Traden im Markt “7 Tore und mehr”
30. November 2009 / klaus
In einer meiner Beiträge vom letzten Jahr habe ich den Vorteil von „Nischenmärkten“ erläutert. Wer sich hier spezialisiert, kann durch Wissensvorsprung über die besonderen Gegebenheiten eines speziellen Bereichs sehr gut Gewinn einfahren. Fürs Traden ist hier wichtig zu erkennen, wann so ein Markt zu Übertreibungen in die eine oder andere Richtung neigt.
Hier ist mir zu Anfang dieser Saison am 03.08.2009 bei einem typischen Pokalspiel, nämlich Fortuna Düsseldorf – HSV so eine Übertreibung im Markt „Summe der Tore“ aufgefallen, die sich meiner Meinung nach sehr gut nutzen lässt.
Im Besonderen habe ich das Ergebnis „7 Tore und mehr“ beobachtet. Wenn man sich einfach mal eine Liste mit x-beliebigen Profispielen ansieht, wird man erkennen, dass äußerst selten 7 Tore in einer Begegnung vorkommen. Ich würde sagen, vielleicht 2 oder 3 Mal in 100 Begegnungen. Daher sind die Quoten auch sehr hoch für diesen Spielausgang. Sie liegen im Bereich von 30 bis 60 oder in besonders torarmen Ligen teilweise sogar bis über 80. Nur wenn – wie z.B. im Pokal – mal ein Topteam wie z.B. der FC Bayern gegen eine Amateurmannschaft antritt kann diese Quote einmal unter 20 liegen. Hier gibt es dann doch einige Zocker, die auf ein Schützenfest hoffen.
Doch ganz anders wird die Situation, wenn auf einmal in den ersten 25 Minuten zwei Tore fallen. Das wiederum ist schneller passiert als man denkt. Ist ein frühes Tor gefallen, muss die unterlegene Mannschaft das oft abwartende System umstellen, und hat schon emotional begründet den Eifer möglichst rasch den Ausgleich zu erzielen. Auch die in Führung liegende Mannschaft bekommt „Adrenalin-Zufuhr“ und agiert teilweise euphorisch, was meist die Abwehr schwächt. Nur ganz wenige Spitzenmannschaften sind so abgeklärt und halten konsequent am Spielsystem fest. Hier passiert es nicht selten, dass durch die gelockerte Abwehr das 2 – 0 fällt oder aber wirklich ein schneller Ausgleich gelingt.
Nach zwei frühen Toren kommt jedoch deutlich Bewegung in den Markt. Die Zocker rechnen schnell hoch. Wenn das hier so weiter geht, sind 7 Tore locker drin. Die Quote fällt deutlich unter 10. Was aber bedeuten zwei frühe Tore. Ist die Chance, dass ein Spiel, bei dem man 7 Tore erwartet wirklich deutlich grösser geworden. Nicht wirklich. Selbstverständlich kann gerade so ein Spiel dann auch mal über 7 Tore enden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass hier meist noch 1, 2 oder vielleicht sogar noch 3 Tore fallen. Doch 5 weitere Tore, die nötig sind, damit das Spiel über 7 Tore endet, sind auch jetzt noch äußerst selten.
Daher sehe ich in dieser stark gefallenden Quote von unter 10 ein absolutes „Negativ Value“ (also das Gegenteil von Value). In dieser Situation empfehle ich das „7 Tore und mehr“ zu layen.
Meist kann man – wenn man eher vorsichtig ist – in ein paar Minuten (wenn sich das Spiel beruhigt hat) mit einer Back-Gegenwette aussteigen. Doch das ist Geschmacksache. Ich lasse in dieser Situation lieber die Wette durchlaufen. Wie gesagt, „7 Tore und mehr“ sind sehr selten, und ich habe diese Wette so „billig“ verkauft, dass selbst der „Super-Gau“, wenn doch 7 Tore fallen, bei weitem nicht so kostspielig ist, wie für die Zocker, die sich von Anfang an auf dieses Lay-Abenteuer eingelassen haben.
Dies ist jetzt nur ein Beispiel, für einen „Nischen-Markt“ in dem sich bei genauer Beobachtung gutes Geld verdienen lässt. Ich hoffe, dass dieses Beispiel nicht nur zum einfachen 1 – 1 nachmachen animiert. Vielmehr soll es die Kreativität anregen, selbst solche Nischen zu finden und zu nutzen.
Viel Erfolg!
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