Glücksspielstaatsvertrag 2021 – Infos & Konsequenzen

Bremst der neue Glücksspielstaatsvertrag den Wettspaß aus?

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Glücksspielstaatsvertrag 2021
Glücksspielgesetz 2021 © imago imag

Update 03.04.2020: Aktuell ist die Bewerbung auf Lizenzen nach der Klage von Vierklee auf Empfehlung des Verwaltungsgerichtes Darmstadt ausgesetzt.

Ein neuer Glücksspielstaatsvertrag für Sportwetten im Jahr 2021? Für den Tipper ist die ständig wechselnde Gesetzeslage seit inzwischen über zehn Jahren frustrierend.

2011 einigten sich alle 16 Bundesländer auf den sogenannten GlüStV. Hauptkonsequenz für den Nutzer war die Einführung der Besteuerung von Sportwetten in Höhe von fünf Prozent.

Offiziell öffnete sich der Markt für private Anbieter, da seit dem ersten Glücksspielvertrag aus dem Jahr 2008 nur staatliche Anbieter zugelassen waren, diese Beschränkung aber von der EU gekippt worden war. In der Realität wurden jedoch auch zuvor bereits die Hauptumsätze der Sportwetter bei privaten Anbietern gemacht.

In 2021 soll ein neuer Glücksspielvertrag inkrafttreten und zuvor eine Übergangslösung gelten.

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Welche Änderungen bringt der neue Glücksspielstaatsvertrag 2021 mit sich?

Die Anpassungen des neuen Gesetzes sollen weitreichend sein. Wenn alle aktuellen Pläne umgesetzt würden, wäre es in Deutschland nicht mehr möglich, mit Sportwetten legal regelmäßig Gewinne in höheren Sphären einzufahren. Grund ist die vielleicht umstrittenste Anpassung: Eine Beschränkung der monatlichen Einzahlungen auf 1.000 Euro. Ursprünglich waren sogar nur Umsätze bis zur dieser Summe angedacht.

Diese Regelung ist grundsätzlich keine Neuerung, sondern existierte mit dem Umsatzlimit bereits im Glücksspielstaatsvertrag für Sportwetten von 2012 auf dem Papier. Das schnelle Veto des Europäischen Gerichtshofes führte aber dazu, dass die Einhaltung nie kontrolliert wurde.

Weitere deutlich im Raum stehende Änderungen für den Kunden sind das Verbot der Wettart „Über / Unter“ (zumindest bei Livewetten) sowie wohl auch noch speziellerer Wettarten (‚Wann fällt das X. Tor?‘ etc.). Außerdem soll es nicht mehr möglich sein, sich auf zwei Wettkonten gleichzeitig einzuloggen.

Wichtige Änderungen Glücksspielstaatsvertrag 2021

  • Maximale Einzahlungen von 1.000€ montalich
  • Wetten auf die Toranzahl (Über/Unter) werden möglicherweise abgeschafft
  • Lockerung der einstigen Beschränkung auf 20 Sportwetten-Lizenzen für private Anbieter
  • Gleichzeitiger Login bei mehreren Buchmachern soll verhindert werden
  • Detaillierte Überwachung aller Wetten eines Kunden und Weitergabe der Daten
  • Einschränkung von Livewetten

 

Was denken die Marktleader über den neuen Glücksspielstaatsvertrag?

Die führenden Buchmacher in der Branche haben zum neuen Glückspielstaatsvertrag für Sportwetten unterschiedliche Gedanken. Das Einsatzlimit ist zweifelsfrei ein Dorn im Auge der Buchmacher.

Andererseits liefert die gewünschte detaillierte Erfassung und Weitergabe aller getätigten Wetten auch einen Schutz für die etablierten Platzhirsche: Den zum Teil wie Pilze aus dem Boden schießenden neuen Wettanbietern würde das Wasser abgegraben, während sich die Marktposition von Tipico und Co. stärkt.

Umsatzeinbrüche wären in der aktuell geplanten Version garantiert und dennoch wird Tipico eigenen Aussagen nach bis Ende Januar 2020 einen Sportwetten-Lizenzantrag stellen und dann möglicherweise versuchen, auf geplante Anpassungen Einfluss auszuüben.

Erst vor wenigen Tagen zog sich mit MrGreen ein Anbieter aus der zweiten Reihe aus dem deutschen Markt zurück. Es liegt zumindest die Vermutung nahe, dass für den Ausstieg des zuvor recht offensiv in den Markt drängenden Junganbieters für Sportwetten der geplante neue Glücksspielstaatsvertrag eine tragende Rolle gespielt hat. Zudem verabschiedeten sich kürzlich Redbet und 10bet vom deutschen Markt.

Bei der Nichteinhaltung der festgelegten Regeln drohen 2021 schmerzhafte Geldbußen bis 500.000 Euro. Auf dem Papier ist es für kleinere Anbieter leichter geworden, den Sportwetten-Markt zu erobern, da die Regel umgestoßen wurde, dass maximal 20 Lizenzen ausgegeben werden.

Grundsätzlich kann sich jeder Wettanbieter auf eine an klare Auflagen gebundene Sportwetten-Lizenz bewerben. In der Realität werden die Auflagen aber eher eine Verringerung privater und zugleich legaler Wettanbieter zur Folge haben.

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Kann ich bei Eintritt des neuen Glücksspielstaatsvertrages 2021 noch vernünftig Wetten?

Wenn alle geplanten Anpassungen nach der Übergangsphase in den kommenden 1,5 Jahren tatsächlich umgesetzt werden, würde dies enorme Einschnitte für den Sportwetter bedeuten.

Wer am Wochenende die kleine Kombiwette für mehr Spaß während der Bundesliga-Livekonferenz als wöchentliche Ration sieht, wird keine Probleme bekommen. Professionellere Wettambitionen würden jedoch mit dem Einzahlungslimit teilweise im Keim erstick.

„Wir wollen keinen gläsernen Spieler. Die Länder müssen gemeinsam Lösungen finden, die den Spieler schützen“

Hessens Innenminister Peter Beuth

Hoffnung macht dem ambitionierten Tipper, dass die bisherigen Verträge nie länger Bestand hatten. Der Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland von 2012 wurde vom Europäischen Gerichtshof zurückgewiesen, da mit den maximal 20 Lizenzen keine Wettbewerbsfreiheit bestand. Ein 2017 angefertigter Entwurf wurde nie ratifiziert, da Gerichte früh durchklingen ließen, dass auch dieser Vertrag erfolgreich hätte angefochten werden können.

Hinzu kommt, dass es einzelne Buchmacher in der Vergangenheit schafften, Schlupflöcher in bestehenden Verträgen zu finden.

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Die wichtigsten Fragen & Antworten zum neuen Glücksspielgesetz

1.) Kann ich ab bzw. seit dem 1. Januar 2020 nur noch 1.000€ pro Monat setzen?

Antwort: Nein, vorerst hat noch kein Buchmacher diese Regel in die AGB aufgenommen. Es kann aber nicht mit Sicherheit garantiert werden, dass sich dies in den nächsten zwei bis drei Monaten nicht ändert, wenn die großen Namen der Branche ihre Sportwetten-Lizenz beantragt haben.

2.) Gilt die 1.000€-Einzahlungsregel pro Buchmacher oder insgesamt?

Antwort: Ursprünglich waren 1.000€ Umsatz im Monat pro Buchmacher angedacht. Wenn der neue Vertrag für 2021 ratifiziert wird, werden nach aktueller Planung 1.000€ als Einzahlungssumme das Maximum sein. Eine Umsatzbeschränkung gibt es nicht. Grundsätzlich ist eine Erhöhung dieser Summe für Spieler denkbar, die vorweisen können, dass sie über hohe finanzielle Reserven verfügen.

3.) Ist der Glücksspielstaatsvertrag in Deutschland für 2021 bereits vollständig ausformuliert?

Antwort: Nein, die Ausführungen ändern sich regelmäßig.

4.) Wie wahrscheinlich ist es, dass der Vertrag 2021 angenommen wird?

Antwort: Da das Thema ‚Glücksspiel‘ Ländersache ist, müssen alle 16 Bundesländer dem neuen Vertrag zustimmen. Schon in der Vergangenheit wurde dies (Stichwort: Schleswig-Holstein) nicht immer realisiert.

5.) Wird ein neuer Glücksspielstaatsvertrag erneut vor dem Europäischen Gerichtshof zittern müssen?

Antwort: Das ist nicht garantiert. Bislang gab es keinen Vertrag, der dem EU-Recht standhielt. Allerdings wird mit dem Wegfall der Beschränkung auf 20 Lizenzen der bislang wesentlichste Kritikpunkt eliminiert.

6.) Wie soll das Einzahlungslimit überwacht werden?

Antwort: Das Bundesland Hessen erhielt den Auftrag, ein Sperrsystem zum Schutz der Spieler zu errichten. Es trägt den Namen OASIS = Onlineabfrage Spielerstatus.