Money Management / Kelly System
23. November 2009 / daniel
In der heutigen Folge möchte ich Ihnen das Kelly System näher erläutern, das seine Vor und Nachteile hat.
Das Kelly System orientiert sich an der angenommenen Gewinnwahrscheinlichkeit, sprich je höher die angenommene Gewinnwahrscheinlichkeit ist, desto mehr wird eingesetzt und je niedriger, desto weniger.
Das Risiko eines Totalverlustes kann durch die Kelly Methode zwar fast ausgeschlossen werden, vorausgesetzt man hält sich an alle seine Vorgaben, aber auf Grund der teilweise sehr hohen Wetteinsätze, kann die Menge des eigenen Wettbudgets drastisch zu-, aber vor allem auch abnehmen.
Anhand einer aktuellen Quotierung möchte ich Ihnen das Kelly System vorstellen.
Europa – Champions League
FC Barcelona Bet365 @1.80, Unentschieden Betfair @3.4, Inter Mailand Betfair @5.09
Bet365 bietet für den Sieg Barcelona eine @1.80 an. Formel 1/1,80 dass die Wahrscheinlichkeit für den Eintritt bei 55,5% liegt. Wir aber gehen davon aus, das nach ausgiebiger Recherchen aller News etc. wir eine Gewinnwahrscheinlichkeit für Barcelona von 65% glauben. Quote wäre somit 1/65*100 = 1,54)
Wir haben zufällig beim Buchmacher Bet365 ein Konto und unsere Startbank steht aktuell bei 1000 Euro.
Rechnung für die Kelly Formel bei 1000 Euro Wettbank=Wetteinsatz = 1.000 x (0,65 x 1,80 -1) / (1,80 – 1) = € 212,5
Wie errechnet haben wir einen Einsatz von 212.50 Euro auf die Quote von Barcelona.
Wichtig:
Wie hoch die tatsächliche Wahrscheinlichkeit für den Ausgang eines Spiels ist, lässt sich aufgrund der vielen Einflussfaktoren (z.B. Wetter, Motivation, Verletzungen etc.) natürlich nicht mit absoluter Sicherheit bestimmen. Jeder von uns ästimiert anders, so zum Beispiel bewerten einige das Head to Head mit 5%, manche mit 20%. Manche verlassen sich auf die eigene Datenbank und lassen sich die letzten 4-5 Spielzeiten auswerten. Ich könnte noch einige Stichpunkte erwähnen, denke aber, Sie wissen worauf ich hinaus will.
Beim gewählten Beispiel fällt allerdings auf, das der Wetteinsatz mit über 200 Euro mehr als einem Fünftel des gesamten Wettbudgets entspricht. Für gewöhnlich sollte man allerdings nur etwa 1-2% des Wettbudgets für eine Wette aufbringen, um zu starke Schwankungen und einen Totalverlust zu vermeiden.
Ein „Full Kelly“ wie oben aufgezeigt wird daher in der Praxis kaum verwendet, da es bei konsequenter Anwendung teilweise Einsätze erfordert, die über 50% des gesamten Wettbudgets ausmachen. Von daher bauen manche Profis extra Parameter mit ein und teilen die Wettbank nochmals in mehreren Prozentsätzen.
Fazit:
Das Kelly System sollten mMn nur erfahrene Wettprofis anwenden. Schließlich unterscheidet die Fähigkeit eine gute Voraussage zu treffen, den Amateur vom Profi. Das Wettbudget wird immer dynamisch angepasst. Soll heißen, hat man ursprünglich ein Wettbudget von 1.000 Euro und gewinnt man mit der ersten Wette z.B. 200 Euro, dann wird der nächste Wetteinsatz vom neuen Wettbudget (€ 1.000 + € 100 = € 1.200) berechnet. Ein guter Test währe unterdessen, dass sie das Kelly System ohne Geld einfach nur auf Papier mal 1-3 Monate testen, um selber für sich zu entscheiden, ob das System greift oder nicht.
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