WM Viertelfinale: Spanien – Paraguay
3. Juli 2010 / joe
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Am Samstag, den 3. Juli 2010, treffen beim letzten Viertelfinale der Weltmeisterschaft in Südafrika Paraguay und Spanien aufeinander. Die Rollen vor diesem Spiel sind klar verteilt: Spanien ist der Favorit und Paraguay der Underdog. Ein klassischer Underdog, den außerhalb von Paraguay setzt wohl niemand eine müde Mark auf ein Weiterkommen der Südamerikaner. Zu verlieren haben sie immerhin nichts mehr, denn der Sieg wird von Spanien erwartet. Im Grunde genommen konnten beide Mannschaften bei diesem Turnier noch nicht besonders überzeugen, doch allein der Fakt, dass eine der beiden Mannschaften unter den besten Vier der Welt stehen wird.
Schiedsrichter der Begegnung ist Carlos Alberto Gonzales aus Guatemala. Der Anstoß des Spiels ist für 20:30 Uhr angesetzt.
Spanien:
"Mit dem Erreichen des Halbfinals geben wir uns nicht zufrieden" betonte Spaniens Nationaltrainer Vicente del Bosque bei einer Pressekonferenz im Vorfeld auf das Viertelfinale gegen Paraguay. Er, wie auch die gesamte spanische Mannschaft, scheinen das ganz große Zeil vor Augen zu haben. Doch vor der Brust haben sie nun erstmal Paraguay. Das entgeht dem ein oder anderen spanischen Nationalspieler, wenn er im Interview auf einen Lagebericht angesprochen wird.
In ihren Köpfen scheinen die Spanier im Hotel, in der Kabine und in der Heimat schon gegen Paraguay gewonnen zu haben. Sicherlich stehenn die Chancen auf ein Erreichen des Halbfinals und auch auf das Erreichen des Finalspiels sehr gut, doch letztlich zählt die Leistung auf dem Platz. Und in diesem Punkt haben die Spanier bei dieser Weltmeisterschaft noch einiges zu wünschen übrig gelassen. So kann man mit Fug und Recht behaupten, dass sie ehr glücklich durch die Gruppenphase gekommen sind – auch wenn sie am Ende doch noch ihre Gruppen gewannen. Genauso wie man die spanische Überlegenheit gegen Portugal erwähen muss, sollte auf der Liste der Spielanalyse das geschickte Verteigen der Portugiesen und das Abseitstor der Spanier stehen. Das "alte" Spanien, welches zumindest die Europäer von der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz kennen, hätte dieses Spiel vermutlich früher für sich entscheiden können.
In der Heimat redet man sich mit alllen Mitteln Mut zu. Man versucht die eigene Mannschaft stark zu reden. Spricht nicht über das Abseitstor, sondern über das "Wiederfinden des eigenen Stils". Nicht über die schwache Leistung von Fernando Torres, sondern über die gute Leistung von David Villa. Und Casillas ist immer noch der beste Torwart der Welt, obwohl er mit jedem weiteren Spiel auf ein Neues versucht der Welt – und der Heimat – das Gegenteil zu beweisen. Auf der iberischen Halbinsel ist an guter Dinge. Der Optimismus hat einen Namen: David Villa.
Ob nun aus abseitsverdächtiger Position oder gefühlvoll aus 35 Metern ist den Spaniern herzlich egal. Der Neueinkauf des FC Barcelona ist es, der die Spanier träumen lässt. Träumen vom Finale, vom Titelgewinn. Paraguay hat keiner von ihnen auf der Rechnung. Absolut Niemand.
Paraguay:
"Man muss sie einschüchtern, damit sie nicht spielen" sagte Nationalmannschaftstrainer Gerardo Martino. Er spielte damit auf sein Konzept an, sich gegen die Spanier keineswegs einzuigeln, sondern wie es schon Chile eindrucksvoll bewies, den Spaniern im Mittelfeld die Lust am Fußball zu nehmen. Zwar klingt dieses Zitat alles andere als regelkonform, doch Paraguays Trainer weiß, dass man gegen die Spaßfußballer aus Spanien nur mit einer härteren Gangart bestehen kann. Im Grunde genommen können sich die Spanier freuen, dass sie nicht von Howard Webb gepfiffen werden, da dieser tendentiell eine härtere Gangert zulässt. Wie auch immer der Schiedsrichter das Einsteigen der Paraguayer bewerten wird, ist die Strategie von Martino nicht abwegig.
Allerdings sollte sich Martino zu aller Erst um seine eigene Mannschaft kümmern. Denn nach dem Gruppensieg in der Vorrunde des Turniers in Südafrika, bot man gegen Japan im Achtelfinale eine grausame Leistung an. Recht schnell war zu sehen, dass dieses Spiel nur in einem Elfmeterschießen entschieden werden konnte. Gegen jeden anderen Achtelfinalisten hätte Paraguay vermutlich verloren. Aber jetzt steht man im Viertelfinale und hat eine einmalige Chance vor Augen: Das Halbfinale.
Es ist extrem selten, dass eine Mannschaft in der offensive groe Schwächen aufzeigt, doch die größte Schwäche der Paraguayer ist ihr Sturm. Sind sind die einzige Mannschaft, die bei der Weltmeisterschaft in Südafrika ins Viertelfinale ohne ein Stürmertor ins Viertelfinale gekommen ist. Wirkliche Angst verprühen die Sturmreihen Paraguays um die beiden Dortmunder Victor Valdez und Lucas Barrios also nicht. Auch nicht bei den Spaniern, die bereits großspurig angekündigt haben, dass Paraguay auch ohne Stürmertor die WM-Abreise antreten werden muss.
Es bleibt abzuwarten wie gut die Paraguayer das Anti-Spanien System der Chilenen umsetzen können. Es erscheint als eine brauchbare Strategie, aber es hat einen Haken: Um sich zu qualifizieren, braucht man ein Tor. Mindestens ein eigenes Tor.
Fazit:
Die Spanier gehen als haushoher Favorit in dieses Spiel. Wäre das nicht ein Viertelfinale und gäbe es nicht die entsprechende Drucksituation, würde ein Viertelfinalspiel nicht implizieren, dass Paraguay bisher ein gutes Turnier gespielt haben muss, dann würde wahrscheinlich keiner auch nur ein Sekunde zweifeln und die Quoten auf Spanien wären mit Sicherheit nicht so "hoch". Doch gerade diese Bedingungen machen das Spiel spannend. Spanien sollte so früh wie möglich zu seiner waren Form finden, sonst gelingt am Ende des Tages den Südamerikaner der große Coup. Ein verdammt großer Coup.
Quoten:
Spanien: 1,50 @ unibet
Unentschieden: 4,10 @ betsson
Paraguay: 9.20 @ betfair
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