien verlor man denkbar knapp mit 4 Punkten und auch gegen Europameister Spanien hielt man lange mit, ehe man kurz vor Schluss noch einbrach und mit 12 Punkten verlor. In der zweiten Halbzeit gegen die gastgebenden Briten zeigten die Australier einmal ihr wahres Potential. Zur Halbzeit lag man noch mit 10 Punkten hinten und konnte das Spiel doch noch mit unglaublichen 31 Punkten Vorsprung für sich entscheiden. Vor allem Spurs Guard Patrick Mills lief zu Höchstform auf und erzielte 39 Punkte bei 5/7 von der Dreierlinie. Ohnehin fiel praktisch alles, was die Ozeanier in Richtung Korb warfen. 13/24 Dreipunktewürfe sowie knapp 60% Wurfquote aus dem Zweierbereich waren am Ende eine eindrucksvolle Quote, die alle Viertelfinalhoffnungen der Briten um Luol Deng endgültig zerstörte.

Schon in meinem Vorbericht habe ich die Australier ziemlich hoch eingeschätzt. Sie haben mit Mills, Ingles, Andersen oder auch Nielsen sowie auch andere Rollenspieler, Akteure in ihren Reihen, die in Europa oder auch “overseas” in den Staaten ihr Potential bereits zur Show stellen konnten. Die Testspiele verliefen vor der Olympiade alle relativ erfolgreich. Gegen Spanien verlor man sehr knapp nachdem man das Spiel dominiert und kontrolliert hatte, gegen Vize-Europameister Frankreich gab es bei der Generalprobe sogar einen Sieg für die Australier. Auch wenn sie sich in der Tabelle nicht mehr weiter nach vorne orientieren können, bin ich mir sicher, dass sie voll motiviert in die Partie gehen werden. Die Moral der Australier ist im Normalfall eine sehr kämpferische, weshalb ich auch davon ausgehe, dass Trainer Brett Brown seine Spieler nicht in der Form schonen wird, wie es David Blatt auf der Gegenseite tun wird. Die Russen haben bisher gegen Mannschaften, die von außen gut treffen, Probleme bekommen. Die Australier sind jederzeit in der Lage von außen heißzulaufen, ist dies der Fall, werden die defensivstarken Russen auch gegen den Ozeanien-Meister Schwierigkeiten bekommen und womöglich nicht mit dieser Spielart klarkommen. Ich schätze Australien stark genug ein sowie mit dem nötigen Selbstvertrauen ausgestattet, um die bisher starken Russen etwas in die Predouille zu bringen.

Formcheck Australien:

  • Sieg vs. Großbritannien 106-75
  • Sieg vs. China 81-61
  • Niederlage vs. Spanien 70-82
  • Niederlage vs. Brasilien 71-75
  • Sieg vs. Frankreich 69-67

 

Russland

Die Russen fegen bislang durch dieses Turnier, wie es eigentlich niemand vorher erwartet hätte. Spätestens der Sieg gegen Europameister Spanien meldete erste Medaillenambitionen beim Team von David Blatt an. Obwohl es lange Zeit nach einer herben Klatsche gegen Spanien aussah, blieb das russische Team am Drücker und durfte sich vor allem bei Anton Ponkrashov und Vitali Fridzon bedanken, die sie immer wieder im Spiel hielten. Erst gegen Ende kamen dann die normalen Stars um Kirilenko, Shved und Krhyapa zurück und übernahmen wieder die Verantwortung und führten Russland zum überraschenden 77-74 Sieg gegen die verdutzten Iberer. Vor dem letzten Gruppenspiel stehen sie auf Platz 1 mit 4 Siegen aus 4 Spielen und können dank des direkten Vergleichs auch nicht mehr vom Platz an der Sonne vertrieben werden.

Ich schätze die Russen so ein, dass sie im letzten Spiel nicht mehr alles auspacken werden und Vollgas geben werden. Blatt wird seine Stars um Kirilenko, Shved oder Mozgov vielleicht nicht so lange auf dem Parkett lassen wie zuletzt. Immerhin standen diese Spieler bislang über 30min im Schnitt auf den Spielfeld und sind nach 4 Spielen in 7 Tagen sicherlich auch etwas müde. Die Ersatzspieler der Russen wie Antonov, Khvostov oder Karasev schätze ich bei weitem nicht so stark ein wie die erste Ganritur. Die internationale Erfahrung fehlt bei dem ein oder anderen. Die Australier könnten diese Situation sicherlich ausnutzen und dem Team Russia einige Probleme bereiten. Russland konnte bislang noch kein Spiel über 40min lang richtig durchspielen. Sowohl gegen die Chinesen, Briten und natürlich auch gegen Brasilien und Spanien hatten die Russen immer eine Schwächeperiode drin. Wenn die Australier diese Schwächeperiode nutzen und womöglich mit ihrer starken Wurfquote aufwarten, vermute ich, dass manche Russen nicht so zurückkommen werdne, wie beispielsweise gegen die Spanier. Die Luft ist womöglich raus und in einem Spiel ohne den großen sportlichen Stellenwert gibt man im Unterbewusstsein sowieso nicht immer alles. So stark die Russen bisher waren, so abhängig waren sie auch von ihre Stars. Mit begrenzter Einsatzteit dieser Spieler dürtfte auch die Qualität im russischen Spiel in der Offensive wie in der Defensive deutlich nach unten gehen.

Formcheck Russland:

  • Sieg vs. Spanien 77-74
  • Sieg vs. Brasilien 75-74
  • Sieg vs. China 73-54
  • Sieg vs. Großbritannien 95-75
  • Sieg vs. Litauen 101-79

 

Fazit: Sicherlich birgt mein Tipp ein gewisses Risiko, doch ich setze diesmal einfach darauf, dass es sich um ein Olympia-Spiel ohne den großen sportlichen Stellenwert handelt. Die Russen sind natürlich klarer Favorit in dieser Partie, doch das allerletzte werden sie meiner Meinung nach nicht aus ihrem Körper rausholen. Den Coach David Blatt kenne ich nur als sozialen und charakterlich starken Mann, der in solchen Spielen auch mal eine Geste an die Bankspieler verteilt und diese für längere Zeit auf das Parkett schickt. Australien hat sich nach den beiden Auftaktniederlagen noch einmal gesteigert und zuletzt sowohl China als auch Great Britain aus der Halle geschossen. Die Ozeaner kommen mit viel Selbstvertrauen und wollen den dritten Sieg in Folge. Treffen sie ähnlich gut wie in der zweiten Halbzeit gegen die Briten, wird es für jedes Team schwer, gegen die unorthodox spielenden Australier zu gewinnen. Der Spielstil der Australier, die sehr schnell und offensivlastig spielen, dürfte den eher defensivorientierten Russen nicht sonderlich liegen. Deshalb gehe ich einfach mal davon aus, dass es ein enges Spiel wird und die Australier den Russen sehr bedrohlich werden und am Ende des Tages mit nicht mehr als 7 Punkten verlieren werden.


5. August 2012 / marcel - Kategorie: Weitere Sportarten

Weitere Sportarten

Spiel: Frankreich – Litauen
Wettbewerb: Olympisches Basketballturnier – Gruppe A – 3.Spieltag
Datum: 02.08.2012 – Tipp-Off ist um 10.00
Tipp: Frankreich -5.5 (Frankreich gewinnt mit mindestens 6 Punkten)
Quote: 1.76 bei Bet365
Ergebnis: 82-74

 

Sowohl die Franzosen als auch die Litauer sind mit einer deftigen Klatsche in dieses olympische Basketballturnier gestartet. Das Team rund um den Superstar Tony Parker verlor mit 27 Punkten Differenz erwartungsgemäß gegen die USA. Die 22 Punkte-Niederlage der Litauer gegen den Olympiasieger 2004 Argentinien überaschte in dieser Höhe schon deutlich mehr. In ihrem jeweiligen zweiten Match in der schweren Vorrundengruppe A konnten sich beide Teams aber rehabilitieren und feierten Siege. Litauen gewann problemlos, auch in der Höhe verdient mit 72-53 gegen Nigeria, während der Vize-Europameister Frankreich beim knappen Sieg gegen Argentinien schon einen großen Schritt in Richtung Viertelfinale machte. Vor allem die Franzosen überzeugten in der Defensive und ließen Argentinien nur 64 Punkte machen. Im Vergleich die Balten aus Litauen ließen zwei Tage vorher satte 101 Punkte gegen Manu Ginobili und Co. zu. Das Reboundverhalten bei diesem Basketballturnier macht mir bei den Litauern ein wenig Sorgen. Vor der Olympiade fiel mit Robertas Javtokas der etatmäßige und reboundstärkste Spieler aus. Nun muss der “dünnere” Jonas Valanciunas unter den Körben agieren und ist lange nicht so reboundstark wie der erfahrene Javtokas. Gegen die athletischen Nigerianer ließen sie beispielsweise unglaubliche 21 Offensiv-Rebounds zu, was gegen eine stärkere Mannschaft wie den Franzosen absolut zum Verhängnis werden sollte. Frankreich hat sich mit dem Sieg gegen Argentinin in dieses Turnier gebissen. Gegen Litauen sind sie für mich auch wiederum der klare Favorit, so dass ich auch einen Sieg mit mindestens 6 Punkte für sehr realistisch halte.

 

Frankreich

Die Leistung der Franzosen gegen die Südamerikaner aus Argentinien hat mich sehr beeindruckt. Man verteidigte sehr stark und hielt die starken Dreierschützen wie Ginobili, Delfino oder Prigioni insgesamt bei nur 17% von jenseits der 3er-Linie. Zudem blockten sie gleich fünf Wurfe und auch die 44 Rebounds gegenüber den 35 der Argentinier machte einmal mehr deutlich, dass die Franzosen in der Zone bzw. unter den Körben einen klaren Vorteil hatten. Dieser Vorteil wird sich gegen die Litauer meiner Meinung nach noch vergrößern. Athletische Spieler wie Ronny Turiaf, Boris Diaw oder Kevin Seraphin strahlen eine unglaubliche Präsenz unter den Körben aus und haben Leichtgewichte wie Valanciunas oder Jankunas absolut im Griff. Das Reboundverhalten gegen Litauen sollten sie auf jeden Fall gewinnen und bei Fehlwürfen immer wieder zweite Wurfchancen zu ergattern. Nigeria holte 21 Offensiv-Rebounds und damit sogar einen mehr als Defensiv.Rebounds. Wenn die Franzosen ähnlich aggressiv unter dem Korb arbeiten und Rebounds abgreifen, werden sie einen großen Vorteil in dieser Hinsicht haben.

Den weiteren Vorteil, den ich auf Seiten des Vize-Europameisters sehe, ist ohne Zweifel Superstar Tony Parker. Der pfeilschnelle Spielmacher der Franzosen konnte sogar von den Amerikanern nur schwer gehalten werden. Die litauischen Guards wie Kalnietis, Kaukenaß oder der alte Jasikevicius sind allesamt nicht die schnellsten und auch nicht die defensivstärksten. Parker kann somit immer wieder seine Schnelligkeit ausspielen, selbst vollenden oder seine Mitspieler in Position bringen. Die Franzosen sind sehr viel athletischer als die Litauer und gegen Argentinien konnte man sehen, dass sie sich in dieses Turnier absolut reingefunden haben. Selbst wenn die Wurfquoten in den ersten beiden Spielen noch nicht wirklich gut waren, schafften es die Franzosen immer wieder, die wichtigen Punkte zu setzen. Die Niederlage gegen das Team USA war für das Team von Vincent Collet bereits eingeplant. Der Sieg gegen Argentinien war das Ziel und dieses Ziel haben sie erreicht. Wer auf Quervergleiche steht, der sollte wissen, dass Argentinien, die gegen Frankreich verloren haben, zwei Tage vorher jene Litauer mit satten 23 Punkten Unterschied aus der Arena in London ballerten. Ich schätze Frankreich sehr viel stärker ein. Der Ausfall des litauischen Center Javtokas wiegt sehr schwer. Frankreich kann immer wieder die athletischen Vorteile ausspielen und stark zum Korb ziehen, zudem werden sie sich deutlich mehrere zweite Wurfchancen erarbeiten, was eine Garantie zu mehr Punkten darstellt.

Formcheck Frankreich:

  • Sieg vs. Argentinien 71-64
  • Niederlage vs. USA 71-98
  • Niederlage vs. Australien 67-69
  • Sieg vs. Brasilien 78-74
  • Niederlage vs. Spanien 70-75

 

Litauen

Seit jeher stellen die Litauer ein sehr gutes Basketball-Team zusammen. Unvergessen bleibt die Basketball-Europameisterschaft im vergangenen Jahr im Baltikum. Eine unglaubliche Stimmung und sehr gute Leistungen der Heimmannschaft lösten einen regelrechten Boom in Litauen aus. Überraschend endete das Turnier für den Lokalmatadoren dann doch schon im Viertelfinale, wo man an der Sensationsmannschaft aus Mazedonien scheiterte. Vor dieser Olympiade gab es eine große Hiobsbotschaft für das Team von Kestutis Kemzura. Der Kapitän des Teams und Defensivanker Robertas Javtokas verletzte sich im Vorfeld so schwer, dass er die Teilnahme an diesen Großevent absagen musste. Schon im ersten Spiel bei der chancenlose Niederlage gegen Argentinien sah man, dass unter den Körben ein Brecher wie Javtokas fehlt. Valanciunas ist eher der spielende Center, der gerne auch von außerhalb der Zone punktet und der direkte Javtokas-Ersatz Kavaliauskas kann aufgrund seinem basketballerischen Talent und seinen Fähigkeiten nicht wirkluch mithalten.

Beim Sieg gegen Nigeria gestern fiel die Unterlegenheit noch mehr auf. Man ließ den aggressiven und athletischen Nigerianern insgesamt 21 zweite Wurfchancen zu. Immer wieder verpassten es die Litauer den Rebound zu sichern. Immer wieder sprangen die Nigerianer höher oder setzen ihren Körper sehr geschickt ein. Ich sehe Litauen auch morgen klar im Nachteil, da das Top Talent Jonas Valanciunas einfach nicht die größeren und vor allem schwereren Big-Mens der Franzosen verteidigen kann. Die Litauern kommen ganz klar über ihre Wurfstärke. Jeder einzelne Spieler kann von “downtown” treffen. Werden die Schützen aber gut zugestellt, wie von den Argentiniern oder wie auch wahrscheinlicherweise von defensivstarken Franzosen, agieren sie oftmals einfallslos. Frankreich fiel gegen Argentinien schon mit einer guten “Range-Defense” auf. Sie ließen den Argentiniern nur schwierige Wurfchancen und profitierten am Ende von der schwachen Wurfquote. Gegen Litauen werden sie ähnlich agieren und die Balten damit vor große Probleme stellen. Schon bei der Europameisterschaft im letzten Jahr gab es das Duell der beiden Teams. Auch damals waren die Franzosen im Hexenkessel von Litauen die bessere und athletischere Mannschaft und profitierten von ihren Superstars wie Tony Parker oder Nicolas Batum. Dies sind einfach Spieler jener Qualität, die den Litauern im Endeffekt fehlen wird.

Formcheck Litauen:

  • Sieg vs. Nigeria 72-53
  • Niederlage vs. Argentinien 79-102
  • Niederlage vs. Russland 79-101
  • Sieg vs. Dom-Rep 109-83
  • Sieg vs. Puerto Rico 76-72

 

Fazit: Frankreich ist für mich in diesem Spiel der klare Favorit. Sie verfügen nicht nur über die besseren Einzelspieler, sondern vor allem über die athletischeren Spieler. Litauen hängt sehr von ihrer Wurfquote ab. Frankreich hingegen ist eine sehr defensivorientierte Mannschaft, die alles daran setzen wird, dass die Litauern in der Offensive keinen Rhytmus finden. Frankreich hat in der Offensive immer wieder die Option Tony Parker, der dank seiner Schnelligkeit an allen Guards der Balten vorbeiziehen kann sowie die Alternativ-Option den Ball in die Zone zu passen, wo Turiaf, Diaw oder Seraphin ihre Längen und Gewichtsvorteile nutzen können. Frankreich ist ein Gegner, der Litauen einfach überhaupt nicht liegt. Schon bei der letzten EM sah man deutlich, dass Litauen mit defensivstarken Mannschaften, die über ihre Athletik kommen, große Probleme hat. Aus diesem Grund und wegen der bisherigen Ergebnisse sowie dem schwerwiegenden Ausfall von Robertas Javtokas glaube ich an einen deutlichen und ungefährdeten Sieg der Franzosen, die mit einem weiteren Sieg das Viertelfinalticket wohl schon buchen könnten.

 


1. August 2012 / marcel - Kategorie: Weitere Sportarten

Weitere Sportarten

Spiel: Russland – China
Wettbewerb: Olympische Spiele – Basketballturnier Herren – Vorrunde Gruppe B – 2.Spieltag
Datum: 31.07.2012 – 10.00 Uhr
Tipp: Russland Handicap -16.5 (Russland gewinnt mit mindestens 17 Punkten) Endergebnis 73:54 (19 Vorsprung)
Quote: 1.93 bei Pinnacle Sports

 

Der erste Spieltag der Basketballer bei den olympischen Spielen ist gespielt. Es gab in allen fünf Spielen keine Überraschungen, die Favoriten konnten sich allesamt sehr deutlich durchsetzen und damit ein erstes Ausrufezeichen in Richtung Konkurrenz senden. Russland gewann mit 20 Punkten gegen Gastgeber Großbritannien, die im gesamten Spielverlauf eigentlich keine Chance hatten, nochmal an das russische Team heranzukommen. Das Team von David Blatt spielte ihr Spiel locker runter und konnte am Ende mit dem Auftakt durchaus zufrieden sein. China verlor das erste Spiel gegen Medaillenanwärter Spanien mit 81-97. Dabei überzeugten die Chinesen aber zeitweise mehr als gedacht. Gerade in den Vierteln 1 und 3 spielten sie fast auf Augenhöhe mit dem Europameister von 2011. China spielte am oberen Limit ihrer Leistungsstärke und waren letztendlich doch chancenlos. Trotz guter Wurfquoten und weniger Turnovers verlor man mit 16 Punkten, was die Stärke der Chinesen bei diesem Turnier widerspiegelt. Russland wird auch in diesem zweiten Spiel als klarer Favorit in die Partie gehen. Anders als die Spanier wollen sie noch besser verteidigen, so dass China im Angriff große Probleme bekommt und nicht über 80 Punkte scoren kann. Im Endeffekt kann ich mir nicht vorstellen, dass China nocheinmal ähnlich fehlerfrei und wurfstark auftreten wird, sodass Russland meines Erachtens sehr deutlich mit über 16 Punkten gewinnen müsste.

 

Russland

Die Russen haben mir gestern in ihrem ersten Spiel gegen Großbritannien sehr gut gefallen. Mit 73% Wurfquote aus dem Zweipunkte-Bereich spielten sie sich sehr viele einfache Würfe heraus, die sie demnach auch sehr hochprozentig verwerteten. Vor allem Superstar Andrei Kirilenko überzeugte im Auftaktspiel. In seinen 34 Spielminuten scorte der EX- und wahrscheinlich auch zukünftige NBA-Akteur satte 35 Punkte, holte sich 4 Rebounds und war von den Briten zumeist nur durch Foulspiele zu stoppen (7 gezogene Fouls). Russland spielte sehr gut anzusehenden Teambasketball und spielte fast jeden Wurf bis zum Schluss heraus. Schon zur Halbzeit führte man mit 15 Punkten und ließ die Briten bis zum Schluss nie unter 10 Punkte herankommen. Am Ende wurde es dann doch noch sehr deutlich und das obwohl David Blatt mit der Defensive seiner Russen noch nicht vollends zufrieden sein konnte. Zu oft war man zu spät am Mann, was letztendlich zu knapp 30 Freiwürfen für die Gastgeber führte. Neben dem Superstar Kirilenko war es vor allem der Neu-NBA-Spieler Alexey Shved, der dem Spiel seinen Stempel aufdrückte. 16 Punkte, 13 Assists und 6 Rebounds bedeuteten eine Klasse-Allroundleistung des jungen Aufbauspielers.

Gegen die Chinesen wollen sich die Russen vor allem in der Defensive noch steigern. Die Asiaten überzeugten im Spiel gegen Spanien mit hohen Wurfquoten, was vor allem daran lag, dass die Spanier in der Defensive nicht voll fokussiert waren. Die Russen müssen sich vor allem auf den Dallas Mavericks Legionär Yi Jianlian konzentrieren, der gegen Spanien 30 Punkte erzielte. Allerdings ist die Konstanz bei dem Forward der Chinesen eine problematische Angelegenheit. So gut und treffsicher er gegen Spanien war, so schwach und unsicher kann er gegen die Russen wieder aufspielen. Wenn es die Russen zudem schaffen, die Ballverluste etwas zu reduzieren und noch konzentrierter aufzutreten, werden sie über den Asienmeister hinwegwischen. Das Talent und die basketballerische Stärke der beiden Teams liegt sehr weit auseinander. Ich denke, dass die Russen mit ihren vielen europäischen Legionären besser mit den unorthodoxen Chinesen klarkommen als die Spanier, die hauptsächlich mit NBA-Spielern agierten. Sprich bessere Defensive und besserer Teambasketball sollten zu einem hohen und deutlichen Sieg für die Russen führen.

Formcheck Russland:

  • Sieg vs. Großbritannien 95-75
  • Sieg vs. Litauen 101-79
  • Sieg vs. Nigeria 85-77
  • Sieg vs. Angola 80-65
  • Sieg vs. Dominikanische Republik 84-69

 

China

Die Chinesen gingen von Beginn an als krasser Außenseiter in die Gruppe B. Auf dem Papier sind sie noch deutlicher schwächer einzuschätzen als die Briten, die gestern bereits mit 20 Punkten gegen Russland verloren. China spielte trotzdem im ersten Viertel lange Zeit gut mit den Spaniern mit. Sie trafen mit 54% aus dem Zweier-Bereich sowie mit 45% von der Dreierlinie überraschend gut und auch die wenigen 9 Turnovers (Spanien:13) beeindruckten mich. Trotzdem verlor man im zweiten Viertel etwas den Faden und musste die Spanier davonziehen lassen. Am Ende verlor man mit 16 Punkten Differenz, konnte mit der gezeigten Leistung aber durchaus zufrieden sein. Gegen die Russen wird es meiner Meinung nach aber schwerer für die Chinesen. Nicht weil ich Russland stärker als Spanien einschätze, sondern weil der Spielstil der Osteuropäer den Asiaten nicht gut zu Gesicht sehen sollte. Russland legt unter dem amerikanischen und europaerfahrenen Coach David Blatt einen sehr großen Wert auf die Defensive und hat mit beispielsweise Kirilenko, Vorontsevich oder auch Mozgov exzellente Defender in ihrem Team. Ich kann mir nicht vorstellen, dass China ähnlich gut und konzentriert spielen wird wie im ersten Spiel gegen den Europameister.

Die Chinesen sind meiner Meinung nach zu sehr von ihrem Superstar Yi Jianlian abhängig. Gestern erzielte der 2.13m große Forward der Dallas Mavericks satte 30 Punkte und überzeugte mit einer starken Leistung, morgen kann das aber schon wieder ganz anders aussehen. Gegen einen starken Defensivspieler sieht Yi Jianlian meistens sehr schlecht aus, so dass er viele unnötige und schwere Würfe nimmt und nicht überzeugt. Ich kann mir gut vorstellen, dass mit Kirilenko der beste Verteidiger der Russen gegen den größeren Jianlian spielen wird. Obwohl der Chinese größenmäßig ein Miss-Match hat, so hat Kirilenko in der Vergangenheit mehrfach bewiesen, dass er dank seinen schnellen Händen, seiner Athletik und mithilfe seiner Mannschaftskameraden auch größere Spieler verteidigen kann. Die Russen werden mehr Druck auf die Gegenspieler ausüben als die Spanier, die das “lockere” Spiel aus der NBA gewöhnt sind in Person von Gasol, Fernandez, Calderon etc. Wenn es die Russen schaffen Yi Jianlian auszuschalten sind die Chinesen ein ganz schwaches Team. Sie werden Probleme bekommen, sich überhaupt gute Wurfchancen zu kreiren. Viele Ballverluste und schlechte Wurfquoten werden die Folge sein und defensiv ist man sowieso eines der schlechtesten Teams bei dieser Olympiade (siehe gegen Spanien).

Formcheck China:

  • Niederlage vs. Spanien 81-97
  • Niederlage vs. Polen 79-81
  • Sieg vs. Polen 73-72
  • Niederlage vs. China 55-78
  • Sieg vs. Jordanien 70-69

 

Fazit: Die Russen sind hinter Spanien der Favorit auf den Gruppensieg. Da die Spanier aber meistens erst in den KO-Spielen anfangen richtig und hart zu verteidigen, konnten die Chinesen im gestrigen Spiel eingermaßen überzeugen. Mit einer Niederlage von 16 Punkten konnten die Asiaten gut leben, da man von einer größeren Klatsche ausgehen mussten. Die Russen hingegen werden morgen mit voller Aggressivität und Motivation in das Spiel gehen. Sie wollen das nächste Ausrufezeichen setzen und sehen ihre Stärken ohnehin in der Defensive. Sie werden versuchen den Superstar der Chinesen Yi aus dem Spiel zu nehmen. Gelingt ihnen das in Person von beispielsweise Khryapa oder Kirilenko sind die Chinesen leicht auszurechnen und in der Offensive zu einfallslos. Auch das schwache Reboundverhalten der Chinesen im ersten Spiel könnte ein Faktor im zweiten Match werden. Die Russen haben die besseren Spieler und haben im ersten Spiel gegen Gastgeber Großbritannien überzeugt. Im Normalfall gehe ich von einer einseitigen Partie aus, die die Mannschaft von David Blatt kontrollieren und dominieren wird. Ich traue den Chinesen einen ähnlich mutigen und fast fehlerfreien Auftritt wie gegen Spanien nicht nochmal zu, daher wird Russland das Spiel mit mindestens 17 Punkten gewinnen.


30. Juli 2012 / marcel - Kategorie: Weitere Sportarten

Iker Casillas (Spanien)

Spiel: Spanien – Italien (Finale Europameisterschaft 2012)
Wettbewerb: Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine – Finale
Datum: 01.07.2012 – 20.45 in Kiew (Ukraine)
Tipp: Spanien wird Europameister! (Spanien ist Europameister 2012)
Quote: 1.65 bei bwin

Die Spanier stehen mal wieder im Finale eines großen Fußballturniers. Nach dem Europameistertitel 2008 und dem Weltmeistertitel 2010 haben die Iberer nun als allererstes Team die Chance, dreimal hintereinander ein solches Großereignis zu gewinnen. Doch der Finalgegner Italien hat es definitiv in sich. Schon in der Vorrunde zeigte die Squadra Azzura, dass man ein taktisches Mittel gegen die Spanier hat. Im Laufe des Turniers wurde das Team von Cesare Prandelli immer stärker. Den Höhepunkt der Leistungskurve erreichte die Tifosi am letzten Donnerstag, wo man die Deutschen verdient aus dem Turnier schoss. Dennoch sehe ich die Spanier im Vorteil. Sie haben eine unglaubliche internationale Erfahrung und sind ähnliche Drucksituationen in einem Finale aus den letzten Jahren gewöhnt. Vicente Del Bosque weiß nach dem Spiel in der Vorrunde, wie er sein Team einstellen muss, um das starke Defensivspiel der Italiener zu knacken. Schon Anfang der zweiten Halbzeit gegen die Deutschen sah man bei den Italiener leichte Schwächen, wenn der Gegner schnell und direkt in Richtung Strafraum kombiniert. Die Deutschen konnten dies leider zu wenig umsetzen, doch die Techniker um Iniesta, David Silva oder Fabregas werden es noch ausgeprägter probieren.

Im Vorrundenspiel war es immer wieder der Fall, dass die Italiener in Person von Daniele De Rossi und Andrea Pirlo sowie Ricardo Montolivo das Spiel in der Mitte sehr eng machten und damit den Spanier ihre eigentliche Stärke nahm. Die Außenspieler bzw. Verteidiger wie Jordi Alba und Alvaro Arbeloa waren in diesem Spiel noch nicht in der Lage, offensiv Akzente zu setzen, so dass das Spiel der Spanier sehr statisch wirkte. Auch der grummelige Vicente Del Bosque wird das gesehen haben und seinen Spielern vor dem Finale raten, dass sie mehr über die Außen spielen und nicht erst kurz vor dem Strafraum. Die beiden Außenverteidiger Jordi Alba und Arbeloa haben eine gute Entwicklung im Laufe des Turniers genommen, so dass sie nun auch immer mehr ins Spiel einbezogen werden. Bestes Beispiel war das 1-0 im Viertelfinale gegen Frankreich, wo Jordi Alba schön über die linke Seite marschiert und eine punktgenaue Flanke auf Xabi Alonsos Kopf spielt. Die Spanier sind nicht mehr so leicht auszurechnen, wie noch zu Beginn dieser Europameisterschaft, gerade deswegen traue ich ihnen zu, im entscheidenen Finale noch einmal eine ganze Schippe draufzulegen.

Das Spiel der Italiener am Donnerstag gegen die Deutschen sollte der Tifosi sehr viel Kraft geraubt haben. Immer wieder schafften sie es eine Überzahl im Mittelfeld herbeizufordern. Dieses sehr aggressive Spiel kostete viel Energie und hätte den Italiener bei einem anderen Ergebnis durchaus gefährlich werden können. Auch die anfängliche Pressingphase der Azzuri hat die Spieler ermüdet, so dass sie eventuell ein paar körperliche Probleme bekommen könnten. Im Gegensatz zu dem laufintensiven Spiel der Italiener, machen es die Spanier sich deutlich einfacher. Sie lassen den Ball laufen, haben sehr wenige Einzelaktionen und sparen daher pro Spiel eingie Kilometer. In jedem Spiel liefen die Spanier weniger als ihr Gegner. Die Konsequenz ist, dass sie gerade zu Ende der regulären Spielzeit oder auch in der Verlängerung (siehe vs.Portugal) noch einmal einiges zuzulegen haben. Nicht umsonst schießen die Spanier die meisten Tore erst zwische der 60-90min. Sie lassen den Gegner laufen, laufen und laufen und profitieren dann von einer physischen und psychischen Ermüdung des Gegners.

Alle Spanier haben international gerade in Finals eine große Erfahrung. Seien es nur Casillas, Pique, Ramos, Xavi, Iniesta, Xabi Alonso, Fernando Torres oder Cesc Fabregas, die allesamt auch in den Finalspielen 2008 und 2010 in der Aufstellung standen. Zudem kommt die Erfahrung mit Barcelona oder Real, die in jedem Jahr ihre wichtigen Spiele austragen müssen. Die Italiener hingegen haben diese internationale Erfahrung in dieser Form noch nicht. Nur Buffon, Pirlo und de Rossi waren bereits beim WM-Titel 2006 im Kader. Spieler wie Balotelli oder Cassano haben zwar einige Champiopns League Spiele hinter sich, doch unerfahrene Verteidiger wie Balzaretti (US Palermo) oder Montolivo, der lange Zeit “nur” in Florenz spielte werden doch schon vor diesem Finale nervös sein, so dass die Spanier auch daraus Profit schlagen könnten.

Fazit: Nach Analyse dieser Faktoren, denke ich, dass Spanien seinen Europameistertitel verteidigt und auch 2012 Europameister wird. Die Chancen für die Italiener würden meiner Meinung nach besser stehen, wenn sie nicht in der Vorrunde schon ihre Karten und ihre Taktik gegen Spanien hätten aufdecken müssen. Nun kann Vicente Del Bosque auf diese Zerstörer und Eng-Mach Taktik der Italiener reagieren und sein Team neu einstellen. Die Außenverteidiger Jordi Alba und Alvaro Arbeloa sind über das Turnier hinweg immer stärker geworden und sind mittlerweile auch wichtige Bestandteile in der Offensive. Schon gegen Portugal sah man, dass die Spanier von ihrer Taktik abwichen, erst kurz vor dem Strafraum nach außen zu spielen. Auch gegen Italien müssen sie das Spiel früh nach außen verlagern, um der Stärke der Italiener, der Zentrale, aus dem Weg zu gehen. Anders als die Deutschen dürfen die Spanier weder ihre Aufstellung noch ihr Spielstil an die Squadra Azzura anpassen. Wenn sie ihr übliches Tiki-Taka Spiel aufziehen und dabei noch die Außen einbinden und Ball und Gegner laufen lassen, bin ich mir sicher, dass Spanien auch dieses Großturnier gewinnen wird.

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30. Juni 2012 / marcel - Kategorie: EM 2012 Tipps

Portugal - Cristiano Ronaldo

Spiel: Tschechien – Portugal
Wettbewerb: Europameisterschaft 2012 1.Viertelfinale
Datum: 21.06.2012 – Anstoß ist um 20.45 in Warschau
Tipp: 2 (Sieg Portugal)
Quote: 1.80 bei interwetten
Endergebnis: 0:1 (Sieg Portugal)

Das erste Viertelfinale der Europameisterschaft 2012 steht an. Der Überraschungsgruppensieger aus Gruppe A trifft auf den Zweiten der Todesgruppe B. Namentlich heißt das Duell also Tschechien gegen Portugal. Niemand hätte den Tschechen ein Weiterkommen zugetraut. Nachdem 1-4 im ersten Spiel gegen Russland standen die Tschechen bereits mit dem Rücken zur Wand. Durch die 2 knappen und glanzlosen Siege gegen Griechenland und Polen konnte man sich letztendlich doch noch, sogar als Gruppensieger, durchsetzen. Mehr überzeugt bei diesem Turnier haben bisher die Portugiesen. Schon im ersten Spiel gegen den Favoriten Deutschland zeigte man eine starke Leistung und hätte ein Remis auf jeden Fall verdient gehabt. In den beiden darauffolgenden Partien konnten sie eine Schippe drauflegen und gewannen 3-2 gegen Dänemark und 2-1 gegen Holland. Hinter Deutschland qualifizierte sich der Finalist von 2004 für dieses Viertelfinale. Meiner Meinung nach wird sich in diesem Spiel die Qualität durchsetzen. Die Portugiesen verfügen über mehr Qualität in ihrem Aufgebot und konnten bisher bei dieser Euro wirklich überzeugen. Die Tschechen stehen mit sehr viel Glück in der Runde der letzten Acht und waren vor dem letzten Gruppenspiel noch die schlechteste Mannschaft im Zweikampfverhalten. Ich vermute einfach, dass das Team von Michal Bilek Probleme gegen Mannschaften bekommt, die offensiv stark spielt und die Chancen effektiv nutzt. Liegen die Tschechen erst einmal hinten, haben sie es deutlich schwerer als beispielsweise gegen Griechenland und gegen Polen, wo das Spiel deutlich zugunsten von Petr Cech und Co. verlief.

 

Tschechien

Niemand hätte nach dem ersten Spieltag einen Cent auf Tschechien als Gruppensieger gewettet. Nach dem 1-4 im Auftaktspiel gegen die Russen stand man bereits vor dem Aus und musste praktisch die beiden nächsten Spiele gewinnen, um in die nächste Runde aufzusteigen. Das verlorengegangene Selbstvertrauen nach dem Spiel gegen Russland wurde allerdings sehr schnell wieder zurückgewonnen. Durch die 2 schnellen Tore gegen Griechenland war der Glauben an die eigene Stärke wieder da und spätestens nach dem 1-0 Sieg im Hexenkessel von Breslau gegen Polen sollte die Tschechen keiner mehr unterschätzen. Trotz der guten Ergebnisse und der Siege in Spiel 2 und 3 in Gruppe A haben die Tschechen bisher nur zeitweise überzeugt. Weder gegen Griechenland noch gegen Polen und schon gar nicht gegen Russland haben die Tschechen guten Fußball gezeigt, sondern lebten mehr von ihrer defensiven Kompaktheit und den ideenlosen und unkreativen Gegner. Im ersten Spiel gegen Russland sah man, dass die tschechischen Verteidiger große Probleme bekommen, wenn der Gegner im Angriff schnellen und direkten Fußball spielt. Gegen Griechenland und Polen wurde die Viererkette kaum gefordert und trotzdem hinterließ sie gerade in den ersten Minuten gegen Polen oder in der zweiten Halbzeit gegen die Griechen keinen guten Eindruck.

Vor dem letzten Gruppenspiel waren die Tschechen noch die zweikampfschwächste Mannschaft im gesamten Turnier. Die Abwehr konnte sich oftmals nur mit Fouls helfen und auch das eigene Offensivspiel war alles andere als glanzvoll und spielerisch gut. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Mannschaft von Trainer Michal Bilek sowohl das zweite als auch das dritte Spiel verloren hätte, wenn der Gegner offensiv stärker und kreativer gewesen wäre. Die Portugiesen sind defintiv eine der technisch und spielerisch besten Mannschaften in diesem Turnier, zudem haben sie gerade auf Außen mit Nani und Cristiano Ronaldo exzellente Spieler, die gegen die schwächelnden tschechischen Verteidiger deutliche Vorteile haben sollten. Tschechien wird ähnlich wie gegen Polen sehr defensiv spielen und ausschließlich auf Konter setzen. Die große Stärke bei ihnen sehe ich auf den Außenpositionen, wo sie vor allem mit Vaclav Pilar einen sehr schnellen Spieler haben, der mich bei diesem Turnier bislang absolut überzeugt hat. Spielerisch liegt die Stärke darin, dass ihre zentralen Spieler wie Jaroslav Plasil oder Tomas Rosicky immer wieder den Pass in die Schnittstelle der Viererkette spielen können. Auf dieses spielerische Element müssen die Portugiesen aufpassen, ansonsten brauchen sie vor der Offensive des Gegners keine Angst zu haben.

Formcheck Tschechien:

  • Sieg vs. Polen 1-0
  • Sieg vs. Griechenland 2-1
  • Niederlage vs. Russland 1-4
  • Niederlage vs. Ungarn 1-2
  • Sieg vs. Israel 2-1

 

Portugal

Die Portugiesen haben, ebenso wie die Tschechen, nach der Niederlage im ersten Spiel (0-1 vs. Deutschland) die beiden darauffolgenden Spiele in der Gruppe gewonnen. Gegen Dänemark zeigte man eine Halbzeit lang eine sehr starke Leistung und führte bereits mit 2-0. Durch einige Unachtsam -und Unkonzentriertheiten in der Abwehr konnten die Dänen durch 2 Bendtner-Tore wieder ausgleichen, doch die Moral in der Mannschaft von Paulo Bento stimmte und der Joker Silvestra Varela traf zum verdienten 3-2 Sieg. Auch im letzten entscheidenen Gruppenspiel gegen Holland lag man mit 0-1 hinten, doch einmal mehr zeigte sich, dass die Chemie und die Moral innerhalb des Teams absolut vorzüglich ist. Die Südeuropäer blieben geduldig und nutzten die Angriffsbemühen der Holländer, um eigene Konter zu setzen und diese in Person von Ronaldo auch effektiv abzuschließen. Spielerisch gehören die Portugiesen neben den Spanier und den Deutschen sicherlich zu den besten Teams, die sich bislang für die Letzten Acht qualifiziert haben. Schon im ersten Spiel war man den Deutschen mindestens ebenbürtig und hätte definitiv ein Remis verdient gehabt. Durch die 2 Siege gegen starke Mannschaften wie Dänemark und Holland ist das Selbstvertrauen und die Eurphorie im Lager Portugals stark angestiegen. Selbst der zuvor harsch kritisierte Ronaldo scheint rechtzeitig in Form zu finden und die Lust am Fußball wiederzufinden.

Gegen Tschechien ist Portugal für mich der Favorit. Diese These beruht ganz einfach darauf, dass die Portugiesen durch ihre individuellen Könner im Offensivbereich den tschechischen Verteidiger um einiges voraus sind. Portugal wird das Spiel gestalten und selbst aufbauen müssen. Sie können nicht wie gegen Holland abwarten, sondern wollen selbst im Angriff für Akzente und die Entscheidung sorgen. Dass sie das können, haben sie gegen Dänemark gezeigt, wo sie auch früh 2-0 in Führung gehen konnten und das Spiel gut im Griff hatten. Ein Riesenvorteil für das Team von Nationaltrainer Paulo Bento wäre sicherlich ein frühes Tor. Sollte solch ein zeitnahes Tor gelingen, haben die Portugiesen alles in der Hand und können die sich bietenden Räume durch das Angriffsspiel der Tschechen sicherlich gut nutzen. Portugal ist sicherlich eines, wenn nicht sogar das konterstärkste Team bei dieser EM. Ich schätze das Spiel Tschechien gegen Portugal so ähnlich ein, wie das Spiel Tschechien gegen Russland im ersten Gruppenspiel. Portugal hat ähnlich viel Qualität und will sicherlich offensiv agieren und das Spiel gestalten, die Tschechen werden sich hinten reinstellen und kompakt mit 10 Mann in der eigenen Hälfte verteidigen. Trotzdem werden sich, wie für die Polen und die Griechen, auch für die Portugiesen gute Chancen bieten, die sie dank ihrer höheren Qualität auch besser ausnutzen können. Am Ende des Tages sollte dann ein Sieg für die spielerisch bessere Mannschaft auf dem Scoreboard stehen.

Formcheck Portugal:

  • Sieg vs. Holland 2-1
  • Sieg vs. Dänemark 3-2
  • Niederlage vs. Deutschland 0-1
  • Niederlage vs. Türkei 1-3
  • Remis vs. Mazedonien 0-0

 

Fazit: Die Portugiesen haben in den letzten beiden Spielen ihren Rhythmus gefunden. Gerade offensiv lief einiges richtig, so dass sie mit 5 in 2 Spielen eine der besten Offensiven der gesamten Euro darstellen. Die Tschechen hingegen haben mit 5 Gegentore definitiv die meisten Gegentore aller Viertelfinalteilnehmer erhalten, was kein Zufall ist. Immer wieder kamen die Gegner Tschechiens zu Torchancen, die aus leichten Fehlern und Ballverlusten der eigenen Defensive resultierten. Die Zweikampfschwäche gegen Russland und in der zweiten Halbzeit gegen Griechenland war fast schon erschreckend. Gegen einen spielerisch starken Gegner mit guten Einzelkönner sollte allein eine defensive Grundausrichtung ohne eigenes Offensivspiel nicht mehr ausreichen. Die Qualität wird siegen, Ronaldo und Nani werden ihre Gegenspieler bearbeiten und so immer wieder zu guten Torchancen kommen. Für mich war es schon eine Überraschung und auch etwas unverdient, dass Tschechien ins Viertelfinale der EM 2012 einzog. Nun wird der Weg aber zu Ende sein, da Portugal von der Mannschaft her in etwa mit Russland einher geht und dort die Tschechen auch nicht den Hauch einer Chance hatten. Nur die Tatsache, dass es zu lange dauert, bis das erste Tor für Portugal fällt, könnte einem möglichen Einzug des Teams von Paulo Bento im Wege stehen, wobei Portugal auch gegen Holland Geduld und Moral beweisen konnte.


19. Juni 2012 / marcel - Kategorie: EM 2012 Tipps

Lewandowski (Polen) - Malafeev (Russland)

Spiel: TschechienPolen
Wettbewerb: Euro 2012 – Gruppe A – 3.Spieltag
Datum: 16.06.2012 – Anstoß: 20.45
Tipp: 2 (Sieg Polen)Endergebnis 1:0
Quote: 2.26 bei Pinnacle Sports

 

Es ist das Endspiel in Gruppe A. Während alle erwarten, dass Russland sich mit einem Sieg oder einem Remis gegen Griechenland als Gruppenerster für das Viertelfinale qualifiziert, geht es in dem anderen Spiel um den vakanten zweiten Platz. Der Gastgeber Polen muss gegen Tschechien gewinnen, um sicher ins die Runde der letzten Acht aufzusteigen, bei einem Remis oder einem Sieg der Tschechen wären sie Zweiter und würden ihrerseits ins Viertelfinale kommen. Die Polen haben in meinen Augen bei dieser Europameisterschaft den etwas besseren Eindruck hinterlassen. Im ersten Spiel hatten sie nach einer sehr starken Anfangsphase gegen Griechenland in der zweiten Halbzeit überraschend große Probleme. Auch im Spiel gegen Russland zeigte sich zweitweise das Potential, was bei den Polen zweifelsohne vorhanden ist. Tschechien hingegen blamierte sich beim 1-4 gegen Russland und hätte wohl auch das zweite Spiel verloren, wenn der Gegner nicht unbedingt Griechenland gehießen hätte. Ich schätze die Polen stärker ein und denke einfach, dass die vielen Zuschauer die Polen in Richtung Viertelfinale brüllen werden. Die Polen sind sich ihrer Chance bewusst, mit einem Sieg das Viertelfinale und damit die KO-Runde zu buchen. Diese Chance werden sie sich nach meiner subjektiven Einschätzung nicht nehmen lassen und das Spiel gegen Tschechien gewinnen.

 

Tschechien

Mit 3 Punkten aus 2 Spielen stehen die Tschechen derzeit auf Platz 2 in der Gruppe A hinter Russland. Vor dem letzten Gruppenspiel gegen Polen haben sie es daher in eigener Hand, das Viertelfinale zu erreichen. Nach dem 1-4 im Auftaktspiel gegen Russland sah allerdings nicht viel nach einer erfolgreichen Gruppenphase für die Mannen von Michal Bilek aus. Sie waren der Sbornaja in allen Belangen unterlegen und konnten am Ende gar froh sein, dass sie nur 4 Tore eingeschenkt bekamen. Vor dem zweiten Spiel gegen Griechenland standen Rosicky und CO. daher mit dem Rücken zur Wand. Doch gleich in den ersten 7 Minuten machten die Tschechen kurzen Prozess mit den Griechen, die mal wieder die Anfangsminuten völlig verschliefen. Im Anschluss an den schnellen Doppelschlag zum 2-0 machten die Tschechen allerdings quasi nix mehr und mussten in der zweiten Halbzeit sogar noch um ihren Sieg zittern. Am Ende gingen sie dann mit einem glücklichen 2-1 nach Hause, hätten gegen jeden anderen Gegner bei dieser EM aber wohl Punkte abgeben müssen. Die Kritik an Nationaltrainer Michal Bilek in der Tschechischen Republik ist groß. Man ist nicht zufrieden, wie die Mannschaft auftritt und spielt. Holen die Tschechen morgen Abend aber mindestens einen Punkt, hat auch der Nationalcoach alles richtig gemacht und kann sich in der Heimat feiern lassen.

Die größte Schwäche haben die Tschechen in meinen Augen im Abwehrverbund. Dazu zählt nicht nur die Viererkette, die von Bilek nach dem Russland Spiel umgestellt worden war. Auch im defensiven Mittelfeld passieren zu viele leichte Fehlpässe, die es einem guten Gegner ermöglichen, Chancen herauszuspielen. Zudem habe ich den Eindruck, dass die Mannschaft nicht 100% fit ist. Im ersten Spiel waren sie relativ früh platt und auch gegen die Griechen konnten sie nur knappe 45min volles Tempo gehen. Einen weiteren Nachteil, den ich sehe, ist der Gesundheitszustand von Thomas Rosicky. Der EX-BVB Star musste im zweiten Spiel in der Halbzeit ausgewechselt werden. Ohne den Denker und Lenker im Spiel ging dann gar nix nach vorne und auch nach hinten fehlte der Kapitän. Obwohl es mittlerweile heißt, dass Rosicky morgen wird auflaufen können, denke ich nicht, dass er voll fit sein wird und den Tschechen uneingeschränkt helfen kann. Die Ausgangsposition für das Team von Champions League Sieger Petr Cech ist gefährlich. Das Risiko auf Remis zu spielen, wenn ein Punkt am Ende des Tages reicht, brauche ich niemanden zu erläutern. Ich halte es für eine bessere Ausgangsposition, wenn man, wie die Polen, das Spiel unbedingt gewinnen muss und daher auf bedingungslose Offensive setzen kann. Die großen Zeiten des tschechischen Fußballs sind vorbei. Die Qualität der Spieler hat nachgelassen, auch wenn es die ein oder andere positive Überraschung mit Gebre Selassie oder Vaclav Pilar gibt. Gegen die polnische Mannschaft inklusive der Fans werden die Tschechen verlieren und letztendlich trotz der eigentlich guten Ausgangslage die Heimreise nach der Gruppenphase antreten müssen.

Formcheck Tschechien:

  • Sieg vs. Griechenland 2-1
  • Niederlage vs. Russland 1-4
  • Niederlage vs. Ungarn 1-2
  • Sieg vs. Israel 2-1
  • Remis vs. Irland 1-1

 

Polen

Ganz Polen freut sich auf das Endspiel am morgigen Abend gegen Tschechien. Nach dem erkämpftem 1-1 Remis gegen Russland war kaum Enttäuschung, sondern hauptsächlich Erleichterung in den Gesichtern der polnischen Nationalspieler zu sehen. Schon zu diesem Zeitpunkt wusste man, dass man sich durch das Remis ein Endspiel um den zweiten Platz in der Gruppe erspielen konnte. Gegenüber dem mageren 1-1 im Eröffnungsspiel gegen die Griechen, gab es in Spiel 2 eine deutliche Leistungssteigerung. Es war ein Spiel auf hohem Niveau, wo beide Mannschaften bis zuletzt um den Sieg spielten. Mit ein bisschen mehr Cleverness und Passgenaugikeit wäre für die Polen auch durchaus ein Sieg drin gewesen. Nun müssen die Polen einfach gegen die Tschechen gewinnen, um sicher in sViertelfinale einzuziehen. Gerade für den weiteren Verlauf dieser Euro wäre es ein sehr positives Zeichen, wenn der erste Gastgeber Polen in die Ko-Runde kommen würde. Die Euphorie und die Anspannung ist jedenfalls riesengroß und ich denke, dass sich im Endeffekt der Teamgeist gepaart mit den enthusiastischen Fans durchsetzen wird.

Die Polen haben es weder im ersten Spiel noch im zweiten Spiel geschafft ihren Offensivstil über 90min konstant durchzuspielen. Gegen die Griechen schaffte man es nur 30min, Druck auf den Gegner auszuüben und aggressiv gegen Mann und Ball zu pressen. Gegen die Russen wurde das schon besser und bis auf wenige Ausnahmen wurde diese Ausrichtung durchgzezogen. Als logische Konsequenz gehe ich jetzt davon aus, dass man im Endspiel gegen Tschechien noch einmal alles herausholt und voll motiviert auf das Spielfeld kommt. Meiner Meinung nach haben die Polen mehr Qualität im Kader. Allein Robert Lewandowksi sollte gegen die Innenverteidiger der Tschechen Kadlec (gelernter Rechtsverteidiger) und Tomas Sivok klar im Vorteil sein. Die Außenverteidiger der Tschechen haben ihre Stärken eher in der Offensive, denn in der Defensive, so dass die Außenspieler der Polen, anders wie gegen die Russen, mehr auf ihrer Seite machen können. Zudem denke ich, dass die Außenverteidiger Boenisch und Piscszek der Polen auch nicht so gebunden werden, wie von Dzagoew und Arshavin im Spiel gegen Russland. Polen wird das Spiel kontrollieren, über die Außen werden sie ihre Chancen suchen und vorne könnte Lewandowski der spielentscheidene Faktor werden. Die Ausgangslage ist klar. Smuda wird sein Team offensiv einstellen und darauf spekulieren, dass man ein frühes Tor erzielt, das den Druck von den Schultern nimmt und etwas Unbekümmertheit und Erleichterung in das Spiel des Gastgebers bringt.

Formcheck Polen:

  • Remis vs. Russland 1-1
  • Remis vs. Griechenland 1-1
  • Sieg vs. Andorra 4-0
  • Sieg vs. Slowakei 1-0
  • Sieg vs. Lettland 1-0

 

Fazit: Nachdem die Polen gut 2 Jahre lang kein Pflichtspiel gemacht haben, dürften sie mittlerweile wieder die nötige Wettkampfhärte erreicht haben. Im ersten Spiel konnte man nur 30min Vollgas geben und wirkte danach wie blockiert. Im zweiten Spiel wiederlegten die Polen, das Gerücht, dass man nicht fit genug sei. Jetzt im dritten Spiel werden sie noch einmal eine Schippe drauflegen können, während Tschechien nach meiner Einschätzung schon am Leistungslimit angelangt ist. Polen weiß, was die Stunde geschlagen hat. Sie brauchen einen Sieg und werden ihre Aufstellung und ihr Spielstil demnach ausrichten. Sie werden über die Außenpositionen viel Druck nach vorne machen und immer wieder Lewandowksi in der Mitte suchen, der gegen die tschechischen Innenverteidiger große spielerische und technische Vorteile haben dürfte. Die Tatsache, dass Tschechien nur ein Remis braucht, könnte ein Vorteil für die Polen sein, da man wohl erst einmal defensiv agiert und den Gegner kommen lässt. Ich tendiere einfach dazu, dass die Euphorie und der Enthusiasmus der Fans in Polen weiter geht, die Mannschaft sich ein weiteres Mal steigert und abschließend einfach die höhere Qualität ausspielt, das Spiel gegen die Tschechen gewinnt und letztendlich doch noch ungeschlagen ins Viertelfinale einzieht.

 


15. Juni 2012 / marcel - Kategorie: EM 2012 Tipps

Zlatan Ibrahimovic (Schweden)

Spiel: UkraineSchweden
Wettbewerb: UEFA Euro 2012 Gruppe D 1.Spieltag
Datum: 11.06.2012 – Anstoß: 20.45 in Kiew
Tipp: Über 2.5 Tore
Quote: 2.52 bei Pinnacle Sports
Ergebnis: 2:1 (Over 2.5 Tore)

 

Gastgeber Polen konnte im ersten Spiel ihren Erwartungen nicht gerecht werden. Nach einer guten ersten Halbzeit, hatten sie nach der Pause große Probleme gegen die besser werdenden Griechen. Nach der roten Karte gegen Stammkeeper Szczesny und dem vergebenen Elfmeter von Karagounis konnte “Polska” sogar froh sein, dass sie am Ende des Tages mit einem Punkt das Stadion in Warschau verlassen konnten. Der zweite Gastgeber dieser EM will das besser machen. Ukraine startet am morgigen Abend in Kiew in das Turnier. Der erste Gegner für die Mannen von Oleg Blochin werden die Schweden sein, die ihrerseits durch eine gute Qualifikation nachgewiesen haben, dass sie zurecht zur Euro 2012 reisen können. Ich gehe davon aus, dass die Ukrainer, die überhaupt ihre erste Europameisterschaft spielen werden, vor heimischen Publikum voll motiviert und aggressiv, aber auch womöglich ein wenig nervös aus dem Kabinentrakt kommen werden. Die Schweden haben zuletzt gezeigt, dass sie ein unheimliches Offensivpotential haben, dieses aber oft zu Lasten der Abwehr genutzt wird. Beide Teams sind in der Defensive nicht immer sattelfest und ich erwarte einen offenen Schlagabtausch zweier Mannschaften, die gleich im ersten Spiel auf Sieg spielen müssen, da mit Frankreich und England in den kommenden beiden Gruppenspiele harte Brocken auf sie zukommen.

Ukraine

Für die Ukraine ist das Turnier in der Heimat ein Riesenerlebnis. Das bisher einzige Großereignis, bei dem die Ukraine teilnehmen durfte, war die WM 2006. Dort schaffte es man nach einem Sieg im Elfmeterschießen im Achtelfinale gegen die Schweiz auch gleich ins Viertelfinale, wo man den späteren Weltmeistern aus Italien scheiterte. Die Schowto-blakytni (Gelb-Blauen) haben aber den Nachteil, dass sie seit gut 2 Jahren kein Pflichtspiel mehr bestritten haben und deshalb nicht gut einschätzen können, auf welchem Leistungsstand sie momentan stehen. In den Testspielen unmittelbar vor dieser Europameisterschaft hatte das Team um den Kapitän Anatoliy Timoshchuk immer große Probleme in der Defensive, konnte aber dennoch zeitweise auch im eigenen Offensivspiel für Glanzpunkte setzen. Insgesamt ist das Team sehr erfahren, was zum Einen ein positiver Faktor sein kann, zum anderen sich aber auch auf Schnelligkeit und Ausdauer negativ auswirken kann. Die letzten beiden Testspiele verlor man gegen die Türkei (0-2) und gegen Österreich (2-3). Sowohl die Türken als auch die Österreicher sind nicht dafür bekannt, dass sie eine exorbitant gute Angriffsabteilung haben. Viel mehr lagen die Schwächen in der Abwehrreihe der Ukrainer, die ihre Gegner immer wieder aus den Augen verloren und die Kommunikation der einzelnen Mannschaftsteile noch nicht gut funktionierte.

So groß die Schwierigkeiten in der Defensive waren, so erfolgreich spielte auch die Offensive. Im ersten der drei Testspiele siegte man locker und leicht mit 4-0 gegen die Esten, die immerhin erst in den Playoffs zu dieser EM an den Iren gescheitert waren. Immer wieder überbrückten der Gastgeber der Euro schnell das Mittelfeld. Die starken Außenspieler Yarmolenko auf Rechts und Konoplyanka auf Links marschierten immer wieder über ihre Seiten hoch und runter und bedienten die aufgerückten Mittelfeldspieler oder die Stürmer Andrij Voronin oder Marko Devic. Gerade eben in dem offensiv ausgerichteten 4-2-3-1 System von Blokhin, wo der zentrale Mittelfeldspieler eher als hängende Spitze agiert und fast ausnahmslos offensive Aufgaben erfüllt hat die Ukrainer sehr gute Spieler im Kader. Wie angesprochen ist das größte Talent und der beste Spieler derzeit Andriy Yarmolenko von Dynamo Kiew. Der 22Jährige Rechtsaußen war in den letzten 9 Länderspielen immerhin direkt an 11 Toren beteieligt (5 Tore, 6 Vorlagen). Durch seine Schnelligkeit und sein Dribbling kann er jedem Außenverteidiger gefährlich werden und immer wieder für gefährliche Aktionen sorgen.

Zusammengefasst hat sich der ukrainische, wie auch der russische Fussball deutlich gewandelt. Nur noch sekundär geht es den Teams aus der ehemaligen UdSSR um defensive Disziplin und kompaktes Verhalten. Wie man am Montag auch schon bei den Russen bewundern konnte, setzen diese Mannschaften immer mehr auf ein schnelles Umschaltspiel von Angriff und Abwehr und damit zwangsläifig auf eine angrifflustigere Variante. Den Erfolg dieser neuen, modernen, Art Fußball zu spielen kann man mittlerweile auch bei den Vereinsmannschaften aus den jeweiligen Länder feststellen, wie beispielsweise Metalist Kharkiv, die in der Europa League überraschend bis ins Viertelfinale kamen. Ich gehe also davon aus, dass Ukraine früh die Schweden attackieren wird und dass sie sich immer wieder gute Chancen herausspielen können. Summiert mit einer anfälligen Abwehr spricht vieles für ein torreiches Auftaktspiel des Gastgebers.

Letzte Begegnungen:

  • Niederlage vs. Ukraine 0-2
  • Niederlage @vs. Österreich 2-3
  • Sieg vs. Estland 4-0
  • Sieg vs. Israel 3-2
  • Sieg vs. Österreich 2-1

 

Schweden

Die Schweden sind so etwas wie der Geheimfavorit in Gruppe D. Nicht wenige gehen davon aus, dass die Skandinavier nach dem letzten Spieltag in der Gruppenphase entweder vor England oder vor den Franzosen auf Platz 1 oder 2 in der Tabelle zu finden sein werden. Auch die Schweden haben in den letzten Jahren eine sehr positive Entwicklung genommen, die durch die direkte Qualifation zur Euro 2012 ein vorläufigen Höhepunkt nahm. In ihrer Qualigruppe war man zudem sogar die enzige Mannschaft, die es schaffte, Holland zu bezwingen. Auch die Schweden haben ihre Stärken ganz klar in der Offensive. Allein Superstar Zlatan Ibrahimovic ist ein Indikator dafür, dass der Weltrangliste-17te gerade im Angriff über sehr gute Waffen verfügt, die immer für Tore gut sind.

Die letzten 5 Spiele vor der Europameisterschaft konnte das Team von Erik Hamren allesamt gewinnen. In allen 5 Spielen fielen mehr als 2 Tore. Insgesamt schossen sie 15 Tore in 5 Spielen, was die beeindruckende Stärke erneut unter Beweis stellt. Doch auch defensiv haben die Schweden einige Probleme. Zuletzt sah man diese bei der Partie gegen Island vor 2 Wochen, wo man lange Zeit hinten lag, immer wieder unnötige Fehler im Rückzugverhalten machte und den Gegner zu Chancen nahezu einlud. Auch die Personalien, die für die Viererkette der Schweden angedacht sind, haben lang nicht mehr die Qualität von früheren Jahren. Beispielsweise ist auch der ehemalige Juventus und Aston Villa Profi Olof Mellberg langsam in die Jahre gekommen (34) und spielt nur noch in Griechenland bei Piräus. Ebenso geht es den anderen Abwehrspielern in der Viererkette, die entweder ihren Zenit überschritten haben oder denen einfach die internationale Erfahrung auf allerhöchstem Niveau noch fehlt.

Letzte Begegnungen:

  • Sieg vs. Serbien 2-1
  • Sieg vs. Island 3-2
  • Sieg vs. Kroatien 3-1
  • Sieg vs. Katar 5-0
  • Sieg vs. Bahrain 2-0

 

Fazit: Ich tendiere bei diesem Spiel zu einem offenen Schlagabtausch beider Teams. Die individuelle Klasse ist sowohl bei den Schweden in Person von Ibrahimovic oder Ola Toivonen bzw. Johan Elmander als auch bei den Ukrainern mit Andriy Yarmolenko, Andrij Voronin oder Marko Devic überwiegend in de vorderen Positionen vorhanden. Beide Teams haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie gerne offensiv spielen und auch in der Defensive die ein oder anderen Einbußen gerne in Kauf nehmen. Ich gehe davon aus, dass die Ukraine gerade bei ihrem ersten Europameisterschaftsspiel überhaupt und dann auch noch vor der heimischen Kulisse von Beginn an etwas nervös sein wird. Diese Nervosität kann sich entweder in positive Energie oder aber auch in Unkonzentriertheiten umwandeln. In beiden Fällen sollte es daher viele Chancen für Schweden und auch die Ukraine geben, die sie nutzen sollten. Ich vergleiche dieses Spiel in etwa mit den Spiel heute Abend Irland – Kroatien. Beide Mannschaften müssen dieses wichtige erste Spiel gewinnen, um sich in der Gruppe gleich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen. Darum bin ich der Meinung, dass es ein offenes Spiel wird mit zwei Mannschaften, die beide schnell gegen Ball und Gegner pressen werden und wo daraufhin zwangsläufig einige Tore fallen werden, auch weil beide Mannschaft einen hohen Altersdurchschnitt haben und dieser bei den schwülen Wetterbedingungen in der Ukraine und in Polen ein außerordentlicher Faktor werden könnte.


10. Juni 2012 / marcel - Kategorie: EM 2012 Tipps

EM 2012 Tipps

Morgen ist es endlich soweit! Die 14. Fußball-Europameisterschaft beginnt in Polen und der Ukraine. Wie man schon seit Tagen und Wochen auch hier auf der Wettbasis erkennen kann, ist die Vorfreude riesengroß und jeder kann es kaum noch erwarten, bis morgen um 18.00 endlich das erste Spiel Polen – Griechenland angepfiffen wird. Wir werden euch jeden Tag mit tollen Tipps versorgen und euch Lesern damit hoffentlich Anreize und Empfehlungen geben, selbst auf die Spiele zu wetten. Für jedes einzelne Spiel wird jeweils ein Tag vor dem Spiel mindestens ein Tipp bzw. eine Wettmöglichkeit hier im Tipp-Bereich auf wettbasis.com erscheinen.

Die verschiedenen Wettmöglichkeiten sind dabei sehr breitgefächert und vieldimensional. Wer den Startschuss bis zum Eröffnungsspiel nicht abwarten kann, der kann schon vor der Europameisterschaft auf eine Vielzahl von Langzeitwetten setzen. Wer wird Europameister?, Wer wird Torschützenkönig der EM 2012?, Wer wird der beste Spieler des Turniers? oder noch speziellere Wetten wie Schafft Spanien die Titelverteidigung? Wird Deutschland Gruppensieger? oder Fliegt England schon in der Vorrunde aus? Wir haben ein paar dieser Langzeitwetten, die entweder nach der Vorrunde enden oder sogar erst nach dem Finale am 01.Juli hier aufgelistet, um ihnen kompakt einen Überblick zu geben über sämtliche Möglichkeiten schon vor der EM zu wetten.

 

Wer allerdings kein großer Fan von Langzeitwetten und -Tipps ist und sein Geld lieber schnell vervielfachen möchte, der kommt im Tipp-Bereich der Wettbasis natürlich auch nicht zu kurz. Schon alleine für die beiden morgigen Spiele aus Gruppe A wurden mehrere Tipps gepostet. Auch Überschneidungen oder identische Tipps sind bei dieser Europameisterschaft möglich. Wir wollen euch ermöglichen, dass ihr euch nach Lesen von einer oder gar zwei bzw. drei Analysen eines Spiels ein eigenes Bild machen könnt und letztendlich auf jenes Ergebnis wettet, welches euch am plausibelsten erscheint. Der Vorteil der verschiedenen Analysen zum gleichen Spiel ist die Tatsache, dass jeder erfahrene Tippautor hier bei uns aus einem eigenen Blickwinkel die Spiele analysiert und auch sieht. Es gibt Autoren, die gerne statistisch an ein Spiel herangehen, es gibt Autoren, die eher an der aktuellen Form interessiert sind oder Autoren, die sich haargenau mit den spielerischen Fähigkeiten beider Teams auseinandersetzten und so erklären können, in welche Richtung der Spielverlauf gehen wird.

Auch die Spielwetten obliegen vielen verschiedenen Optionen. Gesamtscore-Wetten, sprich wieviele Tore fallen in einem Spiel/in einer Halbzeit (Over/Under), wie steht es zur Halbzeit oder die ganz einfachen 3-Weg-Wetten mit einem Tipp auf den Gewinner der Partie. Für das morgige Eröffnungsspiel scheinen sich die Autoren fast einig. Polen geht als Favorit in ihr erstes Spiel gegen Griechenland, warum dies so ist und wie wir argumentieren können sie um Tipp-Bereich nachlesen. Auch bei den kurzzeitigen Wetten für ein Ereignis haben wir für euch einen kompakten Überblick vorbereitet.

 

Wer also gute Tipps von erfahrenen Tippern braucht, der ist bei Wettbasis.com im Tippbereich genau richtig. Seit 10 Jahren analysieren hier ausgewählte Autoren die wichtigsten Spiele des Tages und geben ihre eigene Meinung über den Ausgang der Spiele ab. Trotz aller Erfahrung und Analyse eines Spiels sowie mathematischer/statistischer Betrachtung können auch wir keine Garantie auf Richtigkeit unserer Tipps geben. Doch dann wäre das Wettgeschäft auch langweilig, denn genau dieses Mitfiebern und Nicht-Wissen über den Ausgang des Spiels macht den Reiz bei Sportwetten aus. Wer zumindest das Risiko auf eine schlechte und unüberlegte Wette minimieren möchte, der findet hier bei der Wettbasis.com viele gute Möglichkeiten sein Geld auf Spiele zu setzen, die scharf analysiert und subjektiv eingeschätzt wurden.

Also täglich viele EM 2012 Tipps und News auf Wettbasis.com. Garantiert für jeden etwas dabei! Viel Erfolg und Spaß bei dem Highlight des Fußball-Jahres 2012!


9. Juni 2012 / marcel - Kategorie: EM 2012 Tipps

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