Das “kleine” Lay the draw
4. Oktober 2008 / klaus
Hallo Wettfreunde,
die meisten von Euch werden "lay the draw" wie es in England so schön heißt kennen. Falls nicht hier vorab eine kurze Erläuterung (wer lay the draw bereits kann gleich ab der Überschrift Das "kleine" Lay the draw weiterlesen):
"Lay the draw" ist eine Strategie die vor einigen Jahren in England fast zeitgleich mit der Einführung von Wettbörsen wie Betfair entstanden ist. Ziel dieser "Mutter aller Fussballwetten-Strategien" ist es, durch Inplay-Traden – also Handeln mit Wetten während ein Sie läuft – einen sicheren Gewinn zu erwirtschaften. Das verlockende dieser Strategie war das unterschwellige Versprechen, dass man sämtliche Verlustrisiken ausschalten kann, oder zumindestens so minimiert, dass ein langfristiger Gewinn garantiert ist.
Ganz kurz das Vorgehen: Man layed (wettet gegen) das Unentschieden vor Spielbeginn. Sobald das erste Tor gefallen ist, wird ein Unentschieden unwarscheinlicher. Daher sollte die Quote steigen. Man also dieses Unentschieden mit einem Betrag, der für sämtliche möglichen Spielausgänge einen Gewinn sichert. Um sich vor einem 0 – 0 Spielausgang zu schützen, kauft man vor Spielbeginn zudem noch die Wette, dass das Spiel 0 – 0 ausgeht. Somit ist man für alle Spielsituationen gerüstet und kann nur noch Gewinnen … soviel zur Theorie.
Um jetzt alle Träumer von märchenhaften Gewinnen auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. Die Strategie ist inzwsichen so bekannt, dass mindestens halb England danach wettet. Die Quoten verhalten sich einfach nicht mehr so wie man es annehmen sollte. Gerade wenn der Aussenseiter in Führung geht, wächst die Unentschiedengefahr. Grosse "Panik-Verkäufe" von "lay the draw"-Spekulaten drücken die Unentschiedenquote manchmal sogar extrem runter. Dazu kommt der Zeitfaktor der in dieser Situation gegen einem arbeitet. Und schnell muss man so einen "Trade" mit herbem Verlust gerade stellen.
Man liest zwar hin und wieder in Foren von Kollegen, die mit dieser Strategie konstanten Gewinn erwirtschaften sollen. Ich habe jedoch die Erfahrung gemacht, dass das nicht so leicht geht. Hin und wieder ein Spiel, bei dem die Quoten einfach verrückt spielen und schon hat man einen relativ grossen Verlust.
Wen diese Strategie interessiert. Die Firma Optibets bietet eine sehr ausführliche Beschreibung der Strategie an. Wer gut englisch spricht, findet jedoch auch günstigere Anleitungen im Netz.
Die Problematik jedoch bleibt. Wer an der Börse – und betfair ist eine Börse – macht was alle machen kann nicht gewinnen. Daher sehe ich das "lay the draw" bzw. FCG (Football oder Fussball Cash Generator) als Anreiz sich selbst Gedanken zu machen, und eigene Strategien zu entwickeln.
Eine abgewandelte Form des geleichen Prinzips möchte ich Euch hier vorstellen:
Das "kleine" Lay the draw
Mein Ansatz hier ist, das gleiche Prinzip auf weniger von FCG-Tradern verwendete Märkte anzuwenden. Ich will also praktisch die gleiche Strategie anwenden, in dem ich einfach umziehe. Märkte die auf den ersten Blick nicht so geeignet sind, jedoch nach einem Tor auch deutliche Quotenveränderungen bewirken.
Nach langen Versuchen mit im Over/Under 2.5 Bereich ist mir hier der "Endstand"-Markt aufgefallen.
Man kann jedes denkbare Endergebniss (bis zum 3 – 3) wetten. Beim Eintreffen erhält man einen sehr grossen Gewinn. Natürlich ist es auch sehr schwer das genaue Endergebnis vorauszuahnen. Daher die hohen Quoten.
Hier habe ich vor allem beim Endergebniss 2 – 0 bzw. 0 – 2 ein sehr brauchbares Phänomen festgestellt. Wärend das 1 – 0 bzw. 0 – 1 nach einem Tor gar nicht so extrem in der Quote fällt, ist beim 2 – 0 ein grosser Sprung vorhanden. Das liegt an vielen Faktoren. Erstens sind weitere Tore meist wahrscheinlich, und zweitens haben die höheren Endergebnisse vor Spielbeginn viel höhere Quoten.
Wer jetzt schon ein wenig mit Traden vertraut ist, kann schon fast ahnen was ich vorhabe. Vor Spielbeginn backe ich sowohl das 2 – 0 wie auch das 0 – 2. Irgendwann fällt (hoffentlich) ein Tor. Nun ist natürlich nur noch eine der beiden Endergebnisse möglich. Doch hier ist der Quotenverfall so stark, dass ich ein sogenanntes "Green up" – also alle Endergebnisse liefern einen – Gewinn mit der entsprechenden Lay-Wette auf dieses eine noch mögliche 2 – 0 erreiche.
Noch mehr als beim FCG muss man hier allerdings diese Lay-Wette ganz konsequent nach dem ersten Tor umsetzen. Denn ein Ausgleich würde hier einen sofortigen Totalverlust bedeuten.
Wie gesagt, diese Strategie hat ihren grossen Vorteil daran, dass der Endergebnis Markt nocht nicht von Horden von "Lay the draw" Tradern "verbogen" wird. Auch eine Aussenseiterführung schlägt hier nicht so gnadenlos durch wie bei der Unentschiedenquote.
Das ursprüngliche Risiko des FCG – nämlich, dass es bei einem 0 – 0 bleibt, oder das ein Führungstreffer zu spät (kurz vor Schuss) fällt ist auch hier vorhanden.
Eselsbrücke:
Für alle Wettfreunde, die jetzt ein wenig durcheinander gekommen sind. Es gibt einen einfachen englischen Satz der mir sehr geholfen hat im Trader-Jungle die Übersicht zu behalten:
Back high – Lay low
Auf Deutsch: Um Gewinn zu machen muss die Back-Quote immer höher sein als die Lay-Quote … wer es schafft das unzusetzten hat schon gewonnen …
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Schlagwörter: fussball, Fussball-Wetten, sportwetten, wetten, wetttaktik





