Topspiel des 25. Spieltags: 1. FC Köln – FC Bayern München
4. März 2010 / joe
Am Samstag, den 6 März 2010, treffen im Rhein-Energie-Stadion im Kölner Stadtteil Junkersdorf der FC Bayern München und der 1. FC Köln aufeinander. Das Spiel gehört zu einer Reihe mäßig brisanter Spiele des 25. Spieltag der 1. Bundesliga.
Nachdem uns die Bundesliga am letzten Spieltag mit einem Festival an Topspielen und Derbys erfreut hat, ist an diesem Spieltag keine Begegnung großer Brisanz vorgesehehn. Zumindest auf dem Papier setzt sich der Spieltag aus neun nornalen Bundesligabegegnungen zusammen. Doch das Wochenende wird mit Sicherheit Freude bereiten, denn der Fußball-Fan wurde am letzten Wochenende, trotz großer Historie, großer Worte und großen Namen, von den Spielern enttäuscht. Lediglich 15 Tore erzielten die Bundesliga-Profis in neun Aufeinandertreffen. Deshalb kann man also – getreu dem Motto: Schlimmer gehts nimmer – nur positiv nach vorne blicken und sich auf einen sehr wahrscheinlich torreicheren Spieltag freuen. Die Begegung zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach macht wenigstens eine kleine Ausnahme hinsichtlich der Tradition, die hinter dem Duell steht.
Doch zurück in die Domstadt. Um 15:30 Uhr wird im Rhein-Energie-Stadion angepfiffen. Das Spiel ist Teil der großen – sechs Spiele umfassenden – Konferenz am Samstagnachmittag. Die DFL hat für den Samstag, für den traditionellen 15:30 Uhr Termin, ein weiteres Spiel nominiert, da unter der Woche bekanntlich die Nationalmannschaft gegen Argentinien spielte.
1. FC Köln:
Viele Experten und Meinungsbildner haben den 1. FC Köln noch auf der Rechung im Abstiegskampf. Zwar verfügen die Kölner über eine erstligareife Mannschaft, so die Annahme der Experten, doch geraten sie immer weiter in einen Abwärtstrend. Das ist eine tabellarische Ansicht, die in Verbindung mit den Unruhen im Umfeld des Vereins nicht ganz von der Hand zu weisen ist.
Ohne das ausgibige Thema der Relationen des Vereins mit seinen Fans zu sehr zur Diskussion zu bringen, sei kurz erwähnt, dass die Verantwortlichen der Domstädter in ihrem Verhalten gegenüber den treuen Fangruppen in letzter Zeit immer häufiger auf die Nase fallen. Nur kurz angeschnitten seinen an dieser Stelle, die Schließung des FC-Forums für Nicht-Mitlgieder und das stadionweite Rauchverbot. Man kann zu diesen und anderen Aktionen stehen wie man will, deutlich wird aber, dass der Umgang mit den Anhängern kein vorbildlicher ist. Man könnte sogar den Eindruck gewinnen der Verein wolle seine Fanszene reinigen, sortieren und aussieben.
An der Basis kommt dies nicht besonders gut an, was schon daran zu erkennen ist, dass es momentan allen Ernstes Restkarten für das Heimspiel gegen Borussia Mönchengladbach gibt. Außerdem war das Stadion beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart zum ersten Mal seit sehr langer Zeit wieder nicht ausverkauft.
Sportlich haben die Kölner mit dem Unentschieden in Leverkusen nicht nur einen Punkt geholt, sondern am letzten Wochenende auch in die Erfolgsspur zurückgefunden. Zweifelsohne ist das torlose Remis nicht der Gipfel aller Herrlichkeit, aber es vermittelt wieder ein wenig Sicherheit auf dem Platz. Den Domstädtern gelang es hinten "Zu-Null" zu stehen und vorne sogar eine 100%ige Torchance herauszuarbeiten.
Wettbewerbsübergreifend haben die Kölner seit fünf Spielen nicht gewonnen. Dem Unentschieden gegen den Hamburger SV (3:3), folgte eine ernüchternde Viertelfinalniederlage in Augsburg im DFB-Pokal (0:2). Danach verloren die Kölner in Gelsenkrichen (0:2) und zu Hause gegen Stuttgart (1:5). Zwar sind Hamburg, Schalke und Leverkusen und auch die Stuttgarter momentan, keine schlechten Mannschaften, aber die Art und Weise bedrückt.
Personell wird Maniche wieder auf den Platz zurückkehren und Christopher Schorch diesen verlassen. Der junge Neuzugang der Kölner hat sich höchstwahrscheinlich einen Kreuzbandriss zugezogen.
FC Bayern München:
Der Rekordmeister ist zurück, wo er sich am liebsten sieht, nämlich an der Tabellenspitze. Mit der Tabellenführung hatten die Münchner in letzter Zeit nur kurzfristge Affären. Doch jetzt ist es offiziell: Die beiden sind wieder zusammen. Louis van Gaal heißt der Mann, der die beiden trotz intentisver Beziehungskrise zurück zum Glück geführt hat.
Der sportliche Aufstieg der letzten Monate hat sich nun bezahlt gemacht. Man muss neidlos anerkennen, dass es scheinbar wirklich an Louis van Gaal liegt, denn der Holländer übernahm eine Mannschaft, die zu Beginn der Saison neben schlechtem Spiel auch noch schlechte Resultate präsentierte. Er bat um Zeit, damit er seinem Team seine Idee vom Fußball, seine Ideen von Organisation auf dem Platz und seine Idee von konstruktivem Spiel und letztlich seine Ideen des Erfolgs verinnerlichen konnte. Reden können die Leute viel, doch Louis van Gaal setzte es um.
Jetzt zeigt sich, dass der Holländer die Mannschaft erreicht hat und das diese verstanden hat. Mit den Ideen des Trainers gelang eine spektakuläre Siegesserie. Nun stehen die Bayern wieder an der Spitze und müssen in naher Zukunft in Florenz ihren Vorsprung aus dem Hinspiel des Champions League Achtelfinals verteidigen. Der Erfolg ist wieder eingekehrt an der Isar.
In Zahlen ausgedrückt, beeindruckt die Münchener Erfolgsgeschichte: Nimmt man die letzten zehn Spiele als Maßstab, hat Bayern neun der letzten zehn Spiele gewonnen – und in Nürnberg Unentschieden gespielt. Angesichts der Gegner in der Bundesliga scheint diese Serie auch in naher Zukunft aufzuhören: Nach Köln folgen Freiburg und Frankfurt.
Personell ist Louis van Gaal gezwungen in der Abwehr umzustellen, da Demicelis am Mittwoch gegen Deutschland einen Jochbeinbruch erlitten hat. Daniel van Buyten wird wahrscheinlich nach seinem Muskelfaserriss wieder im Trikot der Bayern beginnen.
Head to Head:
Für die Kölner sind Spiele gegen den FC Bayern München immer etwas besonderes. Ohne auf die Statistiken zu schauen hat man das Gefühl, dass die Domstädter in München immer etwas zu holen im Stande sind, aber zu Hause regelmäßig alle Punkte an den Rekordmeister abtreten. So kommt es, dass die Hoffungen auf einen Heimsieg recht gering sind.
Ein Blick auf die Statistiken zeigt dann, dass dieses Gefühl, welches man beim Duell der beiden Mannschaften im Hinterkopf hat, vollkommen richtig ist. Haben die Kölner doch nicht nur im Hinspiel ein Unentschieden aus München entführt (0:0), sondern auch die drei Spiele vorher im Süden der Republik allesamt positiv gestaltet (2:1, 2:2, 2:2). Zu Hause spiegeln die Statisitken ebenfalls den ersten Eindruck wieder: Die letzten acht Heimspiele gegen Bayern gewannen die Gäste, der letzte Sieg der Kölner im eigenen Stadion datiert aus dem Jahr 1995 – das ist mittlerweile geschlagene 15 Jahre her.
Fazit:
Fraglich ist, ob in diesem Spiel das Gesetz der Serie gebrochen wird, denn eigentlich holen die Kölner immer nur auswärts etwas gegen die Bayern. Kurios, da man meinen sollte, vor den eigenen Fans müsste das eigene Spiel noch intensiver sein. Trainer Soldo hat aktuell wohl keinen Blick für die Statistik, sondern verlangt von seiner Mannschaft eine Steigerung vor den eigenen Fans. Diese werden schließlich seitens des Vereins genug malteretiert.
Quoten:
1. FC Köln: 8,40 @ betfair
Unentschieden: 4,60 @ betfair
FC Bayern München: 1,50 @ betfair
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